Ölkatastrophe Die mächtige Lobby des Big Oil

In den USA gibt es erste Versuche, die Ölkonzerne stärker zu regulieren. Doch Politik und Energiebranche sind zu eng verzahnt.

Immer mehr Öl landet an der US-Küste an. Wie viel tatsächlich aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko sprudelt, ist unklar

Immer mehr Öl landet an der US-Küste an. Wie viel tatsächlich aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko sprudelt, ist unklar

Lisa Murkowski ist eine stramme Verfechterin der Interessen der Ölbranche. "Energiegewinnung ist Alaskas Herzschlag", sagt die US-Senatorin. Wie kaum ein anderer ist der nördlichste Bundesstaat der USA abhängig von den Ölmultis, von den Steuern, die sie zahlen und den Arbeitsplätzen, die sie schaffen.

Vergangene Woche blockierte die Republikanerin deshalb einen Gesetzesentwurf im Senat. Die Demokraten hatten im Licht der aktuellen Ölkatastrophe die Haftungsgrenzen für Ölkonzerne von aktuell 75 Millionen auf zehn Milliarden US-Dollar erhöhen wollen. Gerade kleinere Unternehmen würden dann unter höheren Produktionskosten leiden, argumentierte Murkowski. Nur noch ein Konzern, nämlich Exxon Mobil, würde sich dann noch Ölbohrungen im Golf von Mexiko leisten können.

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Das American Petroleum Institute (API) aus Washington hätte es kaum besser formulieren können. Die jüngste Stellungnahme der einflussreichen Lobby der Energiekonzerne zum geplanten Gesetz war fast wortgleich. Auch API-Präsident Jack Gerard, einer der mächtigen Strippenzieher in den USA, fürchtet sich um die mittelständische Ölindustrie, die sich keine Versicherungen mehr leisten könnte.

Nach Recherchen des Center for Responsive Politics , einem Institut, das Geldflüsse zwischen Politik und Unternehmen dokumentiert, erhielt Murkowski seit 1999 von der Öl- und Gasindustrie Spendengelder in Höhe von rund 370.000 Dollar.

Die Senatorin ist nur ein Beispiel für die enge Verzahnung von Politik und Öllobby in den USA. Ihr Veto gegen den Reformvorschlag zeigt, wie schwer es ist, diese Verflechtung aufzubrechen. Schließlich spendete die Öl- und Gasindustrie nach Angaben des Centers for Responsive Politics allein 2008 rund 132 Millionen Dollar an die Politik. Die Initiative Follow the Oil Money kommt zum Schluss, dass US-Senatoren, die zugunsten der großen Ölfirmen bei politischen Entscheidungen abstimmten, im Schnitt 2,6 Mal so viel Lobbygeld angenommen haben als Vertreter, die dagegen stimmten. 

Leser-Kommentare
  1. den Gaskonzernen.
    Gerhard Schröder und Joschka Fischer lassen grüßen!

    Und Gas ist ja so schön umweltfreundlich! Spott!

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    Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

    Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

  2. Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

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    Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

    Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

  3. Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

  4. Wieso WÄHLT denn die Hälfte der Amerikaner die ölgeschmierten Politiker?

  5. trotzdem werden die Multis immer wieder verprügelt.
    Unfälle lassen sich nicht vermeiden und sind durch schwierigere
    Lagerstätten schlechter zu bekämpfen.
    Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, den Schaden
    bezahlen die Multis selbst.
    Sie haben vorbildlichen Umweltschutz beim Bau der Alaska Pipeline geleistet.
    Die Arbeitsverträge waren einmalig in der Welt und sind es heute noch.
    Sie sorgen für die dringend benötigte Energie,
    Stellen sie sich vor, der Staat müßte diese Aufgabe übernehmen.
    Was in dieser Hinsicht in Russland passiert interessiert niemanden.
    Sie spülen den Staaten Europas zig Milliarden € im Jahr in die Steuerkasse,
    weil von den Energiepreisen nur 27% an die Ölfirmen und 73% an die
    Staatskasse gehen, obwohl in D die KFZ Steuer zusätzlich zur
    Instandhaltung der Strassen erhoben wird.

  6. @4 Weil in einem kapitalistischen System nicht alle Gewallt vom Volke ausgeht sondern vom Kapital, das nicht nur die Volksvertreter schmiert, sondern auch die "freie Presse".
    So werden die Bürger über die wirklichen Verhältnisse im Unklaren gelassen, bez. gezielt in die Irre geführt.

  7. Es ist nicht wierklich richtig das die Menscheit im 21 Jahrhundert vom Oel abhängig ist,doch sie machte sich abhängig. In nicht all zu ferner Zukunft wird es der Wasserstoff sein, den wir in unsere Autos Tanken und mit dem wir unsere Häuser beheizen. Afrika könte der Kontienent werden von dem wir es bezihen, den er hat die Geologichen voraussetzungen um 10 000 Geothermalkraftwerke zu erichten. Wasserstoff wird mitels Etektrolüsse aus Wasser gewonnen. Doch solange unsere Politik der Oel Industrie die Türen aufhält,steht Afrika auf den Abstelgleis.

  8. Habe leider nur ISDN, kann nicht sagen was vorgefallen ist.

    http://www.cbsnews.com/video/watch/?id=6496749n&releaseURL=http://cnettv.cnet.com/av/video/cbsnews/atlantis2/player-dest.swf&videoId=50087799,50087800,50087804,50087803,50087802,50087801&partner=news&vert=News&si=254&autoPlayVid=false&name=cbsPlayer&allowScriptAccess=always&wmode=transparent&embedded=y&scale=noscale&rv=n&salign=tl'

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