Euro-Rettung "Hedgefonds treiben die Herde"
Eine Mischung aus Spekulantentum und Herdenverhalten hat zur Euro-Krise geführt, sagt Markt-Experte Lux im Interview. Die EU habe sich jetzt Zeit zum Handeln erkauft.
ZEIT ONLINE: Die Euroländer und die EU-Kommission haben am Wochenende überraschend ein milliardenschweres Rettungspaket für den Euro geschnürt . Herr Professor Lux, besteht nicht die Gefahr, dass die Wirkung nur kurzfristig anhält?
Thomas Lux: Der Sicherungswall, den die EU aufgebaut hat, ist in seiner Höhe so enorm, dass in nächster Zeit niemand mehr einzelne Länder zu Fall bringen kann. Deshalb wird die Spekulationswelle nun auch abebben. Die Zinsen auf griechische, portugiesische oder spanische Anleihen sind ja schlagartig auf ein fast schon normales Niveau gefallen, einige Spekulanten haben jetzt Verluste gemacht. Deshalb ist nicht zu erwarten, dass in nächster Zeit außer Griechenland ein Staat die EU-Hilfe überhaupt in Anspruch nehmen muss.
ZEIT ONLINE: Erst stiegen die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen, dann folgten die für Portugal und Spanien – ist diese Entwicklung ein typisches Beispiel für Herdentrieb?

Thomas Lux ist Professor für Währung und Internationale Finanzmärkte an der Universität Kiel. In seiner Habilitation befasste er sich mit der spekulativen Dynamik auf Finanzmärkten, seither beschäftigt er sich mit dem Verhalten von Marktteilnehmern und den Grenzen der klassischen Finanzmarkttheorien.
Lux: Ja. Herdentrieb beruht auf einer schlichten Nachahmung. Zunächst spekulierten ein paar Hedgefonds darauf, dass die genannten Länder ihre Schuldenprobleme nicht mehr in den Griff bekommen. Auf diesen Zug sind dann viele weitere Marktteilnehmer aufgesprungen. Das verlief sicherlich nicht explizit und konzertiert, aber ein bestimmtes Verhalten setzte sich eben schnell durch. Hedgefonds treiben dann die Herde. Die Märkte haben zudem ganz genau registriert, wie zögerlich die Politik reagiert hat. Das trieb viele Marktteilnehmer erst recht zu Geschäften, mit denen man bei einer zu erwartenden Aussetzung der Schuldenzahlung Gewinne hätte machen können.
ZEIT ONLINE: Als die Risikoaufschläge für spanische und portugiesische Anleihen stiegen, betonten die dortigen Regierungen, sie würden am Markt "heruntergeredet", ihre Lage sei mit der griechischen gar nicht vergleichbar. Ist das der Beleg dafür, dass Herdenverhalten nicht auf Fakten basiert?
- ZEIT-ONLINE-Debatte
In der schwersten Krise des Euro seit Gründung der Währungsunion zeigen die Euro-Staaten Geschlossenheit: Mit 750 Milliarden Euro stemmt sich die Eurozone gegen die Spekulanten. Aber wird das Paket ausreichen, um die Krise zu beenden? Was muss zusätzlich unternommen werden, um den Euro zu retten? Debattieren Sie mit uns.
Lux: Das ist eine Frage wie bei der Henne und dem Ei, denn die Fakten schaffen sich selbst. Das gilt auch für Griechenland: Vor einem Jahr lag der Zinssatz noch auf moderatem Niveau. Da hatte offensichtlich kaum jemand über ein Ausfallrisiko nachgedacht. Doch plötzlich nahm jemand das Thema ins Visier. Erst die zusätzliche Nachfrage nach Kreditausfallversicherungen hat am Markt ein Gefühl aufkommen lassen, dass Griechenland eventuell Kredite nicht bedienen kann. Zunächst hält man diese Idee für versponnen, doch nach und nach greift sie um sich – wie eine Mode.
Daraufhin werden diejenigen, die Kredite vergeben, vorsichtiger, und das verknappte Angebot lässt die Zinsen steigen. Am Ende treibt man das Land so über die Schwelle der faktischen Zahlungsunfähigkeit: Wenn der Zins wie Ende voriger Woche fast 20 Prozent erreicht, ist es am Ende. Solche Zinsen kann niemand zahlen. Die Sorge ist damit zum Fakt geworden. Das gleiche hat der Markt auch für Portugal und Spanien versucht, solange nicht klar war, dass die Euro-Zone ihre Mitglieder unterstützt.
- Datum 12.05.2010 - 09:25 Uhr
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Alle Diskussionen um Spekulantentum und böse Wirtschaftsmachenschaften sind obsolet.
.
Wer sein Haus auf einer Klippe baut und dann den Wind dafür verantwotrlich macht das sein haus einstürzte ist ein verblendeter Fachidiot.
Wie wärs wenn man das Haus auf festem Grund baut. (?)
Damit mein ich wer Staatsschulden aufhäuft und unsolide, unveratnwortungslose Finanzpolizik macht, wie die Eurostaaten, darf sich nicht wundern wenn dann das Geld einem davon rennt.
Politiker sind Spekulanten, sie spekulierten auf 2-3 % Wachstum , denn nur dadurch wären ihre "Sparpläne" aufegegangen.
Erinnert sich denn keiner mehr an vor 6 Monaten?????
Herr Brüderle im Bundestag: Wir brauchen 3 % Wachstum, denn nur so können wir das Wachstumsbeschleunigungsgesetzt gegenfinanzieren.
Daraufhin wurde gefragt, was wenn nicht?
.....
Wir sehen heute was passiert wenn man so spekulative Politk betreibt. Aber schuld waren "die anderen" , IMMER.
Nicht wir das war Rot-grün, neinein das war Schwarz-Rot neineien Schwarz-gelb oder halt die Spekulanten.
Schuld ist die Politik als ganzes und das Volk als solches das es nicht schon längst das Reichstagsgebäude abgefackelt hat.
Ein guter Demokrat steht seinen Politikern auf den Füssen und fordert ihn, damit die Demokratie nicht einschläft und zum Erliegen kommt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
"Ein guter Demokrat steht seinen Politikern auf den Füssen und fordert ihn, damit die Demokratie nicht einschläft und zum Erliegen kommt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."
Ein guter Demokrat trifft selber Entscheidungen, anstatt einen Vormund zu wählen. Deutschland ist keine Demokratie, denn wer erstmal gewählt ist, muss sich keinen Deut mehr um seine Versprechen kümmern und an die Politiker ranzukommen oder Widerstand zu organisieren ist schwer.
"Ein guter Demokrat steht seinen Politikern auf den Füssen und fordert ihn, damit die Demokratie nicht einschläft und zum Erliegen kommt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."
Ein guter Demokrat trifft selber Entscheidungen, anstatt einen Vormund zu wählen. Deutschland ist keine Demokratie, denn wer erstmal gewählt ist, muss sich keinen Deut mehr um seine Versprechen kümmern und an die Politiker ranzukommen oder Widerstand zu organisieren ist schwer.
aber er erlegt die Schwachen und Kranken. Und das kommt am Ende des Artikels auch zum Tragen, die Überschrift SUGGERIERT anderes.
Dies resultiert zu einer Fehlinformation des "Überschriftenlesers".
....Da ist viel Wahres dran.
....Da ist viel Wahres dran.
das Gejammere über die bösen Spekulanten verdeckt die wahren Ursachen: desolate haushalte in den PIIGS Ländern mit nicht mehr zu finanzierenden Haushaltsdefiziten. Selbst die plötzlich so beliebte Transaktionssteuer wird hieran nichts ändern. Es wird Zeit, dass sich die Politik mit der eigentlichen Problematik beschäftigt und nicht länger mit Spekulantenschelte Nebelkerzen wirft.
... und die, ähm verbohrten Monetaristen von der EZB dürfen selbst Anleihen kaufen, die USA machen das mit der FED ja schon seit 2008 vor, die sogenannte quantitative Lockerung. Und als ob das nicht reicht: sogar noch eine Billionen-Absicherung von den EU-Staaten. So einfach und billig kann es gehen, wenn nur der Wille da ist.
Was allerdings weiter unklar bleibt: wie will man die Ungleichgewichte in der EU loswerden? Und das möglichst ohne IWF-Rezessions-Spar-Politik? Es bleibt spannend. Die quantitative Lockerung erhöht letztlich auch das Inflationsrisiko und verstärkt (bzw. erhält aufrecht) die gigantische Ungleichverteilung von Vermögen, da alle Anleihenbesitzer auch in Zukunft mit fetten leistungs- und risikofreien Zinssätzen an der Gesellschaft schmarotzen können. Die Zinsen werden zwar künfig uU mit neuem EZB-Geld gezahlt, aber das Bankkonto wächst relativ gesehen zum Kleinsparerkonto. Assetinflation oder so, nennt man das glaube ich. Der dumme aber fleissige Arbeiter wird relativ gesehen immer ärmer und das trotz niedriger Preissteigerungsraten.
Erinnern wir uns noch an die Hungeraufstände der letzten Jahre? Auch ausgelöst dadurch, dass durch Spekulationen die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt in die Höhe getrieben wurden?
Vielleicht hören wir ja demnächst aus den Schaltzentralen des Finanzkapitalismus (in Anlehnung an ein berühmtes Zitat aus der Weltgeschichte): “Wie, die Leute haben kein Geld mehr? Dann sagt ihnen doch, sie sollen Gold zum Einkaufen nehmen!”
Die Spekulanten hatten erfahren, dass man in USA aus Mais Sprit macht. Darauf wurden alle verfügbaren Optionen für Mais, dann für Weizen und schließlich auch für Reis aufgekauft. Aus Reis kann man gar keinen Sprit machen. Als die Spekulanten dann merkten, dass nicht die Lebensmittel knapp waren, sondern nur die Börsenpapiere dafür, sanken die Preise auch wieder.
Blöderweise hatten viele Millionen bitterarme Menschen über Monate zu wenig zu essen. Aber die letzten Wochen wurden wir über die guten und einfachen Regeln des Marktes von kompetenter Seite aufgeklärt und wissen heute natürlich, dass die armen Menschen durch die Gesetze des Marktes nur darauf hingewiesen wurden, dass sie ein Defizit haben.
Kein Grund also zum übermäßigen Gutmenscheln. So lange der Markt das Sagen hat, kommen nur die unter die Räder, die es nicht anders verdient haben.
wurden hochgetrieben. Durch Spekulanten, mag sein.
Aber die POLITIK hat doch durch ihre Befürwortung des BIO-Diesels es dazu kommen lassen.
Essen wurde tuerer weil wir ihn zu Treibstoff verarbeitet haben und nicht wegen Spekulanten.
Gleiches Angebot, mehr Bedarf dank eines weiteren verwendungszwecks, daher Spekulation.
Solange ein Spekulant nicht wider des gesetzes handelt ist nicht er, sondern die Politik die die gesetzlichen Rahmenbedingungen schafft schuld.
Die Spekulanten hatten erfahren, dass man in USA aus Mais Sprit macht. Darauf wurden alle verfügbaren Optionen für Mais, dann für Weizen und schließlich auch für Reis aufgekauft. Aus Reis kann man gar keinen Sprit machen. Als die Spekulanten dann merkten, dass nicht die Lebensmittel knapp waren, sondern nur die Börsenpapiere dafür, sanken die Preise auch wieder.
Blöderweise hatten viele Millionen bitterarme Menschen über Monate zu wenig zu essen. Aber die letzten Wochen wurden wir über die guten und einfachen Regeln des Marktes von kompetenter Seite aufgeklärt und wissen heute natürlich, dass die armen Menschen durch die Gesetze des Marktes nur darauf hingewiesen wurden, dass sie ein Defizit haben.
Kein Grund also zum übermäßigen Gutmenscheln. So lange der Markt das Sagen hat, kommen nur die unter die Räder, die es nicht anders verdient haben.
wurden hochgetrieben. Durch Spekulanten, mag sein.
Aber die POLITIK hat doch durch ihre Befürwortung des BIO-Diesels es dazu kommen lassen.
Essen wurde tuerer weil wir ihn zu Treibstoff verarbeitet haben und nicht wegen Spekulanten.
Gleiches Angebot, mehr Bedarf dank eines weiteren verwendungszwecks, daher Spekulation.
Solange ein Spekulant nicht wider des gesetzes handelt ist nicht er, sondern die Politik die die gesetzlichen Rahmenbedingungen schafft schuld.
...ist ein wenig irreführend. Die Finanzmärkte, -Institute und _Instrumente sind seit langer Zeit stark reguliert. Nur waren die Regeln schlecht und wurden zT willkürlich durchgesetzt. Richtiger wäre also die Aufarbeitung der Fehler bisheriger Politik und Bürokratie zu verlangen. So würde den Lesern eine richtigere Situationsbeschreibung vermittelt.
PS: Interessant ist, dass er eine Finanzmarktsteuer unerwähnt lässt.
....Da ist viel Wahres dran.
"Ein guter Demokrat steht seinen Politikern auf den Füssen und fordert ihn, damit die Demokratie nicht einschläft und zum Erliegen kommt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."
Ein guter Demokrat trifft selber Entscheidungen, anstatt einen Vormund zu wählen. Deutschland ist keine Demokratie, denn wer erstmal gewählt ist, muss sich keinen Deut mehr um seine Versprechen kümmern und an die Politiker ranzukommen oder Widerstand zu organisieren ist schwer.
mehr Druck durch Medien und Fussvolk, aber eben nicht nur währedn der Legislaturperiode. Man muss eben auch die Konsequenzen ziehen, die da heissen : nach gebrochenem Versprechen wird man gnadenlos nicht mehr gewählt.
Das die SPD noch mit mehr als 20-30% rumläuft zeigt dass das Volk eben nicht genug Druck ausübt.
Solange der Wähler zu leicht vergisst was vor 3 Monaten war und sich von Wahlkampfdummgeschwwätz einlullen lässt ändert sich auch nichts.
Wie keine Demokratie? Sie verwechelns Demokratie wahrscheinlich mit Anarchie.
Wenn die Partei die Sie wählen gewonnen hat muss sie halt auf mehr als 50% der Bevölkerung rücksicht nehemne und nciht nur auf einen einzelnen. Kompromissbereit muss ein Demokrat immer sein. Aber eben auch konsequent.
mehr Druck durch Medien und Fussvolk, aber eben nicht nur währedn der Legislaturperiode. Man muss eben auch die Konsequenzen ziehen, die da heissen : nach gebrochenem Versprechen wird man gnadenlos nicht mehr gewählt.
Das die SPD noch mit mehr als 20-30% rumläuft zeigt dass das Volk eben nicht genug Druck ausübt.
Solange der Wähler zu leicht vergisst was vor 3 Monaten war und sich von Wahlkampfdummgeschwwätz einlullen lässt ändert sich auch nichts.
Wie keine Demokratie? Sie verwechelns Demokratie wahrscheinlich mit Anarchie.
Wenn die Partei die Sie wählen gewonnen hat muss sie halt auf mehr als 50% der Bevölkerung rücksicht nehemne und nciht nur auf einen einzelnen. Kompromissbereit muss ein Demokrat immer sein. Aber eben auch konsequent.
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