Staatsbankrott "Wir brauchen einen Schuldenerlass"
Die Politik denkt zu kurzfristig, sagt der Ökonom William White. Im Interview erklärt er, wie die internationale Gemeinschaft mit den ausufernden Schulden umgehen sollte.
© Arno Burgi/dpa

Die Schuldenuhr am Haus des Steuerzahlerbundes in Berlin
ZEIT ONLINE: Herr White, die Regierungen haben enorme Geldbeträge zur Stabilisierung der Konjunktur ausgegeben. Trotzdem schwächelt die Wirtschaft, während die Schulden steigen. Was läuft da falsch?
William White: Diese Maßnahmen waren nötig, um den totalen Zusammenbruch zu vermeiden. Wir müssen uns aber auch um die zugrunde liegenden Ungleichgewichte kümmern.
ZEIT ONLINE: Wie meinen Sie das?
White: Wir haben es hier nicht mit Problemen zu tun, die man alleine durch eine Extradosis Nachfrage lösen kann. Wir müssen auch die Angebotsseite im Blick haben. In vielen Branchen – in der Automobilindustrie, am Bau, im Handel – gibt es Überkapazitäten. Diese Branchen sind zu groß geworden und sie müssen schrumpfen. Wir legen zu viel Augenmerk auf die kurze Frist und vergessen dabei die lange Frist.
ZEIT ONLINE: Was bedeutet das konkret?
White: Man könnte zum Beispiel fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, in einem Land, in dem jahrelang zu viel konsumiert wurde und die Haushalte stark verschuldet sind, zusätzliche Konsumanreize durch eine Abwrackprämie zu setzen. Ich spreche hier von den USA. In China und anderen asiatischen Volkswirtschaften dagegen beobachten wir massive Überinvestitionen. All das ist nicht nachhaltig. Irgendwie müssen die Leute dazu gebracht werden, dass sie damit aufhören, das zu tun, was sie schon seit so langer Zeit tun.
ZEIT ONLINE: Sie fordern einen Politikwechsel?
White: Wenn es stimmt, dass wir es hier mit einer Fehlallokation von Ressourcen zu tun haben, dann müssen diese Ressourcen umgeleitet werden. Das kann nicht die Regierung tun. Die Unternehmen müssen herausfinden, wo es neue Chancen gibt, wo Geld zu verdienen ist.
ZEIT ONLINE: Worauf tippen Sie?
White: Ich könnte mir vorstellen, dass es um Felder wie die Ökologie oder Dienstleistung für Ältere geht, schließlich altern unsere Gesellschaften.
ZEIT ONLINE: Aber diese Umstellung braucht Zeit.
White: Das ist richtig, und während die Anpassung läuft, wird die Arbeitslosigkeit höher sein, als sie es in normalen Zeiten wäre.
ZEIT ONLINE: Wieso soll der Staat nicht eingreifen und die Anpassung lindern?
White: Wenn Sie die Nachfrage zum Beispiel durch niedrigere Zinsen stimulieren, um die Arbeitslosigkeit zu senken, das Angebot aber nicht ausgeweitet werden kann, dann schaffen Sie Inflation. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Anpassungsprozess behindert wird, weil die niedrigen Zinsen kaputte Firmen – ich nenne sie Zombie-Unternehmen – künstlich am Leben erhalten.
White ist einer der wenigen Ökonomen, die lange vor Ausbruch der Krise vor den Übertreibungen in der Weltwirtschaft gewarnt hatten. Er ist beeinflusst von der österreichischen Schule der Wirtschaftswissenschaften, wonach Rezessionen eher durch Probleme auf der Angebotsseite als durch einen Nachfragemangel ausgelöst werden.
ZEIT ONLINE: Also muss die Regierung die Hände in den Schoß legen?
White: Es gibt einige Dinge, die getan werden können. In den Ländern, die es sich leisten können, kann der Staat mehr Geld ausgeben oder den Privatsektor dazu bringen, dieses Geld auszugeben. In den westlichen Ländern wären das eher Ausgaben für Infrastruktur, weil dort Straßen und Schienen stark vernachlässigt wurden, in Asien wären es eher Konsumausgaben, weil diese Staaten zu stark vom Export abhängen.
ZEIT ONLINE: Und was ist mit den verschuldeten Ländern? Sollen wir sie Pleite gehen lassen?
White: Es gibt Fälle, bei denen man einfach anerkennen sollte, dass das Geld weg ist und die Schulden nicht zurückbezahlt werden können. Wir brauchen also möglicherweise eine Art Schuldenerlass, um den Menschen einen Neuanfang zu ermöglichen – auch wenn das Löcher in die Bilanzen der Gläubiger, also der Banken reißt. Aber zu diesem Zeitpunkt würde ich das nicht für Staaten empfehlen.
ZEIT ONLINE: Warum nicht?
White: Der Staat, die vereinte Macht der Steuerzahler, muss hier das letzte Wort haben. Im Englischen sagt man, this is where the buck has to stop, hier muss die Sache ein Ende haben. Wenn nicht, dann bricht Chaos aus.
- Datum 17.03.2010 - 13:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...die große Nullung. War das nicht mal für 3te-Welt-Länder angedacht?
