Währungskrise Euroländer wollen die Transaktionssteuer
Die Euro-Zone will sich künftig für eine Steuer auf Finanzgeschäfte starkmachen. Zudem dürften Hedgefonds in Europa künftig schärferen Regeln unterliegen.
In Europa wächst der Zuspruch für eine Abgabe auf Finanzgeschäfte: Die Eurozone wolle sich auf internationalem Parkett dafür einsetzen, den Finanzsektor stärker an der Krisenbewältigung zu beteiligen. Dazu gehöre auch diese Steuer, sagte der Vorsitzende der Finanzministerrunde, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, in Brüssel. Kein Euro-Land in der Runde habe sich diesem Kurs widersetzt. "Es wird so sein, dass diejenigen auch bezahlen müssen, die nicht unschuldig sind an dem Schlamassel, in dem wir alle stecken." Er sei auch dafür, dies auf europäischer Ebene zu machen, sagte Juncker. "Wir können uns nicht immer nur hinter den (US-)Amerikanern verstecken."
Auch in der Berliner Koalition ist das Thema auf der Agenda: Um der SPD in der Debatte um den 750 Milliarden schweren Euro-Rettungsschirm entgegen zu kommen, spricht sich nun auch die Unionsfraktion für eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte aus. In internen Beratungen habe sich Fraktionschef Volker Kauder vehement für eine Transaktionssteuer eingesetzt, verlautete aus Teilnehmerkreisen. "Die Abgabe ist zum Symbol für die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenbewältigung geworden", wurde er zitiert.
Expertenschätzungen zufolge würde ein Steuersatz von nur 0,01 Prozent den öffentlichen Haushalten etwa zwölf Milliarden Euro bringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnte die Steuer allerdings bislang ab, mit der Begründung, sie sei international nicht durchsetzbar . Sie befürwortet eine Abgabe auf Finanzaktivitäten, die auf Gewinne und Manager-Boni erhoben würde.
- Banken in der Pflicht: Bankenabgabe
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Die Bundesregierung hat sich bereits auf eine Bankenabgabe verständigt: Demnach sollen alle Institute einen jährlichen Anteil in einen Fonds einzahlen, aus dessen Mitteln künftig Banken aufgefangen werden sollen, die in Schieflage geraten.
Ziel sind jährliche Einnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Abgabe sollen alle Institute zahlen.
Die Höhe des Beitrags soll sich nach dem Risiko richten, das eine Bank eingeht. Das bedeutet zwar, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken weniger zahlen müssen als private Banken. Dennoch sind diese Institute gegen eine Bankenabgabe – und plädieren stattdessen für die Finanzmarkttransaktionssteuer.
- Finanztransaktionssteuer
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Eine Finanzmarkttransaktionssteuer (kurz: FTT) funktioniert im Prinzip wie eine Mehrwertsteuer auf Bankgeschäfte. Der Staat belegt dabei den Handel mit fast allen Finanzprodukten mit einer minimalen Steuer.
Angedacht sind Steuersätze von 0,01 bis 0,5 Prozent. Je nach Steuersatz und Schätzung würde die Steuer dem deutschen Staat zwischen 12 und 36 Milliarden Euro einbringen. Zudem soll sie das Geschehen an den Finanzmärkten entschleunigen und verhindern, dass sich riesige Blasen bilden.
Die Steuer galt lange als "Utopistensteuer", weil sie ihre größte Wirkung entfaltet, wenn alle Länder mitmachen – die Idee aber international zu wenige Anhänger hatte. Nun aber scheint es in Europa zunehmend mehr Befürworter der Steuer zu geben. In Deutschland fordern die Grünen, die SPD und die Linken die Einführung der Transaktionssteuer. Auch die Kanzlerin hat sich mittlerweile für die Idee ausgesprochen.
Auch der Koalitionspartner wehrt sich bislang heftig gegen eine Steuer für Transaktionen: Die FDP kritisiert, dass die Steuer auch ganz normale Anleger treffen würde wie Riester-Fonds-Sparer. Der liberale Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle nannte die Steuer überdies eine Illusionslösung. Sie löse das Kernproblem des Euro nicht und sei allenfalls sinnvoll, wenn sie weltweit eingeführt werde.
