Verbot von Börsenwetten Brüssel will bei Leerverkäufen nachziehen
Wie Deutschland will nun auch die EU riskante Börsengeschäfte verbieten. Wie rasch, ist noch unklar. Viele Länder sind irritiert von Berlins Alleingang.
Die EU-Kommission lässt sich vom Vorpreschen Deutschlands mit dem Verbot von Leerverkäufen bei ihren Regulierungsplänen nicht unter Druck setzen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bekräftigte, er werde erst nach gründlicher Überprüfung des Regelungsbedarfs einen Entwurf zu Leerverkäufen und Kreditausfallversicherungen vorlegen. Er verstehe angesichts der starken Kursausschläge an den Finanzmärkten das Vorgehen der deutschen Finanzaufsicht. Doch bedauerte der Kommissar den Alleingang des größten EU-Mitgliedsstaates. "Diese Maßnahmen werden effizienter, wenn sie auf europäischer Ebene koordiniert werden."
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte überraschend ungedeckte Leerverkäufe bei Staatsanleihen der Euro-Länder sowie bei Aktien der zehn größten deutschen Finanzinstitute untersagt. Das Verbot betrifft auch ungedeckte Kreditausfallversicherungen auf Euro-Staatsanleihen. Nach Angaben der EU-Kommission und der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble darüber beim vorherigen EU-Finanzministerrat in Brüssel kein Wort verloren. Allerdings hatte er vor der Presse erklärt, es könne bei der Finanzmarktregulierung nicht länger nur bei Ankündigungen bleiben. Man müsse zusehen, was national zu regeln sei.
"Wir müssen schnell handeln, aber wir dürfen nicht improvisieren", sagte nun Barniers Sprecherin. "Wir wissen, dass Deutschland nicht zufrieden damit ist, dass es dauert." Doch sei der Markt hochkomplex und schwer zu durchschauen, so dass die Lage erst genau untersucht werden müsse. Ein Kommissionsexperte sagte, es sei zum Beispiel schwer auseinander zu halten, welche Kreditausfallversicherungen ein legitimes Absicherungsgeschäft sind und welche gar nicht mit der zu Grunde liegenden Anleihe verbundene, spekulative Geschäfte seien.
- Banken in der Pflicht: Bankenabgabe
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Die Bundesregierung hat sich bereits auf eine Bankenabgabe verständigt: Demnach sollen alle Institute einen jährlichen Anteil in einen Fonds einzahlen, aus dessen Mitteln künftig Banken aufgefangen werden sollen, die in Schieflage geraten.
Ziel sind jährliche Einnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Abgabe sollen alle Institute zahlen.
Die Höhe des Beitrags soll sich nach dem Risiko richten, das eine Bank eingeht. Das bedeutet zwar, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken weniger zahlen müssen als private Banken. Dennoch sind diese Institute gegen eine Bankenabgabe – und plädieren stattdessen für die Finanzmarkttransaktionssteuer.
- Finanztransaktionssteuer
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Eine Finanzmarkttransaktionssteuer (kurz: FTT) funktioniert im Prinzip wie eine Mehrwertsteuer auf Bankgeschäfte. Der Staat belegt dabei den Handel mit fast allen Finanzprodukten mit einer minimalen Steuer.
Angedacht sind Steuersätze von 0,01 bis 0,5 Prozent. Je nach Steuersatz und Schätzung würde die Steuer dem deutschen Staat zwischen 12 und 36 Milliarden Euro einbringen. Zudem soll sie das Geschehen an den Finanzmärkten entschleunigen und verhindern, dass sich riesige Blasen bilden.
Die Steuer galt lange als "Utopistensteuer", weil sie ihre größte Wirkung entfaltet, wenn alle Länder mitmachen – die Idee aber international zu wenige Anhänger hatte. Nun aber scheint es in Europa zunehmend mehr Befürworter der Steuer zu geben. In Deutschland fordern die Grünen, die SPD und die Linken die Einführung der Transaktionssteuer. Auch die Kanzlerin hat sich mittlerweile für die Idee ausgesprochen.
