Arbeitslosenzahlen Die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind echt

Statistiktricks hin oder her: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt. Der Trend ist überraschend positiv – auch im internationalen Vergleich. Ein Kommentar

Die Arbeitslosenquote in Deutschland sinkt. Das ist eine gute Nachricht. Auch wenn angesichts von immer noch knapp 3,6 Millionen Arbeitslosen kein Grund zum Jubel besteht. Ohnehin muss man den starken Rückgang der Arbeitslosenzahl um fast 80.000 im März ein wenig relativieren. Dahinter verbirgt sich nicht zuletzt ein ganz normales Saisonmuster: Zum Winterende wird am Bau und in Gärtnereien wieder mehr gearbeitet. Außerdem gehört zu einem vollständigen Bild, dass man auch die Arbeitslosen betrachtet, die zwar statistisch nicht als solche erfasst werden, die jedoch bloß mit vom Amt bezahlten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (etwa den sogenannten Ein-Euro-Jobs) beschäftigt werden. Und schließlich sind noch die statistischen Veränderungen zu beachten, die seit Januar 2009 zu etwas verringerten Arbeitslosenzahlen beitragen.

Doch selbst wenn man all dies berücksichtigt, bleibt ein überraschend positiver Trend zu vermerken. Die sogenannte Unterbeschäftigung – darin sind eben alle im weitesten Sinne arbeitslosen Menschen erfasst – geht seit fast einem halben Jahr saisonbereinigt langsam zurück. Um rund 100.000 auf zuletzt 4,6 Millionen ist diese Zahl innerhalb von fünf Monaten gesunken. Nimmt man noch die Kurzarbeit hinzu, und rechnet diesen Arbeitsausfall in fehlende volle Stellen um, liegt der Beschäftigungsmangel noch etwas höher (bei rund fünf Millionen im Dezember 2009) – doch am Trend ändert sich allen verfügbaren Informationen zufolge nichts. Die Arbeitslosigkeit, wie auch immer man sie misst, sinkt. Die gute Nachricht ist echt.

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Deutschland steht damit auch international vergleichsweise gut da. Es profitiert hier von vielen unterschiedlichen Faktoren: der Kurzarbeit, deren Kosten sich der Staat, die Unternehmen und die Arbeitnehmer (mit ihrem Lohnverzicht) teilen, aber eine Rolle spielen auch die Demografie, die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre, die Arbeitsmarktreformen und die nicht nur preisliche, sondern auch qualitative Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Es ist in jedem Fall nicht nur ein einzelner Umstand, der zu dieser relativ guten Entwicklung beigetragen hat.

Das alles ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Korrekturbedarf gibt es auch am Arbeitsmarkt – Auswüchse im Niedriglohnbereich sind etwa zu stoppen, und die großzügigen Kurzarbeiter-Regelungen müssen schrittweise zurückgeführt werden. Aber die Arbeitsmarktzahlen zeigen auch: Es war nicht alles schlecht, was die Politik in den vergangenen Jahren gemacht hat.

 
Leser-Kommentare
    • fanta4
    • 31.03.2010 um 12:54 Uhr

    Wie viele Arbeitnehmer müssen sich mit staatlichen Zuschüssen über Wasser halten?
    Summer der Ausgaben?

    Wie viele Firmen müssen sich mit staatlichen Zuschüssen über Wasser halten?
    Summe der Ausgaben?

    Wie viele Arbeitnehmer haben befristete Verträge?

    Wie viele Arbeitnehmer arbeiten als Leiharbeiter?

    Wie viele Arbeitnehmer arbeiten als 1-Euro-Jobber, oder werden mit irgendwelchen Beschäftigungstherapien aus der Arbeitslosenstatistik geholt?
    Summe der Ausgaben?

    Diese Zahlen mal für die letzten 5 Jahre betrachtet, wäre wirklich interessant und erhellend.

    Alles andere ist Gerede und Augenwischerei.

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    ... die Seite von Herrn Jahnke im allgemeinen, tagesaktuell folgende Seite:

    http://www.jjahnke.net/ru...

    Gibt genügend seriöse Quellen, jenseits der Pseudo-Informations-Medien...

    ... die Seite von Herrn Jahnke im allgemeinen, tagesaktuell folgende Seite:

    http://www.jjahnke.net/ru...

    Gibt genügend seriöse Quellen, jenseits der Pseudo-Informations-Medien...

    • baku
    • 31.03.2010 um 13:07 Uhr

    bei allem respekt, lieber autor, aber was bitte soll dieser artikel? hier schreibt offensichtlich jemand, der noch sehr jung ist und zu diesem thema nicht viel beizutragen hat. der vorliegende artikel geht vielleicht noch als schnupperlektüre für die 6. klasse durch, aber mit journalismus hat das nun wirklich nichts zu tun.

