Ein Notfallplan zur Rettung Griechenlands vor einer drohenden Staatspleite steht nach Berichten mehrerer europäischer Zeitungen kurz vor der Fertigstellung. Die Finanzminister der 16 Euro-Länder wollten auf ihrem Treffen an diesem Montag in Brüssel über ein Hilfspaket von bis zu 25 Milliarden beraten, das im schlimmsten Fall zum Einsatz kommen könnte, berichteten Medien unter Berufung auf EU-Quellen in Brüssel. Die Vereinbarung könnte nach wochenlangen Verhandlungen noch am Montag unterzeichnet werden.

Das Bundesfinanzministerium wies die Berichte am Samstag zurück. "Uns ist das nicht bekannt. Griechenland hat auch um keine Hilfe gebeten", sagte Ministeriumssprecher Michael Offer.

Auf der offiziellen Agenda des monatlichen Treffens der Euro-Gruppe steht die Zustimmung der Finanzminister zu den von Athen beschlossenen Sparmaßnahmen, um die ausufernden Staatsschulden einzudämmen.

Doch berichtet beispielsweise der britische Guardian, die Mitgliedsstaaten hätten bereits zugestimmt, "koordinierte gegenseitige Beiträge" zu leisten, um Athen zu unterstützen, sollte die dortige Regierung nicht in der Lage sein, an den internationalen Märkten Geld aufzutreiben. Die Hilfe solle demnach in Form von Krediten oder Kreditgarantien erfolgen, schreibt der Guardian unter Berufung auf "hochrangige Quellen in Brüssel".

Deutschland spiele bei der Organisation des Rettungspaktes eine führende Rolle, heißt es außerdem in dem Bericht – dem deutschen Dementi zum Trotz. Doch berichtet auch die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf "diplomatische Kreise", die Euroländer hätten sich auf einen solchen Hilfsplan geeinigt. "Wir haben alle Instrumente bereit, die eine koordinierte finanzielle Hilfe ermöglichen, ohne die europäischen Verträge zu brechen", habe ein EU-Diplomat in Brüssel gesagt.