Der Film "Let's make money" von E. Wagenhofer wurde 2007 gedreht und kam 2008 in die Kinos. Er befasst sich u.a. auch mit der Spanischen Immobilienblase und unterlegt den Wahnsinn mit einigen sehr beeindruckenden Bildern.
Wenn der Wahnsinn schon 2007 für einen Filmemacher so auf Film aufnehmbar war und Investoren die "nach uns die Sintflut"-Haltung ziemlich eindeutig benannt haben, WIESO KANN DIE POLITIK DANN OFFENBAR ERST JETZT HANDELN?
Im Film wird darauf hingewiesen, dass Ökonomen schon viel(!) früher vor den Überkapazitäten gewarnt haben, aber die gegenwärtige Ausgestaltung dessen, was wir Marktwirtschaft nennen, scheint gegen PARASITÄRE PARTIKULAR-INTERESSEN ZU LASTEN ALLER vollkommen ungeschützt zu sein!
Wer die hemmungslose und selbst-schädigende Ausbeutung unserer Ressourcen öffentlich macht, der verhagelt damit einflussreichen Investoren das Privatgeschäft auf Kosten aller und wird als "Kommunist" diffamiert.
Dabei ist doch das Obskure, dass die Profiteure sich genau die Seilschaften und bestochenen Politiker zunutze machen, die man normalerweise für das Scheitern des Kommunismusses ansieht: Indem sich nicht mehr die Leistung sondern die korrupte Seilschaft lohnt, untergräbt man die Marktwirtschaft!
Unsere Marktwirtschaft scheint vollkommen unfähig, die destruktive Macht der feudal-liberalen Ideologie (FDP ..) rechtzeitig zu begrenzen.
wohl kaum. Genausowenig wie in den anderen nun komplett überschuldeten Europäischen Nationen. Dies ist einzig und allein der Entregelungspsychose zu verdanken die sich dan der Neoliberalen Indoktrination so umfassend verbreiten konnte. Verbreitet hat sich dese weil aauch all jene die eigentlich nicht mitmachwn wolten durch etliche Gesetzesänderunge dazu gezwungen wurden... Siehe die einst Grundsoliden Landesbanken... Diese waren, dank der Staatlichen Garantien den Privatbanken stetiger Dorn im Auge und hat dank jahrelangem kräftigen Lobbying (Demokrativerachtend das Ganze!) diese ebenfall in den Sumpf der Neoliberalen Endlosigkeit des Profitmaximierens auf Kosten der Gesellschaft mitgerissen... Insofen Selbstverschuldet aebr dann, eben auch genau nicht da die Eu Verfassung und die WTO solchen kompletten Unsinn auch noch vorschreibt... Wie total eng gefasst diese Ideolgische Unterwandung am Ende ist, kann man u.a. auch daran erkennen wie alternativlos die aktuellen verantwortlichen Denken und Handeln.
Natürlich sollte man nicht weg sehen und alles "easy going" betrachten - aber die Fotostrecke ist zu stark von der Realität abgehoben!
Vor allem das Bild, welches eine Person zeigt, die in einer Mülltonne etwas sucht - dies gab es schon immer und wird es immer geben, egal ob zu Wirtschaftsaufschwung oder Wirtschaftskrise.
Ebenso, wo bleibt meine Garantie als Leser, dass diese Bilder nicht die fiktive Wahrheit ist? Es können einfach nur Baustellen sein, die für den Fotografen attraktiv genug waren!
Mir gefällt das einsteuern einer Sichtweise, die man sich für alle Leser wünscht.
Bauriunen gibt es hier schon immer. Ebenso Baustellen-Stops.
Das neue an der Immobilienkrise ist, das sie den Einzelmann betrifft. In Spanien hat die Schuldenfalle so richtig zugeschlagen. Zu leichtfertig wurden in der Vergangenheit Darlehen "verteilt", ohne dabei an eine mögliche Erwerbsunfähigkeit zu denken, die das abstottern unmöglich macht. Tausende von Menschen haben so in vorfinanzierten Neubauten viel Geld investiert. Geld das nun "brach" liegt. Weder die Wohnung ist fertiggestellt, noch der Kredit bezahlt.
Die Summe machts, die Kette ist lang. Wer zahlt die Bauunternehmen? Wer zahlt den Arbeiter der für das Bauunternehmen arbeitet. Wie zahlt der Arbeiter den für eine neue Wohnung aufgenommenen Kredit an die Bank, wenn nicht gezahlt wird.....................die Bank wohl nicht.
Sonne, Strand, Palmen und schöne Bauruinen.
Visto lo visto me preparo un pisto. Porque lo que no se nos han quitado son las ganas de vivir ! Óle!!!
