Zusammenarbeit Traditionelle Entwicklungshilfe ist nicht mehr zeitgemäßSeite 2/2
Dies gilt vor allem für klimapolitisch relevante Investitionen in Entwicklungsländern – der Bereich, in dem sich der größte Investitionsbedarf abzeichnet. Sicherlich werden hierfür öffentliche Haushaltsmittel aus den OECD-Ländern mobilisiert werden müssen. Aber sie müssen wenigstens in den fortgeschrittenen Entwicklungsländern so eingesetzt werden, dass eine Hebelwirkung zugunsten privater Investitionen erzielt wird. So werden etwa durch die bisher zugesagten 4,3 Milliarden Dollar aus dem von den multilateralen Entwicklungsbanken verwalteten Clean Technology Fund voraussichtlich 36 Milliarden Dollar private Mittel für Investitionen in erneuerbare Energien und emissionsarme Transportsysteme in Entwicklungsländern ermöglicht.
Es ist vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll, nur den öffentlichen Mitteleinsatz zu betrachten und dafür Ziele zu setzen. Es muss ein Weg gefunden werden, die Mischung aus öffentlichen und privaten Mitteln angemessen zu bewerten. Auch die neuen Geber, allen voran China, entziehen sich mit ihrer Mischung aus öffentlichen Zuschüssen und privaten Investitionen der OECD-Definition von Entwicklungshilfe. Es ist an der Zeit, neue Maßstäbe, Messverfahren und Zielgrößen für die finanzielle Dimension der internationalen Zusammenarbeit – jenseits der Entwicklungshilfe – zu finden.
Peter Wolff leitet die Abteilung Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zählt weltweit zu den führenden Forschungsinstituten und Thinktanks zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
- Datum 14.10.2010 - 17:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
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Entwicklungszusammenarbeit, heißt nicht, wir geben Geld und die Anderen arbeiten-
sondern wir arbeiten zusammen. Leider zeigt uns China, was unter Zusammenarbeit verstanden wird. Das, was wir seit 50 Jahren vergessen oder verdrängt haben. In der Vergangenheit schrieben wir Berichte machen Evaluierungen. Was die Länder brauchen sind positive Bilanzen und ein Steueraufkommen zu realisieren um ihre eigenen Ausgaben zu finanzieren. Wir brauchen nicht andere Finanzquellen und Finanzierungsinstrumente, wir sollten die 100-120 Milliarden EURO jährlich nur anders einsätzen, nicht Spenden sondern Beteiligungen eingehen, dann hätten die Länder wie einst funktionierende Schulen und Spitäler. Auch unsere Exportwirtschaft könnte mehr profitieren als die Chinesische. Verlierer wären die Fundraising-Gesellschaften aber Verlierer gibt es immer, warum immer die EZA – Länder.
Gerhard Karpiniec
Laxenburg/Österreich
sondern eiskalte Interessenpolitik. Alles was China in Afrika macht , hat nur einen Zweck , nämlich möglichst viel Geld zu verdienen. Und wenn dafür neue Straßen gebraucht werden , werden die halt gebaut. Ansonsten aber beklagen sich viele Afrikaner bitterlich über die Chinesen , da 1) absolute Hungerlöhne gezahlt werden 2) die Chinesen nicht mit der Afrikanischen Mentalität eingehen.
Der Artikel ist ein ausgezeichnetes Beispiel für das "Drumrumreden" um das allen Entwicklungs- und Umweltproblemen zugrundeliegende globale Problem:
Das anhaltende Bevölkerungswachstum.
Ohne eine wirksame globale Bevölkerungspolitik sind alle Entwicklungs- und Umweltprojekte nur humanitäre Spielereien einiger Besserverdienender.
Lieber Herr Wolff,
Danke für den anregenden Artikel. Die von ihnen geforderten Messgrössen gibt es ja in Ansätzen bereits, zum Beispiel den meiner Ansicht nach durchaus gut gemachten "Committment To Development" Index (http://www.cgdev.org/sect...). Siehe auch http://unternehmenarmut.w...
Weder das Bevölkerungswachstum noch das fehlende Kapital sind das Problem. Es ist die Kriminalität, von den Politikern bis zur Wirtschaft und von den Kleinkriminellen bis zu den Warlords, die jede Besserung der Verhältnisse verhindert.
Da kontrollieren Kriminelle jeden Straßenzug, in dem die Menschen im Elend leben. Man kann selbst direkt vor Ort niemandem helfen, weil die Kriminellen jedem Armen das Geld wieder abnehmen, das der sich erarbeitet oder erbettelt hat. Die Chefs der Banden tragen Goldkettchen und fahren im klimatisierten und vierradgetriebenen Geländewagen durch die Gegend.
Da ist alles naiv, was unsere Entwicklungshilfe unternimmt. Man spart an den Armen bei uns und gibt das Geld den Reichen in der Dritten Welt. Die Chinesen schicken jetzt ihre Leute in diese Länder und weil die nicht weniger brutal sind, als die Kriminellen dort, wird es wenigstens nicht schlimmer werden. Vielleicht sogar, dass die Chinesen die Ökonomie dort effizienter machen.
sie darauf das china in afrika entwicklungshilfe leistet? sie kaufen land auf, und zwar in großem stil. mit der absicht soviel chinesen wie möglich dorthin umzusiedeln. sie werden landwirtschaft und industrie betreiben. alles mit dem hintergrund die afrikaner wie sklaven zu behandeln.
Es gibt schon zu viele Projekte die die Bedürfnisse der Menschen in diesen Ländern verfehlen. Man sehe sich nur mal in Afrika um, was dort an Technologie reingeschleppt worden ist passt in vielen Fällen nicht, und kann nicht instand gehalten werden.
Wir müssen uns von der Idee befreien dass wir immer genaus wissen was dort richtig und sinnvoll ist. Die abentländische Arroganz hat schon zu viel Geld verbrannt. Nur wenn wir uns mit den Menschen zusammentun, und genau zuhören was deren Vorstellungen von wirksamer Hilfe sind, haben wir eine Chance dass unsere Hilfe auch etwas bringt.
Da haben private Initiativen und NGO – Projekte schon einiges Gutes geleistet an dem sich eine staatliche Entwicklungshilfe orientieren könnte.
wenn ich Entwicklungshilfe lese. Offenbar weiß man nicht, was Entwicklungshilfe ist: Geld wird von der linken in die recht Hand gereicht: deutsche Entwicklungshilfe bezahlt deutsche Ingenieure, um irgendwelche unbrauhbaren Dinge in Afrika oder sonst wo hochzuziehen. Oder es wird Geld gegeben, mit dem Waren aus Deutschland importiert werden. Militärhilfe fällt in den USA unter Entwicklungshilfe.
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