Finanzregulierung EU will gegen Spekulationen vorgehen

EU-Kommissionspräsident Barroso macht Ernst: Bis zum Sommer will Brüssel Vorschläge zur Bekämpfung hochriskanter Finanzmarktgeschäfte vorlegen.

Kampf gegen die Spekulation: Die EU-Kommission kündigt einen Maßnahmenkatalog zur Regulierung der Finanzmärkte an

Kampf gegen die Spekulation: Die EU-Kommission kündigt einen Maßnahmenkatalog zur Regulierung der Finanzmärkte an

Nach einem Vorstoß von Deutschland und Frankreich sagt die Europäische Kommission Spekulanten den Kampf an. Eine weitere Krise wie in Griechenland soll verhindert werden. Zu diesem Zweck will die EU-Kommission in Brüssel den Handel mit Credit Default Swaps (CDS) und ungedeckten Leerverkäufen eindämmen. Über CDS, mit denen an den Finanzmärkten auf eine Pleite des hochverschuldeten Griechenlands gewettet worden sein soll, will Kommissionspräsident José Manuel Barroso auch im Rahmen der G20 sprechen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will bis zum Sommer einen Vorschlag für eine EU-Richtlinie über Derivate vorlegen. Daneben müsse auch schnell über CDS auf Staatsschulden nachgedacht werden, sagte Barroso. "In diesem Zusammenhang muss das Problem der Leerverkäufe besonders beachtet werden." Auf rein spekulativer Basis sei der Kauf einer solchen Versicherung nicht gerechtfertigt. Kurzfristig sei ein abgestimmtes Vorgehen der Mitgliedstaaten nötig.

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Die Kommission müsse "eine Initiative ergreifen, die der Spekulation Einhalt gebietet", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert. Sie hat sich darüber mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy abgestimmt. Luxemburg und Griechenland wollen sich ebenfalls an diesen Plänen beteiligen.

Der Kampf gegen Spekulanten ist auch Thema beim Treffen des griechischen Regierungschefs Giorgos Papandreou mit US-Präsident Barack Obama in Washington. Papandreou will bei der größten Wirtschaftsmacht der Welt um Unterstützung werben. Auch der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou kritisierte in Washington das Vorgehen von Spekulanten. Es gehe um die Art, wie Finanzmarktakteure Instrumente wie CDS nutzten. Es gehe um Geschäfte, bei denen unklar sei, wer dahinter stehe und es gehe darum, dass ein Land mit solchen Transaktionen in den Abgrund gestürzt werden könne.

Bei ungedeckten Leerverkäufen veräußern Banken oder Investmentfonds Aktien, die sie gar nicht besitzen, mit dem Ziel, den Börsenkurs zu drücken und die Papiere dann günstig einzukaufen. Mit einem CDS können sich Käufer einer Staats- oder Firmenanleihe gegen einen Bankrott des Gläubigers versichern. Die Papiere werden aber immer häufiger eingesetzt, um losgelöst von ihrem eigenen Zweck auf die Pleite eines Staates oder Unternehmens zu wetten. Derzeitiges Beispiel ist Griechenland. Somit steht der spekulative Einsatz von Kreditausfallversicherungen im Verdacht, zur Schuldenkrise des Landes beigetragen zu haben.

Die Credit Default Swaps (CDS) stehen seit Monaten im Fokus der internationalen Politik. Der Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Pittsburgh hatte schon im November 2009 mehr Transparenz und Kontrolle für die CDS-Märkte gefordert. Der Gipfel hatte die Devise ausgegeben, dass im Rahmen des weltweiten Ausbaus von Aufsicht und Kontrolle kein einziges Finanzprodukt mehr unreguliert bleiben soll.

Mehrere EU-Länder sind einem Bericht zufolge notfalls zu einem europäischen Alleingang bei der Eindämmung von Spekulationsgeschäften bereit. Sollten wichtige Partner aus dem Kreis der G20 wie die USA und China bei der Einschränkung des Handels mit CDS nicht mitziehen, könnten Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Griechenland zu einem Alleingang gezwungen sein, berichtete die Süddeutsche Zeitung. "Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist", zitierte das Blatt Verhandlungskreise.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte schon vor Tagen eine Gesetzesinitiative angekündigt, um für mehr Anlegerschutz an den Finanzmärkten zu sorgen. Zu seinen Vorschlägen gehört das gesetzliche Verbot sogenannter ungedeckter Leerverkäufe.
 

 
Leser-Kommentare
  1. EU-Kommissionspräsident Barroso macht Ernst: Bis zum Sommer will Brüssel Vorschläge zur Bekämpfung hochriskanter Finanzmarktgeschäfte vorlegen.