Mir gefällt das einsteuern einer Sichtweise, die man sich für alle Leser wünscht.
Bauriunen gibt es hier schon immer. Ebenso Baustellen-Stops.
Das neue an der Immobilienkrise ist, das sie den Einzelmann betrifft. In Spanien hat die Schuldenfalle so richtig zugeschlagen. Zu leichtfertig wurden in der Vergangenheit Darlehen "verteilt", ohne dabei an eine mögliche Erwerbsunfähigkeit zu denken, die das abstottern unmöglich macht. Tausende von Menschen haben so in vorfinanzierten Neubauten viel Geld investiert. Geld das nun "brach" liegt. Weder die Wohnung ist fertiggestellt, noch der Kredit bezahlt.
Die Summe machts, die Kette ist lang. Wer zahlt die Bauunternehmen? Wer zahlt den Arbeiter der für das Bauunternehmen arbeitet. Wie zahlt der Arbeiter den für eine neue Wohnung aufgenommenen Kredit an die Bank, wenn nicht gezahlt wird.....................die Bank wohl nicht.
Sonne, Strand, Palmen und schöne Bauruinen.
Visto lo visto me preparo un pisto. Porque lo que no se nos han quitado son las ganas de vivir ! Óle!!!
Der in Bild 2 gezeigte Ort, ca. 28.oooT E Einwohner, hat derzeit offiziell 3100 gemeldete Arbeitslose, was ca 23% sind.
Zu diesen Zahlen sind eine Vielzahl von kleinen Geschäften hinzuzuzählen, oftmals Familienbetriebe, deren Mitglieder zwar nicht arbeitslos sind, de facto aber keine Aufträge oder Kundschaft haben.
Vor 4 Jahren mußte man 3-5 Wochen auf einen Bagger warten. Auf einen LKW 10 Tage. Heute stünden am nächsten Tag 3 Bagger und 10 LKW da.
Ich kenne 2 Baustoffhandel. Vor der Krise je ca. 10 LKW im Lieferbetrieb und 50 Beschäftigte.
Heute 1 LKW und 5-8 Beschäftigte.
Ansonsten ist die Krise in Spanie zumindest zur Hälfte hausgemacht. Einerseits hat Spanien über Jahre große Teile der EU-Gelder nicht in einen Strukturwandel investiert, andererseits schon ab 2000 nicht auf die Warnungen aus brüssel gehört, nicht einseitig auf Tourismus und Bauindustrie zu setzen. Im Vergleich zu Deutschland lag der in Spanien der durch den Bau erwirtschaftete Anteil am Bruttoinlandsprodukt mehr als doppelt so hoch.
Dieser Boom wurde maßgeblich durch eine falsche Steuergesetzgebung angeheizt.
Dazu gäb's sehr viel zu sagen. Der Kommentar "Übertrieben" stammt wohl von jemandem, der die Situation nicht mit eigenen Augen kennt und daher zu solchen Mutmaßungen kommt.
Ich kann nur die Situation in Portugal beschreiben, aber da dürfte einiges ähnlich sein wie in Spanien. Man muss aber mal sehen, wie wichtig, ja zwingend die Krise in dieser Hinsicht ist. Man muss sich vor Augen halten: da gibt es in beiden Ländern eine mächtige, gefräßige Baubranche (in der, zumindest in Portugal, teilweise die Bauarbeiter nicht mal sozialversichert waren bzw. sind) und die braucht natürlich Flächen, die sie so bebauen kann, dass maximaler Gewinnn möglich ist, dh. möglichst hoch, möglichst eng, möglichst dicht gedrängt. Von Rücksicht auf die Natur oder die traditionelle Architektur keine Spur.
Oder eben, Beispiel Lissabon, Luxussanierung, schick, aber nur für eine verschwindende Minderheit erschwinglich. So viele Wohnungen und Häuser stehen leer und verfallen, aber die Mieten und Immobilienpreise bleiben hoch!
