Ölkatastrophe Die mächtige Lobby des Big OilSeite 2/2

Besonders offensichtlich wird die enge Verflechtung, wenn man sich die Struktur der Aufsichtsbehörde anschaut. Für die amerikanische Ölbranche ist dies der Mineral Management Service . Die Rohstoffbehörde, die dem Innenministerium untersteht, ist für Sicherheits- und Umweltfragen bei der Ölförderung zuständig und soll diese überwachen.

Doch zugleich ist die Behörde auch für die Lizenz-Einnahmen aus der Ölförderung zuständig. Jedes Jahr nimmt sie so rund 13,7 Milliarden US-Dollar ein. Energieexperten und Umweltpolitiker kritisieren seit Langem diesen Interessenkonflikt. Zu nahe liegt der Schluss: Geringe Auflagen, dafür hohe Einnahmen. Bereits vor zwei Jahren wurde das Problem thematisiert, wie die New York Times berichtet. Damals wurde die Behörde von einem Drogen-, Sex- und Korruptionsskandal erschüttert, der seine Kreise auch in die Energiebranche zog.

Jetzt, nach zwei Jahren, will Innenminister Ken Salazar die Behördenstruktur grundsätzlich reformieren. Die Dringlichkeit einer Reform sei wegen der Ölkatastrophe jetzt noch viel stärker gegeben, ließ er vergangene Woche wissen.

Nicht nur das: Präsident Barack Obama kündigte eine Kommission an, die BPs Ölkatastrophe untersuchen soll. Die Rolle der Industrie und der Politik will er ebenfalls überprüfen.

Auch an anderer Front will die Obama-Regierung die Macht der Ölindustrie einschränken. Der Haushaltsentwurf der US-Regierung sieht die Kürzung von neun umfassenden Steuerprivilegien vor. Dazu zählen etwa Abschreibungsmöglichkeiten von Ölfirmen bei der Erkundung neuer Ölquellen oder bei der Anwendung besondere Förderarten. Rund 45 Milliarden Dollar Steuerausfälle könnte Washington in den kommenden zehn Jahren dadurch wettmachen, schätzt das Center for American Progress , ein Thinktank, der den Demokraten nahe steht.

Es sind die ersten Versuche, die strukturelle Verquickung zwischen der Öllobby und der amerikanischen Politik aufzubrechen. Doch sie sind schwer umsetzbar. Zu sehr fußt die Geschichte des American Dreams auf Öl. Beispiel Verkehr: Die USA sind ein Land, das wie kein anderes auf das Auto setzt, nur wenige Großstädte besitzen überhaupt eine U-Bahn. Amerika will zudem seine Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren. Und auch, weil Obama die Zustimmung konservativer Senatoren braucht, könnte dies bedeuten, dass nach einer Auszeit die Offshore-Förderung doch weitergeht. Frei nach dem Motto " Drill, Baby, Drill ", wie Sarah Palin es im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf formulierte.

 
Leser-Kommentare
  1. den Gaskonzernen.
    Gerhard Schröder und Joschka Fischer lassen grüßen!

    Und Gas ist ja so schön umweltfreundlich! Spott!

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    Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

    Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

  2. Ich predige immer wieder das gleiche aber stoße auf Taube Ohren.
    Allgemein Energiekonzerne (Stichwort Atomstrom) haben starke Verbindungen zur Politik und die Politiker beschneiden sich da natürlich nicht selbst durch ein Verbot

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    Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

    Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

  3. Könnten Sie Ihren Standpunkt "Wer es mit sich machen läßt" etwas näher darlegen? So ganz klar ist mir Ihr Kommentar nicht.

  4. Wieso WÄHLT denn die Hälfte der Amerikaner die ölgeschmierten Politiker?

  5. trotzdem werden die Multis immer wieder verprügelt.
    Unfälle lassen sich nicht vermeiden und sind durch schwierigere
    Lagerstätten schlechter zu bekämpfen.
    Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, den Schaden
    bezahlen die Multis selbst.
    Sie haben vorbildlichen Umweltschutz beim Bau der Alaska Pipeline geleistet.
    Die Arbeitsverträge waren einmalig in der Welt und sind es heute noch.
    Sie sorgen für die dringend benötigte Energie,
    Stellen sie sich vor, der Staat müßte diese Aufgabe übernehmen.
    Was in dieser Hinsicht in Russland passiert interessiert niemanden.
    Sie spülen den Staaten Europas zig Milliarden € im Jahr in die Steuerkasse,
    weil von den Energiepreisen nur 27% an die Ölfirmen und 73% an die
    Staatskasse gehen, obwohl in D die KFZ Steuer zusätzlich zur
    Instandhaltung der Strassen erhoben wird.

  6. @4 Weil in einem kapitalistischen System nicht alle Gewallt vom Volke ausgeht sondern vom Kapital, das nicht nur die Volksvertreter schmiert, sondern auch die "freie Presse".
    So werden die Bürger über die wirklichen Verhältnisse im Unklaren gelassen, bez. gezielt in die Irre geführt.

  7. Es ist nicht wierklich richtig das die Menscheit im 21 Jahrhundert vom Oel abhängig ist,doch sie machte sich abhängig. In nicht all zu ferner Zukunft wird es der Wasserstoff sein, den wir in unsere Autos Tanken und mit dem wir unsere Häuser beheizen. Afrika könte der Kontienent werden von dem wir es bezihen, den er hat die Geologichen voraussetzungen um 10 000 Geothermalkraftwerke zu erichten. Wasserstoff wird mitels Etektrolüsse aus Wasser gewonnen. Doch solange unsere Politik der Oel Industrie die Türen aufhält,steht Afrika auf den Abstelgleis.

  8. Habe leider nur ISDN, kann nicht sagen was vorgefallen ist.

    http://www.cbsnews.com/video/watch/?id=6496749n&releaseURL=http://cnettv.cnet.com/av/video/cbsnews/atlantis2/player-dest.swf&videoId=50087799,50087800,50087804,50087803,50087802,50087801&partner=news&vert=News&si=254&autoPlayVid=false&name=cbsPlayer&allowScriptAccess=always&wmode=transparent&embedded=y&scale=noscale&rv=n&salign=tl'

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