Spardebatte Schäuble stellt Sozialleistungen auf den Prüfstand
Hartz-IV-Leistungen, Rüstungsetat oder Bafög-Erhöhung? Schwarz-gelb diskutiert angesichts der bevorstehenden Sparklausur über mögliche Einsparungen im Haushalt.
© Waltraud Grubitzsch dpa/lsn

Arbeitslose informieren sich in der Arbeitsagentur Leipzig über Stellenangebote
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in der Spardebatte den Vorschlägen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) hinsichtlich möglicher Kürzungen bei Bildung und Forschung widersprochen. "Wir brauchen frühkindliche Bildung und Integration, möglichst gute Schulen, hochklassige Forschung. Einsparungen auf diesen Feldern sind falsch", sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung . Sparmaßnahmen auf diesem Gebiet, wie sie jetzt in den Ländern gefordert werden, verringerten die Chancen, Deutschlands Wachstumspotenzial zu stärken. Einschnitte könnte es dagegen im Arbeitsressort geben. "Wir müssen unsere sozialen Sicherungssysteme so ausrichten, dass sie zur Aufnahme regulärer Beschäftigung motivieren und nicht gegenteilige Anreize setzen." Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) teile diese Ansicht.
Auch für Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) haben Bildung und Forschung im Koalitionsvertrag obersten Vorrang. Dies sei eine Frage der Generationengerechtigkeit und der Nachhaltigkeit. Der parlamentarische Geschäftsführer der Union, Peter Altmaier, setzt sich für die Bereiche Familie, Ökologie und Umwelt ein. Dort müsse man sich auch in Zukunft finanziell engagieren. Das bedeute im Umkehrschluss, dass es in allen anderen Bereichen keine Tabus geben dürfe.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht wie Wolfgang Schäuble Sparpotenzial im Arbeitsressort, vor allem bei Verwaltungsaufgaben der Bundesagentur für Arbeit. Zudem müssten konjunkturell bedingte, notwendige Leistungen wie das Kurzarbeitergeld mit zunehmender Belebung zurückgefahren werden.
Auch Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel sagte, die Ausgaben für Bildung und Forschung sicherten Jobs und damit Deutschlands Zukunft. Er forderte Kürzungen beim Rentenzuschuss und den Hartz-IV-Leistungen. "Zur Sanierung der Staatsfinanzen müssen alle solidarisch beitragen. Wir kommen nicht an den Budgets für Arbeit und Soziales vorbei. Denn eine Haushaltssanierung, die die meisten Bürger gar nicht merken, wird niemals ausreichen." Zugleich verlangte er, die ermäßigten Mehrwertsteuersätze den regulären anzugleichen. "Gut begründete" Ausnahmen gebe es allerdings aus sozialen Gründen, etwa bei Lebensmitteln oder Büchern.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, sagte Keitels Vorschlag sei "völlig verfehlt". Auch Schäuble solle nicht "der Versuchung erliegen, im Sozialhaushalt zu kürzen, nur weil dieser der größte ist". Mascher: "Gerade in Krisenzeiten muss gelten, dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache." Sozialkürzungen müssten tabu sein.
- Datum 22.05.2010 - 17:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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1.
Die Freiflüge der Parlamentarier und Abgeordneten zwischen Bonn und Berlin.
2. Die Rolle Bonns als immer noch 2-te Bundeshauptstadt.
3. Die "Diäten" der Abgeordneten.
4.
Die Befreiung der Abgeordneten und Beamten von den Zahlungen in die Sozialkassen.
5.
Die freie Nutzung des ÖPNV durch die "Volksvertreter".
6.
Die Anrechnung diverser Nebentätigkeiten in der Privatwirtschaft auf die Dienstbezüge der politiker, Abgeordneten und Beamten im Rahmen der H-IV-Regelung für Arbeitslose.
...
Kuriose Liste! Bei Beamten werden Nebenverdienste auf die Besoldung angerechnet. Bei Abgeordneten weiß ich das nicht. Übrigens anders als in der Privatwirtschaft. Da darf ich so viele Nebenverdienste haben wie ich will.
