Stabilität der Weltfinanzen Die Bankenkrise kehrt zurück

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Investor George Soros sorgen sich um die Stabilität des Finanzsektors. Die Nervosität steigt, weil auch die EZB nicht helfen kann.

Erst brachten faule Kredite viele Banken in Bedrängnis. Regierungen mussten weltweit strauchelnde Kreditinstitute vor der Pleite bewahren. Dadurch erhöhten sich die Zinsen für den sowieso schon unübersehbaren Schuldenberg der Staaten und trieben ganze Nationen wie die Griechen der Pleite entgegen. Und nun belasten die von einem Ausfall bedrohten Staatsanleihen dieser Länder erneut die Bilanzen der Banken.

In Wien debattiert seit gestern der Club der internationalen Banken IIF darüber, wie jene Institute, die unter Schrottanleihen aus hoch verschuldeten Euro-Ländern ächzen, über Wasser gehalten werden können. In Frankfurt kam zur gleichen Zeit jene Institution zusammen, auf die sich bei dieser Fragestellung alle Augen richten: die Europäische Zentralbank (EZB). Eine Patentlösung hat sie auch nicht. Das Einzige, was sie den Banken bieten kann, ist eine Atempause.

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Vor allem unter den Instituten der Euro-Zone ist in den vergangenen Tagen das Misstrauen gewachsen. Sie fürchten offenbar, dass viele Banken mehr Schrottanleihen aus hoch verschuldeten Euro-Ländern halten als bisher gedacht – und leihen sich deshalb gegenseitig ohne Sicherheiten kaum noch Geld aus.

Und am öffentlichen Kapitalmarkt fanden sich in den vergangenen Wochen kaum noch Käufer für Bankanleihen. Das hat zur Folge, dass die Kreditvergabe an Firmen und Privatpersonen gebremst wird. Für den wieder keimenden wirtschaftlichen Aufschwung eine Bedrohung, warnen Experten.

Die neuen Krisensignale sind inzwischen unübersehbar. US-Investor George Soros sagte am Donnerstag: "Wir sind im zweiten Akt des Dramas angekommen."

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der nicht eben zu den Berufspessimisten zählt, sagte vor Kollegen in Wien: Er würde zwar nicht so weit gehen, von einer Vertrauenskrise unter den Banken zu reden. "Es gibt aber Befürchtungen bezüglich der Bilanzstärke einiger Institute", so Ackermann, der auch IIF-Vorsitzender ist. Francisco Gonzalez von der spanischen BBVA zeigte mehr Nerven: Der Topbanker lehnte jeden Kommentar zur heimischen Branche ab – bevor er fluchtartig das Podium verließ.

Analysten der US-Bank Morgan Stanley werden deutlicher. Sie warnen vor "massiven Risiken". Denn die Kreditklemme für Banken am Kapitalmarkt kommt zur Unzeit. Viele Institute sind mittlerweile sehr kurzfristig refinanziert. Bis Ende 2012 müssen europäische Geldhäuser 1,6 Billionen Euro umschulden. Das wird angesichts der Angst der Investoren vor den unkalkulierbaren Folgen der Schulden- und Bankenkrise immer schwieriger. 

Leser-Kommentare
  1. Wenn es hinter der Wand schimmelt, dann hilft auch ein frischer Anstrich nicht auf Dauer (das Rettungspaket).

    Es wird Zeit, das System so zu ändern, dass die Banken nicht mehr systemrelevant sind.

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    Wie wahr , wie wahr.

    Leider wird das nicht passieren. Wer einmal die Macht besitzt gibt sie (freiwillig) nicht mehr ab.

    Willkommen in der Welt der 'neuen' Kaiser, der wahren Machthaber über diesen Planeten.

    und das ausgerechnet der Krisengewinnler Ackermann wieder vorprescht überrascht auch nicht.
    Der sitzt, wie eine Zecke, fest in Muttis Ohr!
    Dabei ist er aber in keiner Weise alternativlos und systemisch ist er auch nicht!

    • joG
    • 11.06.2010 um 15:42 Uhr

    ....hinweisen sollte ist, dass es die Regierungen sind, von denen im Augenblick das Problem ausgeht und nicht die Banken. Das ist vor allem daher beängstigend, weil es keinen Grund gibt anzunehmen, dass sie die Banken regulieren könnten, wo sie doch ihre eigenen Angelegenheiten so schlecht geregelt haben.

    Wie wahr , wie wahr.

    Leider wird das nicht passieren. Wer einmal die Macht besitzt gibt sie (freiwillig) nicht mehr ab.

    Willkommen in der Welt der 'neuen' Kaiser, der wahren Machthaber über diesen Planeten.

    und das ausgerechnet der Krisengewinnler Ackermann wieder vorprescht überrascht auch nicht.
    Der sitzt, wie eine Zecke, fest in Muttis Ohr!
    Dabei ist er aber in keiner Weise alternativlos und systemisch ist er auch nicht!

    • joG
    • 11.06.2010 um 15:42 Uhr

    ....hinweisen sollte ist, dass es die Regierungen sind, von denen im Augenblick das Problem ausgeht und nicht die Banken. Das ist vor allem daher beängstigend, weil es keinen Grund gibt anzunehmen, dass sie die Banken regulieren könnten, wo sie doch ihre eigenen Angelegenheiten so schlecht geregelt haben.

  2. Wie wahr , wie wahr.

    Leider wird das nicht passieren. Wer einmal die Macht besitzt gibt sie (freiwillig) nicht mehr ab.

    Willkommen in der Welt der 'neuen' Kaiser, der wahren Machthaber über diesen Planeten.

