Schuldenkrise Streiks legen Griechenland lahm
Der Verkehr steht still, öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen und die Polizei setzt Tränengas ein. Die Menge in Athen ruft das griechische Volk zum Aufstand auf.
© Aris Messinis/AFP/Getty Images

Ausschreitungen in Athen: Demonstranten geraten mit der Polizei aneinander
Mit einer massiven Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Sie protestieren gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Nach Schätzungen der Gewerkschaften gingen allein in Athen rund 50.000 Menschen auf die Straße. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben.
Die Demonstranten skandierten Sprüche wie "Recht ist das Recht des Arbeiters" und forderten das griechische Volk zum "Aufstand" auf. Dabei kam es vereinzelt zu Ausschreitungen. Rund 200 Autonome lösten sich aus der Demonstration und schlugen mehrere Schaufensterscheiben nahe des Archäologischen Museums von Athen ein.
Besonders betroffen von den Streiks ist der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden bereits seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Gestrandete Reisende gab es jedoch nicht, die Fluglinien hatten ihre Passagiere rechtzeitig informiert. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt.
Die meisten Behörden blieben geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Krankenhäusern wurden nur Notfälle behandelt. Selbst auf aktuelle Nachrichten im Radio und Fernsehen mussten die Griechen verzichten, denn auch die Journalisten traten für 24 Stunden in den Ausstand. Zudem blieben alle antiken Stätten und Museen geschlossen.
Supermärkte, die meisten Banken und die Hotels hatten dagegen geöffnet. Auch die Taxis fuhren.
Für die Gäste einiger Luxushotels gab es eine unangenehme Überraschung: Mitglieder der Hotelleriegewerkschaft blockierten am Morgen die Eingänge der Hotels.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger. Er betonte jedoch, es gebe einfach "kein Geld".
Das harte Sparprogramm seiner Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20 Prozent erhöht.
Griechenland drücken Schulden von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ständige Aufsicht gestellt.
- Datum 11.03.2010 - 14:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 34
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Genau jetzt wäre es an der Zeit für eine monetäre Revolution. Wenn nur das nötige Wissen in all den Köpfen der Bürger wäre.
Weg vom Kapitalismus! Der war die letzten Jahrzehnte gut um die Wirtschaft und den Wohlstand auf den Stand zu bringen, auf dem er jetzt ist. Aber allein die Armut in der Welt, die Umwelt selber und die Produkte im Überfluss zeigen, dass es an der Zeit zum Umdenken ist. An der Zeit für einen Wechsel, weil dieser Zustand nicht mehr lange tragbar sein und zwangsweise in die nächste Krise führen wird. Aber bis mal irgendeiner von den Machthabenden auf die Idee kommt, sein geliebtes ihm - und nur ihm - dienendes System aufzugeben ...
Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz sich das griechische Volk gegen die Entscheidungen ihrer Politiker wehrt. Das griechische System hat sich vor dem Eintritt in die EU bestens bewährt. Sicherlich gab es immer Korruption - aber haben wir das nicht auch (ich denke z.B. an unsere Zwei-Klassen-Krankenversicherung usw.)? Damals konnten die Griechen auf- und abwerten. Im Rahmen der EU geht das nun alles nicht mehr. Lohnt sich also für die Griechen die EU-Mitgliedschaft? Ich habe da meine Zweifel!
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
lohnt sich natürlich für Griechenland - schliesslich fliesst ja massiv Geld ins Land! Das Problem ist aber das die Griechen einfsch alles geschankt haben wollen und seit der EU Zugehörigkeit sicher nicht fleissiger geworden sind .....
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/vv]
jetzt an der Zeit den Generalstreik unbefristet weiterzuführen! Schliesslich wollen die Griechen ja zeigen das sie bereit sind das Problem ernsthat anzugehen !
Am besten über die Sommerferien durchstreiken - Touristen machen ja auch nur Mühe - warum schicken wir nicht einfach das Geld und bleiben in Deutschland ?
lohnt sich natürlich für Griechenland - schliesslich fliesst ja massiv Geld ins Land! Das Problem ist aber das die Griechen einfsch alles geschankt haben wollen und seit der EU Zugehörigkeit sicher nicht fleissiger geworden sind .....
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/vv]
jetzt an der Zeit den Generalstreik unbefristet weiterzuführen! Schliesslich wollen die Griechen ja zeigen das sie bereit sind das Problem ernsthat anzugehen !
Am besten über die Sommerferien durchstreiken - Touristen machen ja auch nur Mühe - warum schicken wir nicht einfach das Geld und bleiben in Deutschland ?
Es ist ja schon grotesk, wie die Griechen gegen sich selbst demonstrieren. Der Generalstreik dürfte m.E. die Sache eher verschlimmern, ich werde jedenfalls keinen Urlaub in Griechenland anstreben...
So wie ich es wahrnehme ist Griechenland ein abschreckendes Beispiel von kapitalistischem Sozialismus: Die Wohlhabenden zahlen zu wenig Steuern und die Staatsangestellten gehen mit 50 in Rente...(verkürzt dargestellt). Kalinichta, Griechenland.