Was die freie Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Abgeordnete angeht, habe ich meine Zweifel, dass das eine nennenswerte Entlastung des Haushalts bringen würde.
Richtig ist, dass die doppelte Hauptstadt völliger Blödsinn ist. Das Berlin-Bonn-Gesetz hatte die Funktion, Bonn wirtschaftlich abzusichern. Dafür gibt es aber keinen Grund, nachdem Bonn sich auch ohne Bundestag und Co. blendend entwickelt. Allerdings würde auch hier keine kurzfristige Entlastung eintreten, weil für die Restminsterien erst noch in Berlin neu gebaut werden müsste.
Was die Diäten von Abgeordneten angeht: Es bleibt mir rätselhaft die billige Sozialneiddebatte gegen Abgeordnete - und im Übrigen auch Beamte. Man fragt sich, welche Vorstellung in den Köpfen von Teilen der Bevölkerung besteht, wie Abgeordnete der viertgrößten Wirtschaftsnation der Erde ausgestattet werden sollen.
Richtig ist der Ansatz Schäubles: Der Sozialetat ist skandalös aufgebläht. Die Hälfte tut's auch! Es gibt genug Leute unter den Hartz-IV-Empfängern, die zwar arbeitslos gemeldet sind und entsrpechend kassieren, aber für den Arbeitsmarkt überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Es gibt genug Leute, die kassieren und nebenbei schwarz arbeiten. Dieser Sumpf muss trocken gelegt werden.
In diesem Sinne gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht: Solange unsere Beamten- und Politikeraristokratie nicht bereit ist die eigenen Pfründe zu schröpfen, kann ein weiterer Sparkurs zu Lasten der Bevölkerung nur als skandalös ungerecht empfunden werden.
In welcher Form, lieber Herr Dr. Schäuble, setzt denn das aktuelle Hartz-IV-System Anreize gegen die Aufnahme einer Beschäftigung? Da sieht man doch einmal mehr, wie weit sich unsere Politeliten von der bundesrepublikanischen Lebenswirklichkeit entfernt haben.
Und wenn ich dann noch aus Ihrem Munde höre, dass Sie bisher nicht getrickst haben und das auch in Zukunft nicht tun werden, bekomme ich die finstersten Ahnungen; denn ich kann mich noch gut an die CDU-Spendenaffäre und Ihre aktive Rolle in derselben erinnern, lieber Herr Dr. Schäuble!
Kuriose Liste! Bei Beamten werden Nebenverdienste auf die Besoldung angerechnet. Bei Abgeordneten weiß ich das nicht. Übrigens anders als in der Privatwirtschaft. Da darf ich so viele Nebenverdienste haben wie ich will.
Was die freie Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Abgeordnete angeht, habe ich meine Zweifel, dass das eine nennenswerte Entlastung des Haushalts bringen würde.
Richtig ist, dass die doppelte Hauptstadt völliger Blödsinn ist. Das Berlin-Bonn-Gesetz hatte die Funktion, Bonn wirtschaftlich abzusichern. Dafür gibt es aber keinen Grund, nachdem Bonn sich auch ohne Bundestag und Co. blendend entwickelt. Allerdings würde auch hier keine kurzfristige Entlastung eintreten, weil für die Restminsterien erst noch in Berlin neu gebaut werden müsste.
Was die Diäten von Abgeordneten angeht: Es bleibt mir rätselhaft die billige Sozialneiddebatte gegen Abgeordnete - und im Übrigen auch Beamte. Man fragt sich, welche Vorstellung in den Köpfen von Teilen der Bevölkerung besteht, wie Abgeordnete der viertgrößten Wirtschaftsnation der Erde ausgestattet werden sollen.
Richtig ist der Ansatz Schäubles: Der Sozialetat ist skandalös aufgebläht. Die Hälfte tut's auch! Es gibt genug Leute unter den Hartz-IV-Empfängern, die zwar arbeitslos gemeldet sind und entsrpechend kassieren, aber für den Arbeitsmarkt überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Es gibt genug Leute, die kassieren und nebenbei schwarz arbeiten. Dieser Sumpf muss trocken gelegt werden.
In diesem Sinne gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht: Solange unsere Beamten- und Politikeraristokratie nicht bereit ist die eigenen Pfründe zu schröpfen, kann ein weiterer Sparkurs zu Lasten der Bevölkerung nur als skandalös ungerecht empfunden werden.
In welcher Form, lieber Herr Dr. Schäuble, setzt denn das aktuelle Hartz-IV-System Anreize gegen die Aufnahme einer Beschäftigung? Da sieht man doch einmal mehr, wie weit sich unsere Politeliten von der bundesrepublikanischen Lebenswirklichkeit entfernt haben.
Und wenn ich dann noch aus Ihrem Munde höre, dass Sie bisher nicht getrickst haben und das auch in Zukunft nicht tun werden, bekomme ich die finstersten Ahnungen; denn ich kann mich noch gut an die CDU-Spendenaffäre und Ihre aktive Rolle in derselben erinnern, lieber Herr Dr. Schäuble!
Den Entscheidungsträgern kann man nur empfehlen, die Einschnitte bei den Transferleistungsbeziehern nicht zu tief zu führen. Es geht ans Eingemachte, es werden Menschen an die Grenzen ihrer Existenz geführt, wenn sie nur noch so wenig zum Leben haben, dass sie sich eigentlich nicht mehr ausreichend ernähren können - wenn also letztlich ihr biologisches Überleben infrage gestellt ist.
Tja, so ist das eben. Mit gut 120 Mrd. € ist der Sozialetat wohl der größte. Zugleich bilden die Zahlungen für HartzIV und die Mindestsicherung mehr als die Hälfte des Etats. Wenn man das ausschließt, bleibt nicht mehr viel was man kürzen könnte. Meines Erachtens muss jetzt sechs Jahre hintereinander 10 Mrd. € mehr eingespart werden. Selbst wenn die Einnahmen wieder sprudeln sollten, muss gewaltig gespart werden, denn nach den 6 Jahren steht die nächste Krise sicherlich wieder bevor. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden. In Zukunft muss es heißen, dass sich die Bürger wieder selbst ernähren, wer das nicht kann, sollte über seine negative Einstellung zu einem Arbeitsplatz nachdenken. Noch ist es nicht so weit, aber wenn bei Bildung und Infrastruktur nicht noch mehr kaputt gespart werden soll, müssen die obsoleten sozialen Ausgaben reduziert werden. Vielleicht nicht um die Hälfte, d.h. um die genannten 60 Mrd. Euro, aber 30 werden es ganz bestimmt werden. Ohne eine Kürzung von HartzIV und der Mindessicherung wird das spätestens nach 2-3 Jahren gar nicht mehr gehen. Alles andere wäre realitätsfern.
....entbrannt zu sein. Es darf doch nicht um "Sozialleistungen" als solche gehen. Die Fragen müssen danach sein, welche langfristigen Leistungszusagen gemacht wurden, auf die sich die Lebensplanung der Bürger gründeten, also welche Rechtssicherheit Zusagen der Bundesrepublik darstellen und darum, welche Leistungen öffentlichen und welche privaten Wirtschaftscharakter haben. Nach diesen Kriterien muss man dem Wähler die Situation erläutern.
Tja, so ist das eben. Mit gut 120 Mrd. € ist der Sozialetat wohl der größte. Zugleich bilden die Zahlungen für HartzIV und die Mindestsicherung mehr als die Hälfte des Etats. Wenn man das ausschließt, bleibt nicht mehr viel was man kürzen könnte. Meines Erachtens muss jetzt sechs Jahre hintereinander 10 Mrd. € mehr eingespart werden. Selbst wenn die Einnahmen wieder sprudeln sollten, muss gewaltig gespart werden, denn nach den 6 Jahren steht die nächste Krise sicherlich wieder bevor. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden. In Zukunft muss es heißen, dass sich die Bürger wieder selbst ernähren, wer das nicht kann, sollte über seine negative Einstellung zu einem Arbeitsplatz nachdenken. Noch ist es nicht so weit, aber wenn bei Bildung und Infrastruktur nicht noch mehr kaputt gespart werden soll, müssen die obsoleten sozialen Ausgaben reduziert werden. Vielleicht nicht um die Hälfte, d.h. um die genannten 60 Mrd. Euro, aber 30 werden es ganz bestimmt werden. Ohne eine Kürzung von HartzIV und der Mindessicherung wird das spätestens nach 2-3 Jahren gar nicht mehr gehen. Alles andere wäre realitätsfern.