Die Transaktionssteuer dürfte angesichts der gegensätzlichen Positionen eine zentrale Rolle spielen, wenn sich am Nachmittag die Fraktionen in Berlin treffen, um das Euro-Rettungspaket zunächst intern zu diskutieren. Am Mittwoch soll dann der Bundestag das Gesetz für die Notfallhilfe in erster Lesung beraten. Die Bundeskanzlerin gibt dazu eine Regierungserklärung ab. Auch im Haushaltsausschuss ist eine Anhörung zu dem Gesetz vorgesehen.
Derweil geht es in Brüssel am Dienstag neben der Transaktionssteuer auch um eine Regulierung spekulativer Hedgefonds . Die EU-Finanzminister wollen strengere Regeln für solche Unternehmungen auf den Weg bringen – gegen den Widerstand Großbritanniens, das 80 Prozent der europäischen Hedgefonds beherbergt und wegen der neuen europäischen Regeln Nachteile für den Finanzplatz London befürchtet.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte jedoch, es gebe eine breite Mehrheit von Mitgliedstaaten, um einen Beschluss abzusichern. In der Nacht nahm die geplante Regulierung der Fonds bereits eine wichtige Hürde im Europaparlament. Der federführende Wirtschaftsausschuss stimmte in Straßburg einem Entwurf zu, der allerdings von der Linie der Mitgliedstaaten abweicht: Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, Hedgefonds aus Drittstaaten wie den USA oder den Kaimaninseln den Handel in Europa zu erlauben, sofern sie sich an die neuen EU-Regeln halten. Das wäre nach dem Kompromiss der Mitgliedstaaten nicht möglich. Sie sind für eine Einzelregistrierung in jedem EU-Land.
Zudem gaben die Euroländer die ersten Milliardenhilfen für das hoch verschuldete Griechenland frei. Am Dienstag würden inklusive der Unterstützung vom Internationalen Währungsfonds (IWF) 20 Milliarden Euro überwiesen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn nach Beratungen mit den Finanzministern. 14,5 Milliarden Euro Kredite entfallen demnach auf die Euro-Länder, die restlichen 5,5 Milliarden Euro auf den IWF.
Zugleich lobten die Finanzminister Spanien und Portugal für deren rigiden Sparkurs. "Wir finden, dass die Maßnahmen der spanischen und der portugiesischen Regierung mutig sind", sagte Juncker. Endgültig solle darüber bei der nächsten Sitzung am 7. Juni in Luxemburg entschieden werden.
Die beiden Länder drohen in den Sog der Schuldenkrise Griechenlands zu geraten. Daher hatten beide Hauptstädte nach Druck der EU in der vergangenen Woche ihren Sparkurs noch einmal deutlich verschärft. Spanien kürzt Ministern und Beamten die Gehälter , Portugal will die Steuern erhöhen.
- Datum 18.05.2010 - 08:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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.... nicht unschuldig sind an dem Schlamassel, in dem wir alle stecken."
So müssten die Beamte und Politiker, die für das Regelwerk der Vergangenheit verantwortlich waren, mit ihrem persönlichen Vermögen haften.
Gestern so, heute ganz anders. Das war bei der Griechendlandhilfe so, das ist jetzt scheinbar bei der Finanztransaktionssteuer so. Die Frau scheint den Überblick verloren zu haben.
........die paar Euros, die man, gemessen am Reibach, den Banken und anderen Finanztricksern jetzt abknöpfen will, zahlen die feixend aus der Portokasse und brummen dies den Kunden auf.
0,1 %, ich kriege mich nicht mehr ein.
LÄCHERLICH !!!!!!!!!!!
