Kettenreaktion Ratingagentur stuft auch Spanien herab

Nach Griechenland und Portugal hat S&P nun auch die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgesetzt. Die Finanzmärkte brachen sofort ein, der Euro sank auf ein Rekordtief.

Ist dies der Beginn einer Kettenreaktion? Spanien ist das dritte Euroland, dessen Kreditwürdigkeit in kürzester Zeit herabgestuft wurde

Ist dies der Beginn einer Kettenreaktion? Spanien ist das dritte Euroland, dessen Kreditwürdigkeit in kürzester Zeit herabgestuft wurde

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat jetzt auch die Kreditwürdigkeit von Spanien um eine Note auf "AA" gesenkt. Eine weitere Herabstufung Spaniens sei möglich, hieß es in einer Mitteilung. Der Ausblick spiegele wider, dass sich die Haushaltslage in dem Land schlechter als erwartet entwickele.

Nach dem hochverschuldeten Griechenland gilt Spanien neben Portugal als weiterer finanzpolitischer Wackelkandidat der Euro-Zone. Spanien hatte vor der Krise noch von S&P die Bestnote AAA erhalten.
Die Börse in Madrid schloss nach der Herabstufung des Landes durch Standard & Poor's mit 2,99 Prozent im Minus.

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Am Dienstag hatte die Ratingagentur bereits die Kreditwürdigkeit von Griechenland und Portugal herabgestuft und damit besonders die finanzpolitischen Handlungsmöglichkeiten der Regierung in Athen weiter eingeschränkt. Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite – sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.

Deutschlands Beitrag

Geplant ist, dass die staatliche Förderbank KfW der griechischen Regierung einen Kredit für zwölf Monate von bis zu 8,4 Milliarden Euro gewährt, der durch eine Bürgschaft des Bundes abgesichert ist. Es gibt noch keine konkrete Angabe zu weiterer Hilfe für 2011 und 2012, im Gespräch sind bis zu 30 Milliarden Euro. Das Gesetz soll im beschleunigten Verfahren durch Bundestag und Bundesrat. Die Bundesregierung begründet das Gesetz damit, dass es die Stabilität des Euro sichern helfe, was auch Deutschland nütze.

Gesamtvolumen

Die Euro-Länder haben ein Drei-Jahres-Programm aufgelegt, in dessen Rahmen im ersten Jahr bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro fließen könnten. Bis 2012 ist von bis zu 135 Milliarden Euro die Rede. Daran beteiligen sich alle 15 Euroländer entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligung an der Europäischen Zentralbank. Für Deutschland sind das rund 28 Prozent, für 2010 also etwa 8,4 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds würde ein weiteres Drittel der Gesamtlasten übernehmen, also im ersten Jahr zusätzliche 15 Milliarden Euro bereitstellen. Über den Bedarf im zweiten und dritten Jahr soll später entschieden werden. Die EU-Staaten betonen, dass die Hilfen keine Subvention darstellen – auf die Kredite müsse Griechenland einen marktüblichen Zins zahlen.

Zeitplan

Die Staats- und Regierungschefs sollen möglichst am 10. Mai bei einem Sondergipfel oder in einer Telefonkonferenz über die Hilfe abstimmen. Der Zeitplan sieht einen Abschluss der derzeit laufenden Verhandlungen der griechischen Regierung mit dem IWF und der EU-Kommission über ein Sparpaket für 2011 und 2012 am 2. Mai vor. Am gleichen Tag wollen die Euro-Finanzminister das Verhandlungsergebnis bewerten. Im griechischen Parlament steht dann am 6. und 7. Mai die Abstimmung über das Sparprogramm an.

Auf Grundlage der EU-Bewertung könnte das Bundeskabinett bereits am Montag, 3. Mai das Gesetz auf den Weg bringen. Bundestag und Bundesrat würden innerhalb der Woche folgen.

Die erste Tranche des Hilfskredites soll vor dem 19. Mai ausgezahlt werden. An dem Tag steht eine Milliardenumschuldung der griechischen Regierung an.

Risiko

Der Bürger ist zunächst nicht betroffen. Die deutschen Kredite sollen über die Staatsbank KfW gestellt werden. Der Bund muss sich dafür allerdings verbürgen. Das heißt: Erst wenn Athen nicht mehr in der Lage wäre, die Kredite zurückzuzahlen, würden der Bundeshaushalt und damit die Steuerzahler belastet. Wird Griechenland gerettet, könnte der KfW-Kredit sogar ein Geschäft für die Deutschen werden. 

