Schuldenkrise Die Griechen müssen schwedischer werden

Schon vor Griechenland standen Länder am Abgrund. Auch wenn die Ausgangslagen unterschiedlich waren: Manche Lösungsansätze könnten auch Athen helfen.

EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigt, wohin der griechische Staat steuern soll

EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigt, wohin der griechische Staat steuern soll

Die Schulden sind enorm, die Wirtschaft liegt am Boden und die Zinslast ist kaum zu schultern. Was die Griechen derzeit durchmachen, haben andere Staaten bereits hinter sich. In einigen Fällen gelang die Sanierung, in anderen half nur eine Insolvenz und in der Folge eine massive Umschuldung.

Der bekannteste Fall aus jüngerer Zeit ist die Argentinien-Krise 2001/2002 . Was den Fall Griechenland mit dem in Argentinien zunächst vergleichbar macht: Die argentinische Regierung unter Präsident Carlos Menem hatte den Peso im Verhältnis 1:1 an den Dollar gekoppelt, damit konnte die argentinische Zentralbank keine eigenständige Wechselkurspolitik mehr betreiben. Gleiches gilt heute für Athen: Griechenland hat keine eigene Währung mehr, eine Abwertung der Drachme, um die heimische Wirtschaft zu entlasten, ist nicht möglich.

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In Argentinien kam die Asienkrise hinzu. Internationale Anleger waren gegenüber Schwellenländern skeptischer geworden. Aus Angst vor einer ausufernden Krise wurde Kapital aus Argentinien abgezogen. Auch die Argentinier selbst misstrauten zunehmend ihrem Bankensystem und ihrer Währung und tauschten Pesos gegen Dollar. Die Folge: Die Zentralbank musste immer mehr heimische Währung aufkaufen, um den Wechselkurs zum Dollar zu halten. Am Ende konnte Argentinien seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen. Zwar organisierte der IWF 2000/2001 noch Hilfspakete, doch als die Regierung in Buenos Aires Ende November 2001 verkündete, das mit dem IWF vereinbarte Haushaltsziel zu verfehlen, verweigerte der Währungsfonds weitere Zahlungen. Damit schürte er die Kapitalflucht erst recht. Ende Dezember 2001 erklärte sich die Regierung für zahlungsunfähig.

Die Bindung an den Dollar wurde aufgegeben und die Landeswährung um 70 Prozent abgewertet. Nach langwierigen Verhandlungen über eine Umschuldung erreichte Argentinien einen Forderungsabschlag, den sogenannten Haircut, von durchschnittlich 67 Prozent; rund drei Viertel der Investoren akzeptierten die Umtauschbedingungen. Ab 2003 konnte sich Argentiniens Wirtschaft dank der Abwertung erholen, doch wegen des langen Streits mit den Gläubigern ist das Land bis heute nicht an den internationalen Kapitalmarkt zurückgekehrt.

Inzwischen gibt es viele Stimmen, die auch Griechenland raten, diesen Schritt zu gehen – also den Euroraum zu verlassen, die Drachme wieder einzuführen und diese dann gegenüber dem Euro abzuwerten. Denn solange Griechenland in der Eurozone bleibt, hat es keine Möglichkeit, über den Wechselkurs die heimische Wirtschaft zu stützen.

Doch die argentinische Lösung könne kaum als Vorbild für Athen dienen, meint Michael Berlemann vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). "Ein freier Wechselkurs würde die griechische Wirtschaft zwar etwas wettbewerbsfähiger machen, aber das eigentliche Problem der Griechen nicht grundlegend lösen", sagt der Leiter der HWWI-Bereichs Weltwirtschaft.

Er sieht die Währungsunion nicht als Ursache der Hellas-Krise – das unterscheide sie von der in Argentinien. "Griechenland ist den anderen Euroländern ähnlicher, als dass bei Argentinien im Vergleich zu den USA der Fall war", erläutert Berlemann. "Was die Griechen in die Krise geführt hat, ist nicht die gemeinsame Währung, sondern dass der Staat über seine Verhältnisse gelebt hat. Der öffentliche Bereich wurde aufgebläht, das Sozialsystem leidet unter Auswüchsen, zum Beispiel einem niedrigen Renteneintrittsalter für Staatsbedienstete."

