Finanzkrise Griechenland will IWF-Hilfe vermeiden
Gerade erst haben sich die EU-Regierungschefs auf einen Nothilfeplan für das bankrotte Griechenland geeinigt. Nun berichten Insider, Athen wolle diesen korrigieren.
© Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Den Euro zu Grabe tragen – oder doch nicht? Griechenlands Regierung will jetzt doch keine finanzielle Hilfe vom IWF, sondern von seinen europäischen Partnern
Medienberichten zufolge strebt Athen Korrekturen am Nothilfeplan der EU-Länder an, um ein Einschalten des Internationalen Währungsfonds zu vermeiden. Die vom IWF in Aussicht gestellten Bedingungen seien hart und könnten soziale und politische Unruhen hervorrufen, zitierte die Finanznachrichtenagentur Market News International am Dienstag einen ranghohen Regierungsvertreter. Mehrere Kabinettsmitglieder hätten aus diesem Grund Kritik an einem Beitrag des IWF geäußert.
Die Regierung in Athen strebe einen Rettungsplan mit klarerem europäischen Schwerpunkt ohne IWF-Beteiligung an, berichtete MNI weiter. Sie rechne dann mit einer schnelleren Reaktion der Euro-Partner, sollte sie doch noch um Finanzhilfen bitten. Den Kreisen zufolge sei dies nicht auszuschließen. Obwohl Griechenland bislang nicht um Finanzhilfen gebeten habe, sei die Möglichkeit dafür doch groß.
Die griechische Regierung dementierte den Bericht. Es sei nicht geplant, neu über das Paket zu verhandeln, sagte ein Vertreter des Finanzministeriums. "Es gibt eine Vereinbarung zum Hilfsmechanismus, und wir bleiben dabei."
Einem anderen Medienbericht zufolge will Griechenland Ende April in den USA eine milliardenschwere Anleihe auflegen. Zum ersten Mal wolle das hoch verschuldete Land dabei als Schwellenland auftreten, berichtete die Financial Times. Fünf bis zehn Milliarden Dollar wolle Griechenland so einnehmen und damit seine Verpflichtungen für den Monat Mai mitfinanzieren. Nach dem 20. April werde Finanzminister Giorgos Papakonstantinou eine "Roadshow" in den USA starten, hieß es unter Berufung auf Kreise.
Die EU-Länder hatten Ende März einen Nothilfeplan für Griechenland beschlossen. Dieser ermöglicht Hilfen des IWF und bilaterale Kredite der Euro-Staaten, sollte das Land anderweitig kein Kapital mehr erhalten.
- Datum 06.04.2010 - 11:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 15
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denn am Ende zahlt eh Deutschland.
meines Erachtens halten die Griechen die Bedingungen, die der IWF an Griechenland stellt für zu "strikt".
Dies wirft ein schlechtes Bild auf die Sparbemühungen Griechenlands.
da gibt es nur eins: ins's Baltikum schauen, wie dort in Lettland das gleiche Problem gelöst wird.
Wer in den EURO Raum wollte, muss nun damit leben, dass er nicht die Währung abwerten und damit die Finanzsanierung bewältigen kann. So bleiben nur Kürzungen mit allen den dummen psychologischen Effekten.
Michael hat leider recht. Am Ende müssen wieder wir einspringen. Wir, die bis 67 arbeiten müssen während die Griechen spätestens mit 60 in Rente gehen. Beamte konnten dort sogar mit 33 schon in Rente gehen (mit vollen Bezügen)! 15 Jahre Dienst 1 Kind haben dafür gereicht. Und dann kriegen die Griechen auch noch 14 Gehälter, die Politiker sogar 16. Die Griechen vertrauen dem Staat nicht und versteuern deswegen ihre Einkünfte nicht. Und der Staat beschäftigt x-mal mehr Beamte als er benötigt, die alle gar keine Aufgaben haben.
...hat ja bisher nicht viel genützt. Griechenland hat durch seine jahrelangen Betrügereien viel Vertrauen verspielt. Die Folgen müssen jetzt die Bürger dort tragen.
Was ein Blödsinn hier schon wieder geschrieben wird. Warum will Griechenland wohl keine Hilfe vom IWF? Ich kann es verstehen. Wenn man sich die Bedingungen des IWF, die an eine Hilfe geknüpft sind, genauer anschaut, würde ich das auch nicht wollen. Der IWF fordert nämlich in aller Regel die Öffnung der Märkte für ausländische Unternehmen, Deregulierung der Märkte im Inneren, Privatisierung "noch" staatlicher Unternehmen durch ausländische Investoren und Anhebung der Preise des täglichen Lebens. Das alles hat in Ländern wie Südafrike, Chile, Polen, usw. ganz ausgesprochen gut geklappt. Wenn die Bevölkerung nicht mitmachen wollte, hat man sie eben dazu gezwungen. In einem Land wie Griechenland, das die Demokratie erfunden hat, wird das nicht so einfach gehen und der griechische Staat wird seine Leute bei entstehenden Unruhen nicht einfach mit militärischen Mitteln von der Strasse fegen können.
Des Weiteren sollten wir aufhören so abfällig über die Situation in Griechenland zu sprechen. Als man dort nämlich noch sehr billig Urlaub machen konnte, war dieses Land gerade gut genug für die meisten von uns. Erst wenn Europa in der Lage ist eine solche Krise zu meistern, kann auch ein einheitliches Europa entstehen. Aber in vielen Köpfen ist das noch nicht möglich, wie man an den Kommentaren immer wieder lesen kann...
"Als man dort nämlich noch sehr billig Urlaub machen konnte, war dieses Land gerade gut genug für die meisten von uns..."