Was sind das für Demonstranten, die Polizisten mit Steinen bewerfen? Sind es überhaupt welche?! NEIN!
Nun rufen sie zu einer Revolution auf. Und dann? Dies hilft Griechenland auch nicht aus der Krise, sondern im Gegenteil. Logischer Menschenverstand setzt hier einfach aus. Es geht im Grunde nicht mehr um die Krise, sondern um mal eins draufzuhauen. Um aus dem öde gewordenen Alltagsleben zu entfliehen. Vermischt mit Enttäuschung natürlich.
Aber nicht nur für Frustrierte und Gelangweilte herrscht zurzeit Hochkonjunktur! Mittlerweile kriechen die EU-Kritiker und DDR-Nostalgiker aus allen Löchern!
demonstration des "logischen" und des "menschenverstandes".
"Mittlerweile kriechen die EU-Kritiker und DDR-Nostalgiker aus allen Löchern!"
Und die aufrechten Untertanen kriechen weiter in die Löcher, in die sie schon immer gekrochen sind. Weiter so, zielstrebig in den Abgrund.
demonstration des "logischen" und des "menschenverstandes".
"Mittlerweile kriechen die EU-Kritiker und DDR-Nostalgiker aus allen Löchern!"
Und die aufrechten Untertanen kriechen weiter in die Löcher, in die sie schon immer gekrochen sind. Weiter so, zielstrebig in den Abgrund.
Wir ernten, was wir säen. Früher oder Später. Immer.
Griechenland ist nicht das erste Land. Und es wird auch nicht das letzte sein.
Eine wirklichkeitsferne Regierung, eine wirklichkeitsferne Gewerkschaft...
Gibts so etwas nicht auch in Deutschland?
mann kann nur ernten was man sät. es geht nicht gen veränderten mais zu säen und bioweizen zu ernten.
"wirklichkeitsferne" hingegen ist so eine sache. wirklich ist was wirklich gedacht und wirklich getan wird. so gesehen ist alles wirklichkeitsnahe was existiert. "klugheit" ist hier, glaube ich, trefflicher. "klugheitsferne". klugheit die ausgewogen komplexes koordiniert, die sich über das "einzsein der dinge" und auch über sat und ernte mechanismen und abfolgen im klaren ist, woran es mancherorts mangelt.
Den Gewerkschaften in Deutschland pauschal vorzuwerfen, sie seien wirklichkeitsfern, wäre Unsinn. Einzelne Forderungen mögen unrealistisch sein, aber die Abschlüße der letzten Jahre sind sehr realistisch. Und genau das ist ein Problem der Griechen.
mann kann nur ernten was man sät. es geht nicht gen veränderten mais zu säen und bioweizen zu ernten.
"wirklichkeitsferne" hingegen ist so eine sache. wirklich ist was wirklich gedacht und wirklich getan wird. so gesehen ist alles wirklichkeitsnahe was existiert. "klugheit" ist hier, glaube ich, trefflicher. "klugheitsferne". klugheit die ausgewogen komplexes koordiniert, die sich über das "einzsein der dinge" und auch über sat und ernte mechanismen und abfolgen im klaren ist, woran es mancherorts mangelt.
Den Gewerkschaften in Deutschland pauschal vorzuwerfen, sie seien wirklichkeitsfern, wäre Unsinn. Einzelne Forderungen mögen unrealistisch sein, aber die Abschlüße der letzten Jahre sind sehr realistisch. Und genau das ist ein Problem der Griechen.
demonstration des "logischen" und des "menschenverstandes".
Steine werfen ist für Sie Menschenverstand?! Alles klar!
Steine werfen ist für Sie Menschenverstand?! Alles klar!
"Mittlerweile kriechen die EU-Kritiker und DDR-Nostalgiker aus allen Löchern!"
Und die aufrechten Untertanen kriechen weiter in die Löcher, in die sie schon immer gekrochen sind. Weiter so, zielstrebig in den Abgrund.
Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zur Diskussion bei. Danke. Die Redaktion/sh
Werden Sie doch nicht lächerlich. Ich bin selbst gegen dieses kapitalistische System. Aber dass jetzt wieder die Kritiker auftauchen und bei normalen Wirtschaftsphasen eher die Klappe halten, geht mir auf dein Geist. Sie mir übrigens auch durch Ihre Vorurteile gegen mich.
Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zur Diskussion bei. Danke. Die Redaktion/sh
Werden Sie doch nicht lächerlich. Ich bin selbst gegen dieses kapitalistische System. Aber dass jetzt wieder die Kritiker auftauchen und bei normalen Wirtschaftsphasen eher die Klappe halten, geht mir auf dein Geist. Sie mir übrigens auch durch Ihre Vorurteile gegen mich.
... sind die Bangster/Finanzkapital, deren Regierungslakaien und die überbordende, privilegierte und trotzdem korrupte Bürokratie. Das scheinen die Griechen zu sehen.
Nur gut, dass es sowas in D nicht gibt!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren