Video-Debatte "Der Maßstab muss das gute Leben sein"

Wie wachsen wir besser? Indem wir Banken zügeln, den Wohlstand breit verteilen und die Umwelt schonen, sagt Stephan Schulmeister. Eine Antwort auf Sebastian Dullien

Gerechtigkeit – das ist dem Wiener Ökonomen Stephan Schulmeister ein zu großes Wort. Ein "gutes Leben" für die Mehrzahl der Bürger, darum müsse es gehen. Wie kommen wir dahin? Der Staat müsse dafür sorgen, dass das Gewinnstreben – jene "Kernenergie" des Kapitalismus – weniger von Spekulanten betrieben wird, sondern zurückverlagert wird an den Ort, wo es den größten Nutzen entfaltet: in der Realwirtschaft.

Kamera auf Reisen

Eine Debatte in Bild und Ton: Die Wirtschaftsredaktion von ZEIT ONLINE hat eine Minikamera durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geschickt, um eine Diskussion über nachhaltiges Wachstum anzustoßen. Acht Wochen war die Kamera unterwegs. Das Besondere: Jeder Ökonom konnte das Statement seines Vorgängers auf der Kamera anschauen und darauf antworten.

Die Diskutanten

Fünf Ökonomen debattieren für ZEIT ONLINE miteinander: Hans Christoph Binswanger von der Universität St. Gallen, der Chef des Ifo-Instituts in München, Hans-Werner Sinn, Sebastian Dullien von der HTW Berlin, Dr. Stephan Schulmeister vom Wien Austrian Institute of Economic Research (WIFO) und Miranda Schreurs von Freien Universität Berlin

Konkret schlägt er eine Transaktionssteuer und strengere Regeln für die Banken vor; eine Umkehr in der Bildungspolitik, die in seinen Augen zu sehr die Verwertbarkeit des Erlernten in den Mittelpunkt gerückt hat; zuletzt eine Wirtschaftsweise, die die natürlichen Ressourcen schont. Zum Abschluss der Debatte wird morgen Miranda Schreurs von der Freien Universität Berlin antworten. Wenn Sie mitdiskutieren wollen, können Sie das hier tun. Wir sind auf Ihre Beiträge gespannt!

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Leser-Kommentare
  1. Herr Dr. Gregor Gysi hat gestern in Barcelona im Kreis Deutschsprachiger Führungskräfte ein exklusives Interview gegeben.

    Herr Dr. Gregor Gysi bestätigt in diesem Video, dass die Welt zu komplex ist, als dass sie planbar wäre. Der freie Markt hat Vor- und Nachteile, es geht darum die Strukturen zu schaffen, die die Probleme der "Welt" in den Markt internalisieren.

    So wie man durch Umweltzertifikate, das Interesse an Umweltverschmutzung in den Markt internalisiert, so sollte man auch nach den Strukturen suchen, die das Interesse an Frieden in den Markt internalisiert, denn solange jemand am Krieg verdient, solange wird es - nach Dr. Gregor Gysi - Kriege geben.

    Link zum Video: http://www.schnittmenge.eu/

  2. doch mal ein beginn. "der staat soll die finanzmärkte eindämmen!" wie zynisch, arrogant und unverantwortlich ist dieses zocken. egal ob es um ernten, rohstoffe etc. geht.
    keiner bräuchte auf unserem planeten zu verhungern. gerade wir haben mehr als wir brauchen und leben auf kosten anderer.

  3. eigentlich ist das rezept für das "gute leben", wie er es nennt, recht simpel. leider verhält es sich mit der eindämmung der spekulanten- bzw. investoren-gier nicht so...

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