....entbrannt zu sein. Es darf doch nicht um "Sozialleistungen" als solche gehen. Die Fragen müssen danach sein, welche langfristigen Leistungszusagen gemacht wurden, auf die sich die Lebensplanung der Bürger gründeten, also welche Rechtssicherheit Zusagen der Bundesrepublik darstellen und darum, welche Leistungen öffentlichen und welche privaten Wirtschaftscharakter haben. Nach diesen Kriterien muss man dem Wähler die Situation erläutern.
@ NatZONE
Ich bezahle 360 Euro miete und habe etwa 300 euro für alles andere im Monat (bin raucher) und
Ich lebe wie Gott in Frankreich!
Ich denke der Unterschied ist, dass die meisten Menschen garnicht mehr wissen wie man sich ernährt. (ausser durch Imbiß Buden und McDoof)
Also kommen sie mir nicht damit, dass sich Hartz IV Empfänger nicht ernähren können, irgendwo ist schluss.
Sowas ist respektlos den wirklich armen Menschen in der Welt gegenüber.
Also ich streite ja nicht einmal ab, dass man mit 300 Euro irgendwie über die Runden kommt - wie die meisten Akademiker habe auch ich einmal von einem ähnlichen Betrag gelebt -, aber vor Ihrer Vorstellung vom göttlich-französischen Leben gruselt es mich ehrlich gesagt.
Mit 300 Euro zu überleben, ist schon eine Kunst. Das kann nur gehen, wenn man sich von der Caritas Altkleider schenken lässt, keine kulturellen Veranstaltungen besucht und sich auch sonst überhaupt nichts gönnt. Aber befürchte fast, dass Sie zur Avantgarde eines neuen Lebensstils gehören, den immer mehr Menschen in unserem Land werden leben müssen. Von daher: lasst uns schon mal im Verzicht üben.
mit 300€ für eine person kann man ÜBERleben aber nicht menschenwürdig leben. Das bedeutet anteil an sozialem Leben und eben Kultur. So hat es das verfassungsgericht gesagt. Es geht eben nicht nur darum sich ernähren zu können. So sagt es unser Grundgesetz. 300€, wie bezahlt man davon seine Autoversicherung? garnicht. Also Bus und Bahn, ist auch nicht umsonst. eine kurzstrecke kostet hier bei uns 2,40! Hin und zurück. sind schon 4,80. Wenn sie nen Kafee mit einer freundin trinken wollen, zahlen sie auch grob geschätzt 2 Euro. Sind schon 6,80. Und wenn man nur 10€ am Tag hat, ist das also ein ding der unmöglichkeit. Das gönnt man sich dann vielleicht ein, zwei mal im Monat. Kino? Wie soll das gehen? Theater kann man gleich vergessen. Wenn sie sich eine Hose für 20€ kaufen (Bei mir würde es teurer weil ich eine unübliche Übergröße habe), dann haben sie schonmal das Budget für zwei tage weg.
Man kann mit dem Geld überleben. Man bekommt Lebensmittel. Aber Einkaufen, Gesund leben, Kultur genießen und eben Menschenwürdig leben, ist damit kaum möglich. Es ist in orndung als Student, weil man perspektive hat, weil man weiß. Wenn ich das gemacht hab, hab ich mehr. Aber wenn sie als älterer Mensch so leben müssen, dann ist das nicht zumutbar.
Ich lebe im übrigen von 420€ Bafög im Monat. Und ich empfinde es nicht als Beleidugun wenn jemand den bafögsatz (Den mein Vater bezieht) als unwüdig bezeichnet. Ich tue das auch, und will dass niemand so leben muss.
da gebe ich ihnen Recht, solang man Singel ist.
