Griechenland "Nicht mit dem Finger auf die Gläubiger zeigen"
Sparkassenpräsident Haasis hält nichts davon, Banken an der Griechenland-Hilfe zu beteiligen. Im Interview schlägt er stattdessen eine Finanzmarktsteuer vor.
Frage: Herr Haasis, werden sich die Sparkassen am Rettungspaket für Griechenland beteiligen?
Heinrich Haasis: Es sind die gefragt, die Griechenland bei kreativer Buchführung und unkonventionellen Kreditaufnahmen geholfen haben. Und solche, die durch Spekulationen gegen die Kreditwürdigkeit Griechenlands Geld verdienen wollen. Zu beiden Gruppen gehören die Sparkassen nicht. Grundsätzlich ist die Investition in Staatsanleihen im Euroraum ja nicht zu beanstanden. Im Gegenteil, wie sollen sich die Staaten denn sonst finanzieren. Es sind nicht diejenigen zu kritisieren, die jetzt dazu beitragen.
Frage: Was sorgt Sie, wenn Sie an Griechenland und Portugal nach diesem Wochenende denken?
Haasis: Ich habe den Eindruck, dass sich alle Verantwortlichen mit großem Ernst für die Stabilität des Euro engagieren. Natürlich stellt die Handlungsweise Griechenlands den Ausgangspunkt der jetzigen Situation dar. Es gibt da einiges zu kritisieren und manches in den Instrumentarien zu verbessern. Jetzt geht es aber darum, das Vertrauen in unsere Währung und in die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Euro-Raums zu stärken. Dazu darf kein Zweifel aufkommen, dass Anleihen von Euro-Staaten sicher sind und zurückgezahlt werden. Alles andere wäre auch nicht im deutschen Interesse.
Frage: Wie stark ist denn die Sparkassen-Finanzgruppe durch die Griechenland-Krise betroffen?
Haasis: Man kann keinem Kreditinstitut Vorwürfe machen, das Staatsanleihen von Euro-Staaten kauft. Das ist an sich eine sichere und von den Euro-Staaten selbst gewünschte Finanzierungsform. Natürlich haben auch einzelne Institute unserer Gruppe dort Engagements.
Frage: Würden Sie persönlich jetzt Papiere aus Griechenland und den Olivenstaaten kaufen?
Haasis: Mir geht es wie jedem anderen Anleger: Wenn ich darauf vertrauen kann, investiertes Geld zurückzuerhalten, spricht nichts gegen eine Investition.
Frage: Was halten Sie von einem Rettungsbeitrag der Gläubiger für Griechenland?
Hassis: Ich halte es für grundfalsch, mit dem Finger auf Gläubiger zu zeigen. Wir alle wollen doch, dass Anleger ihr Geld in den Euroraum bringen und zur Staatsfinanzierung zur Verfügung stellen. Wollen wir diese tatsächlich mit Gewalt vertreiben, indem wir ihnen signalisieren, dass ihr Geld in diesem Währungsraum nicht sicher ist? So etwas könnte schnell zu einem Rückzug von Anlegern aus anderen Euro-Ländern führen. Etwas ganz anderes gilt bei denjenigen, die jetzt mit Spekulationsgeschäften die Krise verschärfen. Da würde ich es sehr begrüßen, wenn man sie heranziehen könnte.
- Datum 04.05.2010 - 11:13 Uhr
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Es macht immer wieder Spaß, solche Interviews zu lesen:
"Frage: Wie stark ist denn die Sparkassen-Finanzgruppe durch die Griechenland-Krise betroffen?
Haasis: Man kann keinem Kreditinstitut Vorwürfe machen, das Staatsanleihen von Euro-Staaten kauft. Das ist an sich eine sichere und von den Euro-Staaten selbst gewünschte Finanzierungsform. Natürlich haben auch einzelne Institute unserer Gruppe dort Engagements."
Keine Antwort ist auch keine Antwort. Wir wissen also weiterhin nicht, wie stark die "halbstaatlichen" Sparkassen betroffen sind.
Zumindest in NRW, so wissen wir seit gestern, haben ein paar öffentliche Geldjongleure einen ordentlichen Schluck aus der Ouzo-Pulle genommen:
- Landesbank WestLB: eine Milliarde Euro in Griechenlandanleihen
- NRW-Bank: 700 Millionen Euro
- NRW-Pensionsfonds: 300 Millionen Euro, dank Landesfinanzminister Helmut Linssen
Herzlichen Glückwunsch, gleich nach den Lehman Brothers hat man noch eine weitere Endlagerstätte für unser Geld aufgemacht. Ich wünsche König Rüttgers viel Spaß dabei, das bis zum Wahltag den Bürgern zu erkären!
....Bürokrat, der seine Klientel verteidigt. Wer würde gewinnen, wenn die Wettbewerbsfähigkeit seiner lästigen Konkurrenz weg reguliert würde? Kleine öffentliche Banken mit politischen Vorständen etwa? Das ist soweit legitim. Man muss nur wissen, mit wem man spricht, woher er kommt und wessen Interessen er vertritt.
Für ein Verständnis der Probleme spricht allerdings das nicht:
"Wir werden Vertrauen und Verantwortung in den Mittelpunkt stellen"
Wir hatten zu viel Vertrauen und Verantwortung. Wir brauchen vielmehr Transparenz, Kontrolle sowie allgemein angewendete Gesetze und persönliche Haftung. Das brauchen wir nicht nur im Finanzsektor. Das braucht es in Politik, öffentlichem Dienst und Unternehmen.
Hier werden 110 Milliarden in die Zuckerschiffchenproduktion investiert .... http://www.youtube.com/wa...
In Griechenland hängt doch auch wieder mal die HRE mit knappen 8 Milliarden mit drinn' ... Als nächster Kandidat steht Spanien ante portas .... wird wohl etwas mehr benötigen als Griechenland , aber 500 Milliarden sollten für'n Anfang mal reichen (Eigenschätzung) ...
Wer sind die Schuldigen? Einfache Antwort : die Ferengis...
wird Zeit, hochste Zeit, dass ihnen die Ohrläppchen abgeschnitten werden ...
In Good We Trust...
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