Luftfahrtindustrie Milliardenauftrag für Airbus

Die Fluggesellschaft Emirates kauft dem Boeing-Rivalen Airbus 32 Maschinen des Typs A380 ab. Das ist der bisher größte Einzelauftrag in der zivilen Luftfahrt.

Arabische Flugzeugfans bewundern das weltgrößte Verkehrsflugzeug, den Airbus A380. Die Fluggesellschaft Emirates ist größter A380-Kunde

Arabische Flugzeugfans bewundern das weltgrößte Verkehrsflugzeug, den Airbus A380. Die Fluggesellschaft Emirates ist größter A380-Kunde

Die Großbestellung von Emirates, die auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) bekannt wurde, ist ein großer Erfolg für Airbus. Mit dem Auftrag hat das Unternehmen auf einen Schlag mehr Superjumbos verkauft als für das Gesamtjahr 2010 geplant. Ein Superjumbo kostet nach Listenpreis knapp 350 Millionen Dollar. Die neue Bestellung der A380-Maschinen habe einen Wert von 11,5 Milliarden Dollar (9,2 Milliarden Euro), sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. Die Bestellung ist der größte Auftrag in der Geschichte der zivilen Luftfahrt.

Emirates-Chef Scheich Achmed bin Said el Maktum sagte, die Bestellung zeige das Vertrauen seines Unternehmens in die Zukunft. Den A380 bezeichnete er als "unser Flaggschiff". Dubai werde weiter als A380-Drehscheibe ausgebaut.

Anzeige

Emirates war bereits zuvor der wichtigste Kunde von Airbus für die A380. Mit der neuen Bestellung wächst die A380-Flotte der Fluggesellschaft auf 90 Maschinen. Zehn Superjumbos wurden bereits ausgeliefert - der zehnte davon auf der ILA. In Berlin konnte Emirates bislang jedoch noch nicht landen, weil das Bundesverkehrsministerium noch keine Genehmigung erteilte.



Emirates bekräftigte auch sein grundsätzliches Interesse an einer Langversion der A380 für noch ein paar hundert Passagiere mehr. Airbus-Chef Thomas Enders erklärte jedoch, für Airbus habe die Steigerung der Produktion der Version A380-800 (mit 525 Sitzen in der Standardversion) Vorrang.

Emirates-Rivale Lufthansa hatte mit dem Transport der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach Südafrika den ersten A380 in Betrieb genommen. Bisher sind weltweit 30 der Jumbojets im Einsatz. Die Auslastung der Großflugzeuge mit 525 Plätzen in der Standardausführung ist dabei deutlich höher als bei anderen Maschinen.

Die Produktion liegt wegen Problemen in Hamburg bei der Verkabelung der Kabine um mehrere Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Die Fertigungsprobleme sind laut Airbus aber jetzt überwunden und die A380-Produktion soll in diesem Jahr auf 20 verdoppelt werden. Zusammen mit dem neuen Emirates-Auftrag liegen Airbus nun 234 Bestellungen für den Mega-Airbus vor.

 
Leser-Kommentare
  1. mit Emirates A380 geflogen. Alles bestens. Die Stewards und besonders atraktiven Stewardessen sprachen insgesamt 12 verschiedene Sprachen, Top-Sitzkomfort, allerbeste Unterhaltung mit exorbitantem Film- und Musikarchiv und gutes Essen inkl. alkoholischer Getränke for free. Der Vogel ist noch dazu superleise. Wenn der Stopover im faden Dubai nicht wäre - mein bester Flug bisher ! Also fliegen solange wir noch dürfen und können hier von mir empfohlen.

    • ERM
    • 08.06.2010 um 15:53 Uhr

    Da hat der niedrige Euro bestimmt seinen Teil dazu bei getragen. Bam:-)
    Find ich gut für Airbus

    • ttx
    • 08.06.2010 um 16:17 Uhr
    3. Boeing

    234 Bestellungen für den A380? Na, dann müssen die Jungs aber klotzen :)

    Boeing wird das aber kaum jucken, für den Dreamliner (Boeing 787) liegen schon fast 900 Bestellungen vor. Der Druck liegt also eher auf Airbus, mit dem A350 zu Potte zu kommen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • sbot
    • 08.06.2010 um 18:05 Uhr

    Naja, ein A380 ist wesentlich größer als 787 Dreamliner, daher ist der Umsatz auch höher. Zudem ist bei Marge bei Großraumflugzeugen höher und steigt wegen fehlender Konkurrenz wahrscheinlich wesentlich stärker.

    • sbot
    • 08.06.2010 um 18:05 Uhr

    Naja, ein A380 ist wesentlich größer als 787 Dreamliner, daher ist der Umsatz auch höher. Zudem ist bei Marge bei Großraumflugzeugen höher und steigt wegen fehlender Konkurrenz wahrscheinlich wesentlich stärker.

    • sbot
    • 08.06.2010 um 18:05 Uhr
    4. Airbus

    Naja, ein A380 ist wesentlich größer als 787 Dreamliner, daher ist der Umsatz auch höher. Zudem ist bei Marge bei Großraumflugzeugen höher und steigt wegen fehlender Konkurrenz wahrscheinlich wesentlich stärker.

    Antwort auf "Boeing"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... bleibt die Frage nach den Zahlen.

    Ich erinnere mich dunkel mal gelesen zu haben, dass Airbus knapp 500 A380 verkaufen müsste um die Kosten wieder einzufahren.

    ... bleibt die Frage nach den Zahlen.

    Ich erinnere mich dunkel mal gelesen zu haben, dass Airbus knapp 500 A380 verkaufen müsste um die Kosten wieder einzufahren.

  2. Es sollte sich inzwischen doch auch unter den Journalisten herumgesprochen haben, dass die Boeing 747 seit Jahr und Tag als "Jumbo(jet)" bezeichnet wird.
    Wenn der A380 als solcher oder gar als "Superjumbo" bezeichnet wird, bereitet mir das beinahe körperliche Qualen; wobei das nichts damit zu tun hat, dass ich aus persönlichen Gründen ein Airbus-Fan bin.

    Schönen und sonnigen Gruß ausdemnorden!

  3. ... bleibt die Frage nach den Zahlen.

    Ich erinnere mich dunkel mal gelesen zu haben, dass Airbus knapp 500 A380 verkaufen müsste um die Kosten wieder einzufahren.

    Antwort auf "Airbus"
  4. Der Auftrag für 32 Superjumbos A380 für 11 Millliarden Dollar ist erfreulich, doch mit Boeings 900 Dreamlinern kaum zu vergleichen. Zudem hat Boeing weit lukrativere Nebeneinnahmen, wie den neuen 32-Milliarden-Auftrag von Taiwan für Patriot Missiles.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service