Trotzdem sind auch o,o1% nicht laecherlich (auch wenn es ruhig ein klein wenig mehr sein duerfte). Man erwischt damit naemlich genau die richtigen: diejenigen, die shortselling betreiben und im Sekundentakt Aktien kaufen und sofort wieder abstossen. Die Transaktionssteuer muss ja klein genug sein, damit sie den Privathaushalt nicht betrifft (denn eine "Transaktion" ist ja alles Moegliche: wenn Sie Ihren Kindern Taschengeld aufs Kindergiro ueberweisen oder per eine Ware online bezahlen - das sind ja alles "Transaktionen". Die Steuer muss also so klein sein, dass Sie das privat nicht spueren. Sie muss aber gross genug sein, dass bei denen, die mit Hochleistungscomputern am Tag Hundertausende von Werten hin und her schieben in der Masse ordentlich etwas abfaellt.
Wenn Sie taeglich sagen wir 10 "Transaktionen" durchfuehren, kann Ihnen diese Steuer egal sein - sind es aber 700.000-dann wird sie schon spuerbar.
0,01% mag zwar wenig erscheinen, man zahlt dies aber auf jede Transaktion. Wenn Sie einmal im Jahr 100000€ verschieben, dann wären das nur 10€ Steuer. Machen Sie jedoch täglich eine Verschiebung sind das dann schon 3584 € und das steigt mit der Häufigkeit noch weiter an.
"Die Abgabe ist zum Symbol für die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenbewältigung geworden"
Besonders vomitabel ist die Sorge der Banken, Lobbyisten und GroßAnleger um die Renditen der Kleinsparer.
Sage und schreibe 1,5% könne es die Kleinsparer, RiesterRentner, und Kunden von Lebensversicherern innerhalb von 30 Jahren kosten, rechneten die Experten der Finanzindustrie vor.
Man muß kein Rechenkünstler sein, um zu erkennen, daß Kleinsparer et al durch die verbrecherische Finanzpolitik um ein Vielfaches geschädigt werden.
Die HerrenDamen werden einfach nervös bei dem Gedanken, es könne ihnen an den (Geld)Sack gehen, deshalb dieses dummdreiste Ablenkungsmanöver mit der Transaktionssteuer.
Trotzdem sind auch o,o1% nicht laecherlich (auch wenn es ruhig ein klein wenig mehr sein duerfte). Man erwischt damit naemlich genau die richtigen: diejenigen, die shortselling betreiben und im Sekundentakt Aktien kaufen und sofort wieder abstossen. Die Transaktionssteuer muss ja klein genug sein, damit sie den Privathaushalt nicht betrifft (denn eine "Transaktion" ist ja alles Moegliche: wenn Sie Ihren Kindern Taschengeld aufs Kindergiro ueberweisen oder per eine Ware online bezahlen - das sind ja alles "Transaktionen". Die Steuer muss also so klein sein, dass Sie das privat nicht spueren. Sie muss aber gross genug sein, dass bei denen, die mit Hochleistungscomputern am Tag Hundertausende von Werten hin und her schieben in der Masse ordentlich etwas abfaellt.
Wenn Sie taeglich sagen wir 10 "Transaktionen" durchfuehren, kann Ihnen diese Steuer egal sein - sind es aber 700.000-dann wird sie schon spuerbar.
0,01% mag zwar wenig erscheinen, man zahlt dies aber auf jede Transaktion. Wenn Sie einmal im Jahr 100000€ verschieben, dann wären das nur 10€ Steuer. Machen Sie jedoch täglich eine Verschiebung sind das dann schon 3584 € und das steigt mit der Häufigkeit noch weiter an.
"Die Abgabe ist zum Symbol für die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenbewältigung geworden"
Besonders vomitabel ist die Sorge der Banken, Lobbyisten und GroßAnleger um die Renditen der Kleinsparer.
Sage und schreibe 1,5% könne es die Kleinsparer, RiesterRentner, und Kunden von Lebensversicherern innerhalb von 30 Jahren kosten, rechneten die Experten der Finanzindustrie vor.
Man muß kein Rechenkünstler sein, um zu erkennen, daß Kleinsparer et al durch die verbrecherische Finanzpolitik um ein Vielfaches geschädigt werden.
Die HerrenDamen werden einfach nervös bei dem Gedanken, es könne ihnen an den (Geld)Sack gehen, deshalb dieses dummdreiste Ablenkungsmanöver mit der Transaktionssteuer.
