Stimmen aus Amerika Spinat und Mangold von den Dächern New Yorks
Von wegen, in den USA schützt keiner die Umwelt! Gwen Schantz aus Brooklyn will nachhaltig wirtschaften – und zwar auf ihrem Dach.
© Heike Buchter

Stadtgärtnerin Gwen Schantz
Gwen Schantz sieht so aus, wie man sich eine New Yorkerin aus einem angesagten Viertel vorstellt: Die Augen verborgen hinter enormen Designergläsern, an den Ohren gehämmerte Silberscheiben, dazu ein lässiges gelbes Hoodie-Sweatshirt und derbe Stiefel. Nur, dass sie die Stiefel tatsächlich braucht. Schantz ist Bäuerin – auf den Dächern Brooklyns.
Es war nicht mal ihre Idee. Angefangen haben mit all dem die Betreiber von Roberta's Pizza, einem In-Lokal im Osten Brooklyns. Zwei Junggastronomen, die nachhaltiger wirtschaften wollten. Sie begannen, auf ausrangierten Schiffscontainern Beete mit Salat, Tomaten und Kräutern anzulegen, die sie ihren Gästen servierten.
- Stimmen aus Amerika
Kommt Amerika wieder auf die Beine? Die ZEIT hat überall im Land nachgefragt. Entstanden ist ein großer, mehrteiliger Report zur Lage der Nation, der in der aktuellen Ausgabe (ab Mittwoch am Kiosk) zu lesen ist. Ergänzt wird er durch eine kleine Interview- und Porträt-Serie, in der vielfältige Stimmen aus den USA zu Wort kommen. Eine Auswahl findet sich in der gedruckten ZEIT, die komplette Serie wird in den kommenden Tagen nach und nach exklusiv auf ZEIT ONLINE veröffentlicht.
Die "Farm" lief so gut, dass sie den Schrottplatz nebenan dazumieteten. Und dann heuerten sie Schantz an, damit sie sich als Vollzeitkraft dem Gemüseanbau widmet.
Derzeit bereitet sie den Schrottplatz für die Frühjahrsbepflanzung vor. Das Wrack eines Mercedes aus den dreißiger Jahren rottet neben Pflanzenkübeln, in denen schon erste zarte Spitzen zu sehen sind. "Ratten sind das größte Problem", sagt Schantz. Besonders der Kompost muss vor ihnen geschützt werden. Die "Beete" sind in Plastikbehältern angelegt, die ihr eine Fabrik in der Nähe gegeben hat. "Die wären sonst auf der Deponie gelandet." Praktisch an den Kübeln ist, dass sie mit dem Gabelstapler zur Seite geräumt werden können, etwa um Platz zu machen für eine von Roberta's ausgerichtete Hochzeitsfeier im Grünen. Das bringt zusätzliche Einnahmen.
"In der Stadt muss man den Raum anders nutzen", sagt Schantz, die zuvor für eine Non-Profit-Organisation Analysen zu Nachhaltigkeit und Ernährung erarbeitet hatte, ein Schreibtischjob, der die 28-Jährige nicht richtig befriedigte. Wenn alles gut geht, startet sie kommenden Monat ihr bisher ehrgeizigstes Projekt: ein 13.000 Quadratmeter großes Anbaugebiet auf dem Dach eines Lagerhauses nicht weit von Roberta's. "Das ist das bisher größte Projekt dieser Art, soweit wir wissen", sagt Schantz.
Private Investoren, Freunde und Kunden fanden sich, um die Anschubkosten von 200.000 Dollar aufzubringen. "Als wir beim Eigentümer anriefen und fragten, ob wir das Dach mieten könnten, haben die einfach aufgelegt", erzählt Schantz. "Die dachten, das Ganze sei ein Witz." Doch das Angebot war ernst gemeint, und wenn die Ingenieure grünes Licht geben, wird Schantz dort bereits im Sommer Spinat und Mangold ernten.
"Urban Farming wird nie Landwirtschaft ersetzen, aber wir leisten dennoch einen großen Beitrag: Wir sparen Transportkosten, verbessern die Luft und wir bieten den Familien in der Nachbarschaft, die Möglichkeit mitzuarbeiten." Sie ist sich sicher, dass bald noch mehr "Dachfarmen" folgen werden. Dann könnte Brooklyn wieder ein wenig so aussehen wie zu Zeiten der holländischen Siedler – aus der Vogelperspektive zumindest.
- Datum 04.04.2010 - 19:39 Uhr
- Serie Stimmen aus Amerika
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 9
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






solche beiträge zu lesen. auch wenn es zunächst wie ein tropfen auf dem heissen stein klingt. aber die chinesen sagen auch, "jede reise beginnt mit einem schritt!"
....und wahrnimmt, begann in den USA der Trend zur Nachhaltigkeit bereits in den 60ern und wächst seitdem kontinuierlich. Man muss alte Zeitungen lesen um sich zu vergegenwärtigen, wie das hier damals gesehen wurde. Da wurden Umweltauflagen (bspw der Kath) in den hiesigen überregionalen Zeitungen oder in den öffentlichen Sendern als protektionistische Strategie den Export deutscher Autos zu verhindern beschrien.