EU-Vertrag

Umstritten bleibt, ob die EU-Hilfen für Griechenland einen Verstoß gegen den EU-Vertrag darstellen. Er verbietet den Euro-Staaten eigentlich, sich gegenseitig Schulden abzunehmen (sogenannte "No-Bailout"-Klausel). Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, hält das Kreditprogramm für vertragskonform.

Der Maastricht-Vertrag lässt aber für finanziellen Beistand Spielraum: Er macht Ausnahmen bei Naturkatastrophen und anderen unvorhersehbaren Ereignissen. Fraglich ist indes, ob die übermäßige Verschuldung eines Landes darunterfällt. Die deutschen Euro-Kritiker Wilhelm Hankel, Joachim Starbatty, Wilhelm Nölling und Karl Albrecht Schachtschneider wollen vor Gericht ziehen, falls Geld für Griechenland fließen sollte.

Ob die Furcht der Anleger vor einer Ausweitung der griechischen Schuldenkrise auf andere Euro-Staaten damit bestätigt worden ist, muss sich noch zeigen. Der Dax reagierte prompt auf das Bekanntwerden der Herabstufung. Der Leitindex gab nach seinem 2,7-prozentigen Vortagesrutsch zur Eröffnung 0,3 Prozent auf 6141 Punkte nach; mittlerweile liegt er noch deutlich niedriger bei 6084,34 Punkten.

Unter Verkaufsdruck standen dabei die Deutsche Bank und die Commerzbank, deren Aktien sich um jeweils rund ein Prozent auf 51,94 beziehungsweise 6,04 Euro verbilligten. Der europäische Branchenindex gab ebenfalls um ein Prozent nach.

Die Börsen hatten bereits am Dienstagabend nachgegeben, als das Rating für griechische Staatsanleihen von Standard & Poor's auf das Ramschniveau "BB+" gesenkt wurde. Zusätzliche Besorgnis löste die Nachricht aus, dass auch das Euroland Portugal, das ebenfalls mit einem großen Defizit zu kämpfen hat, erneut herabgestuft wurde. Experten warnen bereits gestern vor einer Kettenreaktion.

Der Euro, der sich am Morgen leicht von seinen Vortagesverlust erholt zu haben schien, sank nach der Herabstufung Spaniens auf ein neues Tief von 1,3116 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit knapp einem Jahr.

Für das von einer Staatspleite bedrohte Griechenlands wird es nach der Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit noch teurer, sich neues Geld an den Kapitalmärkten zu besorgen. Athen braucht bis zum 19. Mai aber dringend 8,5 Milliarden Euro für eine fällige Staatsanleihe. Die nochmals deutlich gestiegene Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands hat die Rendite der zweijährigen griechischen Staatsanleihen am Mittwoch auf fast 25 Prozent getrieben.

Die griechische Börsenaufsicht hat unterdessen zum zweiten Mal in der Wirtschaftskrise Leerverkäufe an der Athener Börse untersagt. Die Behörde begründete das bis zum 28. Juni geltende Verbot mit den außergewöhnlichen Bedingungen auf dem griechischen Börsen-Parkett. Bei Beginn der Krise im Oktober 2008 war diese Art von Handel schon einmal bis Juni 2009 verboten worden. Bei Leerverkäufen wetten Investoren auf fallende Kurse von Wertpapieren oder Währungen. Sie leihen sich Aktien von anderen Anlegern, verkaufen diese und versuchen, sich anschließend billiger damit einzudecken.

Am Dienstag hatten Aktien an der Athener Börse sechs Prozent verloren, Werte von Banken gingen sogar um neun Prozent nach unten.

Leser-Kommentare
  1. was der Sinn da sagt.
    So viel Lebenserfahrung haben schon Zehnjährige, dass sie das wissen.

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    • joG
    • 28.04.2010 um 9:13 Uhr

    ....mit Spreadsheets finden Sie dazu hier:
    http://blogs.reuters.com/...

