Börse Euro sackt auf 18-Monats-Tief

Der Euro-Rettungsschirm entpuppt sich immer mehr als Strohfeuer: An den Finanzmärkten erneuern sich die Zweifel an der Einheitswährung. Auch die Aktienkurse geben nach.

Der Druck auf den Euro hält an. Die Bemühungen zu seiner Stabilisierung sind offenbar verpufft, die Märkte schicken die Gemeinschaftswährung weiter auf Talfahrt. Der Kurs notierte in London am Abend bei 1,2359 Dollar, dem tiefsten Stand seit Ende Oktober 2008.

Viele Investoren befürchteten, dass die rigiden Einsparungen einiger Staaten den wackligen Aufschwung innerhalb der Währungsunion abwürgen könnten, sagten Händler. Außerdem belasteten Äußerungen des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann die Kurse. Er hatte bezweifelt, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen könne.

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ZEIT-ONLINE-Debatte

In der schwersten Krise des Euro seit Gründung der Währungsunion zeigen die Euro-Staaten Geschlossenheit: Mit 750 Milliarden Euro stemmt sich die Eurozone gegen die Spekulanten. Aber wird das Paket ausreichen, um die Krise zu beenden? Was muss zusätzlich unternommen werden, um den Euro zu retten? Debattieren Sie mit uns.

"Die Situation ist momentan enorm angespannt. Es herrscht eine hohe Verunsicherung über die Situation in der Euro-Zone", sagte der Händler Stefan Söllner von der Postbank. Auch in Asien steigt die Unruhe. "Die Zweifel werden wieder stärker", sagte Hideaki Inoue von der japanischen Bank Mitsubishi UFJ Trust. Die anfängliche Wirkung des Rettungpakets sei schon wieder "abgestumpft".

Auch die Aktienindizes litten unter den Sorgen um die Euro-Zone. Nachdem sich der Deutsche Aktienindex Dax tags zuvor noch seinem Jahreshoch bei 6342 Punkten genähert hatte, nahmen nun viele Anleger ihre Gewinne aus der Woche mit. Der Dax schloss mit einem Minus von 3,12 Prozent bei 6056,71 Punkten . Insbesondere die Finanztitel wie die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank gaben nach.

Auf anderen europäischen Aktienmärkten fiel das Minus zum Teil noch deutlicher aus: In London verlor der Börsenindex Footsie-100 um 3,14 Prozent gegenüber dem Vortag, in Madrid gab der Leitindex Ibex-35 gar um 6,64 Prozent nach. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Verlust von 4,71 Prozent. In den USA notierten die wichtigsten Indizes am Abend mit einem Minus zwischen 1,7 und 2,7 Prozent.

Der Preis für Gold – in Zeiten der Krise als sichere Anlage geschätzt – stieg dagegen auf ein neues Rekordhoch. Am London Bullion Market, dem wichtigsten außerbörslichen Handelsplatz für das Edelmetall, notierte der Preis gegen Mittag bei 1249,40 Dollar, sank kurz darauf aber wieder um zwei Dollar ab.

 
Leser-Kommentare
    • ADoria
    • 14.05.2010 um 20:16 Uhr

    muss man die Dinge laufen lassen. Es gibt kein marodes System, welchem ein Fehler in der Konstruktion innewohnt, das sich selbst neu erfindet.

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    • joG
    • 15.05.2010 um 7:26 Uhr

    ....da in kurzen Worten, fast als Haiku, das zentrale Problem der EU formuliert. Ähnlich wie Sie zu meinen scheinen, würde ich anzweifeln, dass die selben Leute, die das Konstrukt so miserabel hinstellten, wie bspw in den Verträgen von Maastricht und Lissabon exemplifiziert, es reparieren können. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass ich daran zweifele, dass man die EU und Euroland überhaupt "reparieren" kann noch sollte. Man muss, da bin ich ziemlich sicher, an die Tafel zurück und mit dem Entwurf von Grund auf neu beginnen, wenn man ein funktionales Staatengebilde erreichen will. Das kann man aber nicht, weil man nicht weiß, was man will und es nun mal so ist, dass man wissen muss, was man will, wenn man einen Vertrag aufsetzt.

