Unsichere Beschäftigung Zeitarbeit führt selten zu Dauerjobs

Nur wenige ehemals arbeitslose Zeitarbeiter erhalten eine reguläre Beschäftigung. Nach einer neuen Studie ist Leiharbeit trotzdem besser als erneute Arbeitslosigkeit.

Nach Ende der Zeitarbeit bleiben nur sieben Prozent der zuvor arbeitslosen Leiharbeiter dauerhaft in regulärer Beschäftigung. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose erhöhten sich jedoch nach der Leiharbeit enorm, sagte Florian Lehmer, Mitarbeiter in der IAB-Forschungsgruppe. Sie sei die deutlich bessere Alternative zu weiterer Arbeitslosigkeit .

"Leiharbeit ist zwar keine breite Brücke, aber zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung", so IAB-Direktor Joachim Möller. Leiharbeiter haben laut der Forschungsgruppe "einen Lohnnachteil in substanzieller Höhe", sie verdienten 20 bis 25 Prozent weniger als regulär Beschäftigte. Die aktuelle Anzahl der Leiharbeiter liege bei etwa 750.000, Anfang 2004 seien es noch 300.000 gewesen. Die Mehrzahl arbeite im Produktionssektor, sei männlich und habe ausländische Wurzeln. Etwa die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach der Studie bereits innerhalb von drei Monaten.



Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fühlt sich durch die Studie in seiner Ablehnung der Zeitarbeit bestätigt. "Leiharbeit ist eine der Hauptverkehrsstraßen in prekäre Beschäftigung", sagte DGB- Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Personal langfristig zu ersetzen sei Missbrauch. Ein dauerhaft hoher Lohnunterschied zwischen Leiharbeitern und regulären Arbeitnehmern in den Betrieben verstoße gegen das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit und vermindere Übernahmeanreize.

Die Linke bezeichnete Zeitarbeit als "beschäftigungspolitischen Fehlschlag". Sie sei "alles andere als ein Jobmotor für Langzeitarbeitslose", sagte die Linken-Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung, Jutta Krellmann. Der Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) kritisierte, der Erfolg der Zeitarbeit bemesse sich nicht daran, wie viele Leiharbeiter von Unternehmen übernommen würden. Auch Zeitarbeit sei eine reguläre Tätigkeit. "Wir sind eine selbstständige Branche mit vollwertiger Arbeitgeberfunktion", sagte BZA-Präsident Volker Enkerts.

25 Prozent der Leiharbeiter waren laut IAB, das direkt dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg untersteht, in den zwei Jahren vor ihrer Beschäftigung mindestens die Hälfte der Zeit arbeitslos. In den zwei Jahren nach der Leiharbeit habe dieser Anteil nur noch bei 17 Prozent gelegen. Auf lange Sicht müssten Langzeitarbeitslose, die als Zeitarbeiter beschäftigt sind, keine Nachteile im Vergleich zu Langzeitarbeitslosen fürchten, die eine reguläre Beschäftigung finden.

Im Vergleich zu Menschen, die in der Arbeitslosigkeit verharrten, hätten Leiharbeiter nach zwei Jahren eine um 20 Prozent höhere Chance, außerhalb der Leiharbeit eine Beschäftigung zu finden, sagte ein IAB-Sprecher.

 
Leser-Kommentare
  1. qualifizierte Leiharbeiter finden haette ich 6 Monate lang einen Job mehr zu vergeben .......
    Soweit zur Einschaetzung der Gewerkschaften :
    'Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fühlt sich durch die Studie in seiner Ablehnung der Zeitarbeit bestätigt.'
    Aber die Gewerkschftsbonzen haben sich ja noch nie einem Wettbewerb stellen müssen oder eine Fa. leiten. Wenn Sie es versuchen wird so etwas herauskommen wie die neue Heimat !

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    ... Sie würden für diese Monate jemand befristet einstellen? Oder wäre der oder die dann doch zu teuer?

    ... Sie würden für diese Monate jemand befristet einstellen? Oder wäre der oder die dann doch zu teuer?

  2. ... Sie würden für diese Monate jemand befristet einstellen? Oder wäre der oder die dann doch zu teuer?

    Antwort auf "Könnte ich"
    • lepkeb
    • 29.06.2010 um 19:01 Uhr

    20 Prozent werden sie nicht viel Glück haben, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Firmen bereit sind fast das 2fache des Gehaltes eines Festangestellten an eine Personalvermittlung zu zahlen, nur um sich nach nicht mit dem ansonsten neuen Mitarbeiter rumschlagen zu müssen und eventuell noch vor dem Arbeitsgericht zu landen.

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    @ 4:

    Wenn die Firmen "bereit sind fast das 2fache des Gehaltes eines Festangestellten an eine Personalvermittlung zu zahlen", dann wäre doch alles in Butter, sobald der Arbeitnehmer davon 20% mehr Brutto als branchenüblich erhalten würde.

    Ich wäre gern bereit, für ein fünftel mehr Brutto bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, als bei der Entleiherfirma selbst eingestellt zu sein.

    Leider sieht die Realität etwas anders aus. Die meisten Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen erhalten weniger Bruttolohn, als wenn sie direkt bei dem Entleiher beschäftigt wären.

    @ 4:

    Wenn die Firmen "bereit sind fast das 2fache des Gehaltes eines Festangestellten an eine Personalvermittlung zu zahlen", dann wäre doch alles in Butter, sobald der Arbeitnehmer davon 20% mehr Brutto als branchenüblich erhalten würde.

    Ich wäre gern bereit, für ein fünftel mehr Brutto bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, als bei der Entleiherfirma selbst eingestellt zu sein.