Anders als die deutsche Bundesregierung wird die EU-Kommission also keine Ad-hoc-Entscheidung treffen. Auf der Internationalen Finanzmarktkonferenz in Berlin, wo Bundeskanzlerin Merkel eindringlich für die Einführung einer Finanzmarktsteuer geworben hat , stellte Barnier einen europäischen Vorschlag in Aussicht – für Oktober. Dabei geht es ihm zufolge zumindest um die Verpflichtung, dass Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) zwingend registriert werden sollen.
Nähere Angaben machte Barnier aber nicht, kündigte aber an, dass bis zum Frühjahr 2011 mehrere Maßnahmen zur Finanzmarktregulierung vorgelegt werden sollen. "Wir wollen, dass die Europäer schnell vorankommen." Bereits nächste Woche werde er einen europäischen Abwicklungsfonds vorstellen. Dieser sei eine Art Vorsorge, um Finanzinstitute zu sanieren oder abzuwickeln, "bevor eine Katastrophe eintritt". Er wolle, dass nicht immer der Steuerzahler als erstes zur Kasse gebeten werde.
Der deutsche Verstoß wird auch beim Treffen der Minister-Arbeitsgruppe beim ständigen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy an diesem Freitag ein wichtiges Thema sein. Darüber hinaus wollen die Finanzminister oder ihre Vertreter mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, über neue Wege aus der Eurokrise und eine Verschärfung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes sprechen. Unmittelbare Entscheidungen stehen nicht an.
Der deutsche Ressortchef wird sich dabei auch einige kritische Anmerkungen seiner Amtskollegen gefallen lassen müssen. Vor allem der französischen Ministerin Lagarde missfällt , dass das Verbot ohne vorherige Absprache mit den EU-Partnern in Kraft gesetzt wurde. So kündigten etwa Frankreich und die Niederlande an, dem deutschen Alleingang nicht folgen zu wollen. Dagegen signalisierte Spanien Unterstützung. Barroso selbst habe Verständnis für den deutschen Vorstoß, sagte die Sprecherin. Das Problem müsse angegangen werden. Auch an den Finanzmärkten hatte der überraschende Vorstoß der BaFin für Verunsicherung gesorgt.
- Datum 20.05.2010 - 17:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 23
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Wie kann Frau Merkel dem Wähler suggerieren, die Verursacher der Krise zu gängeln, ohne das es den Banken weh tut?
Der Weg ist ja schon mal eingeschlagen, aber an einer Transaktionsteuer darf dieser erste Schritt nicht vorbei gehen.
Ansonsten ist es nur heisse Luft.
Ich finde es auch das richtige Signal von Deutschland, dass es angegangen wird. Ich kenne mich ja im Bankensektor nicht so aus, aber dass die meisten Transaktionen nicht besteuert wurden, fand ich schon bedenkenswert. Hoffentlich wird insgesamt ein wirksames Instrument gefunden. Es ist schon in der Tat ein Schuss vor den Bug, dass Banken auch nicht alles dürfen.
da wird dem Wetten auf den Niedergang einer Währung ein Riegel vorgeschoben, oder das Spekulieren zumindest erschwert. Selbst das ist der "Zeit" keine positive Meldung wert.
Irgendwie ärmlich.
....Letztlich nicht riskanter als ein Kauf. Zwar ist der theoretische Verlust grösser, aber das reale Risiko ist fast identisch.
Ein ungedeckter Leerverkauf kann um ein vielfaches riskanter sein. Auf die Spitze getrieben: Es gibt 10 blaue Äpfel. Sie verkaufen 30 leer ungedeckt. Wie hoch ist ihre Chance zu gewinnen? Das "Haben"-Äquivalent dazu ist Betrug.