Leser-Kommentare
    • etiam
    • 05.05.2010 um 17:06 Uhr

    Das griechische Problem ist genau wie hier geschildert - nur die Konsequenz daraus ganz anders als hier geschildert. Die hier vorgeschlagene Umerziehung wird nicht funktionieren, da den Griechen insgesamt die "sittliche Strenge" fehlt, die den Schweden davon abhält im Parkverbot zu parken, selbst wenn es sanktionsfrei wäre.
    Und dieser Mentalitätsunterschied ist unverrückbar. Will man die Griechen auf den Weg der Tugend bringen wird dies nur mit Zwang funktionieren: Mit einem gigangtischen Kontrollaufwand muss der griechische Staat seiner Bürger bzw. deren Einkünften habhaft werden. Nur so gelingt es diejenigen, die auch wirklich etwas haben, zu besteueren, und nicht so wie heute nur die kleinen Angestellten/Beamten, die zu Recht auf die Straße gehen. Viel wichtiger als die Kontrolle regulär getätigter Zahlungen wäre die Kontrolle der Schmiergelder. Mit ebenso gigantischem Aufwand muss die EU den griechischen Staatsapparat kontrollieren, da die Hemmungen zu betrügen auch hier nicht viel größer sind.
    Alternativ könnte man sich eingestehen, dass die starke Konsumneigung der Griechen nur durch Hochzinspolitik und hohe Inflation unter Kontrolle gehalten werden kann - das geht aber nicht im Euro - weswegen am Ende der Mentalitätsunterschied dazu führen muss, dass die Griechen wieder aus dem Euro ausscheren werden. Alles andere halte ich füt Utopie.

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    ...ist eben genau der Mentalitätsunterschied, darum wird es für Griechenland und seine (noch) amtierende Regierung ganz ganz schwierig.

    Vielleicht, aber man sollte bedenken, das diese Unterschiede kausale Ursachen haben. Die Korruption und Vorteilsnahme bedingt auch geringes Vertrauen in Verwaltung und Regierung.
    Übrigens eine Entwicklung, die auch zunehmend bei uns eine Rolle spielt. Genau das ist auch der Grund, warum es bei uns so schnell keine Sanierung geben wird, es fehlt das Vertrauen, dass Reformen nicht nur zum Vorteil der Transferempfänger genutzt werden, egal ob Hartz IV oder öffentlich finanziert (per Gehalt oder Subvention).
    Und anders als in Schweden sind Kürzungen von Transferzahlungen bei uns undenkbar, nur sie würden zu einer Akzeptanz bei Erhöhungen der Sozialabgaben und Steuern führen.

    Es gibt also keinen Grund auf dem hohem Ross zu sitzen, Griechenland ist nur ein vergrößernder Spiegel von uns selbst.

    H.

    • cucco
    • 05.05.2010 um 18:40 Uhr

    Es gibt sie also doch : die Mentalitätsunterschiede der Völker, die der Motor der individuellen Wirtschaft der Völker sind. Noch bis vor wenigen Monaten wurden Kommentare, die die Mentalität einer Bevölkerung als Ursache bestimmter wirtschaftlicher Erscheinungen bezeichneten, einfach wegzensiert.
    Da macht wohl langsam die political correctness bei den Moderatoren in den verschiedenen Zeitungen einen Lernprozess durch. Griechen können nimmer Schweden sein , Italiener nimmer Deutsche und ein griechischer Euro ist eben kein deutscher Euro. Merkels Hilfspläne scheinen nach immer mehr aktuellen Berichten in verschiedenen Zeitungen falsch zu sein.

    ...ist eben genau der Mentalitätsunterschied, darum wird es für Griechenland und seine (noch) amtierende Regierung ganz ganz schwierig.

    Vielleicht, aber man sollte bedenken, das diese Unterschiede kausale Ursachen haben. Die Korruption und Vorteilsnahme bedingt auch geringes Vertrauen in Verwaltung und Regierung.
    Übrigens eine Entwicklung, die auch zunehmend bei uns eine Rolle spielt. Genau das ist auch der Grund, warum es bei uns so schnell keine Sanierung geben wird, es fehlt das Vertrauen, dass Reformen nicht nur zum Vorteil der Transferempfänger genutzt werden, egal ob Hartz IV oder öffentlich finanziert (per Gehalt oder Subvention).
    Und anders als in Schweden sind Kürzungen von Transferzahlungen bei uns undenkbar, nur sie würden zu einer Akzeptanz bei Erhöhungen der Sozialabgaben und Steuern führen.