    • Otto2
    • 15.05.2010 um 13:24 Uhr

    Ich finde Ihren Gedanken richtig. Aber - worin sehen Sie den/die Konstruktionsfehler?
    Das ist wohl die wichtigste Frage, die viele umtreibt und Antworten verlangt.

    • joG
    • 15.05.2010 um 7:26 Uhr

    ....da in kurzen Worten, fast als Haiku, das zentrale Problem der EU formuliert. Ähnlich wie Sie zu meinen scheinen, würde ich anzweifeln, dass die selben Leute, die das Konstrukt so miserabel hinstellten, wie bspw in den Verträgen von Maastricht und Lissabon exemplifiziert, es reparieren können. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass ich daran zweifele, dass man die EU und Euroland überhaupt "reparieren" kann noch sollte. Man muss, da bin ich ziemlich sicher, an die Tafel zurück und mit dem Entwurf von Grund auf neu beginnen, wenn man ein funktionales Staatengebilde erreichen will. Das kann man aber nicht, weil man nicht weiß, was man will und es nun mal so ist, dass man wissen muss, was man will, wenn man einen Vertrag aufsetzt.

    • Otto2
    • 15.05.2010 um 13:24 Uhr

    Ich finde Ihren Gedanken richtig. Aber - worin sehen Sie den/die Konstruktionsfehler?
    Das ist wohl die wichtigste Frage, die viele umtreibt und Antworten verlangt.

  1. leider ist unser geldsystem ein fehler in sich aber zugeben will das natürlich keiner. schon gar nicht die profiteure dieser ganzen geschichte.

    ich persönlich bin auch der meinung last es crashen und macht dann endlich reinen tisch.

    zins und zinseszins gehört abgeschafft!
    moderne sklaverei wird nicht länger im 21jahrhundert geduldet!!

  2. der Rettungsschirm hilft nicht.

    Dies war noch am selben Abend, als dieser unterzeichnet wurde voraussehbar und allen Beteiligten, die dessen Unterzeichnung forciert haben, mehr als bewusst.

    Das sich jetzt auch noch die Kanzlerin, über Josefs gestrige Äußerung zu Griechen-Krediten, künstlich brüskiert, grenzt schon an eine ganz schlechte Schmierenkomödie.

    Der Euro wird weiter und weiter fallen. Das ist bereits beschlossen. Selbst die von vielen erhoffte Stabilisierung bei 1.2000 wird lange nicht das Ende sein.

    Bleibt abzuwarten welche absurde Summe beim nächsten Rettungspaket verkündet wird.

    Und zu aller Überraschung,
    auch dieses wird wieder nicht funktionieren.

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    So tief wie kurz nach der Ausgabe (=0,85) oder noch tiefer?

    Sie wissen ja anscheinend Bescheid und können die Zukunft vorhersagen!

    Lasen Sie uns alle doch wissen, insbesondere auch die dumme Regierung, wieviel wir auf welcher Abzocker-Site einzahlen müssen, um an Ihrem unfehlbaren Vorauswissen teilhaben zu dürfen.

    So tief wie kurz nach der Ausgabe (=0,85) oder noch tiefer?

    Sie wissen ja anscheinend Bescheid und können die Zukunft vorhersagen!

    Lasen Sie uns alle doch wissen, insbesondere auch die dumme Regierung, wieviel wir auf welcher Abzocker-Site einzahlen müssen, um an Ihrem unfehlbaren Vorauswissen teilhaben zu dürfen.

  3. Die Frage, die ich hier schon vor drei Wochen stellte, ist immer noch die Gleiche: Lohnt es sich wirklich, jetzt immer noch gutes Geld hinter schlechtem her zu werfen? Wäre es nicht billiger, einfach zuzugeben, dass das übereilt eingeführte Experiment einer Währung ohne Land fehlgeschlagen ist?

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    ... und dann? Wa sind Ihre Vorschläge?

    ... und dann? Wa sind Ihre Vorschläge?

  4. diese angeblich doch alles richten könnenden Kräfte des Marktes, welche von der konservativ-liberalen Politik so gerne aufs Podest gehoben werden?

    Die aktuellste Frage lautet nun: Wie kriegen wir die Büchse der Pandora wieder zu, die beginnend mit Kohl einen Spalt weit, vollends von Schröder geöffnet, und von Merkel sperrangelweit aufgehalten wurde!?