    "Das alles ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Korrekturbedarf gibt es auch am Arbeitsmarkt – Auswüchse im Niedriglohnbereich sind etwa zu stoppen, und die großzügigen Kurzarbeiter-Regelungen müssen schrittweise zurückgeführt werden. Aber die Arbeitsmarktzahlen zeigen auch: Es war nicht alles schlecht, was die Politik in den vergangenen Jahren gemacht hat"

    wer sich für eine derartig schwache leistung verantwortlich zeigt, sollte sein praktikum bei der zeit abbrechen und sich einer anderen tätigkeit zuwenden.

    zeigen sie sich bitte selbstkritisch! gutes gelingen!

    • keox
    • 31.03.2010 um 13:16 Uhr

    "Die (guten) Nachrichten (vom Arbeitsmarkt) sind echt."

    In Zeiten, in denen man gesondert darauf hinweisen muß, daß die Nachrichten echt seien, hilft gerade so eine Überschrift eben deshalb auch nix mehr.

    • Chali
    • 31.03.2010 um 13:21 Uhr
    4. Echt?

    "Die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind echt"

    Ich persönlich ging ja bisher davon aus, dass auch die von der ZEIT gemeldeten Narichten echt sind, bei denen das nicht extra in der Überschrift steht.

    Aber: Ich lerne.

  1. ... zu Deutschland veröffentlicht.

    Darin wurde die Vorhersage des BIP-Wachstums auf 1,2% in diesem und 1,7% im nächsten Jahr gesenkt (nach prog. 1,5%/1,9% im Januar).

    Weiterhin wird eine deutliche Steigerung der Arbeitslosenquote von 7,4% in 2009 auf 8,6% in diesem und 9,3% im nächsten Jahr progostiziert. Grund ist laut IWF die durch die Kurzarbeit verzögerte Entlassung von Mitarbeitern. Vorgeschlagene Gegenmaßnahmen: Weitere Arbeitsmarktreformen und Förderung des Dienstleistungssektors.

    Weiterhin mahnt die IWF eine Stärkung des Binnenmarktes ohne Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands an und weist auf die erheblichen Risken im Bankenbereich, insbesondere bei den Landesbanken hin.

    SZ-online titelte auf den IWF-Bericht bezogen gestern "Der Aufschwung erschlafft" (sic!).

    Um eine lange Geschichte abzukürzen: Das etwas lustlose Gejubel über den Arbeistmarkt in diesem Artikel hinterlässt bei mir den Eindruck, als ob die echten guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt doch nicht so richtig echt sind.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • Nimzo
    • 31.03.2010 um 14:31 Uhr

    Kolja Rudzio schrieb auch schon folgenden Artikel:

    "Gesetz der Angst

    Hartz IV hat den Arbeitsmarkt belebt – doch man verbindet die Reform mit Abstieg und Armut. Was muss geändert werden?"

  2. Im Grunde wäre eine andere Statistik besser:

    Anzahl der Sozialleistungsbezieher abzüglich Studenten und Rentner.

    Das wäre die einzig relevante Größe.

    Wem, außer der Statistik, wird mit den Arbeitslosenzahlen geholfen? Es kommt insbesondere auf die Qualität der Arbeit an, ob diese reicht, das eigene Leben zu finanzieren.

    Nur das ist interessant.

    • waldei
    • 31.03.2010 um 14:55 Uhr

    Unterbeschäftigte, Aufstocker, Kurzarbeiter, Weiterbilder, 1€-Jobber, in Maßnahmen geparkte Jugendliche etc. etc etc., also alles Menschen, die „Arbeiten“ und damit gibt es in Deutschland keine Arbeitslosigkeit (mal abgesehen von den wenigen in dieser klitzkleinen Schulade „registrierte Arbeitssuchende“ beim Amt gelagerten)
    Deutschland boomt, Deutschland ist das Vorzeige-Land in Europa und die derzeitige Koalition in Berlin (CDU/CSU/FDP) ist Nutznießer dieses statistischen Wunders. Deshalb wählt diese Koaltionsverbindung aus CDU/FDP auch bei der kommenden NRW-Landtagswahl! Auch dort wird es dann nach dieser Wahl keine „registrierten Arbeitssuchende“ mehr geben sondern fast nur noch „arbeitenden Menschen“ (Aufstocker, Kurzarbeiter, Weiterbilder, 1€-Jobber, in Maßnahmen geparkte Jugendliche etc. etc. etc.)
    (Gott sei Dank gibt es begnadete Germanisten in den Sprachlobors der entsprechenen Ämter)

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