Deutscher Handelsüberschuss Frankreich kritisiert deutsche Wirtschaftspolitik

Wächst Deutschland auf Kosten seiner Nachbarn? Dieser Meinung ist zumindest die französische Wirtschaftsministerin Lagarde – und sie ist nicht allein mit ihrer Kritik.

Christine Lagarde kritisiert die deutsche Wirtschaftspolitik

Christine Lagarde kritisiert die deutsche Wirtschaftspolitik

In Europa regt sich Unmut über die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Grund ist der Handelsüberschuss der deutschen Wirtschaft, die deutlich mehr Waren exportiert als importiert. Die Bundesrepublik gehört damit zu den Staaten mit den weltweit größten Handelsüberschüssen – ein Umstand, den Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde verärgert. Der derzeitige deutsche Handelsüberschuss könne für die Nachbarstaaten in der Euro-Zone nicht tragbar sein, sagte sie der Financial Times.

Ideengeber

Die Idee eines Europäischen Währungsfonds geht zurück auf die beiden Volkswirte Daniel Gros und Thomas Mayer, die im Februar 2010 ihren Vorschlag in einem Diskussionspapier öffentlich machten. Dies ist eine Zusammenfassung ihrer wesentlichen Argumente.

EWF vs. IWF

Wer ist am ehesten in der Lage, Sparprogramme wie das griechische zu entwerfen und zu überwachen: Die EU oder der IWF? Ökonomen sind sich uneins. "Der IWF hat Geld, Expertise und keine politischen Einschränkungen, aber ist hilflos, wenn ein Land seine Regeln unbeirrt verletzt", schreiben Gros/Mayer. "Er kann sehr wenig tun, wenn das Land seine Zusagen nicht einhält, außer, künftig Kapital zurückzuhalten." Die EU aber hätte stärkere Druckmittel, falls sie eine Institution schüfe, die staatliche Insolvenzen geordnet abwickeln könnte. "Während der jüngsten Finanzkrise hat die Politik immer darauf gezielt, den Zusammenbruch großer Institutionen zu verhindern", argumentieren die Ökonomen. "Künftig muss das zentrale politische Ziel aber sein, die Disziplin der Märkte dadurch wiederherzustellen, dass man den Zusammenbruch ermöglicht."

Finanzierung

Nur jene Staaten, welche die Maastricht-Kriterien verletzen, müssten Kapital in den Fonds einzahlen. Wie viel sie zahlen, richtet sich nach der Höhe ihrer Staatsschuld und ihres jährlichen Defizits. Beide Kriterien seien tragfähige Maßstäbe, um das Risiko einer staatlichen Insolvenz oder einer Liquiditätsklemme zu beurteilen, sagen Gros/Mayer. "Länder mit besonders starken öffentlichen Finanzen müssten nichts beisteuern." Zusätzlich sollte dem EWF erlaubt sein, an den Finanzmärkten Kredite aufzunehmen. "Durch den vorgeschlagen Mechanismus hätte der EWF seit dem Start der Währungsunion 120 Milliarden Euro an Reserven aufnehmen können."

Form der Hilfe

Der EWF würde Staaten in der Klemme finanziell unterstützen, indem er eigene Anleihen an sie ausgibt oder eine Garantie für ihre Anleihen ausspricht. Prinzipiell gäbe er Finanzhilfe bis zu einer bestimmten Obergrenze. Sie entspräche dem Kapital, das vom betreffenden Land zuvor in den Fonds eingezahlt worden wäre, inklusive Zinsen. Höhere Garantien sind aber unter bestimmten Umständen möglich. In jedem Fall wäre die Hilfe des EWF an strenge Sparauflagen gekoppelt.

Sanktionen

Hält das überschuldete Land die Sparauflagen nicht ein, kann die EU weitere Hilfen aus dem EWF stoppen und ihm, in einem weiteren Schritt, Zahlungen aus dem EU-Strukturfonds verweigern. Zusätzlich kann die Europäische Zentralbank die Annahme von Staatsanleihen des betreffenden Landes, die üblicherweise als Sicherheit für EZB-Darlehen hinterlegt werden können, verweigern. All das brächte "für jedes Land, das erwägt, die vereinbarten Programme nicht umzusetzen, beträchtliche politische und wirtschaftliche Kosten" mit sich.

