Viel zu diskutieren in Toronto
Banken: Präsident Obama will die Größe von Finanzinstituten begrenzen. Too big to fail – also dass im Zweifel der Steuerzahler für strauchelnde Banken einspringen muss – soll es nicht mehr geben. Eine Aufspaltung von Banken wird diskutiert. In Deutschland gibt es bislang keine Spur von solchen Plänen. Dabei waren es vor allem Landesbanken, die mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten nicht umgehen konnten und massenweise Milliarden versenkten.
Finanztransaktionssteuer: Beim letzten Gipfel in London blockierten die USA die Idee, auf alle grenzüberschreitenden Geldtransfers eine Art Mini-Mehrwertsteuer zu erheben. Auch weil eine Umsetzung auf internationaler Ebene aussichtslos schien, bemühte sich die Kanzlerin nicht sonderlich. Das ist nun anders. Die Bundesregierung ist dafür, andere in Europa auch. Das Thema wird plötzlich zum wichtigen Tagesordnungspunkt auf dem kommenden G-20-Gipfel.
Derivate: Bislang handeln Europa und die USA getrennt. Während Amerika gerade Nägel mit Köpfen macht und den Handel unter Aufsicht stellen will, wartet Europa auf Vorschläge der EU-Kommission. Die will im Juni erklären, wie sie das Risiko des Derivate-Handels beschränken will. Einzelne Marktteilnehmer sollen keine zu großen Bestände aufbauen können und so den Markt manipulieren.
Sondersteuer: Die USA wollen die Banken an den Kosten für ihre Rettung nachträglich beteiligen und im Laufe von zehn Jahren 50 Milliarden Dollar einsammeln. Auch Deutschland will Geld von den Finanzinstituten haben, um damit einen Rettungsfonds für taumelnde Banken einzurichten
Hedgefonds: Europa und Amerika wollen, bislang getrennt voneinander, jeweils die Aufsicht über die Aktivitäten von Hedgefonds verbessern. Dazu soll unter anderem eine Registrierungspflicht eingeführt werden, damit eine Kontrolle leichter wird
Doch auch ohne formale Kooperationsabkommen spielen die Amerikaner ihren Einfluss in Europa aus. Als Angela Merkel in Sachen Griechenland-Rettung so lange zögerte, drängte Obama seine europäischen Kollegen immer wieder dazu, schneller zu handeln.
In der Nacht vor der entscheidenden Sitzung in Brüssel telefonierte Obama mit Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy. Die Botschaft: Stillhalten wird das Problem nicht lösen, das macht alles nur schlimmer. Umso größer die Freude, als sich die Europäer dann doch noch zum Kraftakt durchrangen.
Dermaßen in Fahrt gekommen, nahm es die deutsche Regierung dann gleich noch mit den Spekulanten auf. Das im Expressverfahren ergangene Verbot von ungedeckten Leerverkäufen bestimmter Anleihen und Finanztitel löste an der Wall Street allerdings Entsetzen aus.
Zwar nicht wegen des Verbots an sich: Ungedeckte Leerverkäufe, also ein Verkauf von Wertpapieren, die Spekulanten weder besitzen noch sich geliehen haben, sind in den USA schon lange illegal. Aber die Art und Weise, wie Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble die Märkte auf die Nachricht vorbereiteten, schockierte: nämlich gar nicht. "Hat diese Frau irgendeine Ahnung, was sie da tut?", fragte Finanzkolumnist Greogory White und meinte damit die deutsche Kanzlerin. Übel nimmt man Deutschland weniger den politischen Alleingang ohne Rücksichtnahme auf die europäischen Nachbarn als das überfallartige Vorgehen.
Dabei gibt es aus US-Sicht auch ohne solche Sponti-Aktionen genug Probleme östlich des Atlantiks. Je weiter der Euro fällt, desto besser ist das zwar für die Sanierung der europäischen Staatshaushalte, aber umso schlechter für die US-Exporte.
Amerikanische Produkte werden in Europa schlicht teurer – nicht gerade eine gute Ausgangsposition, um die Ausfuhren zu steigern und endlich das hohe Handelsdefizit etwas zu verringern. "Die Frage ist, wie tief Washington den Euro fallen lässt, bevor man an den Währungsmärkten interveniert", meint der Ökonomieprofessor Melvyn Krauss von der New York University.