    Ernst macht er..oh oh...also ist der Zeitplan in etwa so:

    - Bis zum Sommer Vorlegung von Vorschlägen
    - Bis zum Winter Sichtung der Vorschläge
    - Bis zum Frühling 2011 Vorschläge für eine Gipfeltreffen
    - Bis zum Sommer 2011 Sichtung der Vorschläge zum Gipfeltreffen
    - Bis zum Winter 2011 Gipfeltreffen
    - Bis zum Frühling 2012 Ausarbeitung neuer Vorschläge wegen Scheiterns des Gipfeltreffens
    - Bis zum Sommer 2012 Sichtung der neuen Vorschläge
    - ...

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    finde ich Ihren Zeitrahmen sehr knapp gefasst.

    Ein bisschen mehr Zeit sollten Sie den Verantwortlichen gönnen.

    "EU-Kommissionspräsident Barroso macht Ernst: Bis zum Sommer will Brüssel Vorschläge zur Bekämpfung hochriskanter Finanzmarktgeschäfte vorlegen."

    Vorschläge bis zum Sommer. Geschnatter über diese Vorschläge bis Sommer 2011 . 2012 Bankrotterklärung.
    Aber Barosso macht "Ernst". Ja, das nenne ich Effizienz.

    finde ich Ihren Zeitrahmen sehr knapp gefasst.

    Ein bisschen mehr Zeit sollten Sie den Verantwortlichen gönnen.

    "EU-Kommissionspräsident Barroso macht Ernst: Bis zum Sommer will Brüssel Vorschläge zur Bekämpfung hochriskanter Finanzmarktgeschäfte vorlegen."

    Vorschläge bis zum Sommer. Geschnatter über diese Vorschläge bis Sommer 2011 . 2012 Bankrotterklärung.
    Aber Barosso macht "Ernst". Ja, das nenne ich Effizienz.

  2. das die banken schon wieder dreimal gegen die wand gefahren sind.. bis 2011 die machen ja schon wieder genauso weiter wie vorher...

    und hilfszahlungen sind teilweise zu 1000 % als boni weiter geleitet worden....

    wir lassen uns einfach immer noch verkaufen...

    und ich sagen jetzt mal nicht ....

    gruss m.

  3. gelten fast für alle Marktteilnehmer.
    Nur nicht für Banken und Banker und nicht für den Umgang mit der Ware Mensch.
    1. Versuchen Sie mal, einen Sack Mais nach Kuba zu schicken.
    In der Zeit der Antragsbearbeitung haben unsere Leistungsträger an Börse und Banken Milliarden verzockt und bereits die die Zusage für den Verlustausgleich aus der Steuerkasse in der Hand.
    2. Versuchen Sie mal, den Benzinpreis und dessen abgesprochene Preisentwicklung zum Ferienende und zu Feiertagen kartellrechtlich überprüfen zu lassen.
    Keine Chance.
    3. Versuchen Sie mal, den Preis für die Ware Mensch am Arbeitsmarkt ähnlich stabil zu gestalten, wie den Preis für Benzin.
    Keine Chance.
    Hier gelten die freien Kräfte des Marktes.

  4. Warum wurde Goldmann und Co denn gerettet? Weil sie für die Kreditversorgung der Wirtschaft gebraucht wurden. Machen sie diesen Job - Nein!

    Kapitalismus heißt Geldsystem - sie haben in der globalen Welt die Kontrolle verloren.

    Die EZB sollte den Staaten Zinsloses Geld als Kredit geben und diese wandeln ihre Schulden in pure Tilgung um und wer tilgt der bekommt mehr Kredite. Die EZB muss also Geld schöpfen können denn die Wahrheit ist so alt - die Zinsen dürfen nicht nur im Positiven sein wenn der Markt negative Zinsen verlangt.

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    • ddkddk
    • 09.03.2010 um 21:01 Uhr

    Bitte informieren Sie sich zunächst, bevor Sie eine solche Forderung stellen!

    Gerade in Deutschland waren nicht in erster Linie die Privatbanken das Problem, sondern die staatlichen Banken.

    Und dieses Problem ist von Bayern bis Schleswig-Holstein immer noch nicht gelöst.

    Wo hochkarätige Politiker das Sagen hatten, waren die Folgen am verheerendsten.

    Was wir brauchen sind keine Staatsbanken, sondern eine klare Regelvorgabe verbunden mit einer konsequenten staatlichen Aufsicht.

    • ddkddk
    • 09.03.2010 um 21:01 Uhr

    Bitte informieren Sie sich zunächst, bevor Sie eine solche Forderung stellen!

    Gerade in Deutschland waren nicht in erster Linie die Privatbanken das Problem, sondern die staatlichen Banken.

    Und dieses Problem ist von Bayern bis Schleswig-Holstein immer noch nicht gelöst.

    Wo hochkarätige Politiker das Sagen hatten, waren die Folgen am verheerendsten.

