EU-Gipfel Merkel lächelt sich zum Sieg
Kanzlerin Merkel hat sich in Brüssel durchgesetzt, die EU-Staatschefs haben das Duell mit den Spekulanten gewonnen. Gewinner ist der Steuerzahler.
© Georges Gobet/AFP/Getty Images

Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem slowenischen Amtskollegen Borut Pahor (r.) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Brüssel
Sieht so eine Verliererin aus? Kurz vor Mitternacht trat Angela Merkel vor die deutsche Presse. Hinter ihr lag der Auftakt zum Frühjahrsgipfel der EU-Staats- und Regierungschefs.
Da war bereits durchgesickert, was Merkel nun erzählen würde. Europa rettet Griechenland im Ernstfall, schnell machen Beträge von über 20 Milliarden Euro die Runde – eine Zahl, die die deutsche Seite nicht bestätigte. Kein Wunder: Die Regierenden hatten tagelang den Eindruck erwecken wollen, das Thema Griechenland sei gar keines in Brüssel. Schließlich gäbe es nichts Neues zu beschließen. Das aber war nur das jüngste taktische Manöver der Bundeskanzlerin.
Sie lächelt oft in dieser Mitternachtsstunde. Zu Recht. Ihre Kompromisslosigkeit hat sich ausgezahlt. Die Staatschefs einigten sich auf eineinhalb Seiten Text. Darin steht vereinfacht, dass die Euroländer einstimmig zustimmen müssen, wenn Griechenland oder einem anderen Staat künftig geholfen wird.
Verweigern die Finanzmärkte einem Mitgliedsstaat wie Griechenland Zahlungen, springt der Internationale Währungsfonds als Partner bei. Und drittens werden alle Hilfen im Einklang mit bisherigen Verträgen der EU stehen.
Der Plan der Kanzlerin, dessen Grundzüge zuvor mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verabredet wurden, ging auf.
Die Regierungschefs riskieren die Glaubwürdigkeit des Euro nicht, sondern bekennen sich zu den Verträgen. Der Staatsbankrott Griechenlands ist dennoch praktisch ausgeschlossen. Und die finanzielle Belastung für die Mitgliedsstaaten hält sich in Grenzen – deutlich teurer wäre ein Europäischer Währungsfonds geworden. Spekulation gegen den Euro oder gegen Griechenland wird das erschweren.
Denn der Beschluss der Regierungen ist viel konkreter als am 11. Februar. Schon da hatten sich die Präsidenten und Kanzler auf eine Rettungsformel verständigt: "Die Euro-Mitgliedstaaten werden entschlossen und koordiniert handeln, sofern das nötig ist, um die finanzielle Stabilität insgesamt zu sichern." Die Finanzminister haben den kryptischen Satz später mit klareren Maßnahmen unterfüttert. Doch es blieb abstrakt.
Zu Recht. Die Griechen haben ein Sparprogramm vorgelegt, das ohnegleichen ist in der Eurozone. Neue Finanzlücken haben sich nicht aufgetan. Und doch musste die Gemeinschaft am Donnerstag schon wieder reagieren. Die Erklärung dafür findet sich in Frankfurt, London und Paris. Dort verkaufte die griechische Regierung noch im ersten Quartal ihre Anleihen, vor allem an deutsche, britische oder französische Banken und Fondsgesellschaften. Der Markt funktionierte.
Bis die gleichen Banken und Fonds vor dem Kollaps der Griechen morgen warnten und wilde Spekulationsattacken einsetzten. Heute lässt sich kaum mehr feststellen, was griechische Schulden für Athens Regierung teurer macht: Die realen Probleme oder die Wette auf Probleme in der Zukunft.
Auch wenn rational wohl noch immer kein Anlass besteht, Griechenland zu helfen, mussten die Regierungschefs deshalb ein Signal senden. "Ein bisschen ist es wie im Western. Die Regierungen legen einen Colt auf den Tisch und zeigen damit, dass sie ihn notfalls ziehen", sagt jemand, der die Arbeit der Regierungen begleitet. Zum Colt wurde die Zusage, Griechenland oder welchem Staat auch immer vor dem Bankrott zu bewahren.
Damit sorgen die Regierungen dafür, dass die Spekulation nun eingedämmt wird. Die Kreditwürdigkeit Griechenlands wird zwangsläufig ansteigen. Damit wird sich auch der ein oder andere Anleger finden, der weniger Zinsen verlangen wird, wenn er Griechenland Geld leiht – er bekommt es ja nun mit endgültiger Sicherheit zurück.
