Streiks gegen Sparmaßnahmen Demonstranten malträtieren griechischen Gewerkschaftsboss
Aufruhr in Griechenland: Die Wut der Demonstranten ist in Gewalt umgeschlagen. Ein Gewerkschaftsführer wurde während einer Rede verletzt. Die Polizei setzt Tränengas ein.
© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Zusammenstöße am Freitag in Athen
Bei einer Kundgebung gegen die Sparpläne der Regierung sind junge Demonstranten und die Polizei aneinander geraten. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die sich im Zentrum der griechischen Hauptstadt versammelt hatten.
Bei einer Kundgebung vor dem Parlament attackierten Demonstranten den Chef des griechischen Gewerkschaftsbundes GSEE, Yannis Panagopoulos, und verletzten ihn durch Faustschläge. Der Gewerkschaftsboss hielt gerade eine Rede gegen die Sparpläne der Regierung.
Wegen des von der Regierung verordneten Sparkurses sind viele Griechen in den Streik getreten. Der Verkehr lag brach, sämtliche Busse in Athen sowie die Bahn sollten seit den frühen Morgenstunden für 24 Stunden nicht mehr fahren. Um die Mittagszeit streiken auch die Fluglotsen für vier Stunden. Die Streiks richten sich gegen die Sparmaßnahmen der Regierung des hoch verschuldeten Landes.
Am Vormittag hatten etwa 3000 Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME im Zentrum Athens gegen das Sparprogramm demonstriert. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle und auch viele Lehrer gingen nicht zur Arbeit. Journalisten des Staatsradios und des Fernsehens sowie der staatlichen Nachrichtenagentur legten die Arbeit für 24 Stunden nieder.
Ministerpräsident Giorgios Papandreou sagte, er habe zwar "Verständnis dafür", es gebe aber einfach "kein Geld".
Dieses wird er wohl auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht erhalten – zumindest kurzfristig nicht. Beide Regierungschefs wollen am Abend im Kanzleramt zusammenkommen. Die CDU-Chefin hat allerdings bereits deutlich gemacht, dass es bei dem Treffen nicht um mögliche Hilfszusagen geht. Merkel zeigte sich zuversichtlich über die weitere Entwicklung. Die gute Aufnahme der griechischen Staatsanleihe am Vortag "gibt uns Optimismus, dass auch die weiteren Vorgänge im Jahr .... sich vernünftig gestalten lassen", sagte sie. Insgesamt sei Griechenland "auf einem guten Weg".
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnte deutsche Finanzhilfen strikt ab. "Die deutsche Regierung hat auch nicht die Absicht, einen Cent zu geben." Jedes EU-Mitgliedsland ordne seine Finanzangelegenheiten selbst. Eine neue Fünf-Milliarden-Euro-Anleihe des mit 300 Milliarden Euro verschuldeten Landes war am Donnerstag auf glänzende Resonanz gestoßen und nach Angaben aus Bankenkreisen mehr als dreifach überzeichnet.
Hinter den Kulissen wird in Berlin, Paris und Brüssel aber seit Längerem an einem Plan B gearbeitet. Sollte Athen aus eigener Kraft nicht aus der Schuldenfalle kommen, könnten die EU-Partner einspringen.
Noch aber zieren sie sich – und loben stattdessen das ambitionierte Sparprogramm der Regierung in Athen. "Das ist ein glaubwürdiger Konsolidierungsbeitrag. Ich bin sehr zufrieden. Das wird seine Wirkung entfalten. Die Finanzmärkte können das nicht ignorieren", sagte etwa der luxemburgische Ministerpräsident und Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker. Er gehe vorerst nicht davon aus, dass Hilfe anderer Staaten nötig wird.
Das griechische Parlament verabschiedete am Freitag ein Gesetz zur Umsetzung des umstrittenen Sparpakets. Das "Gesetz zum Schutz der Wirtschaft" betrifft Teile des Reformplans in einem Umfang von insgesamt 4,8 Milliarden Euro, mit dem die Regierung in Athen das Land aus der Krise führen will.
Im Lande selbst ist die Unterstützung des Sparprogramms nicht sonderlich ausgeprägt. Wie eine Umfrage im Auftrag des Fernsehsenders Skai ergab, lehnen drei Viertel der 530 Befragten die geplante Erhöhung der Benzin- und der Mehrwertsteuer ab, ebenso ein Einfrieren der Renten und eine Streichung von Zulagen wie Weihnachts-, Ostern- und Urlaubsgeld im öffentlichen Dienst.
Immerhin 50 Prozent unterstützen aber eine Senkung der Löhne und Gehälter von Staatsbediensteten. Zudem befürwortet eine Mehrheit die Anhebung der Steuern auf Alkohol und Tabak sowie eine Abgabe auf Luxus-Güter. Drei Viertel der Befragten rechnen damit, dass die Sparpläne trotz der Streikdrohungen der Gewerkschaften umgesetzt werden.
Die EU-Mitgliedsstaaten sind bereit, Griechenland im Rahmen des europarechtlich Möglichen zu helfen. Direkte Finanzzuschüsse sind jedoch nicht möglich. Der Internationale Währungsfonds soll die Sanierung des gefährlich hoch verschuldeten Landes zwar beraten, aber nicht direkt eingreifen.
Für den 11. März ist in Griechenland ein weiterer, landesweiter Streik angekündigt. Aufgerufen haben die beiden griechischen Gewerkschaften im öffentlichen und privaten Sektor, die etwa 2,5 Millionen Arbeitnehmer vertreten. Das ist die Hälfte aller Arbeitnehmer des Landes.
- Datum 05.03.2010 - 15:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Das mit den Sparmaßnahmen könntet tatsächlich nach hinten losgehen, wenn dadurch die Rezession noch verschlimmert wird und die Staateinnahmen weiter sinken. Ich bleibe skeptisch.
viereggtext - Wie auch? Die Leute ackern und tun, versuchen sich zu etablieren und ihr Leben zu finanzieren, viele Griechen leben äußerst spärlich... und dann dieses breite Versagen der Macher. Die Griechen müssen dieses Desaster erneut ausbaden, auch wenn sie teilweise dran beteiligt sind. Gibt es Alternativen in der Regierung? Gibt es Politiker, die das besser managen?
Anstatt sich nun selbstgefällig auf die Schulter zu klopfen, sollte man hierzulande allmählich einsehen, daß die Griechen bereits da angekommen sind, wo wir mit voller Kraft hinsteuern, nämlich beim Staatsbankrott. Sinnvoll wäre es, jetzt, gleich, sofort, umgehend mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen, daß heißt mit Ausgabenkürzungen nach griechischem Muster. Sonst wird man es bald tun müssen, und dann steht kein Deutschland bereit, um Deutschland herauszuhelfen.
Nebenbei: Es ist bemerkenswert, daß in Griechenland diejenigen streiken, die am Staatstropf hängen, nicht etwas diejenigen, die produktive Arbeit verrichten. Auch daraus können wir lernen: Ohne eine erhebliche Reduktion der Staatskneteempfänger wird es keinen Ausweg aus der Finanzkrise geben.
nicht benötigte Infrastruktur im Osten aus, dort ist die Abwandersungsquote so hoch, das man nur den Kopf schütteln kann, wenn man daran denkt was dort alles aufgebaut wurde.
Subventionen an Firmen sowie Steuervergünstigungen an Firmen müssen aufhören.
Es kann nicht sein das Großbetriebe bevorzug werden, während mittelständische Betriebe härteste Auflagen von den Finanzbeamten kommen.
Wer was ändern will, wählt nächstes mal weder rot noch grün noch schwarz, wer nichts ändern will der wählt wie bisher.
Ist Ihnen eigentlich klar, daß unser Finanzsystem ein kreditbasiertes ist?