    • asx
    • 28.04.2010 um 12:17 Uhr

    eines der wenigen Sinn-Statements, die ich unterschreiben würde.
    "Selbst wenn sich die optimistische Annahme bewahrheiten sollte, dass die griechische Wirtschaft jährlich um zwei Prozent wächst, die Regierung ihre Ausgaben um zehn Prozent kürzt und Kredite zu fünf Prozent Zins aufzunehmen sind, würde sich Athens Schuldenstand in sieben Jahren von derzeit 113,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 148,2 Prozent erhöhen." (Quelle SZ)

    Wenn ich mir das Anschaue, verstehe ich leider sehr gut warum Griechenbonds als "Junk" (Müll, Ramsch) bezeichnet werden. In so ein bodenloses Fass kann doch kein vernünftiger Mensch sein Geld stecken wollen. Und wem werden sie das Geld wohl zuerst vorenthalten?
    Den Banken? Nie im Leben, damit wäre ihr Grabstein bestellt.
    Dem IWF? Niemals, den letzten Notanker wirft man nicht sinnlos über Bord!
    Den Euroländern, die ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind (so ist es leider). Schon eher. Da wird dann eine Fristenverlängerung ausgehandelt oder mal eben eine Forderung ausgesetzt und am Ende sehen wir das Geld nie wieder.
    Sollen wir dann vielleicht das Bundesinkassoteam (Bundeswehr) schicken um unser Geld zu holen wie es früher üblich war? Damals hieß das glaube ich Strafexpedition und ist aktuell leicht aus der Mode gekommen...
    Wir müssen wohl einsehen, dass uns die Griechen und vor allem auch die Politiker, die sie aufgenommen haben (mal wieder der Bimbes-Helmut), ziemlich tief in die Scheiße geritten haben!

    • joG
    • 28.04.2010 um 9:13 Uhr

    ....mit Spreadsheets finden Sie dazu hier:
    http://blogs.reuters.com/...

    • asx
    • 28.04.2010 um 12:17 Uhr

    eines der wenigen Sinn-Statements, die ich unterschreiben würde.
    "Selbst wenn sich die optimistische Annahme bewahrheiten sollte, dass die griechische Wirtschaft jährlich um zwei Prozent wächst, die Regierung ihre Ausgaben um zehn Prozent kürzt und Kredite zu fünf Prozent Zins aufzunehmen sind, würde sich Athens Schuldenstand in sieben Jahren von derzeit 113,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 148,2 Prozent erhöhen." (Quelle SZ)

    Wenn ich mir das Anschaue, verstehe ich leider sehr gut warum Griechenbonds als "Junk" (Müll, Ramsch) bezeichnet werden. In so ein bodenloses Fass kann doch kein vernünftiger Mensch sein Geld stecken wollen. Und wem werden sie das Geld wohl zuerst vorenthalten?
    Den Banken? Nie im Leben, damit wäre ihr Grabstein bestellt.
    Dem IWF? Niemals, den letzten Notanker wirft man nicht sinnlos über Bord!
    Den Euroländern, die ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind (so ist es leider). Schon eher. Da wird dann eine Fristenverlängerung ausgehandelt oder mal eben eine Forderung ausgesetzt und am Ende sehen wir das Geld nie wieder.
    Sollen wir dann vielleicht das Bundesinkassoteam (Bundeswehr) schicken um unser Geld zu holen wie es früher üblich war? Damals hieß das glaube ich Strafexpedition und ist aktuell leicht aus der Mode gekommen...
    Wir müssen wohl einsehen, dass uns die Griechen und vor allem auch die Politiker, die sie aufgenommen haben (mal wieder der Bimbes-Helmut), ziemlich tief in die Scheiße geritten haben!

    • knuham
    • 28.04.2010 um 8:20 Uhr

    """der Euro sank auf ein Rekordtief"""

    Richtigstellung : der EURO SINKT beständig (Präsens)

    """Die Frage nach einer Umschuldung stelle sich nicht, sagte van Rompuy."""

    Richtigstellung : ohne Umschuldung sind IWF-Hilfsmaßnahmen noch nie in dem erforderlichen Ausmaß vorgenommen worden. Spricht Herr van Rompuy nun bereits für das IWF, also Strauss-Kahn?

    Diese Verquickung von Not und Elend ist unerträglich.

