Klamme Kommunen Jetzt geht's ans Eingemachte

15 Milliarden Euro – so groß wird das Haushaltsloch der Kommunen in diesem Jahr sein. Den Städten und Gemeinden steht ein beispielloser Sparkurs bevor.

"Unsere Haushalte sind völlig überstrapaziert", sagt die Präsidentin des Deutschen Städtetags, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Gemeint sind die Etats der rund 12.000 deutschen Kommunen. Deren Defizit beträgt nach Schätzung des Verbandes in diesem Jahr etwa 15 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr klaffte in den kommunalen Haushalten ein Loch von rund sieben Milliarden Euro.

Den Stadtkämmerern bleiben also immer enger werdende Spielräume. Um die Einnahmenseite zu verbessern, erhöhen sie Steuern und Gebühren. Hunde- und Gewerbesteuern werden angehoben, die Gebühren für Kindertagesstätten und der Eintritt ins Museum ebenso. In Hamburg etwa steigen die Kita-Gebühren um bis zu 100 Euro pro Monat. Städte wie Karlsruhe , Mühlhausen in Thüringen oder Feldkirchen bei München haben die Grundsteuer angehoben. Andere stellen neue Radarfallen auf und hoffen darauf, dass Autofahrer rasen.

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Einige Städte sind noch kreativer: Die thüringische Gemeinde Niederzimmern verkaufte Schlaglöcher für je 50 Euro. Das gestopfte Schlagloch erhält dann eine Plakette mit dem Namen des Spenders. Insgesamt verkaufte die 1000-Einwohner-Gemeinde 257 Schlaglöcher und nahm so 12.850 Euro ein. Köln hat kürzlich die Einführung einer "Bettensteuer" für Hotels beschlossen, als Kompensation für die gesenkte Mehrwertsteuer für Hoteliers. Die Domstadt rechnet mit jährlichen Einnahmen von bis zu 21,5 Millionen Euro. Das Beispiel macht Schule: Andere Städte wollen den Kölnern folgen, etwa Saarbrücken .

In der Finanznot schlagen Kommunen auch neue Wege beim Schuldenmachen ein. Quickborn in Schleswig-Holstein pumpte im März seine eigenen Bürger an: Einwohner stellten ihrer Stadt eine Million Euro zur Verfügung. Der Bürgerkredit bringt bis zu 2,6 Prozent Zinsen für fünf Jahre. Andere Kommunen geben neuerdings wieder Anleihen aus, beispielsweise Essen und Hannover , um sich von den Landesbanken als Financiers unabhängiger zu machen.

Auf der Ausgabenseite stellen die Kämmerer zudem immer mehr auf den Prüfstand. Dresden s Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) will etwa den Baubeginn bestimmter Vorhaben verschieben. Auch für Kultur wird weniger ausgegeben: Die Stadt Brühl bei Köln kürzte ihre Zuschüsse zum Karneval und zum Sommerkulturprogramm. Im schwäbischen Nürtingen erhält die Volkshochschule weniger Geld und muss folglich die Preise erhöhen. In Augsburg muss das Theater auf große Bühnenbilder verzichten und die Zahl der Inszenierungen senken. An den städtischen Bühnen anderer Kommunen ist die Lage ähnlich. Wenn nicht gleich das Haus ganz geschlossen wird, wie das Schauspielhaus in Wuppertal .

Auch der Essen er Stadtkämmerer streicht den Kulturzuschuss zusammen. Ohnehin ist die Lage im Ruhrgebiet besonders düster. Beispiel Oberhausen : Die 216.000-Einwohner-Stadt im Westen des Potts ist so gut wie pleite und kürzt die Ausgaben nun radikal. Die Stadt hat den Busfahrplan zusammengestrichen. Viele Busse fahren nun schon ab 21 Uhr im Nachtbetrieb. Einen Bücherbus hat die städtische Bibliothek nicht mehr, Grünflächen werden seltener gemäht. In seiner Not hat Oberhausen zudem mehrere Schwimmbäder geschlossen und eines zu einem Spaßbad umgebaut. Dort wurde dann der Eintrittspreis kräftig erhöht.