Ich habe auch schon von Hartz 4 gelebt. Es ist nicht viel und man muss viele kulturelle Abstriche machen, aber man kann davon gut leben - auch gesund! Und wenn man etwas zusätzlich braucht, sucht man sich einen Minijob. Man kann damit gut in Deutschland leben, wenn man keine Ansprüche hat - das sehe ich leider auch bei meinen Geschwistern. Sie sind zufrieden und sehen keinen Grund, arbeiten zu gehen.
Doch die Meisten sind nicht zufrieden. Viele wollen arbeiten, doch es fehlt an Qualifikationen. Es ist sicherlich nicht der Exelkurs, der fehlt, sondern die teure Weiterbildung, die sich ein Hartz 4 -Empfänger nicht leisten kann. Genau diese Erfahrung habe ich gemacht. Das Amt sagte: "Wenn sie nachweisen können, dass Sie mit dieser Weiterbildung eingestellt werden, bekommen sie die bezahlt" Nur welcher Arbeitgeber wartet ein halbes Jahr, bis ich die Weiterbildung habe, wenn JETZT ein neuer MA benötigt wird?? In fast jeder Stellenanzeige waren diverse Weiterbildungen Voraussetzung. Und genau dort sollte man ansetzen, um die Leute aus der Arbeitslosigkeit heraus zu holen - genau das spart am Ende Geld! Es sollte auch kein Problem sein, dass der zukünftige AN ab einem bestimmten Gehalt verpflichtet wird, die Kosten für die Weiterbildung teilweise zurück zu zahlen. Der Bürger soll ja schließlich auch selbst für sich Sorge tragen - aber er braucht eben manchmal erst eine Unterstützung im Vorfeld.
Also ich streite ja nicht einmal ab, dass man mit 300 Euro irgendwie über die Runden kommt - wie die meisten Akademiker habe auch ich einmal von einem ähnlichen Betrag gelebt -, aber vor Ihrer Vorstellung vom göttlich-französischen Leben gruselt es mich ehrlich gesagt.
Mit 300 Euro zu überleben, ist schon eine Kunst. Das kann nur gehen, wenn man sich von der Caritas Altkleider schenken lässt, keine kulturellen Veranstaltungen besucht und sich auch sonst überhaupt nichts gönnt. Aber befürchte fast, dass Sie zur Avantgarde eines neuen Lebensstils gehören, den immer mehr Menschen in unserem Land werden leben müssen. Von daher: lasst uns schon mal im Verzicht üben.
mit 300€ für eine person kann man ÜBERleben aber nicht menschenwürdig leben. Das bedeutet anteil an sozialem Leben und eben Kultur. So hat es das verfassungsgericht gesagt. Es geht eben nicht nur darum sich ernähren zu können. So sagt es unser Grundgesetz. 300€, wie bezahlt man davon seine Autoversicherung? garnicht. Also Bus und Bahn, ist auch nicht umsonst. eine kurzstrecke kostet hier bei uns 2,40! Hin und zurück. sind schon 4,80. Wenn sie nen Kafee mit einer freundin trinken wollen, zahlen sie auch grob geschätzt 2 Euro. Sind schon 6,80. Und wenn man nur 10€ am Tag hat, ist das also ein ding der unmöglichkeit. Das gönnt man sich dann vielleicht ein, zwei mal im Monat. Kino? Wie soll das gehen? Theater kann man gleich vergessen. Wenn sie sich eine Hose für 20€ kaufen (Bei mir würde es teurer weil ich eine unübliche Übergröße habe), dann haben sie schonmal das Budget für zwei tage weg.
Man kann mit dem Geld überleben. Man bekommt Lebensmittel. Aber Einkaufen, Gesund leben, Kultur genießen und eben Menschenwürdig leben, ist damit kaum möglich. Es ist in orndung als Student, weil man perspektive hat, weil man weiß. Wenn ich das gemacht hab, hab ich mehr. Aber wenn sie als älterer Mensch so leben müssen, dann ist das nicht zumutbar.