Was dieses EINE Statement angeht bin ich vollkommen bei Ihnen.
Und wenn wir schon mal dabei sind Urlaubsziele nur desshalb in den Euro-Verbund mit aufzunehmen weil sie so schön und billig sind lassen Sie uns doch gleich fortfahren mit: Tschechien, Polen, Litauen, Dominikanische Republik, Thailand, Vietnam, Dagistan....
Diese Hetzparolen gegen Griechenland, die man neuerdings sehr häufig hört, erinnert einen mit einem mulmigen Gefühl an die Geschichte der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, Damals wurden auch Andere für die Probleme im eigenen Land zur Verantwortung gezogen.
Wenn sich die Griechen die Abwertung ihrer Lebensrechte nicht gefallen lassen, dann kann ich dem nur zustimmen. Jeder Deutsche sollte sich doch die Frage stellen, warum gerade bei uns die ALG 2 Gesetze eingeführt werden konnten und wir jetzt bis 67 arbeiten müssen.
Ich kann „schlicktown_patrick“ nur zustimmen. Wer Neoliberalismus zulässt, wird am Ende doppelt zur Kasse gebeten. Wenn ich daran denke, welcher Hype damals um den Verkauf der Telekom gemacht wurde, kann man nur Lachen. Kaum ein Deutscher begriff damals, hier wurde ein staatliches Unternehmen an die Bürger des eigenen Landes verkauft, welches sich bereits im Besitz der Bürger befand. Die Telekom wurde 40 Jahre lang mit Steuergeldern aufgebaut, anschließend privatisiert und erneut an die Steuerzahler verkauft. Super! Jeder Grieche der sich gegen solche Machenschaften wehrt, verdient mein Respekt. Jeder Deutsche im Übrigen auch.
"Als man dort nämlich noch sehr billig Urlaub machen konnte, war dieses Land gerade gut genug für die meisten von uns..."
Was dieses EINE Statement angeht bin ich vollkommen bei Ihnen.
Und wenn wir schon mal dabei sind Urlaubsziele nur desshalb in den Euro-Verbund mit aufzunehmen weil sie so schön und billig sind lassen Sie uns doch gleich fortfahren mit: Tschechien, Polen, Litauen, Dominikanische Republik, Thailand, Vietnam, Dagistan....
Diese Hetzparolen gegen Griechenland, die man neuerdings sehr häufig hört, erinnert einen mit einem mulmigen Gefühl an die Geschichte der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, Damals wurden auch Andere für die Probleme im eigenen Land zur Verantwortung gezogen.
Wenn sich die Griechen die Abwertung ihrer Lebensrechte nicht gefallen lassen, dann kann ich dem nur zustimmen. Jeder Deutsche sollte sich doch die Frage stellen, warum gerade bei uns die ALG 2 Gesetze eingeführt werden konnten und wir jetzt bis 67 arbeiten müssen.
Ich kann „schlicktown_patrick“ nur zustimmen. Wer Neoliberalismus zulässt, wird am Ende doppelt zur Kasse gebeten. Wenn ich daran denke, welcher Hype damals um den Verkauf der Telekom gemacht wurde, kann man nur Lachen. Kaum ein Deutscher begriff damals, hier wurde ein staatliches Unternehmen an die Bürger des eigenen Landes verkauft, welches sich bereits im Besitz der Bürger befand. Die Telekom wurde 40 Jahre lang mit Steuergeldern aufgebaut, anschließend privatisiert und erneut an die Steuerzahler verkauft. Super! Jeder Grieche der sich gegen solche Machenschaften wehrt, verdient mein Respekt. Jeder Deutsche im Übrigen auch.
"Als man dort nämlich noch sehr billig Urlaub machen konnte, war dieses Land gerade gut genug für die meisten von uns..."
Was dieses EINE Statement angeht bin ich vollkommen bei Ihnen.
Und wenn wir schon mal dabei sind Urlaubsziele nur desshalb in den Euro-Verbund mit aufzunehmen weil sie so schön und billig sind lassen Sie uns doch gleich fortfahren mit: Tschechien, Polen, Litauen, Dominikanische Republik, Thailand, Vietnam, Dagistan....
Ich denke, es wäre nicht richtig meine Vision für ein Land zu definieren. Es müßen immer die Leute Visionen für ihr Land definieren, die in ihm leben. Und genau das tuen die Griechen gerade. Sie möchten nicht in eine lange Abhängigkeit von anderen getrieben werden, darum widersetzen sie sich dem IWF.
Aber wenn ich eine Vision habe, dann das Menschen ohne sich zu bekriegen nebeneinander und in Wohlstand zusammen leben können. Das geht aber nur, wenn man den neoliberalen Kapitalismus, der in den letzten 30 Jahren auf der Erde stattgefunden hat endlich beendet. Barrack Obama ist mit der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse in den USA also auf dem richtigen Weg...
Nun zu #6: Ich denke nicht, dass das eine Grundlage für eine Debatte ist. Ich habe lediglig ein kleines Beispiel gebracht, in dem sich ein großteil unserer Bevölkerung wiederfinden kann. Wen ich anfangen würde Beispiele zu bringen, in denen sich große Unternehmen auf Welttournee im Wirtschaftstourismus befinden, hätte ich hier nicht genug Zeichen. Viele andere Länder haben wir mit unserem Raubtierkapitalismus schon zerstört, ohne Rücksicht auf die Menschen, die dort leben. In Griechenland weitermachen? Danach können wir dann in Italien beginnen, dann in Spanien, usw. Solange, bis wir merken, das wir plötzlich vor unserer eigenen Haustür stehen, um Schulden einzutreiben.
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