Falls alles nichts hilft, stünde am Ende des Prozesses eine geordnete Insolvenz. "Das stärkste Verhandlungsargument eines Schuldners ist immer: Eine Insolvenz kommt nicht in Betracht, weil das gesamte Finanzsystem darunter leiden würde. Deshalb ist es entscheidend, Mechanismen zu schaffen, welche die Verwerfungen minimieren, die durch eine Insolvenz hervorgerufen werden." Nur so könnten die Märkte diszipliniert werden.

Zwar betonte Lagarde, dass Deutschland "in den vergangenen rund zehn Jahren außerordentlich gute Arbeit" geleistet, die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und die Lohnkosten unter Druck gesetzt" habe. Sie sei sich aber nicht sicher, ob dies "langfristig ein nachhaltiges Modell" für die gesamte Euro-Gruppe sei. "Wir brauchen ganz deutlich eine stärkere Annäherung."

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Wie die Bild-Zeitung berichtet, werfen auch einige andere EU-Staaten Deutschland vor, "mit seinem exportorientierten Wirtschaftsmodell sein Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer" Euro-Staaten zu erreichen. Die Bundesrepublik solle daher einige ihrer Wirtschaftsreformen zurückdrehen, heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf einen Bericht der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU für den Bundestag.

Die Bundesregierung hat die Kritik Frankreichs zurückgewiesen. "Es ist sicherlich richtig und wichtig, dass wir in Europa auf eine Harmonisierung unserer Wettbewerbsfähigkeit insgesamt hinarbeiten", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans. "Allerdings wäre es vermutlich für alle europäischen Staaten gewinnbringender, wenn sich nicht einzelne Länder künstlich zurücknehmen, sondern wir unsere ganze Kraft in eine gemeinsame Wachstumsstrategie stecken."

Steegmans verwies auf die deutsch-französische Agenda 2020. Mit dieser "Wachstumsstrategie" solle es in Europa "mehr Koordination, mehr Innovation" geben, sagte er. Weitere Maßnahmen lehnte Steegmans jedoch ab. Die Exportwirtschaft anzuhalten, mehr unattraktive Güter herzustellen, "würde dem Wettbewerbsgedanken in Europa widersprechen". Es müsse eher die Frage gestellt werden, wie auf eine "Harmonisierung des Wettbewerbs und der Wettbewerbsfähigkeit der anderen Länder" hingearbeitet werden könne.

Die deutschen Exporteure reagierten mit Unverständnis auf die franzözische Kritik. "Wir sind deshalb erfolgreich, weil wir uns dem internationalen Wettbewerb gestellt und unsere Hausaufgaben gemacht haben", sagte der Sprecher des Außenhandelsverbandes BGA, Andre Schwarz, der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir können nicht das Tempo herausnehmen, damit andere Länder noch mehr Zeit bekommen, ihre Hausaufgaben nicht zu erledigen." auf die Arbeitskosten auszuüben.

Zu dem Vorwurf, Deutschland übe Druck auf die Arbeitskosten aus, sagte Schwarz: "Unser Erfolgsrezept ist nicht der Preis." "Unsere wichtigsten Verkaufargumente sind Qualität und Innovation." Allein über den Preis könne die deutsche Industrie mit Niedriglohnländern wie China nicht konkurrieren.

Auch den Vorwurf, anderen Euro-Ländern zu schaden, ließen der BGA nicht gelten. "Man nimmt nicht automatisch dem Nachbarn etwas weg, wenn man Erfolg hat", sagte Schwarz. "Unsere Hauptkonkurrenten sitzen nicht mehr in der EU, sondern in den USA und Japan sowie in aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien." Die EU profitiere sehr wohl vom Erfolg ihrer größten Volkswirtschaft. Deutschland sei schließlich der größte Beitragszahler der Europäischen Union.

Lagarde sagte vor einem Treffen der Euro-Gruppe an diesem Montag in Brüssel zudem, die von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) propagierte Idee eines Europäischen Währungsfonds (EWF) sei keine Priorität für die Euro-Staaten. Die EU müsse zunächst sicherstellen, dass Griechenland seine Reformen konsequent umsetzt und dann die bestehenden Regeln "mit etwas Kreativität und Innovation" nutzt, um die Haushaltsdisziplin zu verbessern.

Schäuble sieht im EWF eine Möglichkeit, Schulden beladenen Staaten mit der Gemeinschaftswährung künftig einfacher zu helfen. Die Idee soll ausdrücklich aber nicht auf die derzeitige Haushaltskrise in Griechenland gemünzt sein.