Vielleicht sollten sich die Menschen dieser Welt ein nachhaltig wachsendes (gesundes) System überlegen. Dann einen Weg aus unserem derzeitigen krebsigen (wuchernden) hin zum Nachhaltigen und dann alle Schulden global auf Null um zu beginnen.
Wär mal was neues...
klingt ja großartig. Aber was sollen die Länder machen, die auf diesen Zinseinnahmen ihre Existenz aufgebaut haben?
Schulden sind nur für einen gut: für den Geldgeber. Am besten ist ein Zustand in der Schuldenfalle.
Sobald sich ein Land darin befindet, ist die Geldmaschine aktiviert.
Und so etwas wird sich niemand kaputt machen lassen.
Die Denker sitzen ganz wo anders Herr Ökonom. Die Politiker sind Kasperle, die nach den "Doller-Noten" tanzen und für Ökonomen eigentlich nur Abfall. Die Krediete werden nur nach oben umgeschichtet, um die satten noch satter zu machen wird das Volk verschuldet. Man sollte doch mal die Gedankengänge anderst schalten.
hat mit ihrer parteiübergreifenden Allianz aus Kaderfunktionärsseilschaftlern, ständisch-feudalistischen Burschenschaftscretins und hybrid-karrieristischen Netzwerklern der neuen Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft eine Gesellschaft zusammengeschustert, die inzwischen derart instalbil, morbide und manieriert ist, dass uns das Dach über kurz oder lang auf den Kopf fallen wird.
Da wir ja aber noch Omas Sparstrumpf haben, ist keine wirkliche Gefahr im Verzug.
Die Staatsschulden sind faktisch ja die Privatvermögen, die jene "Elitemitglieder" und "Leistungsträger" aufgehäuft haben, vor denen schon Ludwig Erhard in seinem Buch "Wohlstand für alle" so vehement gewarnt hatte.
Nun ist es nur noch ein Federstrich und wir haben die Staatsverschuldung ein Niveau gesenkt, dass dem entpricht, als ein gewisser Finanzminister Schäffer einen gewissen "Turm" sein Lebenswerk nannte.
Ein Federstrich und die weniger als 15% aller Privathaushalte, die lt. Statistische Jahrbuch 2008 seit dem Jahre 2007 über mehr als 85% aller Privatvermögen verfügen, sind zu den wahren Helden des Landes geworden, weil sie ihre völlig übertriebenen und gegen den Geist und den Text unseres Grundgesetzes verstoßenden Extremistenvermögen willig oder widerwillig zum Wohle des Staates "gestiftet" haben. Es würde genügen, ihren Immobilienbesitz zu enteignen und die Werte in den Bundes- und die Länderhaushalte einzustellen.
Ende der Spekulation.
93 Jahre nach Ausrufung der Räterepublik durch Lenin und der Verkündung des „Dekrets über den Grund und Boden“ kommen die freien Kräfte des noch viel freieren Marktes zu einem Schluß: Lenin hatte Recht.
93 Jahre nach Ausrufung der Räterepublik durch Lenin und der Verkündung des „Dekrets über den Grund und Boden“ kommen die freien Kräfte des noch viel freieren Marktes zu einem Schluß: Lenin hatte Recht.
93 Jahre nach Ausrufung der Räterepublik durch Lenin und der Verkündung des „Dekrets über den Grund und Boden“ kommen die freien Kräfte des noch viel freieren Marktes zu einem Schluß: Lenin hatte Recht.
Wer macht Schulden? Wer hat Schulden? Offensichtlich alle EU Länder!
Gleiches System, immer weiter, das heißt Wachstum, denn die Bäume
sollen ja in den Himmel wachsen, tun sie nicht, niemals - werden alt und gehen kaputt. So auch unsere gierigen unpersönlichen Konzerne,der Ökonom sagt ja Branchen, produzieren bis zur Sättigung, dann als Heuschrecken ziehen sie weiter, Subventionen und Geschenke der Gemeinden abgrasen und dann weiter. Der Mensch ist nur noch, ich meine den Arbeiter,ein kleines Arschloch, nur als Konsument geachtet ohne Sicherheit und ohne Dank für Billiglohn. Wenn ich dann das jammern höre "wir haben 3,4 % weniger Gewinn", aber trotzdem 5 Milliarden Plus, da weinen die? Die haben Gewinne, auch die Aktionäre, das sind nicht der Facharbeiter, die Leistungs-
träger. An Schulden, sind die Regierungen, Länder und Kommunen Hauptschuldige, da sie alles beispielhaft vormachen, Geld ausgeben, was nicht vorhanden ist. Wir sind die Bürger, das heißt wir bürgen und zahlen für unfähige Politiker und deren Pensionen als Dank.
Persönliche Haftbarmachung wäre gesetzlich angebracht!!
Wir werfen unseren Geldgebern Währungsmanipulation und Wirtschaftskriminalität vor und nehmen dies als Anlass, auf die Rückzahlung zu verzichten. Ganz nach Vorbild unseres "großen Bruders", sollte es wirklich so kommen.
die Parteien zum Schulenausgleich zwingen, denn diese haben Gesetze u.s.w. zu rechtfertigen. Der Wähler hatte keine Einflußnahme mehr. Jedes Parteimitglied, was Vorteile aus dieser Sauerei gezogen hat muss mit seinem Eigentum dafür grade stehen ! So hält man sich etwas die korrupten Politiker vom Hals.
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