Geldinstitute Schwarz-Gelb will Großbanken notfalls zerschlagen
Die Koalition arbeitet an einem Verfahren zur Abwicklung von in Not geratenen Banken. Die Bundesregierung will im Krisenfall auch ohne Einverständnis der Eigentümer handeln.
Großbanken in wirtschaftlicher Problemlage sollen künftig im Notfall aufgeteilt werden können. Das von Union und FDP geplante Gesetz für den Umgang mit in Not geratenen großen, für das Finanzsystem unverzichtbaren (systemrelevanten) Finanzinstituten würde es erlauben, wichtige Teile einer Bank abzuspalten – auch gegen den Willen des betreffenden Instituts.
"Wir denken zunächst an ein mehrstufiges Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren", sagte Justizministerin Sabines Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) auf dem Deutschen Insolvenzrechtstag. Kriseninstituten solle so die Möglichkeit gegeben werden, die Probleme zunächst in Eigenregie zu lösen. Notfalls müsse aber der Staat in einem hoheitlichen Akt eingreifen, so die Ministerin weiter. Dabei würde er die systemrelevanten Teile aus der Bank herauslösen und auf eine neue Gesellschaft, eine "Good Bank", übertragen. So müsste nicht ein gesamtes Finanzinstitut in die Insolvenz. Nur für diesen Teil seien Zahlungen staatlicher Gelder zur Rettung möglich. Dabei behalte die Regierung auch die europäischen und internationalen Entwicklungen im Auge.
"Die Regeln für Finanzinstitute in der Krise müssen verändert werden", forderte die FDP-Politikerin. Es müsse darum gehen, dass solche Institute nicht immer auf Kosten der Steuerzahler gerettet würden. Eigentümer und Gläubiger müssten an den Verlusten angemessen beteiligt werden. Der Staat müsse erst an zweiter Stelle mit Hilfen gefragt sein.
Die Koalitionspläne für Krisenbanken sind bisher weitgehend unklar. Leutheusser-Schnarrenberger sprach von Vorüberlegungen. Im Finanzministerium hieß es, bis April werde ein Modell vorgelegt. Die Justizministerin kündigte nun für Mitte des Jahres einen gemeinsamen Entwurf mit dem Finanzministerium an. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte für die "baldige Zukunft" einen Gesetzesplan in Aussicht gestellt.
Bei dem geplanten Insolvenz- und Restrukturierungsgesetz für Finanzinstitute geht es im Kern darum, Bankeninsolvenzen zu vermeiden und den Staat nicht mehr erpressbar zu machen, wichtige Institute mit Steuergeld zu retten. Das schwarz-gelbe Modell orientiert sich auch an einem Papier der Vorgängerregierung.
Demnach sollten angeschlagene Banken mit besonderer Bedeutung für den Finanzmarkt außerhalb des Insolvenzrechts und unterhalb der Schwelle einer Enteignung frühzeitig saniert werden können. Betroffene Institute sollten rechtzeitig ein Verfahren zur eigenen Sanierung einleiten können.
- Datum 18.03.2010 - 14:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 19
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Jetzt gehts los. Die FDP hat den Sozialismus entdeckt ;) Muss wohl der böse böse linke Zeitgeist sein, dem alle verfallen, außer der Guido :P
Das ist mal wieder rein Vor-Wahl-Populismus...würde gerne Herr Ackermann zu diesem Thema hören bzw. wie er über diese Farce lacht.
Das ist mal wieder rein Vor-Wahl-Populismus...würde gerne Herr Ackermann zu diesem Thema hören bzw. wie er über diese Farce lacht.
"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."
Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832)
Gute Banken,schlechte Banken,notleidende Banken,systemrelevante Banken....
"Großbanken notfalls zerschlagen"
Wow,markige Worte,Frau Leutheusser-Schnarrenberger!
Warum nicht Großbanken vorsorglich verstaatlichen
bevor es wieder zu einer systematischen Plünderung
der Staatskasse kommt ?
Socialism for the rich and capitalism for the poor:
http://www.youtube.com/wa...
http://www.zeit.de/meinun...
http://www.capital.de/pol...
... besonders der Link aus der capital ist sehr lesenswert.
... besonders der Link aus der capital ist sehr lesenswert.
Das machen andere schon. Wenn eine Bank insolvent wird, dann gehört der Vorstand zuerst gefeuert und nicht mit dicken Abfindungen bedacht. Ausserdem sollen die Aktionäre (sie bilden ja den Aufsichtsrat) leer ausgehen, weil sie vorher auch nicht genug aufgepasst haben. Die guten Teile der Bank werden verkauft.
Leider funktioniert das Vorgehen bei großen Banken nicht. Sie sind zu groß. Wenn etwa die Deutsche Bank pleite gehen sollte, muss man sie retten, sonst stürzt das ganze System ab.
Hab nichts dagegen.
Im gleichen Zuge muss man dann auch den Vorstand und das komplette Managament enteignen, sprich diese Menschen müssen eben von vorne anfangen, was bei deren Beziehungen auch kein großes Problem ist.
Hab nichts dagegen.
Im gleichen Zuge muss man dann auch den Vorstand und das komplette Managament enteignen, sprich diese Menschen müssen eben von vorne anfangen, was bei deren Beziehungen auch kein großes Problem ist.
schwätzen können die viel, machen die schon die ganze Zeit.
ich finde diese entscheidung richtig denn es kann nicht nachgehen dass durch hochspekulative tradings ganze fast staaten pleite gemeacht wurden. wer kommt dafuer auf? der Steuerzahler-der somit das Recht ueber gewaehlte volksvertreter in dem fall das kanzleramt zu entscheiden hat wass passieren soll mit einem kreditinsitut dem mit staats und steuergeld unter die arme gegriffen wird. ich denke auch per notdekret muss bounus untersagt werden und jegliche form von wetten auf staatszerfallbanken sind daran auch beteiligt) oder an leerverkauefe. banken haben da mitgespielt. im fall von nachgewiesener kriminalitaet sollte enteignet werden. europa braucht ein eigenes fbi mit einsichtsmoeglichkeiten zum staatschutz auf gesetzbasis.
Schwarz-Gelb wird nicht gegen den Willen ihrer Sponsoren handeln.
Die "Gute Bank" wird dann von der Deutschen Bank übernommen - und der Staat übernimmt, wie gehabt, den Schrott, und bittet die Bürger zur Kasse.
Einfach genial! Und noch genialer, dies als "Zerschlagung der Großbanken" zu verkaufen.
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