Die Not der Kommunen

Schwimmbäder und Bibliotheken, die geschlossen werden. Theater, die ihre Spielpläne zusammen streichen, weil das Geld fehlt. Die Not der Kommunen ist so groß wie nie. Was sind Ihre Erfahrungen aus Ihrer Kommune: Wo wird gekürzt und gespart? Wie sind Sie davon betroffen? Schreiben Sie uns im Kommentarbereich dieses Artikels. Wir sind auf ihre Geschichten gespannt.

Aber auch dort, wo noch Bäder existieren, spüren die Bürger Kürzungen – vor allem in der anstehenden Freibadsaison. Mannheim beheizt nur noch eines seiner Freibäder. In den drei anderen können die Besucher nur hoffen, dass die Sonne kräftig scheint, um das Wasser etwas zu erwärmen. Noch radikaler ging die Stadt Sindelfingen vor: Sie füllte im kommunalen Freibad kurzerhand ein Becken mit Erde und machte es zur Rasenfläche. Andere Städte haben sich für eine verkürzte Saison entschieden, also einen späteren Start und ein früheres Ende.

Besonders kritisch wird es dann, wenn die Kommunen bei der Infrastruktur für Kinder sparen. Sei es, dass Jugendmusikschulen ihre Preise erhöhen und Jugendzentren schließen müssen. Sei es, dass Schulen so marode sind, dass – wie im Januar in Augsburg – ein Schulleiter aus Sicherheitsgründen Räume sperren muss. Kürzen Gemeinden die Zuschüsse für die Stadtbücherei, fehlt es an aktuellem Bestand. Andernorts verwahrlosen Abenteuerspielplätze und Sportanlagen.

 
Leser-Kommentare
  1. Man hat den Spitzensteuersatz gesenkt ( bereits unter Schröder),
    Die jetzige Regierung wirft den Zockern Milliarden Gelder hinterher.
    Steuergelder sind aber für die Daseinsfürsorge gedacht! Dazu gehört natürlich auch die Arbeit der Kommunen vor Ort.
    Die ausgeflippte FPD will jetzt auch noch die Gewerbesteuer streichen. Der Transaktionssteuer verweigert sie sich.
    Bislang lebte Deutschland von der Substanz.
    Die ist am Ende!

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    es ist ja sicher alles richtig, was Sie schreiben aber man darf doch in diesen schwierigen Zeiten nicht so den Kopf hängen lassen. Herrn Ackermann geht´s doch gut und so wie es aussieht, wird das auch wohl so bleiben. Wenn Herr Funke Glück hat, bekommt er auch noch seine 3 Mio. die helfen doch über die ersten Kriesentage etwas hinweg. An den Börsen läuft´s doch auch ganz schön rund und wenn das Öl jetzt, unter Umgehung der Tankstelle, direkt in den Golf fließt, wird das für die Ölfirmen doch noch leichter die Preise anzuheben. Sie sehen, es geht doch gar nicht allen so schlecht.
    Die Gemeinden und Kommunen? Die haben dann eben Pech gehabt. Kann ja nicht jeder gewinnen.

    • joG
    • 15.05.2010 um 6:48 Uhr

    ....meinen bin ich mir nicht sicher. Wenn aber eine Stadt ein Theater oder ein Schwimmbad betreibt, so ist sie weit über dieses Ziel hinaus geschossen, würde ich meinen.

    es ist ja sicher alles richtig, was Sie schreiben aber man darf doch in diesen schwierigen Zeiten nicht so den Kopf hängen lassen. Herrn Ackermann geht´s doch gut und so wie es aussieht, wird das auch wohl so bleiben. Wenn Herr Funke Glück hat, bekommt er auch noch seine 3 Mio. die helfen doch über die ersten Kriesentage etwas hinweg. An den Börsen läuft´s doch auch ganz schön rund und wenn das Öl jetzt, unter Umgehung der Tankstelle, direkt in den Golf fließt, wird das für die Ölfirmen doch noch leichter die Preise anzuheben. Sie sehen, es geht doch gar nicht allen so schlecht.
    Die Gemeinden und Kommunen? Die haben dann eben Pech gehabt. Kann ja nicht jeder gewinnen.

    • joG
    • 15.05.2010 um 6:48 Uhr

    ....meinen bin ich mir nicht sicher. Wenn aber eine Stadt ein Theater oder ein Schwimmbad betreibt, so ist sie weit über dieses Ziel hinaus geschossen, würde ich meinen.

  2. Eine bemerkenswerte Strategie: die Republik zuerst dort verfallen zu lassen, wo es der Bürger am meisten spürt - man könnte fast meinen, unser Parlament wäre seiner selbst überdrüssig.

  3. es ist ja sicher alles richtig, was Sie schreiben aber man darf doch in diesen schwierigen Zeiten nicht so den Kopf hängen lassen. Herrn Ackermann geht´s doch gut und so wie es aussieht, wird das auch wohl so bleiben. Wenn Herr Funke Glück hat, bekommt er auch noch seine 3 Mio. die helfen doch über die ersten Kriesentage etwas hinweg. An den Börsen läuft´s doch auch ganz schön rund und wenn das Öl jetzt, unter Umgehung der Tankstelle, direkt in den Golf fließt, wird das für die Ölfirmen doch noch leichter die Preise anzuheben. Sie sehen, es geht doch gar nicht allen so schlecht.
    Die Gemeinden und Kommunen? Die haben dann eben Pech gehabt. Kann ja nicht jeder gewinnen.

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    und da alles so gut geht spricht nichts dagegen, die Transfers an den Club Med aufzustocken, vielleicht von 750 auf 150 Milliarden !

    und da alles so gut geht spricht nichts dagegen, die Transfers an den Club Med aufzustocken, vielleicht von 750 auf 150 Milliarden !

  4. Man sollte mal ein bisschen emphatisch sein und den Blickwinkel eines Leistungsträgers einnehmen:

    Mit dem SUV geht´s auch bei beschädigter Straße - wie auch den Bodenschwellen in der Tempo-30-Zone - ganz zügig zu fahren. Das macht sogar richtig Spaß!
    Mit meinem Swimming-Pool im Hause meide ich das schmuddelige öffentliche Hallenbad eh. Die städtische Leihbücherei und das drittklassige Stadttheater sind ja auch nur was für welche, die sich nichts richtiges leisten können. Brauch ich alles nicht und daher kann mans locker einsparen.
    Passend dazu kann man auch - wie parallel ja vorgeschlagen - bei der Bildung erklecklich was reduzieren. Ist eh Perlen vor die Säue geworfen. Führt ja nur dazu, dass meine lieben Kleinen nach den Jahren auf der teuren Privatschule und dem Auslandsstudium da dann noch mit so einem Hartz-Abkömmling um einen Job konkurrieren müssen.

    Also, Leutchen, bei meinem Weltbild geht das mit dem Sparen ganz einfach. Aber ihr könnt ja nichtmal das...

    Anmerkung: Das beißende an einer guten Satire ist, dass sie ganz nahe an der Realität bleibt.

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    Satire? Welche Satire?

    • joG
    • 15.05.2010 um 7:02 Uhr

    ....sind das alles, wie sie da im Artikel vorgestellt werden, private Wirtschaftsgüter also solche, die am effizientesten von privaten juristischen oder natürlichen Personen betrieben werden. Wirtschaftlich gesprochen, betreiben die Städte da Betriebe, die nicht vom Staat betrieben werden sollten, weil das nur verschwenderisch in Bezug auf Kosten und Mittel getan werden kann.
    Ob die Stadt diese Aktivitäten unternimmt, um Interessengruppen zu bedienen oder aus falsch verstandener Solidaritätsgedanken, ist eigentlich egal. Städte sollten private Wirtschaftsgüter nicht herstellen. Wenn sie von Unternehmern nicht angeboten werden, so sind sie der Bevölkerung nicht so viel wert, wie sie in der Herstellung kosten und so verschwendet die Stadt Geld.

