Forbes-Liste Reichster Mensch ist erstmals ein Mexikaner

Carlos Slim Helu hat Microsoft-Gründer Bill Gates erneut überholt. Insgesamt gibt es mehr Milliardäre als im Vorjahr. Für Forbes belegt das die wirtschaftliche Erholung.

Die Forbes-Liste führt die reichsten Menschen der Erde auf: Zum ersten Mal wird sie von einem Mexikaner angeführt. Der Telekommunikations-Tycoon Carlos Slim Helu verfügt über 53,5 Milliarden Dollar, das entspricht 39,3 Milliarden Euro. Damit habe er Microsoft-Gründer Bill Gates knapp abgehängt, sagte Magazin-Herausgeber Steve Forbes. Vorjahressieger Gates hatte über 53 Milliarden. Auf anderen Listen war Slim schon vor Jahren an Gates vorbeigezogen.

Dritter ist Investor Warren Buffett mit 47 Milliarden. Insgesamt verfügen die zehn Reichsten über 342 Milliarden Dollar. Das sind 88 Milliarden mehr als im Vorjahr. Reichste Frau ist laut Forbes Walmart-Erbin Christy Walton, mit 22,5 Milliarden auf Platz zwölf. Nur 89 Frauen sind auf der Liste, die meisten haben das Geld geerbt. Als "Selfmade-Milliardäre" gelten nur 14 Frauen – die Hälfte davon aus China.

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"Nach dem Einbruch des Jahres 2009 gebe es jetzt wieder mehr als 1000 Milliardäre weltweit", sagte Forbes. Seinen Angaben zufolge verfügen 1011 Menschen über mehr als eine Milliarde Dollar. Das sind deutlich mehr als im letzten Jahr mit 793. Im Jahr 2008 hingegen waren es 1125 Milliardären – also mehr als 2010. "Das ist für uns ein Index, dass sich die Wirtschaft erholt", sagte Forbes weiter.

Die Deutschen in der Forbes-Liste

Von den gut 1000 Milliardären kommen insgesamt 53 aus Deutschland. Reichster Deutscher ist laut Forbes Aldi-Besitzer Karl Albrecht, mit 23,5 Milliarden Dollar gerade noch in der Top Ten. Im Jahr 2009 war auch dessen Bruder Theo in der Top Ten. Er ist jetzt mit 16,7 Milliarden auf Platz 31 und einer von zweien in den Top 100, die weniger verdienten als im Vorjahr. Zwischen den Brüdern ist noch Versandhaus-Unternehmer Michael Otto auf Platz 21 mit 18,7 Milliarden Dollar.

Unter den Deutschen folgt als nächstes Quandt-Erbin Susanne Klatten. Gut elf Milliarden brachten sie auf Platz 51. Investor August von Finck schafft es mit 7,3 Milliarden und Platz 99 gerade noch in die Top 100. Weltweit höchste "Neueinsteigerin" ist Bertelsmann-Erbin Liz Mohn mit 4,4 Milliarden auf Platz 189.

Die meisten Milliardäre leben in New York

Auf der 24. Forbes-Liste sind Menschen aus 55 Ländern, erstmals auch aus Finnland und Pakistan. China ist der große Gewinner mit 64 Superreichen. Nur in den USA gibt es mit 403 mehr Milliardäre als in der Volksrepublik. Dritter ist Russland mit 62 Milliardären. Von den weltweit 97 neuen Milliardären kommen allein 62 aus Asien. Gleich zwei Inder – Ölmagnat Mukesh Ambani auf Platz 4 mit 29 Milliarden gefolgt von Stahltycoon Lakshmi Mittal mit 28,7 Milliarden – finden sich in der Top Ten. Der Durchschnittsmilliardär besitzt übrigens 3,5 Milliarden.

Die größte Milliardärsdichte gibt es in New York mit 60 Superreichen, gefolgt von Moskau mit 50 und London mit 32. Der älteste in der Liste ist Walter Haefner aus der Schweiz. Der 99-Jährige schaffte es mit 3,3 Milliarden auf Platz 287. Genau 75 Plätze vor ihm ist der Jüngste – Facebook-Gründer Mark Zuckerberg – vier Milliarden schwer und gerade 25 Jahre alt. Der jüngste Deutsche kommt auf Platz 437. Albert Prinz von Thurn und Taxis ist 27 Jahre alt und hat laut Forbes 2,2 Milliarden Dollar.

 
Leser-Kommentare
  1. Polarisierendes Thema, nicht wahr? Einerseits scheinen es die netten Damen und Herren nach unseren moralisch soziologischen Standards geschafft zu haben... Einerseits empfinde ich den unverschämten Zuwachs an Vermögen innerhalb dieser Klasse von Individuen als zu exklusiv d.h den Rest der nicht so globaliserten Bevölkerung (so ganz ohne die Möglichkeiten die Steueroasen bieten) dieses Globus als fragwürdig. Es gibt keinerlei Gründe diese Typen in irgendeiner Form hoch zu jubeln da jede ihrer Investitionen ja ihre Renditen fordert und die werden vom Rest der Menschheit erarbeitet...