    Antwort auf "Schimmel"
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    • AZ
    • 11.06.2010 um 14:14 Uhr

    Genauer gesagt, die Politik könnte es -- wenn sie denn wollte.

    Begrenzung der Größe von Banken, strikte Trennung von Investment vom klassischen Kreditgeschäft, Sanktionierung von übermäßig kurzfristiger Finanzierung, ...

    (Manchmal ist's schade, daß wir in einer *parlamentarischen* Demokratie leben, in der nicht umgesetzt wird, was ziemlich sicher Volkes Wille ist.)

    • AZ
    • 11.06.2010 um 14:14 Uhr

    Genauer gesagt, die Politik könnte es -- wenn sie denn wollte.

    Begrenzung der Größe von Banken, strikte Trennung von Investment vom klassischen Kreditgeschäft, Sanktionierung von übermäßig kurzfristiger Finanzierung, ...

    (Manchmal ist's schade, daß wir in einer *parlamentarischen* Demokratie leben, in der nicht umgesetzt wird, was ziemlich sicher Volkes Wille ist.)

  3. Dass die Banken von Anfang an ihre Zahlen nicht alle auf den Tisch gelegt haben, dürfte bekannt sein. Dagegen hat man den "staatlichen" nachgesagt, die können's nicht.

    "Er verteidigte den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbank mit einer "akuten Gefährdung des Weltfinanzsystems". Denkt er, damit lässt sich wohl alles rechtfertigen? Wo bleiben die Konsequenzen? Müssen wir ohnmächtig zusehen, wie diese Hasardeure die Realwirtschaft und damit die ehrliche Arbeit der Menschen ruinieren?

    • Lyaran
    • 11.06.2010 um 13:30 Uhr

    Das System sollte wirklich mal grundlegend überdacht werden.
    Und die Banken sollen sich mal schön selbst eine Lösung einfallen lassen bei der nicht die Bürger zur Kasse gebeten werden. Wozu haben wir den unsere hochbezahlten Experte? Wirtschaftler verdienen eine Menge Geld weil sie ja so gut sind und das System durchschauen. Jetzt sollen sie mal was für ihr Geld leisten! Ich bezahle ja auch keinen Handwerker um etwas zu reparieren und der kassiert ab nur um mir dann zu sagen das er keine Lösung hat.
    Wenn Banken riskante Kredite vergeben bekommen sie doch hohe Zinsen dafür, oder? Sie lassen sich das Risiko also bezahlen nur um dann im Falle eines Ausfalles hilflos mit den Schultern zu zucken? Wo sind denn die Zinsen geblieben wenn nicht um Ausfälle zu decken?

    • WIHE
    • 11.06.2010 um 13:36 Uhr

    Im Vertrauen auf den Euro liehen Banken und Sparer den Südländern Geld, viel zu viel Geld.

    Jetzt haben wir den Salat.

    Die guten Menschen von Europa (die Deutschen) werden mit einem Gutteil des Schadens belastet.

    Dabei wollte ich nie ein guter Mensch sein.
    Ich werde irgndwann auswandern.

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    • Klaue
    • 11.06.2010 um 14:02 Uhr

    Lesen Sie sich mal diesen Artikel durch:
    http://www.heise.de/tp/r4...

    Mal sehen ob sie danach immer noch davon überzeugt sind das wir die Guten sind.

    Glauben Sie wirklich mit der DM wären wir jetzt in einer anderen Situation? Vor zwanzig Jahren befand sich die BRD in derselben Lage. Was anschließend folgte war der Ausverkauf der Ostgebiete und dadurch ein neuer Wirtschaftsaufschwung. Und von dem Euro sprach damals keiner. Zwölf Jahre später dasselbe Szenario. Nur diesmal hießen die Länder, Spanien, Italien, und Griechenland. Die Wirtschaft in Deutschland boomte und Deutschland war Exportweltmeister. Und jetzt schimpfen wir auf diese Länder? Dies ist in meinen Augen der Beginn von Kriegstreiberei.

    • Klaue
    • 11.06.2010 um 14:02 Uhr

    Lesen Sie sich mal diesen Artikel durch:
    http://www.heise.de/tp/r4...

    Mal sehen ob sie danach immer noch davon überzeugt sind das wir die Guten sind.

    Glauben Sie wirklich mit der DM wären wir jetzt in einer anderen Situation? Vor zwanzig Jahren befand sich die BRD in derselben Lage. Was anschließend folgte war der Ausverkauf der Ostgebiete und dadurch ein neuer Wirtschaftsaufschwung. Und von dem Euro sprach damals keiner. Zwölf Jahre später dasselbe Szenario. Nur diesmal hießen die Länder, Spanien, Italien, und Griechenland. Die Wirtschaft in Deutschland boomte und Deutschland war Exportweltmeister. Und jetzt schimpfen wir auf diese Länder? Dies ist in meinen Augen der Beginn von Kriegstreiberei.

    • Klaue
    • 11.06.2010 um 14:02 Uhr

    Lesen Sie sich mal diesen Artikel durch:
    http://www.heise.de/tp/r4...

    Mal sehen ob sie danach immer noch davon überzeugt sind das wir die Guten sind.

  4. und das ausgerechnet der Krisengewinnler Ackermann wieder vorprescht überrascht auch nicht.
    Der sitzt, wie eine Zecke, fest in Muttis Ohr!
    Dabei ist er aber in keiner Weise alternativlos und systemisch ist er auch nicht!

    Antwort auf "Schimmel"
    • AZ
    • 11.06.2010 um 14:05 Uhr

    ... wird, daß Griechenlands Pleite der Bankenkriese geschuldet ist.

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