    Es gibt also keinen Grund auf dem hohem Ross zu sitzen, Griechenland ist nur ein vergrößernder Spiegel von uns selbst.

    H.

    • cucco
    • 05.05.2010 um 18:40 Uhr

    Es gibt sie also doch : die Mentalitätsunterschiede der Völker, die der Motor der individuellen Wirtschaft der Völker sind. Noch bis vor wenigen Monaten wurden Kommentare, die die Mentalität einer Bevölkerung als Ursache bestimmter wirtschaftlicher Erscheinungen bezeichneten, einfach wegzensiert.
    Da macht wohl langsam die political correctness bei den Moderatoren in den verschiedenen Zeitungen einen Lernprozess durch. Griechen können nimmer Schweden sein , Italiener nimmer Deutsche und ein griechischer Euro ist eben kein deutscher Euro. Merkels Hilfspläne scheinen nach immer mehr aktuellen Berichten in verschiedenen Zeitungen falsch zu sein.

  1. ...ist eben genau der Mentalitätsunterschied, darum wird es für Griechenland und seine (noch) amtierende Regierung ganz ganz schwierig.

    Antwort auf "Auf den Punkt gebracht"
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    Es ist nicht nur ein Mentalitätsunterschied, der der Steuerehrlichkeit in Schweden zugrunde liegt sondern auch sehr starke soziale Kontrolle.
    In Schweden sind sämtliche Steuererklärungen öffentlich, es kann also jeder sehen, wie viel sein Nachbar, der Ministerpräsident oder der Nationaltrainer (offiziell) verdienen, wie reich sie sind und welche Steuern sie zahlen. Das übt eine ziemliche soziale Kontrolle aus, ehrlich zu sein (ob das den Preis wert ist, ist eine andere Frage)

    Bei der Griechenlandhilfe gebe ich kleinzack recht. Das ganze Vorgehen macht den Eindruck, als hätten es genau die Leute ausgehandelt, denen wir schon die Finanzkriese zu verdanken haben: Direkte Steuern rauf, Ausgaben runter, aber Abgaben auf Einkommen oder Vermögen, die die Starken der Gesellschaft treffen kaum angerührt.

    Das Beispiel Schweden zeigt hier, dass es auch anders geht, ohne die Bevölkerung zu spalten. Man muss das aber auch wollen und vielleicht liegt hier der eigentliche Mentalitätsunterschied: Es mag in der schwedischen Elite ein grösseren Wert haben, in einer sozialen Gesellschaft zu leben, als in der griechischen, bei der EU und beim IWF.

    Es ist nicht nur ein Mentalitätsunterschied, der der Steuerehrlichkeit in Schweden zugrunde liegt sondern auch sehr starke soziale Kontrolle.
    In Schweden sind sämtliche Steuererklärungen öffentlich, es kann also jeder sehen, wie viel sein Nachbar, der Ministerpräsident oder der Nationaltrainer (offiziell) verdienen, wie reich sie sind und welche Steuern sie zahlen. Das übt eine ziemliche soziale Kontrolle aus, ehrlich zu sein (ob das den Preis wert ist, ist eine andere Frage)

    Bei der Griechenlandhilfe gebe ich kleinzack recht. Das ganze Vorgehen macht den Eindruck, als hätten es genau die Leute ausgehandelt, denen wir schon die Finanzkriese zu verdanken haben: Direkte Steuern rauf, Ausgaben runter, aber Abgaben auf Einkommen oder Vermögen, die die Starken der Gesellschaft treffen kaum angerührt.

    Das Beispiel Schweden zeigt hier, dass es auch anders geht, ohne die Bevölkerung zu spalten. Man muss das aber auch wollen und vielleicht liegt hier der eigentliche Mentalitätsunterschied: Es mag in der schwedischen Elite ein grösseren Wert haben, in einer sozialen Gesellschaft zu leben, als in der griechischen, bei der EU und beim IWF.