Schäuble verteidigte seinen Vorschlag unterdessen. Die Griechenland-Krise habe deutlich gemacht, dass Europa neue Regeln über den Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt hinaus brauche, sagte er der Bild-Zeitung. "Wir brauchen den EWF, weil wir strengere Regeln brauchen."

Wegen der notwendigen Änderung der EU-Verträge sei der Weg zu einem EWF "sicherlich mühsam und wird dauern", sagte Schäuble. "Aber wir müssen jetzt damit anfangen." Darüber sei er sich mit der Kanzlerin einig. "Angela Merkel und ich sind voll auf einer Linie. Wir stehen vor einer entscheidenden Weichenstellung für die Stabilität des Euro", unterstrich er.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ Sympathie für den Vorschlag eines EWF erkennen. Der beinhalte Risiken, "aber man muss auch die Chancen eines EWF sehen", sagte der FDP-Chef dem Handelsblatt. In der Abwägung, ob man in konkreten Problemfällen den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder den EWF zur Hilfe rufe, "gibt es kein Schwarz-Weiß-Antworten".

Schäuble wiederholte auch seinen Vorschlag, im Zweifelsfall auch Länder aus dem Euro-Verbund auszuschließen. Die Bestimmungen eines EWF sollten beinhalten, dass im äußersten Notfall "ein Land, das seine Finanzen partout nicht in Ordnung bringt, aus dem Euro-Verbund ausscheidet", sagte der Bundesfinanzminister. Diese Idee ist vom Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, jedoch abgelehnt worden. So weit würde er nicht gehen, hatte Juncker gesagt.

 
Leser-Kommentare
  1. Ohne Globale Demokratie werden wir keine vernünftige Balance finden können.

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    ... schon nationale Demokratie reichen, selbst damit ist es ja nicht weit her.

    ... schon nationale Demokratie reichen, selbst damit ist es ja nicht weit her.

    • etiam
    • 15.03.2010 um 11:05 Uhr

    Deutschland hat sich seinen Marktanteil durch eine wettbewerbsfähige Produktivität und niedrige Lohnstückkosten sauer erarbeitet. Mit niedrigen Löhnen wurde die kritisierte Vormachtstellung erkauft, die eine internationale Wettbewerbsfähigkeit erst möglich gemacht hat. Und wir konkurrieren ja beileibe nicht nur mit den anderen EU Staaten, deshalb ist Konkurrenzfähigkeit auch über die EU hinaus von elementarer Bedeutung.
    Anstatt zu lamentieren über die deutsche Stärke, und von uns zu verlangen, beim 100m Lauf doch auch mal ein Päuschen zu machen, sollten die lieben Franzosen (Griechen...) doch mal überlegen, ob es nicht die beste Lösung wäre, selber schneller zu laufen. Wenn die Deutschen als Wettbewerber wegfallen, gibt es nämlich genug andere, die auch gerne einen Teil vom Kuchen hätten.
    Einen Wettbewerb, bei dem den Schnelleren Fesseln angelegt wurden, hatten wir ja früher - Strafzölle, Handelsschranken etc. abzuschaffen, war aber gerade der Grundgedanke der EU!

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    "Deutschland hat sich seinen Marktanteil durch eine wettbewerbsfähige Produktivität und niedrige Lohnstückkosten sauer erarbeitet."

    Es geht aber nicht nur um den Marktanteil, sondern schlicht um die Tatsache, dass wir "zu wettbewerbsfähig" sind und damit anderen die Industrie kaputtmachen und von deren Schulden unsere Wirtschaft sanieren. Hier greift eben keine primitive BWL-er Logik, wie sie uns seit Jahren eingetrimmt wird, hier handelt es sich um Volkswirtschaften.

    "Mit niedrigen Löhnen wurde die kritisierte Vormachtstellung erkauft, die eine internationale Wettbewerbsfähigkeit erst möglich gemacht hat."

    Und was haben WIR davon? Oder anders ausgedrückt: dieses Wettbewerbsgelaber, wem nützt es? Den Staaten die bankrott gehen? Uns, die wir nach wie vor Einkommensverluste haben? Nein, das dümmliche Wettbewerbsgeschwätz von tieffliegenden Ökonomen war von Anfang an grober Unfug. Nur in einer ausgeglichenen Weltwirtschaft können auch alle Menschen profitieren (was ja wohl unser Ziel sein sollte). Und um das zu erreichen bedarf es mindestens einer Reform des Währungssystems (Stichwort Bancor) mit dem Ziel ausgeglichene Haushalte zu schaffen.