Man dann ist hier gerne herablassend, tut gnädig und sagt Dinge wie: "erfrischend
solche beiträge zu lesen. auch wenn es zunächst wie ein tropfen auf dem heissen stein klingt. aber die chinesen sagen auch, "jede reise beginnt mit einem schritt!""
Aber eigentlich sind Einem die Zusammenhänge nur unklar.
....und wahrnimmt, begann in den USA der Trend zur Nachhaltigkeit bereits in den 60ern und wächst seitdem kontinuierlich. Man muss alte Zeitungen lesen um sich zu vergegenwärtigen, wie das hier damals gesehen wurde. Da wurden Umweltauflagen (bspw der Kath) in den hiesigen überregionalen Zeitungen oder in den öffentlichen Sendern als protektionistische Strategie den Export deutscher Autos zu verhindern beschrien.
Man dann ist hier gerne herablassend, tut gnädig und sagt Dinge wie: "erfrischend
solche beiträge zu lesen. auch wenn es zunächst wie ein tropfen auf dem heissen stein klingt. aber die chinesen sagen auch, "jede reise beginnt mit einem schritt!""
Aber eigentlich sind Einem die Zusammenhänge nur unklar.
Sicher eine gute Idee, ausgerechnet ein chinesisches Sprichwort beim Thema "Umweltschutz" zu zitieren ;-)
Ich finde es immer sehr spannend wenn man trotz hoher urbaner Dichte (was ja an und für sich eine große Qualität ist) die Natur zurück in die Stadt bringt. Stück für Stück. Wenns darum geht, mal wieder was Neues aus dem Ärmel zu zaubern könnnen wir noch viel von den Amis lernen.
ich hab mal eine doku gesehen über kuba, dort hat man ähnliches gemacht nachdem aus russland kein öl mehr kam. ich kann mich aber nicht mehr an den titel erinnern.
ich hab mal eine doku gesehen über kuba, dort hat man ähnliches gemacht nachdem aus russland kein öl mehr kam. ich kann mich aber nicht mehr an den titel erinnern.
An dieser Idee ist ueberhaupt nichts nachhaltiges, das ist einfach nur Dummenfang. Gut ich gebe zu, dass die Dame gut davon leben koennen wird da es genug Dumme gibt.
Trotzdem, der uebliche Jubelperser aus Berlin stimmt mal wieder froehlich mit ein.
Bitte mal nachrechnen was 13000 m^2 sind: 130m*100m also ein bischen groesser als ein Fussballfeld. Davon kann man keine Fussballmannschaft ernaehren.
Ihr Kommentar ist schon etwas deplatziert. Leute die das witzig und interessant finden gleich als dumm abzustempeln, ist nicht die feine Art. Lassen sie ihren Frust bitte irgendwo anders aus oder lesen sie Bild.
Ihr Kommentar ist schon etwas deplatziert. Leute die das witzig und interessant finden gleich als dumm abzustempeln, ist nicht die feine Art. Lassen sie ihren Frust bitte irgendwo anders aus oder lesen sie Bild.
....und wahrnimmt, begann in den USA der Trend zur Nachhaltigkeit bereits in den 60ern und wächst seitdem kontinuierlich. Man muss alte Zeitungen lesen um sich zu vergegenwärtigen, wie das hier damals gesehen wurde. Da wurden Umweltauflagen (bspw der Kath) in den hiesigen überregionalen Zeitungen oder in den öffentlichen Sendern als protektionistische Strategie den Export deutscher Autos zu verhindern beschrien.
Man dann ist hier gerne herablassend, tut gnädig und sagt Dinge wie: "erfrischend
solche beiträge zu lesen. auch wenn es zunächst wie ein tropfen auf dem heissen stein klingt. aber die chinesen sagen auch, "jede reise beginnt mit einem schritt!""
Aber eigentlich sind Einem die Zusammenhänge nur unklar.
Die Idee ist nichmal so blöd. Sie müssen bedenken ,dass man nicht nur dass Dach zum anpflanzen hat sondern auch weitere Stockwerke . Beim einem Hochaus mit einem halben hektar grund fläche , 30 Stockwerke und 2 lagen pro stockwerk´, kommt man schon auf 30 hektar. Außerdem kann man dass ganze Jahr ernten hat also 4 Ernten pro was noch einen Multiplikator von 4 ergibt also 120 hektar.
Da ist nochnicht einmal die höhere pflanzendichte bei hydrokultur mitgerechnet.
Ihr Kommentar ist schon etwas deplatziert. Leute die das witzig und interessant finden gleich als dumm abzustempeln, ist nicht die feine Art. Lassen sie ihren Frust bitte irgendwo anders aus oder lesen sie Bild.
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen und halten Sie sich an Netiquette. Danke. Die Redaktion/ew]
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen und halten Sie sich an Netiquette. Danke. Die Redaktion/ew]
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen und halten Sie sich an Netiquette. Danke. Die Redaktion/ew]
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren