Griechenland-Krise Euro bricht ein, Dax rutscht ab
Proteste in Athen, die drohende Herabstufung Portugals, neue Daten zur Verschuldung der Euroländer und Zweifel am Notpaket: Die Märkte strafen Euro und Dax ab.
© Charly Triballeau/AFP/Getty Images

Der Euro verliert, der Dax schwächelt: Die Griechenland-Krise sorgt für Unruhe an den Finanzmärkten
An den Finanzmärkten kehrt trotz des 110-Milliarden-Programms für Griechenland keine Ruhe ein. Anleger haben große Zweifel an den Stützungsmaßnahmen für das finanzschwache Mittelmeerland und Angst, die Probleme könnten sich auf andere Länder der Eurozone ausweiten. "Die Märkte haben den Glauben an die Wirksamkeit des Hilfspaketes noch nicht richtig verinnerlicht", sagte ein Börsianer. "Die Unsicherheiten werden bestehen bleiben, bis die europäischen Regierungen das Hilfspaket abgesegnet haben."
Diese Unsicherheiten sind bereits jetzt zu spüren. An der Börse in Frankfurt rückten überzeugende Geschäftszahlen wichtiger Unternehmen in den Hintergrund. Der deutsche Leitindex Dax notierte am Nachmittag unter der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten und verlor 0,4 Prozent auf 5985 Punkte. Am Montag notierte er noch bei 6195 Punkten.
Auch unter dem Eindruck eskalierender gewaltsamer Proteste in Athen ist der Kurs des Euro erneut gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am frühen Nachmittag 1,2830 Dollar. Das war der niedrigste Wert seit März 2009. Die Haushaltskrise Griechenlands und die wochenlangen Diskussionen um internationale Hilfe für das Land lassen den Kurs des Euros seit Langem stetig sinken. Seit Wochenbeginn verlor die Gemeinschaftswährung zum Dollar vier Cent.
Die Schwächung des Euro vertreibt nach Einschätzung von Helaba-Analyst Christian Schmidt Anleger von außerhalb der Euro-Zone. "In Dollar betrachtet ist der Dax noch schwächer. Ausländische Anleger sind deshalb geneigt, sich abzusichern und Geld vom Tisch zu nehmen."
Nun nehmen auch die Sorgen über eine Ausweitung der Schuldenkrise auf Portugal zu. Das Land musste vier Mal so hohe Zinsen für Geldmarktpapiere zahlen wie noch vor wenigen Wochen. Für Aufsehen sorgte auch die Ankündigung der Ratingagentur Moody's, innerhalb der kommenden Monate möglicherweise die Kreditwürdigkeit Portugals herabzustufen. Geprüft werde sogar eine Abwertung von derzeit "Aa2" um zwei Stufen.
Als Reaktion auf die Warnung von Moody's brach die Börse in Lissabon um 2,3 Prozent ein. Auch der Handelsplatz in der spanischen Hauptstadt Madrid verzeichnete ein Minus von mehr als drei Prozent. In Athen brach der Börsenkurs sogar um 5,4 Prozent ein.
- Deutschland
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Im Zuge der Griechenland-Hilfe ist geplant, dass die staatliche Förderbank KfW der griechischen Regierung einen Kredit für zwölf Monate von bis zu 8,4 Milliarden Euro gewährt. Eine Bürgschaft des Bundes sichert ihn ab.
Bis 2012 sind insgesamt 22,4 Milliarden Euro vorgesehen.
Die Bundesregierung begründet das Gesetz damit, dass es die Stabilität des Euro sichern helfe, was auch Deutschland nütze.
- Volumen
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Die Euro-Länder haben ein Drei-Jahres-Kreditprogramm beschlossen. Sie sollen 80 Milliarden Euro aufbringen, 30 Milliarden der Internationale Währungsfonds.
Daran beteiligen sich alle 15 Euroländer entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligung an der Europäischen Zentralbank. Für Deutschland sind das rund 28 Prozent, für 2010 also etwa 8,4 Milliarden Euro.
Die EU-Staaten betonen, dass die Hilfen keine Subvention darstellen – auf die Kredite muss Griechenland fünf Prozent Zins zahlen.
- Zeitplan
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Nach der Abstimmung der EU-Finanzminister ging das Gesetz im beschleunigten Verfahren durch Bundestag und Bundesrat. Bereits am Freitag stimmten beide Kammern darüber ab.
Am selben Tag trafen sich die EU-Staats- und Regierungschefs, um die Kredithilfen für Griechenland endgültig abzusegnen.
In Athen befasst sich das griechische Parlament mit dem Sparprogramm der Regierung. Am Donnerstag stimmten die Abgeordneten darüber ab. Die Maßnahmen sorgten für Protest.
Die erste Tranche des Hilfskredites soll vor dem 19. Mai ausgezahlt werden. An dem Tag steht eine Milliardenumschuldung der griechischen Regierung an.
- Risiko
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Der Bürger ist zunächst nicht betroffen. Die deutschen Kredite sollen über die Staatsbank KfW gewährt werden.
Der Bund muss sich dafür allerdings verbürgen. Das heißt: Erst wenn Athen nicht mehr in der Lage wäre, die Kredite zurückzuzahlen, würden der Bundeshaushalt und damit die Steuerzahler belastet.
Wird Griechenland gerettet, könnte der KfW-Kredit sogar ein Geschäft für die Deutschen werden.
- EU-Vertrag
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Umstritten bleibt, ob die EU-Hilfen für Griechenland einen Verstoß gegen den EU-Vertrag darstellen. Er verbietet den Euro-Staaten eigentlich, sich gegenseitig Schulden abzunehmen (die sogenannte "No-Bailout"-Klausel). Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, hält das Kreditprogramm für vertragskonform.
Der Maastricht-Vertrag lässt aber für finanziellen Beistand Spielraum: Er macht Ausnahmen bei Naturkatastrophen und anderen unvorhersehbaren Ereignissen. Fraglich ist indes, ob die übermäßige Verschuldung eines Landes darunterfällt.
Die deutschen Euro-Kritiker Wilhelm Hankel, Joachim Starbatty, Wilhelm Nölling und Karl Albrecht Schachtschneider wollen vor Gericht ziehen, falls Geld für Griechenland fließen sollte.
- Sparkurs
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Griechenland verpflichtet sich zu einem harten und streng überwachten Sparkurs. Der sieht massive Kürzungen bei Einkommen und Renten sowie Steuererhöhungen vor. So wird die Mehrwertsteuer zum zweiten Mal in diesem Jahr um zwei Punkte auf dann 23 Prozent heraufgesetzt.
Bis 2013 will die Regierung in Athen 30 Milliarden Euro sparen und bis 2014 das Haushaltsdefizit von derzeit 13,6 Prozent auf die EU-Obergrenze von 3 Prozent drücken.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Portugal schlechter beurteilt, und damit die Stabilität der Euro-Zone weiter ins Wanken gebracht. Portugal gilt neben Griechenland, Spanien und Irland als haushaltspolitisches Sorgenkind der Europäischen Union .
Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite – sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.
Dem versuchen die Länder der Euro-Zone entgegen zu wirken. Zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) legten sie ein 110 Milliarden starkes Rettungspaket für Griechenland auf, um damit zum einen die griechische Regierung bei ihren Sparbemühungen zu unterstützen und zum anderen eine weitere Abwertung des Euro zu verhindern. Allein Deutschland stellt dem Mittelmeerstaat in den kommenden drei Jahren Kredite von bis zu 22,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Bundestag und Bundesrat stimmen am Freitag über das entsprechende Gesetz ab.
Am selben Abend treffen sich dann die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel, um die Griechenland-Hilfen endgültig abzusegnen . Gesprächsthema werden dann sicherlich auch neue Daten der EU-Kommission sein. Demnach hat die Verschuldung aller Euro-Staaten weiter zugenommen.
Der für Wirtschaft und Finanzen zuständige Kommissar Olli Rehn forderte von den Regierungen deshalb mehr Anstrengungen, um die Haushalte zu konsolidieren. Gerüchte über einen Ruf Spaniens nach Finanzhilfe wies Rehn zurück, warnte aber: "Griechenland könnte negative Auswirkungen haben auf andere Länder. Deshalb ist es wichtig, das Buschfeuer auszutreten, ehe es ein Waldbrand wird."
- Datum 05.05.2010 - 18:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 54
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Wenn ich die Super-Wirtschaftsprofis in den vergangenen Monaten richtig verstanden habe, dann war der hohe Euro-Kurs eine Bedrohung für unsere Wirtschaft. Dank Griechenland und den Ratingagenturen wurde der Euro jetzt weniger Wert. Ist doch klasse für unsere exportabhängige Wirtschaft. Doch nun stimmen die Super-Wirtschaftsprofis ebenfalls ihr Wehklagen an. Kann mir endlich mal einer sagen, warum nun auf einmal der niedrige Euro-Kurs so dramatisch sein soll?
und Ersparnisse.
Aber Export ist natürlich wichtig....
Weil unsere Binnenmarktnachfrage seit Jahren nicht auf stabile Beine kommt, das ist ein ernsthaftes Problem. Ein Land wie Deutschland kann auf die Dauer nicht nur exportorientiert witschaften, weil sich die Leute im eigenen Land zunehmend nichts mehr leisten können. Wie war das: Mehr Netto von Brutto, oder anders herum? Merk(l)satz: Exportiert wird immer das, was sich die Leute eigenen Leute im Land nicht leisten können! Im Gegenzug werden die Importe immer teurer, weil wir alle Rohstoffe importieren, diese auf $-Basis abgerechnet werden.
fällt der Euro freut sich BP, kann dann wieder kräftiger zulangen und Esso auch und Aral und Jet und Shell...
und kaufst Papiere, die horrenden Gewinn einfahren, wenn Griechenland pleite geht und mehrere Millionen auf dein Konto schaufeln.... Was spricht dagegen es zu tun (außer deinem Gewissen, falls du eins hast)wenn es legal ist und keiner dich einschränkt? Wenn du die Million nicht nimmst, nimmt sie ein anderer. Einzige Chance: Das Spiel komplett verbieten. Aber das traut sich Merkel nicht. Lieber zahlt sie die Gewinne selbst an die Spieler aus. Und der kleine Maurer muss es in jahrelanger Kleinarbeit zusammenkratzen und die kleine Krankenschwester und der Angestellte auch. Und dessen Kinder und Enkelkinder. Was juckt das die Dame? Überhaupt nicht. Lediglich Minister Brüderle hat kurzzeitig Bauchschmerzen, aber das geht schnell vorbei, wenn das nächste Fest- und Feieressen serviert wird...
Moin,
allein die börsliche Sprache verschlägt einem den Atem, "Die Märkte strafen Euro und Dax ab". Nein, hier wird gegen EU und EURO gewettet, um aus der Krise, verursacht eben auch und gerade die Zocker, Gewinn zu ziehen. Das Versagen der Politik, der immer vorgehalten wird, sie verstünde den Markt nicht, liegt in erster Linie darin, genau diesem fälschlichen Argument blind zu folgen. Merkel fabuliert, wie andere auch, vom "Primat der Politik", setzt aber das "Primat des ungezügelten Marktes um"; ja mehr noch, dem Markt wird bei dessen Versagen unwidersprochen geholfen. Marktmängel werden aber unter Verweis auf die Unkenntnis des Marktes zurückgewiesen.
Auffällig wie schweigsam plötzlich die Marktversteher in der FDP geworden sind, die uns jahrelang das Primat des ungezügelten Marktes gepredigt haben.
Nein, wir brauchen schleunigst einen echten Paradigmenwechsel. Die EU ist in ihrer größten Krise zum Schweigen verdammt, dank der Verträge; das EU-Parlament machtlos und ebenso wortlos. Die nationalen Regierungen der EU lavieren herum, als gehe es um nichts. Jetzt ist die Stunde, in der es zählt! Also sollten die MdEPs doch einfach ihre künstliche Bremse selber lösen und zeigen, dass sie keine zahnlosen Tiger sind. Sonst sind wir in Kürze nicht nach der Krise oder neben der Krise, dann sind wir mitten im Beginn einer gigantischen Krise, eine die sich mit Griechenland gerade abzeichnet. Und das ist alles andere als gut für den Export.
Beste Grüße
Grabert
und Ersparnisse.
Aber Export ist natürlich wichtig....
Weil unsere Binnenmarktnachfrage seit Jahren nicht auf stabile Beine kommt, das ist ein ernsthaftes Problem. Ein Land wie Deutschland kann auf die Dauer nicht nur exportorientiert witschaften, weil sich die Leute im eigenen Land zunehmend nichts mehr leisten können. Wie war das: Mehr Netto von Brutto, oder anders herum? Merk(l)satz: Exportiert wird immer das, was sich die Leute eigenen Leute im Land nicht leisten können! Im Gegenzug werden die Importe immer teurer, weil wir alle Rohstoffe importieren, diese auf $-Basis abgerechnet werden.
fällt der Euro freut sich BP, kann dann wieder kräftiger zulangen und Esso auch und Aral und Jet und Shell...
und kaufst Papiere, die horrenden Gewinn einfahren, wenn Griechenland pleite geht und mehrere Millionen auf dein Konto schaufeln.... Was spricht dagegen es zu tun (außer deinem Gewissen, falls du eins hast)wenn es legal ist und keiner dich einschränkt? Wenn du die Million nicht nimmst, nimmt sie ein anderer. Einzige Chance: Das Spiel komplett verbieten. Aber das traut sich Merkel nicht. Lieber zahlt sie die Gewinne selbst an die Spieler aus. Und der kleine Maurer muss es in jahrelanger Kleinarbeit zusammenkratzen und die kleine Krankenschwester und der Angestellte auch. Und dessen Kinder und Enkelkinder. Was juckt das die Dame? Überhaupt nicht. Lediglich Minister Brüderle hat kurzzeitig Bauchschmerzen, aber das geht schnell vorbei, wenn das nächste Fest- und Feieressen serviert wird...
Moin,
allein die börsliche Sprache verschlägt einem den Atem, "Die Märkte strafen Euro und Dax ab". Nein, hier wird gegen EU und EURO gewettet, um aus der Krise, verursacht eben auch und gerade die Zocker, Gewinn zu ziehen. Das Versagen der Politik, der immer vorgehalten wird, sie verstünde den Markt nicht, liegt in erster Linie darin, genau diesem fälschlichen Argument blind zu folgen. Merkel fabuliert, wie andere auch, vom "Primat der Politik", setzt aber das "Primat des ungezügelten Marktes um"; ja mehr noch, dem Markt wird bei dessen Versagen unwidersprochen geholfen. Marktmängel werden aber unter Verweis auf die Unkenntnis des Marktes zurückgewiesen.
Auffällig wie schweigsam plötzlich die Marktversteher in der FDP geworden sind, die uns jahrelang das Primat des ungezügelten Marktes gepredigt haben.
Nein, wir brauchen schleunigst einen echten Paradigmenwechsel. Die EU ist in ihrer größten Krise zum Schweigen verdammt, dank der Verträge; das EU-Parlament machtlos und ebenso wortlos. Die nationalen Regierungen der EU lavieren herum, als gehe es um nichts. Jetzt ist die Stunde, in der es zählt! Also sollten die MdEPs doch einfach ihre künstliche Bremse selber lösen und zeigen, dass sie keine zahnlosen Tiger sind. Sonst sind wir in Kürze nicht nach der Krise oder neben der Krise, dann sind wir mitten im Beginn einer gigantischen Krise, eine die sich mit Griechenland gerade abzeichnet. Und das ist alles andere als gut für den Export.
Beste Grüße
Grabert
und Ersparnisse.
Aber Export ist natürlich wichtig....
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Mitmachen ! Da ist doch in Nullkommanichts ein netter Porsche drin.
....tun die Politiker und zwar mit Ihrem Geld. Leider kennen Die sich mit Märkten schlecht aus und riskieren daher weit mehr Ihres Steuergeldes als sie müssten. Laien sollten nie mit so viel fremder Leute Geld spekulieren dürfen. Sie sollten Ihren Abgeordneten anrufen und ihm eine E-Mail schicken. Beklagen Sie sich beim Täter.
Na, toll. Eben wurde das große Hilfspaket von IWF und EU für GR geschnürt. Wir können Kreditgarantien für 22 Milliarden für die nächsten drei Jahre übernehmen. Kein vernünftiger Mensch glaubt daran, dass GR das jemals zurückzahlen kann. Und schon wird im Casino weiter gespielt und gewettet, wann Portugal und Spanien Pleite gehen. Da kann noch viel mehr auf uns zu kommen. Wann schließen die Politiker endlich das Casino? Viel Gerede, aber keine Taten! Dafür hilflose Politiker an der Geld (Wasser)spritze.
das die Menschen in der EU erst am Gewinnen sind wenn es nicht mehr relevant ist wenn es wieder einmal heisst "die Märkte Strafen politische Einscheidungen ab..." Solange aber die Verantwortlichen solchen Aussagen/Prognosen hinterherhecheln solange wird der Mensch und die für ihn wichtigen Sozialen Strukturen ireleveant sein wenn es um Entscheidungen geht. desweiteren lässt es sich vermutlich auch sehr gut leben wenn die Finanzmärkte einen geringeren Stellenwert in der täglichen Medienbewirtschaftung haben. Auch da viel zu viel Relevanz für "die Märkte" die sich aber jeder Verantwortung entziehen sobald es an das Bezahlen geht...
"Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite - sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko."
Nein. Höhere Zinsen bedeuten nur, dass die Verhandlungsposition des Kreditnehmers sich verschlechtert bzw. das Mitnahmepotential des Kreditgebers sich erhöht hat. Mit Ausfallrisiken hat dies wenig zu tun. Zinsen verlangt man, um sie zu erhalten. Ausfallrisiken werden entweder selbst getragen, rückversichert oder transformiert (s. US-JunkRealEstate). Das Beispiel Griechenland zeigt doch wunderbar, wie erpressbar einzelne Staaten gegenüber geschlossenen Aktionen der Finanzmärkte sind. Gerade deswegen wäre es wichtig gewesen im Falle Griechenlands bereits vor Monaten zu handeln. Unregulierte Märkte sind teilweise reine Glaubenssache. Sie reagieren überspitzt und einmal losgetretene Dominoeffekte lassen sich nur schwer kontrollieren. Durch den Prozess der Vermögensungleichverteilung fehlen entsprechende Puffer, die eine solche Entwicklung kompensieren könnten. Banken mussten keine Rücklagen bilden, Rückstellungen für Risikogeschäfte wurden als Boni ausgezahlt, Unternehmen schmälerten die Eigenkapitalbasis und hängen nun am Kredittropf. Wer kann, entzieht sich der Steuerbarkeit seines Produktionsstandortes. Dieser Mitnahmeeffekt von Produktivität belastet die Staatshaushalte und nötigt viele Staaten zur Verschuldung. Die Rücknahme dieses Prozesses ist der einzige Weg die Ungleichgewichte zu beseitigen.
die Steuerzahler das "Ausfallrisiko" tragen, ist allein schon dieser Begriff eine Unverschämtheit.
Nach dem letzten Kapitalverbrechen im engeren Sinn - der so genannten Finanzkrise - hieß es vollmundig: "Wir dürfen nicht zulassen, daß noch einmal eine Bank "systemrelevant wird".
Manche Träumer hofften tatsächlich auf eine Domestizierung dieses brandgefährlichen Finanzsystems, spekulierten gar auf das baldige Ende des Kapitalismus.
Selten so bitter gelacht.
Tatsache ist, die Bankenkonzentration hat logischerweise zugenommen, ihre "Systemrelevanz" damit auch.
Dazu der Blankoscheck der Regierungen, also besser kann man es als Großbanker nun kaum haben.
die Steuerzahler das "Ausfallrisiko" tragen, ist allein schon dieser Begriff eine Unverschämtheit.
Nach dem letzten Kapitalverbrechen im engeren Sinn - der so genannten Finanzkrise - hieß es vollmundig: "Wir dürfen nicht zulassen, daß noch einmal eine Bank "systemrelevant wird".
Manche Träumer hofften tatsächlich auf eine Domestizierung dieses brandgefährlichen Finanzsystems, spekulierten gar auf das baldige Ende des Kapitalismus.
Selten so bitter gelacht.
Tatsache ist, die Bankenkonzentration hat logischerweise zugenommen, ihre "Systemrelevanz" damit auch.
Dazu der Blankoscheck der Regierungen, also besser kann man es als Großbanker nun kaum haben.
Vor drei Monaten, als die Griechen 10 Milliarden benötigten, hätte man sie durch Soforthilfe damals noch retten können. Weil die Kanzlerin aber die Hilfsaktion immer mehr verzögerte, wuchs die erforderliche Summe auf 110 Milliarden, doch besteht mittlerweile keinerlei Garantie mehr, dass Geldkredite überhaupt noch helfen würden. Das internationale Vertrauen in den Euro ist gesunken, und dank der Verschleppung wurden nun auch noch andere Euroländer mit hineingezogen.
Vermutlich hat es überhaupt keinen Sinn mehr, jetzt noch gutes Geld hinter schlechtem herzuwerfen. Griechenland sollte einen geordneten Konkurs machen und aus Euroland aussteigen.
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