Ich lebe im übrigen von 420€ Bafög im Monat. Und ich empfinde es nicht als Beleidugun wenn jemand den bafögsatz (Den mein Vater bezieht) als unwüdig bezeichnet. Ich tue das auch, und will dass niemand so leben muss.
da gebe ich ihnen Recht, solang man Singel ist.
Ich habe auch schon von Hartz 4 gelebt. Es ist nicht viel und man muss viele kulturelle Abstriche machen, aber man kann davon gut leben - auch gesund! Und wenn man etwas zusätzlich braucht, sucht man sich einen Minijob. Man kann damit gut in Deutschland leben, wenn man keine Ansprüche hat - das sehe ich leider auch bei meinen Geschwistern. Sie sind zufrieden und sehen keinen Grund, arbeiten zu gehen.
Doch die Meisten sind nicht zufrieden. Viele wollen arbeiten, doch es fehlt an Qualifikationen. Es ist sicherlich nicht der Exelkurs, der fehlt, sondern die teure Weiterbildung, die sich ein Hartz 4 -Empfänger nicht leisten kann. Genau diese Erfahrung habe ich gemacht. Das Amt sagte: "Wenn sie nachweisen können, dass Sie mit dieser Weiterbildung eingestellt werden, bekommen sie die bezahlt" Nur welcher Arbeitgeber wartet ein halbes Jahr, bis ich die Weiterbildung habe, wenn JETZT ein neuer MA benötigt wird?? In fast jeder Stellenanzeige waren diverse Weiterbildungen Voraussetzung. Und genau dort sollte man ansetzen, um die Leute aus der Arbeitslosigkeit heraus zu holen - genau das spart am Ende Geld! Es sollte auch kein Problem sein, dass der zukünftige AN ab einem bestimmten Gehalt verpflichtet wird, die Kosten für die Weiterbildung teilweise zurück zu zahlen. Der Bürger soll ja schließlich auch selbst für sich Sorge tragen - aber er braucht eben manchmal erst eine Unterstützung im Vorfeld.
Also ich streite ja nicht einmal ab, dass man mit 300 Euro irgendwie über die Runden kommt - wie die meisten Akademiker habe auch ich einmal von einem ähnlichen Betrag gelebt -, aber vor Ihrer Vorstellung vom göttlich-französischen Leben gruselt es mich ehrlich gesagt.
Tja, so ist das eben. Mit gut 120 Mrd. € ist der Sozialetat wohl der größte. Zugleich bilden die Zahlungen für HartzIV und die Mindestsicherung mehr als die Hälfte des Etats. Wenn man das ausschließt, bleibt nicht mehr viel was man kürzen könnte. Meines Erachtens muss jetzt sechs Jahre hintereinander 10 Mrd. € mehr eingespart werden. Selbst wenn die Einnahmen wieder sprudeln sollten, muss gewaltig gespart werden, denn nach den 6 Jahren steht die nächste Krise sicherlich wieder bevor. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden. In Zukunft muss es heißen, dass sich die Bürger wieder selbst ernähren, wer das nicht kann, sollte über seine negative Einstellung zu einem Arbeitsplatz nachdenken. Noch ist es nicht so weit, aber wenn bei Bildung und Infrastruktur nicht noch mehr kaputt gespart werden soll, müssen die obsoleten sozialen Ausgaben reduziert werden. Vielleicht nicht um die Hälfte, d.h. um die genannten 60 Mrd. Euro, aber 30 werden es ganz bestimmt werden. Ohne eine Kürzung von HartzIV und der Mindessicherung wird das spätestens nach 2-3 Jahren gar nicht mehr gehen. Alles andere wäre realitätsfern.
Das BVerfG hat nicht über die Höhe des Regelsatzes urteilen können weil die Berechnungsgrundlagen unklar waren. Spätestens wenn die Berechnungsgrundlagen vom diffusen ins konkrete überführt wurden kann man über Berechnungsgrundlagen die Höhe des Satzes indirekt einklagen weil man an die einzelnen Positionen der Berechnung gehen kann. Dieser neue Satz wird garantiert nicht niedriger liegen als jetzt.
Wer hier kürzt zieht vor Gericht den kürzeren.
