Die Chinesen verändern ihre Ölstrategie im nahen Osten. Seit über einem Jahr kauft China immer weniger Öl aus Iran. Während im Februar vergangenen Jahres der Anteil des Landes an den chinesischen Ölimporten noch 16,4 Prozent betrug, sank er seitdem kontinuierlich auf inzwischen nur 8,5 Prozent.

Bei allen anderen wichtigen Öllieferländern Chinas nahm der Anteil hingegen zu. Inzwischen ist Saudi-Arabien das Land, das am meisten Öl nach China verkauft, fast doppelt so viel wie Iran.

Selbst in die USA liefern die Saudis weniger, so eine Studie der James Town Foundation: "Damit hat China die Abhängigkeit vom iranischen Öl sehr verringert", sagt der israelische Professor Izak Yitzhak Shichor, Autor der Studie. Iran sei zwar immer noch ein wichtiger Öllieferant. Aber "im Falle von UN-Sanktionen ist China nicht mehr so stark von Iran abhängig". Die Chinesen bauen also womöglich für den Fall vor, dass sie in eine Situation kommen, in der es nicht mehr günstig ist, sich gegen den Rest der Welt zu stellen.

Gleichzeitig engagiert sich China stark im Nachbarland Irak bei der Erschließung neuer Ölfelder. Von den zehn Feldern, die seit Juni vergangenen Jahres sukzessive versteigert wurden, konnte China den größten Anteil ergattern. Diese Woche noch werden sie zudem, so der Iraq Oilreport,  Verträge für den Missan-Komplex unterschreiben, der drei weitere kleinere Felder umfasst. Die Gespräche mit einem japanisch geführten Konsortium, die bis zuletzt noch im Rennen war, wurden bereits abgebrochen.

Damit konnten die Chinesen ihren Vorsprung noch ausbauen. Sie verfügen nun über 26 Prozent der versteigerten gesicherten Reserven. Die Russen kamen auf nur 14 Prozent. Die USA hingegen erzielten mit 12 Prozent nicht einmal auf die Hälfte des Volumens der Chinesen. Die übrigen Anteile gingen an europäische und weitere asiatische Unternehmen.