  2. Polarisierendes Thema, nicht wahr? Einerseits scheinen es die netten Damen und Herren nach unseren moralisch soziologischen Standards geschafft zu haben... Einerseits empfinde ich den unverschämten Zuwachs an Vermögen innerhalb dieser Klasse von Individuen als zu exklusiv d.h den Rest der nicht so globaliserten Bevölkerung (so ganz ohne die Möglichkeiten die Steueroasen bieten) dieses Globus als fragwürdig. Es gibt keinerlei Gründe diese Typen in irgendeiner Form hoch zu jubeln da jede ihrer Investitionen ja ihre Renditen fordert und die werden vom Rest der Menschheit erarbeitet... Die feigenblätchen die dann gerne mal als "Soziales Engagement) vermarktet werden sollen nicht darüber hinwegtäuschen das die exterm ungleiche Verteilung von Vermögen und immer mehr auch Einkommen sich konstant verschärft.

  3. Absolut. Wie kann man bloß feiern, dass es mehr Milliardäre gibt?! Oder dass diese noch mehr Geld angehäuft haben??

    Für mich ist das kein Index einer sich erholenden Wirtschaft, sondern die Tatsache, dass noch mehr Geld als sowieso schon in den Händen von denjenigen liegt, die schon so viel davon haben, dass sie damit ohnehin nichts anfangen können, ist ein deutliches Zeichen dafür, wie krank unser Wirtschaftssystem ist.

    • khmx
    • 11.03.2010 um 9:36 Uhr

    Ein Mann wie Carlos Slim, der den Großteil seines Vermögens durch die staatlich unterstützte Aufrechterhaltung seines Telekommunikations-Monopols angehäuft hat, sollte meiner Meinung nach angeprangert werden. Hohe Telefonkosten und schlechte Netzqualität bei Telmex deuten darauf hin, dass Señor Slim wenig noble unternehmerische Absichten verfolgt und ihm die soziale Ungerechtigkeit, die in seinem Vaterland herrscht, offenbar egal ist. Damit ist er leider nicht allein unter den Milliardären, und viele von ihnen tragen durch rücksichtslose Handlungen zur Verarmung anderer Menschen bei. Corporate Social Responsibility (=Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) sollte global gesetzlich vorgeschrieben sein, damit sich daran etwas ändert!

  4. primitive Spezies.

    Erst, wenn wir Teilhabe statt Besitz propagieren, entwickeln wir uns weiter.

    • Fifty4
    • 11.03.2010 um 10:06 Uhr
    6. Schön

    Hundert Männiken sind wieder reicher geworden, 100 Millionen und mehr bleiben arm und hungrig. Das ist der Aufschwung, die Erholung von der Wirtschaftskrise? Im Gegenteil, das ist der Grund für das ganze Desaster.

    Die hundert Reichsten sollte man enteignen und als sozial-schmarotzende Diebe verurteilen. Nichts anderes sind sie.

    Was machen die mit dem ganzen Geld. Zählen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die hundert Reichsten sollte man enteignen und als sozial-schmarotzende Diebe verurteilen. Nichts anderes sind sie."

    Nicht alle aber viele sind Unternehmer und Sie wissen schon, wie unsere Wirtschaft funktioniert, nämlich, dass Arbeitsplätze nicht aus dem Nichts entstehen?

    Warum nur die Hundert Reichsten enteignen, bei dem Verständnis von Gerechtigkeit sollten wir weltweit alle Menschen enteignen und den Wohlstand global gleich verteilen. Was könnte "gerechter" sein als gleiches für alle? Vermutlich mehr als 6 Milliarden Menschen kämen dabei besser weg. Aber KEIN Deutscher hätte ein Haus, eine Eigentumswohnung oder einen Neuwagen...

    Würden Sie da gerne mitmachen?

    • Fifty4
    • 11.03.2010 um 22:54 Uhr

    ich vergaß dabei zu schreiben: "Jedes Jahr die hundert Reichsten zu enteignen", erst dann macht es Sinn.

    Von den Milliarden des Herrn aus Mexico werden in Deutschland keine Häuser gebaut.

    "Die hundert Reichsten sollte man enteignen und als sozial-schmarotzende Diebe verurteilen. Nichts anderes sind sie."

    Nicht alle aber viele sind Unternehmer und Sie wissen schon, wie unsere Wirtschaft funktioniert, nämlich, dass Arbeitsplätze nicht aus dem Nichts entstehen?

    Warum nur die Hundert Reichsten enteignen, bei dem Verständnis von Gerechtigkeit sollten wir weltweit alle Menschen enteignen und den Wohlstand global gleich verteilen. Was könnte "gerechter" sein als gleiches für alle? Vermutlich mehr als 6 Milliarden Menschen kämen dabei besser weg. Aber KEIN Deutscher hätte ein Haus, eine Eigentumswohnung oder einen Neuwagen...

    Würden Sie da gerne mitmachen?

    • Fifty4
    • 11.03.2010 um 22:54 Uhr

    ich vergaß dabei zu schreiben: "Jedes Jahr die hundert Reichsten zu enteignen", erst dann macht es Sinn.

    Von den Milliarden des Herrn aus Mexico werden in Deutschland keine Häuser gebaut.

  5. ...spät- römische Dekadenz!
    Bravo Herr Forbes, haben sie ihre Leser daran erinnert!Passt in ihre Zeitschrift, der ich seriösen und freien Journalismus in jeder Beziehung, abspreche.

  6. ..wenn man den Aufschwung daran festmachen will dass es mehr Millardäre gibt und weniger daran, wieviele normal arbeitende Menschen an so einem fragwürdigen Aufschwung daran teilhaben. *Hüstel* teilhaben ???
    Merkwürdig auch dass es mehr Millardäre gibt trotz Krise und Bankenrettung.Sollten einige gar nicht von der Krise betroffen gewesen sein ausser die arbeitende Bevölkerung und die Steuerzahler?

    Eine Leser-Empfehlung

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