    Die Regierungen weltweit sollten unbedingt, auch wenn sie ad hoc noch nicht direkt von den Attacken der entfesselten Spekulanten ausgesetzt sind, Augen und Ohre auf halten; Sie werden die nächsten sein, die der kreisende Hammer treffen wird.

    Besser wäre allerdings eine rasche und beherzte, konzertierte Aktion aller wesentlichen Staaten - inkl. einem Schutzschirm um die ärmeren und schwächeren Länder -
    um den apokalyptischen Machenschaften der neoliberalistischen Kapitalisten, Spekulanten, Heuschrecken und Finanzhaien endlich vehement und nachhaltig Einhalt zu gebieten!!!

    Dabei könnte sogar, ganz nebenbei, noch zusätzlich ein völlig neues Gesicht unserer Welt möglich werden! Ein Gesicht der Menschlichkeit jenseits von Ausbeutung, Gängelung und Zerstörung von Menschenwürde und Natur! Ja, dies wäre möglich, wenn dem unersättliche Wahn nach immer mehr und noch mehr Reichtum, der Boden entzogen würde und dessen kaltherzige Protagonisten und geldgeile Profiteure auf Nimmerwiedersehen in die Wüste gejagt würden!

    Wie schön und friedlich könnte unsere Welt doch sein, ohne das unersättlich gierige Spekulanten-Schwein... :)))

  5. Europa wird jetzt erstmal in die Armut gespart, dann können die Hedgefonds die Überbleibsel an den Meistbietenden verscherbeln.
    China bietet sich an. Fr. Merkel, holen sie schon mal ihre alte Mao-Biebel aus der Aservatenkammer heraus.

    Vielen Dank an unsere so fähigen Politiker. Meine Ersparnisse habe ich soeben vor dem deutschen Schuldenloch gerettet.

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    Und was machen Sie damit, wenn Sie doch früher als erwartet sterben?

    Oder glauben Sie wirklich, dass es da (wo auch immer) für IMMER sicher ist?

    Und was machen Sie damit, wenn Sie doch früher als erwartet sterben?

    Oder glauben Sie wirklich, dass es da (wo auch immer) für IMMER sicher ist?

    • ddkddk
    • 14.05.2010 um 22:27 Uhr

    Jetzt wird es spannend.

    Nachdem die Milliarden nicht geholfen haben, müssten die Politexperten sich eben über das Wochenende noch einmal zusammensetzten und einen Rettungsschirm mit ein paar Billionen aufspannen.

    Sie könnten natürlich auch zur Vernunft kommen und die bisher eingeleitete Geldvernichtungsmaschine abstellen.

  6. So tief wie kurz nach der Ausgabe (=0,85) oder noch tiefer?

    Sie wissen ja anscheinend Bescheid und können die Zukunft vorhersagen!

    Lasen Sie uns alle doch wissen, insbesondere auch die dumme Regierung, wieviel wir auf welcher Abzocker-Site einzahlen müssen, um an Ihrem unfehlbaren Vorauswissen teilhaben zu dürfen.

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    Nein, nicht so dramatisch!

    Und unfehlbares Vorauswissen würde ich mir nie anmaßen. Ich zähle lediglich 1 und 1 zusammen, mehr nicht.

    Falls sie aber interessiert sind, dann können sie bis Ende Q3 einen Wechselkurs von 1,100 $ je Euro annehmen.
    Und wenn sie doppelt absahnen wollen, dann wetten sie z.B. gleichzeitig noch auf steigende dän. und schwed. Kronen.

    So lieber "heathcliff", jetzt müssen sie nur noch die passenden Hedge-Fonds wählen, investieren und sind mit im Zug.

    Nein, nicht so dramatisch!

    Und unfehlbares Vorauswissen würde ich mir nie anmaßen. Ich zähle lediglich 1 und 1 zusammen, mehr nicht.

    Falls sie aber interessiert sind, dann können sie bis Ende Q3 einen Wechselkurs von 1,100 $ je Euro annehmen.
    Und wenn sie doppelt absahnen wollen, dann wetten sie z.B. gleichzeitig noch auf steigende dän. und schwed. Kronen.

    So lieber "heathcliff", jetzt müssen sie nur noch die passenden Hedge-Fonds wählen, investieren und sind mit im Zug.

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