  2. Vielleicht, aber man sollte bedenken, das diese Unterschiede kausale Ursachen haben. Die Korruption und Vorteilsnahme bedingt auch geringes Vertrauen in Verwaltung und Regierung.
    Übrigens eine Entwicklung, die auch zunehmend bei uns eine Rolle spielt. Genau das ist auch der Grund, warum es bei uns so schnell keine Sanierung geben wird, es fehlt das Vertrauen, dass Reformen nicht nur zum Vorteil der Transferempfänger genutzt werden, egal ob Hartz IV oder öffentlich finanziert (per Gehalt oder Subvention).
    Und anders als in Schweden sind Kürzungen von Transferzahlungen bei uns undenkbar, nur sie würden zu einer Akzeptanz bei Erhöhungen der Sozialabgaben und Steuern führen.

    Es gibt also keinen Grund auf dem hohem Ross zu sitzen, Griechenland ist nur ein vergrößernder Spiegel von uns selbst.

    H.

    Antwort auf "Auf den Punkt gebracht"
  3. Schweden mit Griechenkland zu vergleichen - welch ein verkehrtes Unterfangen.

    Die Schweden sind an das Bezahlen von Einkommenkommnesteuern gewöhnt, die Griechen dagegen nicht.

    Seit Agamemnons Zeiten (man erinnere sich an die Geschichte mit dem trojanischen Pferd) wird betrogen und getrixt. Listigkeit gilt als nationale Tugend. Wer keine Steuern bezahlt, gilt als listig und geniest hohes Ansehen.

    Hinzu kommt, daß die Griechen, die 500 Jahrel lang als Staat die türkische Besatzungsmacht erdulden mußten, ein gestörtes Verhältnis zur Institution Staat haben und Steuerhinterziehung als Akt legalen Widerstandes aufgefaßt wird.

    Sehr bezeichnend ist jetzt, daß von einer Erhöhung der Einkommensteuer nirgendwo die Rede ist. Nur von indirkten Steuern (Mehrwertsteuer, Verbrauchsteuern). Anders ist von den Griechen nichts zu holen. Die indirekten Stuern betreffen aber die Armen und lassen die Reichen weitgehend ungeschoren. Und das ist das Ungerechte an dem ganzen Rettungspaket, das die EU und die sozialdemokratische PASOK-Regierung beschlossen haben.

    Ich verstehe, warum es einen Volksaufstand gibt und ich würde mich als griechischer Kleinverdiener auch daran beteiligen. An die Einkommensteuer geht niemand ran, weil eh niemand Einkommensteuer in Griechenland zahlt und da ncihts zu holen ist.

    Und das sieht nun mal bei den Schweden anders aus. Da zahlen die Reichen mehr als die Armen.

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    Die Überschrift reflektiert die ganze Idiotie des Euro-Traums, dass die Länder Europas eine "gemeinsame Kultur und Geschichte" haben. Nichts könnte falscher sein. Griechenland und Schweden haben absolut nichts miteinander gemeinsam, ebensowenig wie Spanier mit Irland oder Italiener mit Island. In Griechenland herrschen Sommertemperaturen über 40 Grad, was andere Bräuche und anderes Arbeitstempo erfordert. Allein die Idee, die Griechen "schwedischer" machen zu wollen, ist hirnverbrannt.

    Die Überschrift reflektiert die ganze Idiotie des Euro-Traums, dass die Länder Europas eine "gemeinsame Kultur und Geschichte" haben. Nichts könnte falscher sein. Griechenland und Schweden haben absolut nichts miteinander gemeinsam, ebensowenig wie Spanier mit Irland oder Italiener mit Island. In Griechenland herrschen Sommertemperaturen über 40 Grad, was andere Bräuche und anderes Arbeitstempo erfordert. Allein die Idee, die Griechen "schwedischer" machen zu wollen, ist hirnverbrannt.

  4. Die Überschrift reflektiert die ganze Idiotie des Euro-Traums, dass die Länder Europas eine "gemeinsame Kultur und Geschichte" haben. Nichts könnte falscher sein. Griechenland und Schweden haben absolut nichts miteinander gemeinsam, ebensowenig wie Spanier mit Irland oder Italiener mit Island. In Griechenland herrschen Sommertemperaturen über 40 Grad, was andere Bräuche und anderes Arbeitstempo erfordert. Allein die Idee, die Griechen "schwedischer" machen zu wollen, ist hirnverbrannt.