Ein ungedeckter Leerverkauf kann um ein vielfaches riskanter sein. Auf die Spitze getrieben: Es gibt 10 blaue Äpfel. Sie verkaufen 30 leer ungedeckt. Wie hoch ist ihre Chance zu gewinnen? Das "Haben"-Äquivalent dazu ist Betrug.
... "Da reagiert unsere Regierung
da wird dem Wetten auf den Niedergang einer Währung ein Riegel vorgeschoben, oder das Spekulieren zumindest erschwert"
meinen Sie dann es sei "schwieriger" in Singapur oder New York anzurufen als in Frankfurt? In meiner Erfahrung erreicht man alle drei indem man nebeneinander liegende Knöpfe am Bildschirm drückt.
Nur der Rentnerband in Berlin unter der Führung unserer DDR-Aktivistin leider nicht.
Nur der Rentnerband in Berlin unter der Führung unserer DDR-Aktivistin leider nicht.
Die Frage wäre wo steht Deutschland in Europa und wo steht Europa in der Welt um ganz vorne mit zu reden.
Beispiel 1
Es ist nicht zu ersehen wo und wie die einzelnen Europäischen Mitgliedstaaten sich mit ihrem Potential in Europa positionieren werden, den sie haben alle das Gefühl es könnten sich Nachteile für sie ergeben. Ein gutes Beispiel wehren die Agrar Subventionen in dehnen sich unsere Politiker im Europaparlament als Ochsen mit Scheuklappen entpuppten. Was dabei entstand ist ein Schmetterling der niemals Fliegen kann oder ein Europa das niemals blühen wird. Während die restliche Welt Hungert.
Deutschland war mit Frankreich eines der Länder, die sich für den Stabilitätspakte stark machten und diesen auch durchsetzten, tönte er. Es ist ein wichtige Regelung und Kriterium, wen man einmal hinter die Kulissen der Union schaut. Deutschland ist eines der Länder die bedingt durch den Haushalt 2010 ,eine Strafzahlung an die Europäische Union in Milliardenhöhe zahlen muss. Es ist Geld was an vielen Ecken eingespart werden muss. Doch dieses wird Aufgabe des Wirtschaftsministeriums, das Heute schon weis, was sie Morgen überrascht. Doch schauen wir erst einmal, würde unsere Angie, mit einem Selbstbewusstsein verkünden, das jeden Bütten Redner vor Neid erblassen lies
Seit Monaten, und der Zeit der Weltwirtschaftskrise, beraten sich unsere Politiker zusammen mit der Autoindustrie in unendlichen Debatten über mögliche Rettungsmechanismen über jenen Industrie Zweig, das unsere Politiker nicht auf den Gedanken kommen ein Auto für Afrika, in Afrika, mit Afrikanern und für Afrikaner zu bauen um Opel oder anderen Konzernen in Europa, den Rücken zu stärken kam ihnen nicht in den Sinn.
Woher auch, bei weniger als 2 Dollar Taglohn und noch weniger Kaufkraft.
Das Magische Wort Afrikas könnte Nutzhanf heißen eine Pflanze die in den grenzenlosen Gebieten Afrikas, 3 mal Jährlich einen Rohstoff bzw. Zellstoff liefern könnte, und ein rissiges Potential an Möglichkeiten bereit stellt. Textile Industrien könnten entstehen, als Rohstoff Zulieferer der Europäischen Papier Industrie könnten sie auftreten und agieren, unterschiedlichste Produkte aus der Holzindustrie könnten aus dieser Pflanze entsprießen und ihn Afrika entstehen, um auch den Erhalt der Wälder unserer Erde nicht aus den Augen zu Verlierern, den es sind nach wie vor, die Grünen Lungen jener. Lonco war in einem Chatroom bei dem es um die Globalisierung und den verbundenen nachteilen der dritte Welt Staaten geht und gab ein Stetment nach dem anderen zum besten.
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