    Was wir brauchen sind keine Staatsbanken, sondern eine klare Regelvorgabe verbunden mit einer konsequenten staatlichen Aufsicht.

  5. finde ich Ihren Zeitrahmen sehr knapp gefasst.

    Ein bisschen mehr Zeit sollten Sie den Verantwortlichen gönnen.

    Antwort auf "Ernst macht er..oh oh"
    • ddkddk
    • 09.03.2010 um 21:01 Uhr

    Bitte informieren Sie sich zunächst, bevor Sie eine solche Forderung stellen!

    Gerade in Deutschland waren nicht in erster Linie die Privatbanken das Problem, sondern die staatlichen Banken.

    Und dieses Problem ist von Bayern bis Schleswig-Holstein immer noch nicht gelöst.

    Wo hochkarätige Politiker das Sagen hatten, waren die Folgen am verheerendsten.

    Was wir brauchen sind keine Staatsbanken, sondern eine klare Regelvorgabe verbunden mit einer konsequenten staatlichen Aufsicht.

  6. Na klar, die Staatsbanken sind natürlich schuld - sagen die Vertreter der perversen Finanzwirtschaft.
    Wer denn hat die Staatsbanken "ermuntert", also gedrängt, sich als Investmentbanken aufzuführen? Wer hat die Fesseln gelöst? Die EU! Und die Bundesregierung! Auf Drängen der Investmentbanker, die einen Schrottplatz brauchten für ihre Schrottpapiere.
    Natürlich waren die Staatsbanker zu blöd für das große Finanzrad - aber das war ursprünglich auch nicht ihre Aufgabe. Dank Rot-Grün und Schwarz-Rot wurden sie in die Katastrophe geführt.
    Man sollte sie alle - bis auf die Socken und die Unterwäsche ausziehen und auf die Galeere setzen, bis sie alles zurückgezahlt haben - Banker und Politiker!

  7. Es gibt aus meiner Sicht eine mutwillige Manipulation in Richtung Europazerfall, Aufloesung und Destabilisierung. Es ist gut dass ein paar Politiker aufgewacht sind. Jeder der jetzt zoegert sollte wissen dass er damit Brandstiftern wie Rechtspopulisten das Handwerk erleichtert oder ebenso Stasinachfolgeparteinen Aufbauarbeit leistet die in Richtung Chinaabhanegigkeit treiben werden. Mein Vorschlag
    1. Europa zusammenhalten Steuern runter
    2. Eentamnten- alle uberfluessigen Sitzpostler raus
    3. Nullrunde von Staatsbeamten, Buerokratie runter.
    4. knallharte Finanzeinsicht- Verbot hochspekulat. Wetten auf Staatspleiten, Enteignung bei korruption, europ. FBI
    5. alternative Niedrigzins Europabank gruenden

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    ... ist es denn her mit der "Gehirnamputation"?

    "Jeder der jetzt zoegert sollte wissen dass er damit Brandstiftern wie Rechtspopulisten das Handwerk erleichtert"

    Klar doch, trotzdem zögern sie alle, die die den Banken am nächsten stehen zögern sogar am meisten.

    "Europa zusammenhalten Steuern runter"

    Das ist ein altes Rezept, welches an der Realität scheitert.

    "Eentamnten- alle uberfluessigen Sitzpostler raus"

    Hä? Genau raus damit, was auch immer.

    "Nullrunde von Staatsbeamten, Buerokratie runter."

    Was hat das mit der EU zu tun?

    "Stasinachfolgeparteinen Aufbauarbeit leistet die in Richtung Chinaabhanegigkeit treiben werden"

    Hä? Meinst du die Linke? Waren es nicht eher die Neoliberalen, wegen denen wir jetzt nur noch Billigschrott aus China kaufen dürfen und ständig Fabriken dahin verlagert werden?

    ... ist es denn her mit der "Gehirnamputation"?

    "Jeder der jetzt zoegert sollte wissen dass er damit Brandstiftern wie Rechtspopulisten das Handwerk erleichtert"

    Klar doch, trotzdem zögern sie alle, die die den Banken am nächsten stehen zögern sogar am meisten.

    "Europa zusammenhalten Steuern runter"

    Das ist ein altes Rezept, welches an der Realität scheitert.

    "Eentamnten- alle uberfluessigen Sitzpostler raus"

    Hä? Genau raus damit, was auch immer.

    "Nullrunde von Staatsbeamten, Buerokratie runter."

    Was hat das mit der EU zu tun?

    "Stasinachfolgeparteinen Aufbauarbeit leistet die in Richtung Chinaabhanegigkeit treiben werden"

    Hä? Meinst du die Linke? Waren es nicht eher die Neoliberalen, wegen denen wir jetzt nur noch Billigschrott aus China kaufen dürfen und ständig Fabriken dahin verlagert werden?

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