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    Natürlich gibt es Unterschiede, doch die sind gering im Verhältnis zu den Gemeinsamkeiten.
    Die Entwicklung unseres Steuersystems und der Erhebungspraxis in den letzten Jahrzehnten beweist ziemlich deutlich, dass Vertrauen schnell und heftig zerstört werden kann.
    Vertrauen zu schaffen geht aber ebenso, wie die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich beweist.

    Das aber setzt den Willen dazu und Ehrlichkeit voraus ,damit Vertrauen wachsen kann.
    Das geht Naturgemäß in kleinen Ländern wie Schweden leichter, als in annonymeren Großstaaten.
    Es sollte also in Griechenland auch funktionieren können, wenn die Elite ehrlich und sich wirklich einig wäre.
    Das aber sehe ich weder für Griechenland noch für das heutige Deutschland.

    H.

    Natürlich gibt es Unterschiede, doch die sind gering im Verhältnis zu den Gemeinsamkeiten.
    Die Entwicklung unseres Steuersystems und der Erhebungspraxis in den letzten Jahrzehnten beweist ziemlich deutlich, dass Vertrauen schnell und heftig zerstört werden kann.
    Vertrauen zu schaffen geht aber ebenso, wie die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich beweist.

    Das aber setzt den Willen dazu und Ehrlichkeit voraus ,damit Vertrauen wachsen kann.
    Das geht Naturgemäß in kleinen Ländern wie Schweden leichter, als in annonymeren Großstaaten.
    Es sollte also in Griechenland auch funktionieren können, wenn die Elite ehrlich und sich wirklich einig wäre.
    Das aber sehe ich weder für Griechenland noch für das heutige Deutschland.

    H.

  5. Hier Rezept eines Dummen, kein Geld ausgeben was man nicht hat und man bleibt eigener Herr im Hause. Die Schlauen geben Gelder aus die sie nicht besitzen und andere zahlen die Rechnung?

  6. Es ist nicht nur ein Mentalitätsunterschied, der der Steuerehrlichkeit in Schweden zugrunde liegt sondern auch sehr starke soziale Kontrolle.
    In Schweden sind sämtliche Steuererklärungen öffentlich, es kann also jeder sehen, wie viel sein Nachbar, der Ministerpräsident oder der Nationaltrainer (offiziell) verdienen, wie reich sie sind und welche Steuern sie zahlen. Das übt eine ziemliche soziale Kontrolle aus, ehrlich zu sein (ob das den Preis wert ist, ist eine andere Frage)

    Bei der Griechenlandhilfe gebe ich kleinzack recht. Das ganze Vorgehen macht den Eindruck, als hätten es genau die Leute ausgehandelt, denen wir schon die Finanzkriese zu verdanken haben: Direkte Steuern rauf, Ausgaben runter, aber Abgaben auf Einkommen oder Vermögen, die die Starken der Gesellschaft treffen kaum angerührt.

    Das Beispiel Schweden zeigt hier, dass es auch anders geht, ohne die Bevölkerung zu spalten. Man muss das aber auch wollen und vielleicht liegt hier der eigentliche Mentalitätsunterschied: Es mag in der schwedischen Elite ein grösseren Wert haben, in einer sozialen Gesellschaft zu leben, als in der griechischen, bei der EU und beim IWF.

  7. Natürlich gibt es Unterschiede, doch die sind gering im Verhältnis zu den Gemeinsamkeiten.
    Die Entwicklung unseres Steuersystems und der Erhebungspraxis in den letzten Jahrzehnten beweist ziemlich deutlich, dass Vertrauen schnell und heftig zerstört werden kann.
    Vertrauen zu schaffen geht aber ebenso, wie die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich beweist.

    Das aber setzt den Willen dazu und Ehrlichkeit voraus ,damit Vertrauen wachsen kann.
    Das geht Naturgemäß in kleinen Ländern wie Schweden leichter, als in annonymeren Großstaaten.
    Es sollte also in Griechenland auch funktionieren können, wenn die Elite ehrlich und sich wirklich einig wäre.
    Das aber sehe ich weder für Griechenland noch für das heutige Deutschland.

    H.

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