ZEW-Barometer Börsenprofis zweifeln zunehmend an Konjunkturerholung
Das ZEW-Barometer ist auf den tiefsten Stand seit Juli 2009 gefallen. Finanzexperten erwarten dennoch, dass sich die deutsche Konjunktur erholen wird – wenn auch langsam.
Deutsche Finanzexperten schätzen die Konjunkturenwicklung zunehmend skeptisch ein. Im März fiel das ZEW-Barometer von 45,1 auf 44,5 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Für das Konjunkturbarometer befragt das Institut 300 Investoren und professionelle Anleger.
Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich Deutschland auf eine längere Phase schwachen Wachstums vorbereiten muss. Im Januar waren die Exporte – eine wichtige Säule der deutschen Wirtschaftsleistung – um rund fünf Prozent im Vergleich zum Vormonat eingebrochen. "Die deutsche Konjunktur ist aus der Intensivstation in die Reha gewechselt, aber von einer kräftigen Gesundung kann noch keine Rede sein", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Impulse dürften vor allem aus den exportorientierten Branchen Maschinenbau, Chemie und Stahl kommen.
Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble setzt darauf, dass sich die Wirtschaft weiter aus der Krise herausarbeitet. Die Erholung habe zuletzt wegen Sondereffekten wie dem Ende der Abwrackprämie für Altautos und dem harten Winter eine Pause gemacht. "Das spricht dafür, dass es nicht ein nachhaltiger Konjunktureinbruch ist", sagte Schäuble im Bundestag. Die Situation bleibe aber kritisch. Die meisten Ökonomen sagen für das laufende Jahr nur eine holprige Erholung voraus.
So auch das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). "Ein selbsttragender Aufschwung ist nicht in Sicht", erklärten die Düsseldorfer Forscher. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft zwar trotz des schwachen Jahresauftakts um zwei Prozent zulegen. Die Belebung dürfte aber schon ab Sommer wieder an Schwung verlieren. 2011 werde das Bruttoinlandsprodukt deutlich langsamer steigen – um lediglich 1,2 Prozent. "Das Wachstum ist sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr zu schwach, um den negativen Trend auf dem Arbeitsmarkt zu brechen."
Die Bankvolkswirte zeigten sich somit vor allem für die zweite Jahreshälfte 2010 verhalten. Auch sie verwiesen insbesondere auf auslaufende Konjunkturprogramme und die hohe Verschuldung im privaten und öffentlichen Bereich. Letzteres dürfte die stark exportorientierte Wirtschaft Deutschlands belasten. Auch die Postbank nennt das globale Umfeld als Belastungsfaktor und spricht von einer zunehmenden Unsicherheit über die Wachstumsperspektiven.
Für den Euroraum ergibt sich eine ähnliche Tendenz wie für Deutschland. Die Konjunkturerwartungen sanken um 2,3 Punkte auf 37,9 Punkte. Die Lagebeurteilung stieg um 0,8 Punkte auf minus 61,3 Punkte. An den Finanzmärkten konnten der Euro und die Aktien leicht profitieren, während die deutschen Staatsanleihen Kursverluste hinnehmen mussten.
- Datum 16.03.2010 - 14:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 3
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Vor der Bundestagswahl wurde immer vom Wachstum geredet,wo
bleibt es,Frau MERKEL!Ausser Schulden machen kommt nicht
raus auf der ganzen Welt,auch in China,der Aufschwung findet
mehr in den Medien statt als im realem Leben.Sind die Kon-
junkturprogramme aufgebraucht,trägt sich die Wirtschaft nicht selber,bei der Massenverschuldung kommt eher etwas
anderes!
O weh! Dann müssen die Armen ja noch ein Weilchen warten, bis sie den nächsten Raubzug starten. Oder ist es egal? Wettet man auf den Untergang?
soviel zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz von Schwarzgelb
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