Noch mehr Sorgen als um Exporte macht sich die US-Regierung allerdings um die internationalen Geldflüsse. "Im schlechtesten Fall könnten die Finanzmärkte wegen der Euro-Schuldenkrise einfrieren, wie es 2008 der Fall war", warnte ein Vorstandsmitglied der US-Notenbank am Donnerstag.
Obamas Top-Berater Paul Volcker, ein ehemaliger Notenbankchef, sieht deshalb eine Nagelprobe auf Europa zukommen. Der Kontinent stehe vor einem langen, steinigen Weg. "Dieser Prozess wird Jahre dauern", warnte Volcker.
- Datum 21.05.2010 - 07:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... und Barack Obama scheint mir ein Demokrat zu sein. Aber in den Vereingten Staaten dürfen Beamte nicht gewählt werden - wie sich das für eine Demokratie gehört.
Wir hingegen wählen Beamten, was sich bewährt hat, wenn der Führer mal eben eine ausreichende Zahl gereckter Ärmchen benötigt - wofür auch immer.
....Beamte in die Parlamente wählen zu können sei dahingestellt. Ein Erfolg jedenfalls ist, dass das Ergebnis "undemokratisch" ist, indem man ein Staatswesen hat, in dem die sozio-ökonomische Gruppe konstant die Mehrheit der Sitze in der Legislative inne hat, die die Staatsanwälte, Richter, Lehrer und Polizei auch stellt. Das erinnert ein wenig an die DDR oder das Dritte Reich in weichem Kleid.
Wenn gar nichts mehr geht, die Nazis gehen immer. Da muss man gar nicht mehr argumentieren - das ist der intellektuelle 3Wetter Taft...hält immer.
Donnerwetter! Der Hitler-Vergleich bereits im ersten Kommentar! Das wird ja eine niveauvolle Debatte...
....Beamte in die Parlamente wählen zu können sei dahingestellt. Ein Erfolg jedenfalls ist, dass das Ergebnis "undemokratisch" ist, indem man ein Staatswesen hat, in dem die sozio-ökonomische Gruppe konstant die Mehrheit der Sitze in der Legislative inne hat, die die Staatsanwälte, Richter, Lehrer und Polizei auch stellt. Das erinnert ein wenig an die DDR oder das Dritte Reich in weichem Kleid.
Wenn gar nichts mehr geht, die Nazis gehen immer. Da muss man gar nicht mehr argumentieren - das ist der intellektuelle 3Wetter Taft...hält immer.
Donnerwetter! Der Hitler-Vergleich bereits im ersten Kommentar! Das wird ja eine niveauvolle Debatte...
"Die USA wollen die Banken an den Kosten für ihre Rettung nachträglich beteiligen"
Hat der amerikanische Staat nicht durch seine Interventionen bei Banken bereits Milliarden an Zinszahlungen eingenommen. Insgesamt duerften die Kosten der Bankenrettung bereits drin sein.
Anders sieht das bei den Finanzgraebern AIG und Fannie&Freddie aus. Die Frage ist jetzt, ob man die gesamte BAnkenbranche in HAftung nehmen kann fuer das Versagen eines einzelnen (Fannie ist ja auch ein staatliches) Institut. Das ist die HAuptfrage hinter den ganzen Reformen, uebrigens auch hinter der FTS.
Der REst klingt vernuenftig.
Nur stellt sich bei der Too big to fail Problematik die frage, ob es ueberhaupt moeglich ist, Investmentbanking und das uebrige Geschaeft sinnvoll zu trennen. Banker sagen, dass dies kaum moeglich sein wird, und wenn, dann nur mit hohen zusaetzlichen Belastungen bei der Krdeitvergabe. Wichtiger als dieses too big to fail ist die Einfuehrung geordneter Teilinsolvenzen, um die systemischen Risiken abzubauen.
Es kann sein, dass man am Ende sonst too many to fail hat.
Das deutet auch schon das eigentliche Problem an, naemlich die uebeschiessende Liquiditaet im Markt. LEider wird nichts darueber gesagt, wie man die wieder abziehen will.
Der HAuptverursacher der Krise, die amerikanische FED bleibt weitgehend unveraendert, nur der politische Einfluss auf sie wird noch ausgeweitet.
Damit treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus. Die naechste Krise laesst gruessen.
Das Problem bei den Immo-Krediten oder den Griechen-Anleihen war ja nicht das Engagement einer oder mehreren speziellen Grossbanken sondern der Kollapps einer Asset-Klasse.
Da ist es völlig egal ob man nun sieben Grossbanken oder siebzig mittlere oder sieben tausend Kleinbanken retten muss.
Reagan hat ja damals die Credit Unions (entspechen unseren Sparkassen) auch gerettet. Die hatten auch Ninja Kredite auf Teufel komm raus verteilt als gäbe es kein Morgen. Selbst sein eigener Sohn hatte so eine Sparkasse gegen die Wand gefahren. Weiss heute natürlich keiner mehr.
Bei so einem Sparkassendirektor mit 200.000 Dollar Jahresgehalt läuft halt dem verblödeten Stammtischler nicht vor Neid der Sabber aus den Mundwinkeln wie bei einem Investment Banker mit 20 Mio Tantiemen.
Bitte bemühen Sie sich auch in Ihrer Betreffzeile um einen höflichen Umgangston und verzichten Sie auf Äußerungen, die als beleidigend empfunden werden könnten. Die Redaktion/km
Das Problem bei den Immo-Krediten oder den Griechen-Anleihen war ja nicht das Engagement einer oder mehreren speziellen Grossbanken sondern der Kollapps einer Asset-Klasse.
Da ist es völlig egal ob man nun sieben Grossbanken oder siebzig mittlere oder sieben tausend Kleinbanken retten muss.
Reagan hat ja damals die Credit Unions (entspechen unseren Sparkassen) auch gerettet. Die hatten auch Ninja Kredite auf Teufel komm raus verteilt als gäbe es kein Morgen. Selbst sein eigener Sohn hatte so eine Sparkasse gegen die Wand gefahren. Weiss heute natürlich keiner mehr.
Bei so einem Sparkassendirektor mit 200.000 Dollar Jahresgehalt läuft halt dem verblödeten Stammtischler nicht vor Neid der Sabber aus den Mundwinkeln wie bei einem Investment Banker mit 20 Mio Tantiemen.
Bitte bemühen Sie sich auch in Ihrer Betreffzeile um einen höflichen Umgangston und verzichten Sie auf Äußerungen, die als beleidigend empfunden werden könnten. Die Redaktion/km
Hier werden die Probleme von vor-vorgestern gelöst, wie das Problem mit den Hedge-Funds. Seit dem Konkurs des LTCM 1998 sind tausende dieser Funds entstanden und auch wieder verschwunden, ohne dass auch nur ein einziger Unbeteiligter davon etwas gemerkt hätte. Die Anleger wissen seitdem, dass sie Konkursfall mit ihrem ganzen Vermögen haften müssen und nicht nur mit ihrer Einlage. Die FED hat damals bei den Einlegerbanken ein Exempel statuiert und das wars.
Warum nimmt eigentlich der Staat an, dass die Investmentbranche immer über den gleichen Stein stolpert, die Esel sitzen schliesslich woanders.
Die eh schon überforderte SEC und die FED bekommen noch mehr Aufgaben zugeschustert und mit dem “financial stability oversight council” erhalten alle Luschen, die 2008 auf den Händen gesesssen haben, auch noch einen neuen Konferenztisch.
Ach ja, der Rettungsfonds. Der sammelt immerhin in der gesamten Branche im Jahr fast soviel ein, wie der letzte Quartalsgewinn von GS ausgemacht hat. Da muss wohl der Vorstand zur Kaffeepause seine Kekse bald selbst mitbringen.
Offenbar unbemerkt von der US-Administration läuft längst an einer anderen Front ein neuer Angriff auf die fast oder schon Pleite-Staaten. Nach den PIIGS wird man sich GB, Japan und dann die USA vornehmen. Daran wird dieses Regulierungspaket nichts, aber auch rein gar nichts ändern. Obama kann noch so viel weisse Salbe auf die US-Eiterbeule schmieren, angestochen wird sie auf jeden Fall.
...."Aber die Art und Weise, wie Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble die Märkte auf die Nachricht vorbereiteten, schockierte: nämlich gar nicht.2 ... "Hat diese Frau irgendeine Ahnung, was sie da tut?", fragte Finanzkolumnist Greogory White und meinte damit die deutsche Kanzlerin." ....
Obama hat niemanden eingeholt. Eine Analyse des Finanzmarktes stellte nun heraus, dass das Paket, das der Senat verabschiedet hat, nur 50% der Gesetzeslücken schließen wird. Ich kenne keinen, der eine Tür nur bis zur Hälfte schließt und meint er wäre geschützt.
Im Gegensatz zu den USA sind in Deutschland die meisten Gesetze bereits vorhanden, da könnt ihr euch so viel beschweren wie ihr wollt, aber in dem Punkt ist Deutschland weiter vorne als die Vereinigten Staaten.
Hat dieser Mann irgendeine Ahnung, was er da tut?
Wen interessieren denn die US-Exporte? Mich ganz bestimmt nicht! Als ob das unser Problem ist mit welchem Geld sich die amerikanische Oberschicht weiterhin die Taschen vollstopfen kann. Das ist ein Problem der ausländischen Spekulanten die gegen den Euro wetten und kein deutsches Problem (vielleicht noch nicht einmal ein europäisches).
Oh nein kein Schmusekurs mehr mit dem Markt ich bin entsetzt! (das war ironisch gemeint). Wie eingebildet kann man denn sein?! Was dachten sie? Das Angela Merkel mal eben vorher bei der Wall Street vorbeifliegt und nachfragt ob denn auch alle einverstanden sind mit dem was sie so vorhat? Auf das sie dann versucht dem Wahlvolk vorzumachen, dass sie nicht beeinflusst worden wäre. HAHA!
Sicher müssen wir gemeinsam handeln. Aber es Angela Merkel anzulasten, dass es im Moment etwas holprig zugeht ist doch arg weit hergeholt.
Wenn es nach Deutschland ginge hätte es gar keine Krise diesen Ausmaßes gegeben. Die Krise haben wir vor allem Großbritannien und Amerika zu verdanken. Das nun vor allem diese Länder handeln müssen liegt doch auf der Hand und steht in überhaupt keinem Verhältnis zu Deutschland. Das braucht natürlich Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Was in Jahrzehnten verbockt wurde lässt sich nicht in ein paar Wochen oder Monaten ausbügeln. Seit doch froh das es überhaupt voran geht völlig egal wann und wo.
Ich und ganz viele andere bestimmt auch sind schon immer für mehr Transparenz gewesen und das nicht nur bei Finanzmärkten aber das interessiert ja in diesem Land / auf diesem Planeten niemanden. Was soll man da sagen?! Unfähigkeit wohin das Auge reicht. Aber das ist ja nicht neues… nichts neues im Westen.
bundesdeutschen Kanzlerin! Das ist pure Agitation,
Herr Wade(n)witz!
Wenn Frau Merkel in naher Zukunft die erste europäische Präsidentin sein sollte, aber ausgestattet mit denselben Machtprivilegien eines US-Präsidenten, dann könnten Sie Ihren Vergleich noch einmal anbringen!
Nur eine Frage noch: Inwieweit stehen denn Merkel und Obama hier im Wettbewerb?
Auch auf mich wirkt der Artikel wie eine schnell geschriebene Lobhudelei. Beispiel:
"Dabei waren es vor allem Landesbanken, die mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten nicht umgehen konnten und massenweise Milliarden versenkten."
Diese Argumentation ist total schief. Die tiefer liegende Ursache für die peinlichen Mißgriffe der Landesbanken ist der zu große Einfluß der Politik und das Landesfürstentum a la vor 1871. Und das einige Politiker leichtsinnig werden, wenn im Notfall der (deutsche) Steuerzahler einspringt, läßt sich ja gerade wieder, diesmal auf europäischer Ebene, beobachten.
Auch auf mich wirkt der Artikel wie eine schnell geschriebene Lobhudelei. Beispiel:
"Dabei waren es vor allem Landesbanken, die mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten nicht umgehen konnten und massenweise Milliarden versenkten."
Diese Argumentation ist total schief. Die tiefer liegende Ursache für die peinlichen Mißgriffe der Landesbanken ist der zu große Einfluß der Politik und das Landesfürstentum a la vor 1871. Und das einige Politiker leichtsinnig werden, wenn im Notfall der (deutsche) Steuerzahler einspringt, läßt sich ja gerade wieder, diesmal auf europäischer Ebene, beobachten.
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