Großbritannien Ab Montag droht Streik bei British Airways

Weil Demonstranten das Gebäude stürmten, hat BA-Chef Walsh die Verhandlungen mit der Gewerkschaft abgebrochen. Das Flugpersonal plant ab Montag einen Streik.

Mitglieder der britischen Sozialistischen Arbeiterpartei verschafften sich am Samstagabend Zutritt zum Bürohochhauses von British Airways (BA) und bedrängten den Chef des Unternehmens, Willie Walsh. Der verhandelte gerade mit den Gewerkschaften, um einen Streik abzuwenden. Die Polizei musste den Konzernchef schließlich aus dem Gebäude geleiten.

Bis zu dem Zwischenfall sollen sich der Konzern und die Gewerkschaften aber angenähert haben. Ein Durchbruch sei greifbar nahe gewesen, sagte Walsh. Ob die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, war zunächst unklar. Wenn keine Einigung erzielt wird, will das Flugpersonal ab Montag für fünf Tage streiken, um gegen die Arbeitsbedingungen bei BA zu protestieren. In diesem Fall würden Notfallpläne den Betrieb weitestgehend aufrecht erhalten.

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Die etwa 100 Demonstranten hatten in der Nähe ein Parteitreffen abgehalten. Mit der Aktion wollten sie sich mit dem Kabinenpersonal solidarisieren. Die Gewerkschaft versicherte, sie habe nichts mit der Stürmung zu tun. Der Schlichter sprach von "Furcht erregenden", aber gewaltfreien Szenen. Walsh sei nicht verletzt worden, teilte die Fluggesellschaft mit.

British Airways kritisierte unterdessen heftig den Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Derek Simpson. Er soll die Gespräche im Internet live kommentiert haben. Beim Kurznachrichtendienst Twitter tauchten Kommentare unter seinem Namen auf. "Gespräche laufen noch... Immer noch zäh und Fortschritte hart erkämpft", heißt es dort. "Streit über 8 gefeuerte Arbeiter." Walsh sagte, diese Kommentare hätten ihn "schockiert und verärgert".

Die Gewerkschaften werfen BA-Chef Walsh vor, er wolle sie entmachten und dem Flugpersonal Änderungen aufzwingen, ohne darüber zu verhandeln. Walsh hingegen macht geltend, dass die Fluglinie um ihr Überleben kämpfe. Ein Streik würde die BA schwer treffen.

Am Freitag hatte das Unternehmen einen Rekordverlust von 531 Millionen Pfund (609 Millionen Dollar) vor Steuern für das vergangene Jahr bekannt gegeben. Die Fluggesellschaft sucht einen Weg aus der Krise, indem sie ihre Kosten reduziert. Außerdem ist eine Fusion von BA mit der spanischen Fluggesellschaft Iberia vereinbart.

 
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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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