Ich verstehe nicht warum gerade Finanzgeschäfte steuerfrei sein sollen. Gut, ich versteh auch sonst nicht viel von Finanzen...
Sehr interessant dagegen der Artikel von Brandeins, den sie im folgenden Link lesen können.
http://www.brandeins.de/a...
sehr spannender Artikel zum Thema!!
Endlich mal weiterdenken...
sehr spannender Artikel zum Thema!!
Endlich mal weiterdenken...
Trotzdem sind auch o,o1% nicht laecherlich (auch wenn es ruhig ein klein wenig mehr sein duerfte). Man erwischt damit naemlich genau die richtigen: diejenigen, die shortselling betreiben und im Sekundentakt Aktien kaufen und sofort wieder abstossen. Die Transaktionssteuer muss ja klein genug sein, damit sie den Privathaushalt nicht betrifft (denn eine "Transaktion" ist ja alles Moegliche: wenn Sie Ihren Kindern Taschengeld aufs Kindergiro ueberweisen oder per eine Ware online bezahlen - das sind ja alles "Transaktionen". Die Steuer muss also so klein sein, dass Sie das privat nicht spueren. Sie muss aber gross genug sein, dass bei denen, die mit Hochleistungscomputern am Tag Hundertausende von Werten hin und her schieben in der Masse ordentlich etwas abfaellt.
Wenn Sie taeglich sagen wir 10 "Transaktionen" durchfuehren, kann Ihnen diese Steuer egal sein - sind es aber 700.000-dann wird sie schon spuerbar.
könnte man doch einfach einen Freibetrag je Konteninhaber verankern, der dann dafür sorgen würde, dass die kleinen Transaktionen von Privatleuten, eben nicht deren kleine Lebenshaltungs-Budgets, also die marginalen Transaktionen "des alltäglichen Lebens", belasten würden!
könnte man doch einfach einen Freibetrag je Konteninhaber verankern, der dann dafür sorgen würde, dass die kleinen Transaktionen von Privatleuten, eben nicht deren kleine Lebenshaltungs-Budgets, also die marginalen Transaktionen "des alltäglichen Lebens", belasten würden!
0,01% mag zwar wenig erscheinen, man zahlt dies aber auf jede Transaktion. Wenn Sie einmal im Jahr 100000€ verschieben, dann wären das nur 10€ Steuer. Machen Sie jedoch täglich eine Verschiebung sind das dann schon 3584 € und das steigt mit der Häufigkeit noch weiter an.
Offensichtlich setzen die Herrschaften in Bruessel den Hebel endlich einmal an der richtigen Stelle an. Selbst wenn die Besteuerung als gering angesehen wird, scheint sie den Bankstern in London weh zu tun. Warum sonst wehrt sich London so wehement dagegen? Sicherlich nicht der ganz grosse Wurf aber immerhin die richtige Richtung. Die Regulierung der Hedgefonds sollte eine Selbsverstaendlichkeit sein, wer in das Spielcasino geht, muss sich ja auch ersteinmal ausweisen.
Man wacht auf, hört Nachrichten oder informiert sich über ZEIT-online und siehe, was gestern noch der Teufel war, ist heute der Erlöser. So scheinen die Partner und Freunde rundum in Europa doch etwas vernünftiger und schlauer zu sein als unser Regierungs-Kasperletheater. Aber man kann dem Braten noch nicht trauen, denn morgen kann alles wieder anders sein, dafür bürgen Dobrindt, Kauder, Lindner, Merkel, Seehofer, Fricke, Westerwelle und von Solms. Das Wirtschafts-Brüderle nicht zu vergessen. Wie heißt es so schön, viele Köche verderben den Brei oder versauen den Braten. Die 180 Grad-Drehungen dieser Koalition sind inzwischen rasante Kreiselbewegungen geworden.
Aber:
So bleibt das Leben spannend und die Spekulanten können noch eine Weile kräftig absahnen und ihr destruktives Werk sorglos fortsetzen. Diese Regierung weiß immer noch nicht, was Verantwortung ist und dass sie nur das Geld der Staatsbürger verwalten.
Auf ein Neues.
Wolfgang Neisser
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