Nehmen wir an, wir hätten 5 Millionen Hartz4 Empfänger, denen wir monatlich 1000 Euro überweisen. So sind das Kosten in Höhe von 5 000 000 000 Euro. In 12 Monaten sind das 60 OOO OOO OOO Euro.
Einsparungen von 10% pauschal wären 6 Milliarden Euro. Für diesen Betrag wollen Sie 5 Millionen Menschen unter das Existenzminimum bringen, während andererseits bereits der Hotelliersbonus jährlich 1 Millarde kostet. Leicht und locker wäre eine nicht mehr sprübare Transaktionssteuer, im Promillebereich, nicht mal mal für Banker spürbar in der Lage, diesen Betrag zu erberingen.
Zu diesen Ansichten kann ich nur sagen: Gehts noch?
Sie schrieben: "Ohne eine Kürzung von HartzIV und der Mindessicherung wird das spätestens nach 2-3 Jahren gar nicht mehr gehen."
Nun, da es ja hier um Mindestsicherung geht, würde ich gerne einmal nachfragen, wieviel Unterernährung, Obdachlosigkeit, Kältetote, Depressionen, Suizide Sie denn pro Jahr für pädagogisch angemessen halten, bis sich die "negative Einstellung zum Arbeitsplatz" verändert hat? In welchen Größenordnungen sind Sie da gedanklich unterwegs?
BTW: Warum so sprachlich defensiv? Als examinierter Vollzyniker dürfen Sie da ruhig von spätrömischer Einstellung zu unserem reichhaltigen, volkswirtschaftlichen Angebot an Arbeitsplätzen, speziell für die Ü50-Generation, sprechen. Stattdessen nuscheln Sie da was von "obsoleten sozialen Ausgaben"....
Also ehrlich, da bin ich schon etwas enttäuscht von Ihnen.
Das BVerfG hat nicht über die Höhe des Regelsatzes urteilen können weil die Berechnungsgrundlagen unklar waren. Spätestens wenn die Berechnungsgrundlagen vom diffusen ins konkrete überführt wurden kann man über Berechnungsgrundlagen die Höhe des Satzes indirekt einklagen weil man an die einzelnen Positionen der Berechnung gehen kann. Dieser neue Satz wird garantiert nicht niedriger liegen als jetzt.
Wer hier kürzt zieht vor Gericht den kürzeren.
Nehmen wir an, wir hätten 5 Millionen Hartz4 Empfänger, denen wir monatlich 1000 Euro überweisen. So sind das Kosten in Höhe von 5 000 000 000 Euro. In 12 Monaten sind das 60 OOO OOO OOO Euro.
Einsparungen von 10% pauschal wären 6 Milliarden Euro. Für diesen Betrag wollen Sie 5 Millionen Menschen unter das Existenzminimum bringen, während andererseits bereits der Hotelliersbonus jährlich 1 Millarde kostet. Leicht und locker wäre eine nicht mehr sprübare Transaktionssteuer, im Promillebereich, nicht mal mal für Banker spürbar in der Lage, diesen Betrag zu erberingen.
Zu diesen Ansichten kann ich nur sagen: Gehts noch?
Sie schrieben: "Ohne eine Kürzung von HartzIV und der Mindessicherung wird das spätestens nach 2-3 Jahren gar nicht mehr gehen."
Nun, da es ja hier um Mindestsicherung geht, würde ich gerne einmal nachfragen, wieviel Unterernährung, Obdachlosigkeit, Kältetote, Depressionen, Suizide Sie denn pro Jahr für pädagogisch angemessen halten, bis sich die "negative Einstellung zum Arbeitsplatz" verändert hat? In welchen Größenordnungen sind Sie da gedanklich unterwegs?
BTW: Warum so sprachlich defensiv? Als examinierter Vollzyniker dürfen Sie da ruhig von spätrömischer Einstellung zu unserem reichhaltigen, volkswirtschaftlichen Angebot an Arbeitsplätzen, speziell für die Ü50-Generation, sprechen. Stattdessen nuscheln Sie da was von "obsoleten sozialen Ausgaben"....