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    • joG
    • 29.04.2010 um 6:56 Uhr

    ....mit Haircut (vielleicht 25%) versehen umgeschuldet werden und alle neuen Anleihen garantiert. Gleichzeitig sollte man bekannt geben, wie man verfahren wird, wenn Spanien abschmiert, damit man nicht noch einmal so viel Schaden durch sein inkompetentes Zögern und Zaudern verursacht. Es wird hier schon zur Gewohnheit.
    Erinnern Sie sich alle an die von der damalsigen Regierung so beliebten Theorie, dass Deutschland nicht getrffen würde von der Finanzkrise? "Abgekoppelt" wollte man sein und vermerkte unser Problem erst zu, als die Zahlen bereits eingebrochen waren und daher viel zu spät hektische Maßnahmen ergriff. Man hätte gedacht, dass die Regierungspersonen gelernt hätten.
    Dieses Mal ist die mangelhafte Vorbereitung schlimmer, da sie die Lage half zu zu spitzen.

    • joG
    • 29.04.2010 um 6:56 Uhr

    ....mit Haircut (vielleicht 25%) versehen umgeschuldet werden und alle neuen Anleihen garantiert. Gleichzeitig sollte man bekannt geben, wie man verfahren wird, wenn Spanien abschmiert, damit man nicht noch einmal so viel Schaden durch sein inkompetentes Zögern und Zaudern verursacht. Es wird hier schon zur Gewohnheit.
    Erinnern Sie sich alle an die von der damalsigen Regierung so beliebten Theorie, dass Deutschland nicht getrffen würde von der Finanzkrise? "Abgekoppelt" wollte man sein und vermerkte unser Problem erst zu, als die Zahlen bereits eingebrochen waren und daher viel zu spät hektische Maßnahmen ergriff. Man hätte gedacht, dass die Regierungspersonen gelernt hätten.
    Dieses Mal ist die mangelhafte Vorbereitung schlimmer, da sie die Lage half zu zu spitzen.

    • joG
    • 28.04.2010 um 8:42 Uhr

    ....zu erkennen. Sie hätte abgewendet werden können, hätte man bereits damals seine Hausaufgaben gemacht. Das haben die Bürokratien und Politiker nicht. Ob das aus völligem Unwissenheit der Funktionsweise der Märkte geschah oder aus innenpolitischem Kalkül, ist schwer zu sagen. Dass die Bürokratien und politischen Kreise jedoch alles getan haben, was sie konnten, um die Marktteilnehmer zu verunsichern (Wer würde eine Anleihe kaufen, wenn der Garantor sagt sie würde defaulten?) und so die Märkte fundamental destabilisiert.

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    Die Situation war schon beim Beitritt der Griechen absehbar, war absehbar nach dem VErletzen der Defizitkriterien der Deutschen und dem VErsagen der EU-Institutionen im letzten Jahrzehnt.
    Das hat meiner MEinung nach mit einer Art Groessenwahn der Politiker zu tun. Getreu nach dem Motto "This time is different" (Rogoff) haben sie die Risiken von vertragsbruch und bilanzfaelschung kleingeredet.
    Im Zuge der akuten krise wurde natuerlich auch vollkommen falsch gehandelt, da die Politik keine klare Linie verfolgte und so alle verunsicherte. ICh erinnere da an die Diskussionen um einen EWF, dann an die falschen Aussagen des griechischen Finanzministers, dass sein LAnd keine Hilfen brauche und nicht in Gefahr sei und an das Lavieren unserer Kanzlerin.

    Maerkte leben von Vertrauen. Wenn Politiker dieses untergraben, indem sie Vertraege brechen und keinen klaren Kurs fahren, muss sich niemand ueber die Folgen beschweren.

    In haftung dafuer zu nehmen sind Politiker fast aller Parteien, die in den letzten JAhren verantwortlich waren und diese Fehler trotz besseren Wissens begangen haben.

    Doch haben Sie vielleicht schon einmal daran gedacht, die Verzögerung war notwendig, damit die Banken und Versicherungen rechtzeitig ihr Geld abziehen konnten, bevor die Länder zusammen brechen? Denn wer will schließlich, dass diese Institutionen als Verlierer da stehen.

    Die Situation war schon beim Beitritt der Griechen absehbar, war absehbar nach dem VErletzen der Defizitkriterien der Deutschen und dem VErsagen der EU-Institutionen im letzten Jahrzehnt.
    Das hat meiner MEinung nach mit einer Art Groessenwahn der Politiker zu tun. Getreu nach dem Motto "This time is different" (Rogoff) haben sie die Risiken von vertragsbruch und bilanzfaelschung kleingeredet.
    Im Zuge der akuten krise wurde natuerlich auch vollkommen falsch gehandelt, da die Politik keine klare Linie verfolgte und so alle verunsicherte. ICh erinnere da an die Diskussionen um einen EWF, dann an die falschen Aussagen des griechischen Finanzministers, dass sein LAnd keine Hilfen brauche und nicht in Gefahr sei und an das Lavieren unserer Kanzlerin.