Was auch heißt, jeder von Griechenland getilgte Euro ist im Endeffekt eine reine Schuldverschiebung innerhalb des Systems, plus Zinsen. Auf Worte des Herrn Brüderle wie "Die deutsche Regierung hat auch nicht die Absicht, einen Cent zu geben." brauchen Sie dabei nicht allzuviel zu geben. Es pfeifen nicht erst seit gestern die Spatzen von den Dächern, KfW & Co. stehen bei den neuen Anleihen ganz vorn an.
Alles was in Griechenland gespart wird, verschwindet mit Masse in der Schuldentilgung, wird also dem gesamten Wirtschaftskreislauf entzogen. Zusätzlich wird dessen Belastung durch die zusätzlichen Anleihen und Zinsen erhöht.
Der auch von Ihnen propagierte Sparweg ergibt in seiner Eigenschaft als schlußendliche Umschuldung lediglich ein Verzögerungsprogramm. Die Gewinner werden die Großbanken und deren Nutznießer sein, die hier gleich mehrfach abkassieren.
Ausgeglichen werden könnte das Ganze innerhalb des Systems nurch durch "produktives" Wachstum", zur Erhöhung der allgemeinen Kreditwürdigkeit, sprich der Erhöhung des Gesamtschuldenberges innerhalb gewünschter Paramter.
Sollte Ihnen zeitlich neben Ihrer Produktivität noch etwas Luft bleiben, kann uns also nur der Kauf dutzender Fernseher täglich Ihrerseits und anderer "Produktiver" helfen. Sollte Ihnen irgendwann die Zeit fehlen diese auch einzuschalten, könnte zumindest einige Zeit ein Roboter hier helfen.
- Oder Nachdenken.
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Was auch heißt, jeder von Griechenland getilgte Euro ist im Endeffekt eine reine Schuldverschiebung innerhalb des Systems, plus Zinsen. Auf Worte des Herrn Brüderle wie "Die deutsche Regierung hat auch nicht die Absicht, einen Cent zu geben." brauchen Sie dabei nicht allzuviel zu geben. Es pfeifen nicht erst seit gestern die Spatzen von den Dächern, KfW & Co. stehen bei den neuen Anleihen ganz vorn an.
Alles was in Griechenland gespart wird, verschwindet mit Masse in der Schuldentilgung, wird also dem gesamten Wirtschaftskreislauf entzogen. Zusätzlich wird dessen Belastung durch die zusätzlichen Anleihen und Zinsen erhöht.
Der auch von Ihnen propagierte Sparweg ergibt in seiner Eigenschaft als schlußendliche Umschuldung lediglich ein Verzögerungsprogramm. Die Gewinner werden die Großbanken und deren Nutznießer sein, die hier gleich mehrfach abkassieren.
Ausgeglichen werden könnte das Ganze innerhalb des Systems nurch durch "produktives" Wachstum", zur Erhöhung der allgemeinen Kreditwürdigkeit, sprich der Erhöhung des Gesamtschuldenberges innerhalb gewünschter Paramter.
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- Oder Nachdenken.
Lebenshaltungskosten
Die Lebenshaltungskosten sind im Durchschnitt etwas niedriger als in Deutschland. Preiswert ist vor allem das heimische Gemüse, dafür kosten Milch, Käse und Eier ein Drittel bis doppelt so viel wie in Deutschland und das Kilo Fleisch meist mehr als 8 €. Die Telefongebühren gehören zu den höchsten in Europa. Die Lebenshaltungskosten variieren je nach Region stark. Auf den Inseln sind die Preise höher als auf dem Festland – unter anderem wegen der Transportkosten. Die Mieten liegen in der Provinz unter deutschem Niveau, sind jedoch in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In touristischen Gebieten fehlen oftmals Wohnungen; viele Vermieter ziehen es vor, Unterkünfte an Urlauber zu vermieten, und verknappen so das reguläre Angebot zusätzlich.