    Satire? Welche Satire?

    • joG
    • 15.05.2010 um 7:02 Uhr

    ....sind das alles, wie sie da im Artikel vorgestellt werden, private Wirtschaftsgüter also solche, die am effizientesten von privaten juristischen oder natürlichen Personen betrieben werden. Wirtschaftlich gesprochen, betreiben die Städte da Betriebe, die nicht vom Staat betrieben werden sollten, weil das nur verschwenderisch in Bezug auf Kosten und Mittel getan werden kann.
    Ob die Stadt diese Aktivitäten unternimmt, um Interessengruppen zu bedienen oder aus falsch verstandener Solidaritätsgedanken, ist eigentlich egal. Städte sollten private Wirtschaftsgüter nicht herstellen. Wenn sie von Unternehmern nicht angeboten werden, so sind sie der Bevölkerung nicht so viel wert, wie sie in der Herstellung kosten und so verschwendet die Stadt Geld.

  5. Satire? Welche Satire?

  6. alle zusammen daher wo wir hergekommen sind. Fertig und Shcluss mit dem Titel G7 G8 G20 oder Industrienation versus Dritte Welt Land. Wen wir alle (bis auf ein paar Ausnahmen) sparen dann sind wir bald alle Schulden los. Sobald dann die Zahlen wieder in den schwarzen sind, hop, kommt die FDP und ähnliche mit neuen Steuersenkungsprogrammen für die obersten 10% von (uns). Dann wird in bälde wieder alles in den roten sein, man spart sich wieder die Butter vom Brot (oder das Wasser aus den Schwimmbädern) bis die Zahlen wiede scharze Farbe angenommen haben...
    Diese Systematik könnte man natürlich auch umkehren, aber wer will das schon? Derweil sich die Einkommens und Vermögenscheren fröhlich weiter öffnen und so dafür sorgen das sich das was eigentlich alle erarbeitet haben konsequent in nur wenigen Händen kummuliert. Moralisch Aufbauend wirken dann auch noch Berichte und Bücher die über die fleissige und enthaltsame Mittelklasse erzählen. Wie diese das immer härter werdene Leben mit einer gewissen Leichtigkeit schultert...ja und wirklich, wer will den schon gerne dem Staat auf der Tasche liegen wenn man sich das alles mit eigener Hände arbeit erschaffen kann, so die stehts aufrecht erhaltene Illusion. Man hält ja zusammen und sitzt doch irgendwie im gleichen Boot...
    Nur geht dabei gerne vergessen das einige davon die Richtung vorgeben, einige das Tempo und der grosse Rest darf Rudern...

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    Das Bild mit dem Rest, der rudert, fand ich sehr plastisch.

    Das Bild mit dem Rest, der rudert, fand ich sehr plastisch.

  7. Das Bild mit dem Rest, der rudert, fand ich sehr plastisch.

    Antwort auf "Zurück..."
  8. Das Schwimmbadfoto spricht Bände. Welche Gemeinde im Ausland kann sich schon derartige Badeanstalten leisten? Wie im alten Rom musste alles ins Maßlose übertrieben werden, nach der Devise "Wir haben's ja, wie können's ja." Und nun haben wir den Salat.

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    Moin,
    zum einen ist das Foto zum Artikel sicher nicht repräsentativ für die breite Masse kommunaler Freibäder, zum anderen sollte mit dem Wachstumsprogramm in den Kommunen ja gerade angestoßen werden, das Einrichtungen wie Schwimmbäder saniert worden sind.
    Auch kulturelle Angebote werden von den Kommunen als Mittel zur Erreichung von Wettbewerbsfähigkeit angesehen. Sie wollen damit Wegzug stoppen, eindämmen, sie wollen im günstigeren Falle Zuzug fördern und Firmenansiedlungen forcieren, das geht nur entsprechenden Angeboten, die sich auch auf Sport und Kultur erstrecken. Das hat mit der Dekadenz in aller Munde nichts zu tun. Es ist schon seit Jahren ein idiotischer Konkurrenzkampf unter den Kommunen ausgebrochen um Einwohner und Arbeitsplätze. Es gibt dadurch viele teure Infrastruktur und Brachen als ausgewiesene Gewerbegebiete. Dies geht nach der bekannten Devise, dass der Markt es regelt. Klar regelt er es, die unterlegenen Städte und Gemeinden gehen quasi unter, werden unter Finanzaufsicht gestellt. Dies betrifft inzwischen, nein: eigentlich auch schon länger, Landkreise. Diese haben keine direkten Einnahmen, leben im wesentlichen von den Kreisumlagen der Kommunen, müssen aber viele kommunale Pflichtaufgaben übernehmen. Die Unterhaltung, der Betrieb von Schulen wird, wenngleich es hierfür begrenzt Landesmittel gibt, von den Kreisen gemacht. Die Schulbauten der 1970er zerfallen gerade, es gibt baurechtliche Sperren! Wirklich Dekadenz?
    Beste Grüße
    Grabert

    Jetzt bin ich am Ende meiner 40iger angelangt, habe in den USA studiert, jahrelang in London, Moskau und anderen Städten gearbeitet, zuletzt in Beijing und Shanghai.

    Sieht man "von außen" in das gelobte bundesrepublikanische Land und nimmt auch die ausländische Presse wahr, so gewinnt man einen anderen Aufblick als die BILD Zeitung.

    Es ist nun einmal Tatsache, dass in Deutschland die durchschnitliche Kaufkraft des einzelnen Bürgers rückläufig ist. Und dies seit 20 Jahren.

    Ebenso werden die Sozialausgaben seit 20 Jahren zusammengestrichen, obwohl das Bruttoinlandsprodukt in diesen 20 Jahren um rund 150% gestiegen ist und sich die Staatseinnahmen verdreifacht haben.

    Und immer noch muss man Sätze lesen wie diesen hier "Welche Gemeinde im Ausland kann sich schon derartige Badeanstalten leisten? "

    Meine Antwort: Viele! VIEL ZU VIELE!!!

    Das einstige "Hochpreisland" Deutschland ist zum Billigheimer geworden. Die Politik der Angst (CDU) hat dafür gesorgt, dass Stückkosten und Löhne für einen explodierenden Export und sprudelnde Gewinne der (im Ausland Steuern zahlenden) Konzerne gesorgt, weil immer mehr Deutsche für weniger Geld immer mehr arbeiten und sich weiter entrechten lassen. 46% aller Arbeitsverträge sind inzwischen befristet ... Kündigungsschutz und andere Errungenschaften einer sozialen Marktwirtschaft längst gegenstandslos.

    Nein, Deutsche sind nicht die "Herrenrasse", die im Wohlstand badete, während andere Staaten nur das Nötigste erreichten.

    Im Vergleich zu anderen Industrienationen sind Kaufkraft und Wohlstand von gut bis sehr gut qualifizierten Leuten in Deutschland nicht (mehr) der Rede wert.

    Dies war sicher in den 60gern und 70gern anders ... und so geht es den heute 50-60jährigen in vielen Fällen noch gut. Ich sprach gerade gestern mit einem 53jährigen Freund, der eine Sachbearbeitungsfunktion in einem deutschen Automobilkonzern bekleidet und dort ein Jahresgehalt von rund 100.000 Euro brutto bezieht.

    Ich bin sicher ... scheidet er aus, wird sein Nachfolger mit einem befristeten Arbeitsvertrag und 36.000 Euro Jahresgehalt eingestellt, wenn überhaupt.

    Nein, Deutsche sind nicht mehr die "Reichen" unter den Industrienationen, sondern inzwischen die "Armen" mit einem im Vergleich sehr bescheidenen Binnenmark.

    In den "fetten" Jahren wurden die öffentlichen Verwaltungen und Kommunen aufgebläht bis zur Bewußtlosigkeit.

    Münchens Stadtverwaltung hat 33.000 Mitarbeiter, plus 8.000 Polizisten, plus 4.500 Bundespolizisten, plus mehr als 10.000 Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr (outgesourced in eine GmbH), zuzüglich tausender bei den (ehemaligen) Stadtwerken, etc., etc ... Weit mehr als 100.000 öffentlich Beschäftigte sorgen - natürlich entgeltlich - für das Wohl des Bürgers.

    Diese "Dienstwagen-Strukturen" sorgen für die mit Abstand teuerste Verwaltung der öffentlichen Hand weltweit!!

    Die wunderbare Kombination von direkten und indirekten Steuern führen zur höchsten Staatsquote der Welt (rund 70%), auch in anderen Bereichen sind Deutsche Rekordhalter. Zum Beispiel bei den geringen Bildungsausgaben, Kinder in Armut, usw.

    Und: Deutschland wird im Ausland inzwischen in die Nähe eines Überwachungs- und Polizeistaates gerückt und dies zu Recht. Deutschland hat das Bankengeheimnis abgeschafft, sammelt wie im Wahn Milliarden von Daten über seine Bürger, Lauschangriff, Bundestrojaner, Vorratsspeicherung von Telefon und EMail Daten, ELENA, Handy-Datenerfassung zur Aufenthaltsbestimmung ... die Liste ist schier endlos.

    Und jetzt: Gigantische Staatsverschuldung, ab dem nächsten Jahr hohe Inflationsraten, Ankünigung von drastischen Einschnitten im Sozial Netz, Einsparungen .... nicht nur im Schwimmbad,

    Andere Staaten machen das besser und unsere ehemalige DDR-Aktivistin wird uns da nicht rausreissen.

    Horrido!

    Moin,
    zum einen ist das Foto zum Artikel sicher nicht repräsentativ für die breite Masse kommunaler Freibäder, zum anderen sollte mit dem Wachstumsprogramm in den Kommunen ja gerade angestoßen werden, das Einrichtungen wie Schwimmbäder saniert worden sind.
    Auch kulturelle Angebote werden von den Kommunen als Mittel zur Erreichung von Wettbewerbsfähigkeit angesehen. Sie wollen damit Wegzug stoppen, eindämmen, sie wollen im günstigeren Falle Zuzug fördern und Firmenansiedlungen forcieren, das geht nur entsprechenden Angeboten, die sich auch auf Sport und Kultur erstrecken. Das hat mit der Dekadenz in aller Munde nichts zu tun. Es ist schon seit Jahren ein idiotischer Konkurrenzkampf unter den Kommunen ausgebrochen um Einwohner und Arbeitsplätze. Es gibt dadurch viele teure Infrastruktur und Brachen als ausgewiesene Gewerbegebiete. Dies geht nach der bekannten Devise, dass der Markt es regelt. Klar regelt er es, die unterlegenen Städte und Gemeinden gehen quasi unter, werden unter Finanzaufsicht gestellt. Dies betrifft inzwischen, nein: eigentlich auch schon länger, Landkreise. Diese haben keine direkten Einnahmen, leben im wesentlichen von den Kreisumlagen der Kommunen, müssen aber viele kommunale Pflichtaufgaben übernehmen. Die Unterhaltung, der Betrieb von Schulen wird, wenngleich es hierfür begrenzt Landesmittel gibt, von den Kreisen gemacht. Die Schulbauten der 1970er zerfallen gerade, es gibt baurechtliche Sperren! Wirklich Dekadenz?
    Beste Grüße
    Grabert

    Jetzt bin ich am Ende meiner 40iger angelangt, habe in den USA studiert, jahrelang in London, Moskau und anderen Städten gearbeitet, zuletzt in Beijing und Shanghai.

    Sieht man "von außen" in das gelobte bundesrepublikanische Land und nimmt auch die ausländische Presse wahr, so gewinnt man einen anderen Aufblick als die BILD Zeitung.

    Es ist nun einmal Tatsache, dass in Deutschland die durchschnitliche Kaufkraft des einzelnen Bürgers rückläufig ist. Und dies seit 20 Jahren.

    Ebenso werden die Sozialausgaben seit 20 Jahren zusammengestrichen, obwohl das Bruttoinlandsprodukt in diesen 20 Jahren um rund 150% gestiegen ist und sich die Staatseinnahmen verdreifacht haben.

    Und immer noch muss man Sätze lesen wie diesen hier "Welche Gemeinde im Ausland kann sich schon derartige Badeanstalten leisten? "

    Meine Antwort: Viele! VIEL ZU VIELE!!!

    Das einstige "Hochpreisland" Deutschland ist zum Billigheimer geworden. Die Politik der Angst (CDU) hat dafür gesorgt, dass Stückkosten und Löhne für einen explodierenden Export und sprudelnde Gewinne der (im Ausland Steuern zahlenden) Konzerne gesorgt, weil immer mehr Deutsche für weniger Geld immer mehr arbeiten und sich weiter entrechten lassen. 46% aller Arbeitsverträge sind inzwischen befristet ... Kündigungsschutz und andere Errungenschaften einer sozialen Marktwirtschaft längst gegenstandslos.

    Nein, Deutsche sind nicht die "Herrenrasse", die im Wohlstand badete, während andere Staaten nur das Nötigste erreichten.

    Im Vergleich zu anderen Industrienationen sind Kaufkraft und Wohlstand von gut bis sehr gut qualifizierten Leuten in Deutschland nicht (mehr) der Rede wert.

    Dies war sicher in den 60gern und 70gern anders ... und so geht es den heute 50-60jährigen in vielen Fällen noch gut. Ich sprach gerade gestern mit einem 53jährigen Freund, der eine Sachbearbeitungsfunktion in einem deutschen Automobilkonzern bekleidet und dort ein Jahresgehalt von rund 100.000 Euro brutto bezieht.

    Ich bin sicher ... scheidet er aus, wird sein Nachfolger mit einem befristeten Arbeitsvertrag und 36.000 Euro Jahresgehalt eingestellt, wenn überhaupt.

    Nein, Deutsche sind nicht mehr die "Reichen" unter den Industrienationen, sondern inzwischen die "Armen" mit einem im Vergleich sehr bescheidenen Binnenmark.

    In den "fetten" Jahren wurden die öffentlichen Verwaltungen und Kommunen aufgebläht bis zur Bewußtlosigkeit.

    Münchens Stadtverwaltung hat 33.000 Mitarbeiter, plus 8.000 Polizisten, plus 4.500 Bundespolizisten, plus mehr als 10.000 Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr (outgesourced in eine GmbH), zuzüglich tausender bei den (ehemaligen) Stadtwerken, etc., etc ... Weit mehr als 100.000 öffentlich Beschäftigte sorgen - natürlich entgeltlich - für das Wohl des Bürgers.

    Diese "Dienstwagen-Strukturen" sorgen für die mit Abstand teuerste Verwaltung der öffentlichen Hand weltweit!!

    Die wunderbare Kombination von direkten und indirekten Steuern führen zur höchsten Staatsquote der Welt (rund 70%), auch in anderen Bereichen sind Deutsche Rekordhalter. Zum Beispiel bei den geringen Bildungsausgaben, Kinder in Armut, usw.

    Und: Deutschland wird im Ausland inzwischen in die Nähe eines Überwachungs- und Polizeistaates gerückt und dies zu Recht. Deutschland hat das Bankengeheimnis abgeschafft, sammelt wie im Wahn Milliarden von Daten über seine Bürger, Lauschangriff, Bundestrojaner, Vorratsspeicherung von Telefon und EMail Daten, ELENA, Handy-Datenerfassung zur Aufenthaltsbestimmung ... die Liste ist schier endlos.

    Und jetzt: Gigantische Staatsverschuldung, ab dem nächsten Jahr hohe Inflationsraten, Ankünigung von drastischen Einschnitten im Sozial Netz, Einsparungen .... nicht nur im Schwimmbad,

    Andere Staaten machen das besser und unsere ehemalige DDR-Aktivistin wird uns da nicht rausreissen.

    Horrido!

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