Also ehrlich, da bin ich schon etwas enttäuscht von Ihnen.
tja erst hat die politik zugelassen, es gefördert, dass arbeitsplätze von deutschland ins ausland ausgelagert wurden und die opfer kriegen ständig eins reingewürgt.
lange kann das nicht gutgehen.
es ist eine riesen große frechtheit, wie mit den rentner umgegangen wird. diese menschen haben deutschland aufgebaut, nicht irgendwelche beamte, die sich in ihren büros ein einfaches leben machen können und konnten. nur gibt es eine riesen große schieflage zwischen dem was renter bekommen und dem was pensionäre beziehen.
in den nächsten jahren wird man noch mehr leistungen beschneiden und steuern erhöhen, anders sind die zinsen ja nicht mehr zu zahlen.
die sozialleistungen mögen momentan noch der größte posten sein, aber danach kommen auch schon die zinsleistungen.
da wir ein system des zineszines haben wird es nicht lange dauern bis die zinsen ins gigantische anwachsen werden. ich sage nur josefspfennig.
das ganze wird ein böses ende geben. eine währungsreform ist unvermeidlich. bleibt nur zu hoffen, dass das ganze ohne krieg geschehen wird und sich rasch vollzieht.
vielleicht macht man sich auch mal gedanken übers geldsystem, aber das werden die herren dieser welt zu verhindern wissen.
Das BVerfG hat nicht über die Höhe des Regelsatzes urteilen können weil die Berechnungsgrundlagen unklar waren. Spätestens wenn die Berechnungsgrundlagen vom diffusen ins konkrete überführt wurden kann man über Berechnungsgrundlagen die Höhe des Satzes indirekt einklagen weil man an die einzelnen Positionen der Berechnung gehen kann. Dieser neue Satz wird garantiert nicht niedriger liegen als jetzt.
Wer hier kürzt zieht vor Gericht den kürzeren.
.....indem es die Unterstützung armer Menschen über die "Menschenwürde" erklärte und so als "Menschenrecht" zu sehen scheint. Wäre es aber ein "Menschenrecht" (wohl gemerkt kein Bürgerrecht) so hätte dieses Recht gegenüber dem deutschen Staat jeder. Man kann dann nicht abwägen, ist es praktisch, ist es teuer, wenn man Geld für neue Flugzeuge oder Autos für die Kanzlerin und ihre Männer hat. Da ist ein Bruch der Menschenwürde und nur ein Pharisäer könnte mit solchen "Werten" noch argumentieren.
.....indem es die Unterstützung armer Menschen über die "Menschenwürde" erklärte und so als "Menschenrecht" zu sehen scheint. Wäre es aber ein "Menschenrecht" (wohl gemerkt kein Bürgerrecht) so hätte dieses Recht gegenüber dem deutschen Staat jeder. Man kann dann nicht abwägen, ist es praktisch, ist es teuer, wenn man Geld für neue Flugzeuge oder Autos für die Kanzlerin und ihre Männer hat. Da ist ein Bruch der Menschenwürde und nur ein Pharisäer könnte mit solchen "Werten" noch argumentieren.
könnten schon Unmengen an Geldern eingespart werden, würde man die ganzen Sinnlos Maßnahmen der ARGEn cenceln. Das werden Menschen in Beschäftigungsprogramme gesteckt, die weder Sinn noch Verstand haben. Der Steuerzahler gibt dafür um und bei 300 bis 600 Euro pro Erwerbslosen her, noch einmal die Aufwandsentschädigung, so es diese gibt. Zusätzlich die Ein Euro Jobber, sie kosten Arbeitsplätze, kosten wie zuvor erwähnt, pro Erwerbslosen 300 bis 600 Euro zusätzlich der Aufwandsentschädigung, die auch vom Steuerzahler finanziert wird. Träger dieser Einrichtungen (EEJ) sind meist Städte und Gemeinden (Aufträge werden für kleine Firmen gestrichen), sowie kirchliche Einrichtungen.
Nicht der HartzIV Empfänger profitiert, sondern der Wasserkopf drum rum.
Nachdenken, informieren, dann texten...
MfG
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