Europäisches Kulturerbe: die Akropolis in Athen. Das blaue Schild im Vordergrund, angebracht im März 2007, kündet von ihrer Bedeutung für Europa © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Ist Europa bereit, Griechenland zu helfen?

Im Prinzip ja. Bereits im Februar beschlossen die Staats- und Regierungschefs, alles Nötige zu tun, um dem überschuldeten Nachbarn beizustehen. Sie haben triftige Gründe: Die griechische Regierung muss hohe Zinsen zahlen, um an den Märkten überhaupt noch Geldgeber zu finden – sobald die Anleger aber glauben, Athen könnte nicht mehr in der Lage sein, fällige Raten zu bedienen, würden die Risikoprämien ins Unermessliche schießen. Das würde auch den Rest der Eurozone destabilisieren, fürchten die verantwortlichen Politiker.

Was spricht darüber hinaus für ein Hilfsprogramm?

Die Mitglieder der Währungsunion hängen voneinander ab und sollten deshalb füreinander einstehen, sagen manche. Zum Beispiel Deutschland: Es hat als Exportland in der Vergangenheit besonders stark vom Euro profitiert. Seit seiner Einführung mussten sich hiesige Unternehmen um Wechselkursschwankungen im innereuropäischen Handel keine Sorgen mehr machen. Weil beispielsweise deutsche Maschinen im Ausland so gefragt waren, erwirtschafteten sie hohe Überschüsse, die gespart wurden – die Kehrseite sind die Schulden der anderen.

Hinzu kommt: Den Griechen wird vorgeworfen, in der Vergangenheit unverantwortlich gewirtschaftet und die anderen Euro-Länder über das Ausmaß der Misere getäuscht zu haben. Doch in Wahrheit wusste man von den frisierten Statistiken. Dennoch haben die Europäer nicht gehandelt, bis die Schuldenkrise eskalierte. Einen Teil der Verantwortung tragen deshalb auch sie.