Die Furcht vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf Ungarn hat die Tokyoter Börse in die Tiefe gerissen. Zudem schürten die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag Sorgen um die Erholung der Weltwirtschaft. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte rauschte im Vormittagshandel vier Prozent in den Keller auf 9504 Punkte. Der breiter gefasste Topix büßte 3,5 Prozent auf 858 Zähler ein. Auch die übrigen Börsen in Asien mussten erhebliche Verluste hinnehmen. Der deutsche Aktienindex DAX startete mit Verlusten .

"Die Sorgen um die Euro-Zone dürften uns noch eine Weile begleiten", sagte ein Analyst von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Die Anleger zögen ihr Geld aus riskanteren Anlagen ab, was man auch am Rückgang der Rohstoffpreise sehen könne. Ungarische Regierungsvertreter hatten am Freitag die Finanzmärkte mit Aussagen geschockt, es könne in dem osteuropäischen EU-Land zu einer Krise wie in Griechenland kommen. Am Wochenende bemühte sich die Regierung um Beruhigung. Diese Einschätzung sei übertrieben, hieß es in Budapest.

Exportwerte gehörten in Tokyo zu den größten Verlierern. Die Titel des weltgrößten Autobauers Toyota verloren 4,2 Prozent. Die Aktien des Unterhaltungselektronikriesen Sony gaben 4,8 Prozent nach. Die Papiere des Kamera-Herstellers Canon verloren mehr als fünf Prozent.

Stark unter Druck war auch der Euro, der erstmals seit vier Jahren unter die Marke von 1,19 Dollar fiel. Die Gemeinschaftswährung notierte im frühen Handel am Montag bei 1,1896 Dollar. Am Freitag hatte sie im späten US-Handel noch bei rund 1,1965 Dollar gelegen. Zum Yen fiel der Euro auf 108,33 Yen und damit auf den tiefsten Stand seit acht Jahren. Europas Schuldenprobleme gehen einfach nicht vorüber, und es ist derzeit nur schwer ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen", sagte Devisenstratege Jonathan Cavenagh von Westpac.

Der Internationale Währungsfonds, die Europäische Union und die Europäische Zentralbank haben Ungarn seit Herbst 2008 bereits Zahlungen im Umfang von 20 Milliarden Euro zugesagt. Auch diverse andere europäische Länder sind mit starken Haushaltsproblemen konfrontiert, etwa Griechenland, Großbritannien, Spanien und Deutschland.