    Maerkte leben von Vertrauen. Wenn Politiker dieses untergraben, indem sie Vertraege brechen und keinen klaren Kurs fahren, muss sich niemand ueber die Folgen beschweren.

    In haftung dafuer zu nehmen sind Politiker fast aller Parteien, die in den letzten JAhren verantwortlich waren und diese Fehler trotz besseren Wissens begangen haben.

    Doch haben Sie vielleicht schon einmal daran gedacht, die Verzögerung war notwendig, damit die Banken und Versicherungen rechtzeitig ihr Geld abziehen konnten, bevor die Länder zusammen brechen? Denn wer will schließlich, dass diese Institutionen als Verlierer da stehen.

  2. Vielleicht sollte man die Überschrift modifizieren: Experten drohen mit Kettenreaktion an den Märkten.

    Entweder wir leiten Steuergelder über die griechischen (und andere) Staatskassen um auf die Konten jener Banken, die die herabgestuften Staatsanleihen halten, oder wir sie jaulen uns hinterher die Hucke voll, wenn sie die Papiere abschreiben müssen. Der Ruf nach Rettungsschirmen gehört ja fast schon zum Grundvokabular der Bankenvorstände.

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    • lepkeb
    • 28.04.2010 um 19:34 Uhr

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    • lepkeb
    • 28.04.2010 um 19:34 Uhr

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  3. ... einschwenken. Sie weiss ganz genau, dass Deutschland der Riesenverlierer ist, wenn man die Griechen im Stich lässt. Einmal als Exportnation und ausserdem als Europa-Befürworter. Wo die Dame endlich mal Druck machen sollte, sind die Eurokraten, die sich jahrelang mit getürkten Angaben haben hinhalten lassen.

    In den Banken hat man wohl besser gewusst, was sich anbahnt und trotzdem (?) fleissig investiert. Jo Ackermann´s Deutsche Bank hat etwa 30 Mrd. in Griechenland angelegt und verkündet gerade das zweitbeste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte.

    Das ist dann der zweite Grund, warum Merkel die Geldbörse mit demonstrativem Weinen und Fordern öffnen wird: Der Deutschen Bank kann sie praktisch keinen Wunsch abschlagen. Wobei Ackermann erst zum Kaffeekränzchen fahren wird, wenn es den optimalen Mittelfluss in Richtung Deutsche Bank bedeutet. Dazu ist noch Zeit, Gespräche mit Griechenland am 10.05. und die Griechen brauchen am 17.05. Bares. Nach HRE-Szenario bedeutet das, Merkel erfährt erst in dieser einen Woche, was noch so alles kippt, wenn Griechenland mit leeren Taschen dasteht. Ich rechen nicht damit, dass ihre Mitarbeiter davon wissen (siehe HRE und Folgen).

    Und Sinn? Etwa Kanzler Kohl hat gezeigt, dass Schuldenerlass im Stillen kein Problem ist: Ein Nachmittag bei Boris Jelzin auf der Datscha und etwa 5 Mrd. Mark russische Schulden waren weg. Was also ist der Zweck der Sinnschen Aussage, außer, dass er Stimmung macht und ausnutzt?

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • joG
    • 28.04.2010 um 9:13 Uhr

    ....mit Spreadsheets finden Sie dazu hier:
    http://blogs.reuters.com/...

  4. Der Anfang vom Ende wurde gestern eingeläutet,die Zahlungen
    werden kein Ende nehmen,auch bei Umschuldung oder Schulden-
    erlass werden die staatlichen Banken HRE,Commerzbank wieder
    Geld brauchen,die Staatsschulden zunehmen.Sollte die EU die
    jetzige Situation in den Griff kriegen werden die gleichen
    Probleme nur verlagert und spätestens im halben Jahr wieder
    auftauchen,wobei die Staatsschulden bei jedem EU-Land noch
    wachsen werden mit jeder Zahlung,der Euro macht sich immer
    mehr Angreifbar.Wir werden sehen,wie diese Spiel ausgeht,
    vielleicht erlebt der Dollar noch sein Waterloo.

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