Wer ist der Gewinner, wer der Verlierer in diesem Western?
- Datum 26.03.2010 - 07:45 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Bankster und Spekulanten sind die einzigen Gewinner auf der ganzen Linie. Sie werden sich beim kommenden Privatisierungswahn und der kommenden Lohndrückerei in Griechenland dumm und dämlich verdienen, siehe auch Lettland und Ungarn. Maggie Merkel war ihr Handlanger und in Deutschland "müssen" dann wieder die Einkommen und Steuern gesenkt werden zur Rettung der Export-Wirtschaft. Die Bankster haben die Politik übernommen.
Die wahren Gewinner haben in Frankfurt die Sektkorken knallen lassen. Zu dem Thema Kapitalismus gibt es hier eine Zusammenfassung, welche die Fehler aufzeigen und wie man diese für den Anfang verändern könnte.
http://www.ploync.de/geld...
ihre einseitig gefärbte Ideologie.
Es gibt nichts gefährlicheres als Menschen mit so undifferenzierten Vorurteilen, wie sie sie haben.
Darin liegt nie Lösungen, sondern nur Ursachen.
H.
Die wahren Gewinner haben in Frankfurt die Sektkorken knallen lassen. Zu dem Thema Kapitalismus gibt es hier eine Zusammenfassung, welche die Fehler aufzeigen und wie man diese für den Anfang verändern könnte.
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Es gibt nichts gefährlicheres als Menschen mit so undifferenzierten Vorurteilen, wie sie sie haben.
Darin liegt nie Lösungen, sondern nur Ursachen.
H.
Die wahren Gewinner haben in Frankfurt die Sektkorken knallen lassen. Zu dem Thema Kapitalismus gibt es hier eine Zusammenfassung, welche die Fehler aufzeigen und wie man diese für den Anfang verändern könnte.
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Gewinner ist immer der deutsche Steuerzahler bei Merkel. Bitte weitersagen.
... sollten sich endlich bereit finden, bei verringerten Verlustrisiken von "Gewinnen" nicht mehr zu reden. Warum gerade die ZEIT keinen kritischeren Kommentar übrig hat, wundert mich allerdings. Man ist doch hier sonst so europaaffin, dass ich gedacht hätte, dass es einem bitter aufstößt, wenn mit dem IMF eine wesentlich von den USA mitgetragene Organisation sich in europäische Politik einmischen darf.
Stattdessen Lobeshymnen über eine Kanzlerin, die - angeblich - das allerschlimmste verhindert hat. Für wen wird hier eigentlich geschrieben?
sind nur die Boten, die die schlechte Nachricht überbringen. Ohne die Finanzmärkte würden wir noch heute über die wahre Lage des Euros belogen und betrogen werden. Und zwar von den Politikern.
Ein dreifaches Hoch auf die Finanzmärkte.
Das ist die Botschaft, die uns immer mehr bewusst wird. Dabei ist es unerheblich, ob es Banken, Kirchen oder Parteien sind.
Griechenland hat sich in die EU gelogen und die Banken haben betrogen. Ergebnis: Finanzhilfen ohne Abhilfe der Gründe.
Wenn das nicht motiviert. Das kapitalistische System ist am Ende. Aber, was nicht sein kann was nicht sein darf. Immer mehr Kapital, um das desolate System zu stützen. Am Ende werden jedoch die Mittel nicht reichen. Mit Kapital hätte auch die DDR gerettet werden können.
....wirtschaftlicher Klientelpolitik in der EU hoch aber schlecht im Falle inländischer Parteien?
sowohl Russland und die DDR waren vor der Wende Bankrott.
Kommunismus und Sozialismus können wir abhaken.
Zum Kapitalismus gibt es keine Alternative, auch der Sozialismus und der Kommunismus hatten ihre Abzocker.
Die Zeche bezahlte auch da das Volk.
Die Bundeskanzlerin blieb eisern und das war gut so.
Spekulanten hätten den Euro und Portugal und Spanien aufs Korn genommen.
Die Euro-Gegner eine Verfassungsklage angezettelt.
Der Glaube an Europa wäre in den Keller gegangen.
Das alles wäre nicht gut gewesen!!
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