    Leider sieht die Realität etwas anders aus. Die meisten Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen erhalten weniger Bruttolohn, als wenn sie direkt bei dem Entleiher beschäftigt wären.

  3. @ 4:

    Wenn die Firmen "bereit sind fast das 2fache des Gehaltes eines Festangestellten an eine Personalvermittlung zu zahlen", dann wäre doch alles in Butter, sobald der Arbeitnehmer davon 20% mehr Brutto als branchenüblich erhalten würde.

    Ich wäre gern bereit, für ein fünftel mehr Brutto bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, als bei der Entleiherfirma selbst eingestellt zu sein.

    Leider sieht die Realität etwas anders aus. Die meisten Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen erhalten weniger Bruttolohn, als wenn sie direkt bei dem Entleiher beschäftigt wären.

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    • lepkeb
    • 30.06.2010 um 0:11 Uhr

    sie müssten sich verpflichten sich in jede Aussenstellen der Personalüberlassung D-land weit auf Zuruf versetzen zu lassen.
    Kann also im schlechtesten Fall bedeuten diese Woche München nächste Woche Hamburg und Mitte der Woche Dresden. Sie muessen natürlich alle Kosten (Fahrtkosten, Pension oder Hotel am Arbeitsort) selber tragen und was das für ihr Familienleben bedeutet, brauche ich sicherlich nicht zu sagen. Und wir sprechen hier über Akademikerstellen. Aber falls das ihrem Gusto entspicht, schauen sie mal bei einem großen Engineeringvermittler aus Holland vorbei.
    Hier mal zum Spaß die beiden Angebote Vermittler garantiert dem Ingenieur (bei 15 Jahren Berufserfahrung davon 8 im Ausland) Ihnen 40k im Jahr erhält vom Entleiher nochmal 25 -30 % der vereinbarten Lohnsumme als Vermittlungs- und Bereitstellungsgebühr also 10k.
    Nach Ablehnung des Arbeitsverhältnisses aufgrund der guten Vertragsbedinungen, bietet man dem Ing. eine Stelle beim Entleiher an, da man diese bereits seit einem Jahr nicht besetzt bekommt, das Angebot ist 25k per annum. Man ist nun verwundert das der Ingenieur nein sagt.
    Hier jetzt mal das Alternativangebot aus Canada. Firma bietet Stelle an die auch seit einem Jahr nicht besetzt werden konnte, Ingenieur bewirbt sich, bei Frage nach dem Gehalt sagt er 60k (ca. 47k Euro) die Firma bietet von sich aus 75k und eine Steigerung nach 6 Monaten auf 80k plus Umzugskosten plus Benefits und Senior Status. Lebenshaltung ist dort übrigens 1:1 zu D-land.

    • lepkeb
    • 30.06.2010 um 0:11 Uhr

    sie müssten sich verpflichten sich in jede Aussenstellen der Personalüberlassung D-land weit auf Zuruf versetzen zu lassen.
    Kann also im schlechtesten Fall bedeuten diese Woche München nächste Woche Hamburg und Mitte der Woche Dresden. Sie muessen natürlich alle Kosten (Fahrtkosten, Pension oder Hotel am Arbeitsort) selber tragen und was das für ihr Familienleben bedeutet, brauche ich sicherlich nicht zu sagen. Und wir sprechen hier über Akademikerstellen. Aber falls das ihrem Gusto entspicht, schauen sie mal bei einem großen Engineeringvermittler aus Holland vorbei.
    Hier mal zum Spaß die beiden Angebote Vermittler garantiert dem Ingenieur (bei 15 Jahren Berufserfahrung davon 8 im Ausland) Ihnen 40k im Jahr erhält vom Entleiher nochmal 25 -30 % der vereinbarten Lohnsumme als Vermittlungs- und Bereitstellungsgebühr also 10k.
    Nach Ablehnung des Arbeitsverhältnisses aufgrund der guten Vertragsbedinungen, bietet man dem Ing. eine Stelle beim Entleiher an, da man diese bereits seit einem Jahr nicht besetzt bekommt, das Angebot ist 25k per annum. Man ist nun verwundert das der Ingenieur nein sagt.
    Hier jetzt mal das Alternativangebot aus Canada. Firma bietet Stelle an die auch seit einem Jahr nicht besetzt werden konnte, Ingenieur bewirbt sich, bei Frage nach dem Gehalt sagt er 60k (ca. 47k Euro) die Firma bietet von sich aus 75k und eine Steigerung nach 6 Monaten auf 80k plus Umzugskosten plus Benefits und Senior Status. Lebenshaltung ist dort übrigens 1:1 zu D-land.

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    @6: Danke für den Link. So sieht die Realität bei der Leiharbeit also in Deutschland aus.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich für die Verantwortlichen dieser Realitäten gern einige vergitterte Räume mehr bereit stellen.

    @6: Danke für den Link. So sieht die Realität bei der Leiharbeit also in Deutschland aus.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich für die Verantwortlichen dieser Realitäten gern einige vergitterte Räume mehr bereit stellen.

  5. @6: Danke für den Link. So sieht die Realität bei der Leiharbeit also in Deutschland aus.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich für die Verantwortlichen dieser Realitäten gern einige vergitterte Räume mehr bereit stellen.

  6. Ich war Zeitarbeiterin und wäre es durchaus auch gerne geblieben. Allein, das Problem ist die Entlohnung. Gäbe es anständige Tarifabschlüsse in dieser Branche, müsste man nicht immer auf die Übernahme irgendwo hoffen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 26
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  • Schlagworte DGB | Zeitarbeit | Leiharbeit | Annelie Buntenbach | Arbeit | Nürnberg
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