Bundeswehr Afghanistan-Einsatz dreimal so teuer wie bisher bekannt
Das Ministerium sagt: eine Milliarde Euro pro Jahr. Eine Studie des DIW hingegen kommt zum Ergebnis, dass der Afghanistan-Einsatz jährlich bis zu drei Milliarden kostet.
© Massoud Hossaini/AFP/Getty Images

Ein deutscher Soldat in Afghanistan: Der Einsatz ist offenbar teurer, als bisher von der Bundesregierung angegeben
Bislang hat das Bundesverteidigungsministerium die Ausgaben für den Afghanistan -Einsatz auf eine Milliarde Euro beziffert. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belaufen sich die Kosten auf bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr. Dabei berücksichtigten die Forscher nicht nur den Verteidigungshaushalt. In ihre Schätzung flossen auch Ausgaben anderer Ministerien ein sowie Kosten, die etwa für die Versorgung verwundeter Soldaten anfallen.
Insgesamt könnte der Einsatz laut der Studie, über die das Manager Magazin berichtete, 36 Milliarden Euro kosten. Dieser Schätzung legte das DIW ein Szenario zugrunde, nach dem der Einsatz noch bis 2016 dauert und ab 2014 jedes Jahr ein Drittel der Truppe abgezogen wird. Derzeit plant die Bundesregierung den stufenweisen Abzug im Jahr 2011 zu beginnen.
Sollte der Einsatz verlängert werden und der Abzug erst im Jahr 2020 beginnen, dann würden sich die Kosten nahezu verdoppeln. Das DIW ging bei allen Schätzungen davon aus, dass das bestehende Bundeswehrkontingent in Afghanistan nicht weiter aufgestockt wird.
Der Leiter der Abteilung Weltwirtschaft am DIW, Tilman Brück, sagte dem Manager Magazin , dass es der Studie nicht darum gehe, den Einsatz politisch zu beurteilen. "Aber nur wenn die Öffentlichkeit die wahren Zahlen kennt, kann eine fundierte politische Debatte darüber entstehen, ob der politische Nutzen des Afghanistan-Krieges die volkswirtschaftlichen Kosten rechtfertigt."
- Datum 20.05.2010 - 15:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 9
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Hier wäre doch einer!
Wir müssen abwägen, ob wir mit diesem Aufwand unsere Sicherheit oder Freiheit oder was auch immer weiterhin am Hindukusch verteidigen wollen, oder ob wir mit vielleicht einem zehntel dieses Aufwands mehr für unsere innere Sicherheit hier tun wollen.
Ich galube diese Überschrift selber nicht, aber irgendwie mußman ja erklären können, wenn es überall in Deutschland hakt und hängt, wieso sich die Deutschen eine derartige Verschleuderung ihrer Steuergelder bieten lassen. Wenn es nicht unerschöpfliche Geduld ist, was dann?
Mangelnde Demokratie, den Volkswillen durchzusetzen?
wenn eine Kostenrechnung einmal stimmen würde.
Dreimal so teuer, das ist doch die übliche Marge bei staatlichen Kalkulationen. Viele liegen sogar darüber.
Ich verstehe es zwar auch nicht, da doch überwiegend Lehrer im Parlament sitzen. Es müssen wohl nur Geographie- und Kunstlehrer sein, die tun sich mit dem Rechnen halt etwas schwer.
Wir wissen doch, wer nichts wird, geht in die Politik!
Nach der Lobbyarbeit, wird er dann was, obwohl er nicht weis was er dann ist. Ja wieder keine Ahnung.
hauptsache mann kennt noch seine Kontonummer, damit die Schmiergeldzahlungen korrekt verbucht werden können, in der Schweiz.
Ich bin auch fest der Überzeugung, dass politische Hohlkörper eher einen Job bekommen, als hochqualifizierte Studienabgänger.
hauptsache mann kennt noch seine Kontonummer, damit die Schmiergeldzahlungen korrekt verbucht werden können, in der Schweiz.
Ich bin auch fest der Überzeugung, dass politische Hohlkörper eher einen Job bekommen, als hochqualifizierte Studienabgänger.
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Ich bin auch fest der Überzeugung, dass politische Hohlkörper eher einen Job bekommen, als hochqualifizierte Studienabgänger.
Die Kosten des Irakkrieges für die USA zeigen derzeit z.B. ca. 760 Milliarden Dollar an direkten Militärausgaben und etwa dieselbe Summe für die Behandlung der verwundeten und invaliden Veteranen plus Therapiekosten für Posttraumatisches Stress Syndrom. Die Kosten des Afghanistankrieges für die USA zeigen in etwa dieselbe Verteilung. Warum sollte dies für die deutsche Truppe nicht gelten? Die Richtung der afghanischen Kriegskosten für Deutschland des DIW erscheinen durchaus stimmig.
8 Jahre je 3 Milliarden Euro zur Erwärmung des Hindukusch durch detonierende Sprengkörper. 24 Milliarden schon verpulvert, Und daheim? Sparen an den Kindertagesstätten. So können die neokonservativen Parteien mit Geld umgehen, wenns nur den Rüstungskonzernen dient,
Wen juckt es schon ob eine, oder drei Milliarden?
Irgendwann sagte mal mein Großvater zu mir, wenn man das Geld im Spankorb von der Bank holen kann, dann dauert es nicht mehr lang bis man es zum Tapezieren verwendet.
Ich glaube er hatte recht.
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