Löhne und Gehälter
Das Lohnniveau ist in Griechenland sowohl im Vergleich mit anderen westeuropäischen Staaten als auch im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten recht niedrig. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In Thessaloniki verdient man rund ein Viertel weniger als in Athen, im übrigen Land beträgt der Unterschied sogar 35 Prozent. Angestellte erhalten für einen Vollzeitjob im Durchschnitt gerade einmal 41 Prozent des Gehalts eines Angestellten in Deutschland. Innerhalb der Eurozone sind die Einkommen nur in Portugal noch niedriger.
Das Lohnniveau ist in Griechenland sowohl im Vergleich mit anderen westeuropäischen Staaten als auch im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten recht niedrig. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In Thessaloniki verdient man rund ein Viertel weniger als in Athen, im übrigen Land beträgt der Unterschied sogar 35 Prozent. Angestellte erhalten für einen Vollzeitjob im Durchschnitt gerade einmal 41 Prozent des Gehalts eines Angestellten in Deutschland. Innerhalb der Eurozone sind die Einkommen nur in Portugal noch niedriger.
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt rund 658 €, ab Mai 2009 740 €. Tarifverträge legen für die meisten Branchen eine Mindestvergütung fest, auf die ein Arbeitnehmer mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung Anspruch hat. Die tatsächlichen Bezüge liegen meist über dem Tarif. Leitende Angestellte verhandeln ihre Vergütung frei mit dem Arbeitgeber. Üblich sind 13 oder 14 Monatsgehälter...
Die höchsten tariflichen Mindestlöhne werden mit 1.080 € brutto pro Monat in der Branche Finanzdienstleistungen gezahlt; am wenigsten – rund 683 € – verdient man in den Branchen Maschinenbau sowie Elektro- und Elektronikindustrie (Stand: 2007). Branchenübergreifend und mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung erhält ein Ingenieur im Durchschnitt mindestens 1.034 € brutto pro Monat, ein Programmierer 702 €, ein Sekretär mit Fremdsprachenkenntnissen 717 €, ein Buchhalter 771 € und ein Fahrer 716 €.
Arbeits- und Vertragsrecht
Obwohl das Gesetz die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden festlegt, arbeiten griechische Vollzeitbeschäftigte mehr als andere Europäer: durchschnittlich gut 43 Stunden pro Woche. Überstunden sind in nahezu allen Branchen an der Tagesordnung. Auch sonntags wird immer häufiger gearbeitet. Teilzeitverträge nehmen erst seit einigen Jahren etwas zu – vor allem in den Branchen Banken, IT, Bauwirtschaft, Einzelhandel, Energie und Telekommunikation. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten liegt bei rund 5 Prozent. Arbeitnehmer mit einer Fünftagewoche haben ein Recht auf 20 bezahlte Urlaubstage im Jahr. Pro Beschäftigungsjahr erhält man einen zusätzlichen Tag, maximal jedoch 25 Tage. Daneben gibt es 7 gesetzliche
Feiertage.
Quelle Teil 1-4: Bundesagentur für Arbeit
http://www.ba-auslandsver...
in Griechenland. Milliardäre gibt es doch zuhauf, auch wenn sie kaum Steuern zahlen.
in Griechenland. Milliardäre gibt es doch zuhauf, auch wenn sie kaum Steuern zahlen.
nicht benötigte Infrastruktur im Osten aus, dort ist die Abwandersungsquote so hoch, das man nur den Kopf schütteln kann, wenn man daran denkt was dort alles aufgebaut wurde.
Subventionen an Firmen sowie Steuervergünstigungen an Firmen müssen aufhören.
Es kann nicht sein das Großbetriebe bevorzug werden, während mittelständische Betriebe härteste Auflagen von den Finanzbeamten kommen.
Wer was ändern will, wählt nächstes mal weder rot noch grün noch schwarz, wer nichts ändern will der wählt wie bisher.
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