    "Einen Wettbewerb, bei dem den Schnelleren Fesseln angelegt wurden, hatten wir ja früher - Strafzölle, Handelsschranken etc. abzuschaffen, war aber gerade der Grundgedanke der EU!"

    Ja es ist gut und logisch, wenn der Schnelle und Starke die Langsameren niederknüpelt und abhängt...in diesem Sinne Herr/Frau Neoliberal!

    • Pencil
    • 15.03.2010 um 20:47 Uhr

    Ja, Herr oder Frau Sozialist johaupt (um mal in Ihrem Jargon zu bleiben),

    wer sagt denn, dass das eine reine BWLer Logik ist? Internationaler Wettbewerb ist gerade eben eine VWLer Logik, denn Wettbewerb schadet eben nicht, sondern verstärkt sogar dass BIP durch Spezialisierung. Ich bin ganz der Meinung, wie der vorher so von Ihnen "verschiehene BWLer". Wer sagt denn außerdem, dass es die Aufgabe der Wirtschaft sei (die ja das BIP verursacht) gerecht zu handeln. Für die faktisch normative Gerechtigkeit ist der Staat zuständig. Und da sind wir gut dabei, wie auch im Artikel geschrieben wurde, indem wir als EU-Zahler große Mengen beisteuern (auch um bspw. in Griechenland den Tourismus zu fördern, indem Geld von Deutschland verwendet wird über den EU-Topf). Ich bin mir da nicht sicher, aber ich denke auch, dass wir Hilfszahlungen an die Dritten Weltländer leisten und versuchen diese bei ihrem wirtschaftlichen Vorankommen zu unterstützen.

    Die Logik ist eben keine reine Sozialisten-Logik, sondern VWLer Logik, wie sie schon richtig erkannt haben. Nur sie haben die VWL wohl tendenziell in ihrer Logik nicht verstanden..

    "Deutschland hat sich seinen Marktanteil durch eine wettbewerbsfähige Produktivität und niedrige Lohnstückkosten sauer erarbeitet."

    Es geht aber nicht nur um den Marktanteil, sondern schlicht um die Tatsache, dass wir "zu wettbewerbsfähig" sind und damit anderen die Industrie kaputtmachen und von deren Schulden unsere Wirtschaft sanieren. Hier greift eben keine primitive BWL-er Logik, wie sie uns seit Jahren eingetrimmt wird, hier handelt es sich um Volkswirtschaften.

    "Mit niedrigen Löhnen wurde die kritisierte Vormachtstellung erkauft, die eine internationale Wettbewerbsfähigkeit erst möglich gemacht hat."

    Und was haben WIR davon? Oder anders ausgedrückt: dieses Wettbewerbsgelaber, wem nützt es? Den Staaten die bankrott gehen? Uns, die wir nach wie vor Einkommensverluste haben? Nein, das dümmliche Wettbewerbsgeschwätz von tieffliegenden Ökonomen war von Anfang an grober Unfug. Nur in einer ausgeglichenen Weltwirtschaft können auch alle Menschen profitieren (was ja wohl unser Ziel sein sollte). Und um das zu erreichen bedarf es mindestens einer Reform des Währungssystems (Stichwort Bancor) mit dem Ziel ausgeglichene Haushalte zu schaffen.

    "Einen Wettbewerb, bei dem den Schnelleren Fesseln angelegt wurden, hatten wir ja früher - Strafzölle, Handelsschranken etc. abzuschaffen, war aber gerade der Grundgedanke der EU!"

    Ja es ist gut und logisch, wenn der Schnelle und Starke die Langsameren niederknüpelt und abhängt...in diesem Sinne Herr/Frau Neoliberal!

