US-Banken Goldman Sachs überrascht mit Gewinnverdoppelung

Die amerikanische Großbank hat im ersten Quartal einen Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar erzielt, doppelt so viel wie vor einem Jahr. Betrugsvorwürfe trüben den Glanz aber.

Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen verdiente Goldman einen Großteil des Gewinns im klassischen Wertpapiergeschäft. Analysten hatten mit einem deutlich schlechteren Ergebnis gerechnet.

Vorbörslich legte die Aktie 1,6 Prozent zu. Nach Bekanntwerden der Betrugsklage der US-Börsenaufsicht am Freitag war das Papier um mehr als zwölf Prozent eingebrochen. Die Börsenaufsicht SEC wirft dem Institut vor, Investoren bei der Vermarktung eines verbrieften Hypothekenkredits (CDO) getäuscht zu haben. Auch die britische Finanzaufsicht FSA nimmt die Bank deswegen unter die Lupe.

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Die Einnahmen lagen zum Jahresauftakt bei 12,8 Milliarden Dollar und damit ebenfalls über den Erwartungen. Für Vergütungen wie Bonuszahlungen legte das Institut 5,5 Milliarden Dollar zurück, nach 4,7 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Im Vorquartal hatte Goldman nach massiver Kritik an Bonuszahlungen noch darauf verzichtet, Geld für weitere Mitarbeiter-Prämien zurückzulegen.

Im Investmentbanking erreichten die Erträge 1,2 Milliarden Dollar. Das waren 44 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, aber 28 Prozent weniger als im letzten Vierteljahr 2009. Das Institut hat in der Finanzkrise seinen Status als reine Investmentbank aufgegeben und gilt inzwischen als einflussreichstes Geldhaus an der Wall Street. "Angesichts der derzeitigen Ereignisse, die die Firma betreffen, schätzen wir die Unterstützung unserer Kunden und Aktionäre sowie den Einsatz und das Bekenntnis unserer Mitarbeiter", sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein.

Analyst Michael Holland von Holland&Co sagte, Goldman habe gezeigt, dass sie die Besten der Besten seien. Auch sein Kollege David Morrison bezeichnete den Quartalsgewinn als sehr gut, rechnet jedoch wie viele seiner Kollegen mit Auswirkungen der SEC-Klage: "Die Anleger würden sich gerne auf die grandiosen Zahlen konzentrieren, die Nachricht, dass die FSA eine formelle Untersuchung einleitet, nimmt jedoch einigen Glanz."

Nach den Betrugsvorwürfen gegen Goldman Sachs fordern Politiker der Regierungskoalition in Berlin einen Stopp für neue Aufträge des Bundes an die US-Bank. Außerdem werden Stimmen laut, auch deutsche Institute zu durchleuchten und mögliche Betrügereien zu prüfen.

 
Leser-Kommentare
  1. Nur blöd, dass die US-amerikanischen Behörden mit ehem. Goldmännern durchwachsen sind.

  2. Anscheinend ist die amerikanische Börsenaufsicht SEC in Sachen geschädigte IKB besser und unsere deutsche BAFIN hat trotz Aufforderung zur Nachprüfung nichts gesehen, nichts gehört und nichts gesagt.
    Und warum klagt die IKB jetzt nicht in Amerika gegen Goldman Sachs? Weil die neuen Besitzer, die Heuschrecke Lone Star, selber aus Texas ist. Da wird gemauschelt, getäuscht und die Aktionäre betrogen. Was ist mit dem deutschen Finanzministerium, nichts zu hören, nichts zu sehen, wo ist überhaupt der Minister? Was macht der deutsche Wirtschaftsminister dagegen?
    Was sagen sie dazu Herr Bundesbankpräsident Prof. Axel Weber

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