    • Pencil
    • 15.03.2010 um 20:47 Uhr

    Ja, Herr oder Frau Sozialist johaupt (um mal in Ihrem Jargon zu bleiben),

    wer sagt denn, dass das eine reine BWLer Logik ist? Internationaler Wettbewerb ist gerade eben eine VWLer Logik, denn Wettbewerb schadet eben nicht, sondern verstärkt sogar dass BIP durch Spezialisierung. Ich bin ganz der Meinung, wie der vorher so von Ihnen "verschiehene BWLer". Wer sagt denn außerdem, dass es die Aufgabe der Wirtschaft sei (die ja das BIP verursacht) gerecht zu handeln. Für die faktisch normative Gerechtigkeit ist der Staat zuständig. Und da sind wir gut dabei, wie auch im Artikel geschrieben wurde, indem wir als EU-Zahler große Mengen beisteuern (auch um bspw. in Griechenland den Tourismus zu fördern, indem Geld von Deutschland verwendet wird über den EU-Topf). Ich bin mir da nicht sicher, aber ich denke auch, dass wir Hilfszahlungen an die Dritten Weltländer leisten und versuchen diese bei ihrem wirtschaftlichen Vorankommen zu unterstützen.

    Die Logik ist eben keine reine Sozialisten-Logik, sondern VWLer Logik, wie sie schon richtig erkannt haben. Nur sie haben die VWL wohl tendenziell in ihrer Logik nicht verstanden..

    • WIHE
    • 15.03.2010 um 11:08 Uhr

    Die Franzosen hatten und haben ihre Atombombe, die Deutschen hatten ihre BUBA, nach der weiter zu tanzen sich die Europäer weigerten, weshalb die BUBA abgerüstet werden musste. Jetzt müssen die EURO-Europäer sich nach dem deutschen Gewerkschaften richten.
    Kluge Leute haben das vorausgesehen, jedenfalls als Möglichkeit in Betracht gezogen, u.a. ich selbst.
    Meine Schadenfreude ist riesig.
    Ein Vorschlag an die anderen Europäer,
    schwatzt uns doch Euer Schulsystem auf, das erwiesenermaßen keinen Exportweltmeister hervorbringen.
    Der Bachelor war schon mal ein guter Anfang.
    Von Primar- und Gesamtschulen gibt es noch viel zu wenige.
    Also da müsst ihr ansetzen. Damit könntet Ihr großen Erfolg haben.

  2. Die Exporterfolge sind nicht zuletzt auch auf dem Rücken von Niedrigstlohnempfängern erzielt worden. Das muß endlich ein Ende haben.

  3. ...die Franzosen...

    Ein kleines Gedankenspiel...

    Land A hat einen Überschuss an Waren, B kauft diesen günstig ein - da Geld und nachfrage da ist.
    Welches Recht habe B sich zu beklagen dass A zu viel produziert? - Sie mussten doch nicht kaufen.

    Und das ist was ich dem Artikel entnehmen kann...

    Und nebenbei... manch einer achtet auch gerne auf Qualität - irgendwie finde ich die in Deutschland und östlich von Deutschland (Polen :)) - wesentlich besser als im "Westen" (England).

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    ...ökonomie nennt man das wohl:

    "Land A hat einen Überschuss an Waren, B kauft diesen günstig ein - da Geld und nachfrage da ist."

    JA, so ein Zufall aber auch!

    "Welches Recht habe B sich zu beklagen dass A zu viel produziert? - Sie mussten doch nicht kaufen."

    Nein, überhaupt nicht, ist ja nur ein europäischer Binnenmarkt, wo alle demselben Preisdruck ausgesetzt sind. Wir müssen ja auch nichts aus China kaufen, nicht wahr? Faktisch gibt es aber fast nichts mehr anderes mehr in den Läden.

    Setzen sechs. Nichts verstanden.

    ...ökonomie nennt man das wohl:

    "Land A hat einen Überschuss an Waren, B kauft diesen günstig ein - da Geld und nachfrage da ist."

    JA, so ein Zufall aber auch!

    "Welches Recht habe B sich zu beklagen dass A zu viel produziert? - Sie mussten doch nicht kaufen."

    Nein, überhaupt nicht, ist ja nur ein europäischer Binnenmarkt, wo alle demselben Preisdruck ausgesetzt sind. Wir müssen ja auch nichts aus China kaufen, nicht wahr? Faktisch gibt es aber fast nichts mehr anderes mehr in den Läden.

    Setzen sechs. Nichts verstanden.

  4. "Deutschland hat sich seinen Marktanteil durch eine wettbewerbsfähige Produktivität und niedrige Lohnstückkosten sauer erarbeitet."

    Es geht aber nicht nur um den Marktanteil, sondern schlicht um die Tatsache, dass wir "zu wettbewerbsfähig" sind und damit anderen die Industrie kaputtmachen und von deren Schulden unsere Wirtschaft sanieren. Hier greift eben keine primitive BWL-er Logik, wie sie uns seit Jahren eingetrimmt wird, hier handelt es sich um Volkswirtschaften.

    "Mit niedrigen Löhnen wurde die kritisierte Vormachtstellung erkauft, die eine internationale Wettbewerbsfähigkeit erst möglich gemacht hat."

    Und was haben WIR davon? Oder anders ausgedrückt: dieses Wettbewerbsgelaber, wem nützt es? Den Staaten die bankrott gehen? Uns, die wir nach wie vor Einkommensverluste haben? Nein, das dümmliche Wettbewerbsgeschwätz von tieffliegenden Ökonomen war von Anfang an grober Unfug. Nur in einer ausgeglichenen Weltwirtschaft können auch alle Menschen profitieren (was ja wohl unser Ziel sein sollte). Und um das zu erreichen bedarf es mindestens einer Reform des Währungssystems (Stichwort Bancor) mit dem Ziel ausgeglichene Haushalte zu schaffen.

    "Einen Wettbewerb, bei dem den Schnelleren Fesseln angelegt wurden, hatten wir ja früher - Strafzölle, Handelsschranken etc. abzuschaffen, war aber gerade der Grundgedanke der EU!"

    Ja es ist gut und logisch, wenn der Schnelle und Starke die Langsameren niederknüpelt und abhängt...in diesem Sinne Herr/Frau Neoliberal!

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    Ich kann Ihnen nur zustimmen:
    Das "Wettbewerbsgeschwätz von tieffliegenden Ökonomen war von Anfang an grober Unfug. Nur in einer ausgeglichenen Weltwirtschaft können auch alle Menschen profitieren (was ja wohl unser Ziel sein sollte)."

    Es ist allzu bitter, dass die ohnehin erst angesichts der Krise laut(er) gewordene Kritik diesbezüglich schon jetzt wieder leiser wird; als handle es sich um kurzlebige Modeerscheinungen.
    Es ist mir unbegreiflich, dass Politik nach wie vor größtenteils innerhalb nationaler Schranken gemacht bzw. gedacht wird, wobei sich die "westlichen" "Industrienationen" als derart priviligiert, "besser" und "im Recht" empfinden.

    • etiam
    • 15.03.2010 um 13:59 Uhr

    scheint ihre Stärke johaupt. Wer andere Meinungen in ihrer Tonlage bewertet, legt zuvorderst Zeugnis über den eigenen Geisteszustand (sowie Kinderstube) ab.
    Fakt ist, dass ein Land wie Deutschland, dessen Wohlstand zu über 50% auf Export baut, bei einem Steigen der Lohnstückkosten am Ende dennoch weniger Nettoeinkommen auf die abhängig Beschäftigten verteilen wird - schlicht mangels Masse. Die Arbeitnehmer innerhalb einer Volkswirtschaft haben daher mittelbar auch ein Interesse an wettbewerbsfähigen Lohnstückkosten.
    Sie haben schon recht, ethisch gesehen sollte unser Ziel die ausgeglichene Weltwirtschaft sein - faktisch gesehen gründet aber ihr persönlicher Wohlstand allein darauf, dass sich die deutsche Wirtschaft im internationalen Konkurrenzkampf gut durchsetzt - zugegeben, für die unterlegenen Länder, die diese Produktivität niemals erreichen können, ist die Latte selbst für eine menschenwürdige Teilhabe sehr hoch gesetzt. So sind aber nunmal die Spielregeln, die Sie so kritisieren können, wie das Wetter! Die Chinesen übernehmen auch gerne ehemals deutsche Marktanteile - selbst dann, wenn wir die ehemals dort Beschäftigten verhungern lassen müssten!
    Der Anspruch man möge doch auch für eine Teilhabe der weniger produktiven Länder Sorge tragen ist zwar humanistisch schön gedacht, aber eben Utopie.
    Sie können ja gerne 50% Ihres Einkommens spenden!

    • Hickey
    • 16.03.2010 um 11:48 Uhr

    Spielt keine Rolle, allein der gesunde Menschenverstand sagt einem doch das ein Wirtschaftssystem, das nur auf Wachstum, Gier und Macht aus ist, keine Zukunft haben kann.

    Wir werden sehen was in 50 Jahren hier so los ist und ich glaube nicht daran das es besser, sondern schlimmer wird.

    Sofern nicht endlich ein Weltregiegung gebildet wird, wird es IMMER diese Mißstände zwischen einzelnen Ländern geben. Warum das so ist zeigt ja schon der Artikel.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen:
    Das "Wettbewerbsgeschwätz von tieffliegenden Ökonomen war von Anfang an grober Unfug. Nur in einer ausgeglichenen Weltwirtschaft können auch alle Menschen profitieren (was ja wohl unser Ziel sein sollte)."

    Es ist allzu bitter, dass die ohnehin erst angesichts der Krise laut(er) gewordene Kritik diesbezüglich schon jetzt wieder leiser wird; als handle es sich um kurzlebige Modeerscheinungen.
    Es ist mir unbegreiflich, dass Politik nach wie vor größtenteils innerhalb nationaler Schranken gemacht bzw. gedacht wird, wobei sich die "westlichen" "Industrienationen" als derart priviligiert, "besser" und "im Recht" empfinden.

    • etiam
    • 15.03.2010 um 13:59 Uhr

    scheint ihre Stärke johaupt. Wer andere Meinungen in ihrer Tonlage bewertet, legt zuvorderst Zeugnis über den eigenen Geisteszustand (sowie Kinderstube) ab.
    Fakt ist, dass ein Land wie Deutschland, dessen Wohlstand zu über 50% auf Export baut, bei einem Steigen der Lohnstückkosten am Ende dennoch weniger Nettoeinkommen auf die abhängig Beschäftigten verteilen wird - schlicht mangels Masse. Die Arbeitnehmer innerhalb einer Volkswirtschaft haben daher mittelbar auch ein Interesse an wettbewerbsfähigen Lohnstückkosten.
    Sie haben schon recht, ethisch gesehen sollte unser Ziel die ausgeglichene Weltwirtschaft sein - faktisch gesehen gründet aber ihr persönlicher Wohlstand allein darauf, dass sich die deutsche Wirtschaft im internationalen Konkurrenzkampf gut durchsetzt - zugegeben, für die unterlegenen Länder, die diese Produktivität niemals erreichen können, ist die Latte selbst für eine menschenwürdige Teilhabe sehr hoch gesetzt. So sind aber nunmal die Spielregeln, die Sie so kritisieren können, wie das Wetter! Die Chinesen übernehmen auch gerne ehemals deutsche Marktanteile - selbst dann, wenn wir die ehemals dort Beschäftigten verhungern lassen müssten!
    Der Anspruch man möge doch auch für eine Teilhabe der weniger produktiven Länder Sorge tragen ist zwar humanistisch schön gedacht, aber eben Utopie.
    Sie können ja gerne 50% Ihres Einkommens spenden!

    • Hickey
    • 16.03.2010 um 11:48 Uhr

    Spielt keine Rolle, allein der gesunde Menschenverstand sagt einem doch das ein Wirtschaftssystem, das nur auf Wachstum, Gier und Macht aus ist, keine Zukunft haben kann.

    Wir werden sehen was in 50 Jahren hier so los ist und ich glaube nicht daran das es besser, sondern schlimmer wird.

    Sofern nicht endlich ein Weltregiegung gebildet wird, wird es IMMER diese Mißstände zwischen einzelnen Ländern geben. Warum das so ist zeigt ja schon der Artikel.

  5. ... schon nationale Demokratie reichen, selbst damit ist es ja nicht weit her.

  6. dass ausgerechnet Frankreich sich über Unfairness beklagt. Frankreich, das bekanntermaßen seinen Geheimdienst einsetzt, um bei großen Exportaufträgen die europäischen Mitbewerber zu unterbieten, z.B. bei Hochgeschwindigkeitszügen in China. Auch hier gilt...immer erst den Dreck vor der eigenen Türe wegräumen!

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    ... hätten die Franzosen mal lieber den Mindestlohn abgeschafft, diese passive deutsche Strategie ist offensichtlich viel erfolgreicher... zumindest im Sinne einer kleinen fetten Oberschicht.

    ... hätten die Franzosen mal lieber den Mindestlohn abgeschafft, diese passive deutsche Strategie ist offensichtlich viel erfolgreicher... zumindest im Sinne einer kleinen fetten Oberschicht.

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