Und hier ein Beispiel für die Bebauungsprojekte der vergangenen Jahre: Für die noch wenig "erschlossenen" Gegend im Küstenstreifen von Troía bis Odeceixe waren bereits 2005 zwanzig neue Urbanisationen mit 70.000 Betten geplant, darunter mehrere im Naturpark "Südöstlicher Alentejo". Drei dieser Projekte wurden 2006/07 genehmigt. Zwei davon liegen in einem Gebiet, das zum "Natura 2000"-Netz der EU gehört. Dort sollten - so ist es genehmigt worden - zwei Anlagen mit fünf Hotels, neun Aparthotels, sieben weiteren Wohngebieten, zwei Golfplätzen, zwei Tennisplätzen, Fitnessbereich und eine Klinik für Sportmedizin (für die Privatversicherten Portugals und von anderswo ...) gebaut werden. Inwieweit dieses Bauvorhaben durch die Krise ausgebremst wurde, kann ich nicht sagen. Ich könnte mit noch weit mehr Zahlen zur Bebauung des Großraum Lissabons und der Algarve aufwarten, die dies belegen: die ganze Landschaft ist hemmungslos und auf abschreckende Weise zugebaut und entstellt worden. Schon in den späten 90er Jahren hat der damalige Staatspräsident Jorge Sampaio die maßlose und nicht nachhaltige Bebauung der Algarve kritisiert. Geholfen hat es nichts. Zu eng ist die Verflechtung von Baubranche und Politik. Allein an der Algarve gibt es Tausende von Neubauten (meist Ferienwohnungen für Portugiesen und Ausländer), die leer stehen und keine Käufer finden.
Den Bauwahn seit den 90er Jahren hat die portugiesische Journalistin Luísa Schmidt als "Bulimie" der Immobilienbranche bezeichnet.
In Lissabon sieht es aktuell so aus: Altbausanierungen sind zum Stillstand gekommen, die entkernten alten Häuser stehen wie Skelette in den Straßen, Neubauten verharren in ihrem Rohbauzustand ... vielerorts tut sich auf den Baustellen nichts mehr, wo vor ein paar Monaten noch Arbeiter zu sehen waren. Die Banken, die Baufirmen, die Bauherren - sie alle sind nicht mehr liquide! Aber das hat auch ein Gutes, denn dieser von Geld und Gier angeheizte Wahn konnte so nicht weitergehen. Aber es ist zu fürchten, dass der Stillstand nur vorübergehender Natur sein wird. Sobald sich das Land finanziell erholt, wird auch der Bausektor wieder Morgenwind wittern. Man wird erst aufwachen, wenn die ganze Küste zubetoniert sein wird.
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Der Film "Let's make money" von E. Wagenhofer wurde 2007 gedreht und kam 2008 in die Kinos. Er befasst sich u.a. auch mit der Spanischen Immobilienblase und unterlegt den Wahnsinn mit einigen sehr beeindruckenden Bildern.
http://www.letsmakemoney.at
http://www.letsmakemoney....
Was ich mich frage ist:
Wenn der Wahnsinn schon 2007 für einen Filmemacher so auf Film aufnehmbar war und Investoren die "nach uns die Sintflut"-Haltung ziemlich eindeutig benannt haben, WIESO KANN DIE POLITIK DANN OFFENBAR ERST JETZT HANDELN?
Im Film wird darauf hingewiesen, dass Ökonomen schon viel(!) früher vor den Überkapazitäten gewarnt haben, aber die gegenwärtige Ausgestaltung dessen, was wir Marktwirtschaft nennen, scheint gegen PARASITÄRE PARTIKULAR-INTERESSEN ZU LASTEN ALLER vollkommen ungeschützt zu sein!
Wer die hemmungslose und selbst-schädigende Ausbeutung unserer Ressourcen öffentlich macht, der verhagelt damit einflussreichen Investoren das Privatgeschäft auf Kosten aller und wird als "Kommunist" diffamiert.
Dabei ist doch das Obskure, dass die Profiteure sich genau die Seilschaften und bestochenen Politiker zunutze machen, die man normalerweise für das Scheitern des Kommunismusses ansieht: Indem sich nicht mehr die Leistung sondern die korrupte Seilschaft lohnt, untergräbt man die Marktwirtschaft!
Unsere Marktwirtschaft scheint vollkommen unfähig, die destruktive Macht der feudal-liberalen Ideologie (FDP ..) rechtzeitig zu begrenzen.
Y.S.
wohl kaum. Genausowenig wie in den anderen nun komplett überschuldeten Europäischen Nationen. Dies ist einzig und allein der Entregelungspsychose zu verdanken die sich dan der Neoliberalen Indoktrination so umfassend verbreiten konnte. Verbreitet hat sich dese weil aauch all jene die eigentlich nicht mitmachwn wolten durch etliche Gesetzesänderunge dazu gezwungen wurden... Siehe die einst Grundsoliden Landesbanken... Diese waren, dank der Staatlichen Garantien den Privatbanken stetiger Dorn im Auge und hat dank jahrelangem kräftigen Lobbying (Demokrativerachtend das Ganze!) diese ebenfall in den Sumpf der Neoliberalen Endlosigkeit des Profitmaximierens auf Kosten der Gesellschaft mitgerissen... Insofen Selbstverschuldet aebr dann, eben auch genau nicht da die Eu Verfassung und die WTO solchen kompletten Unsinn auch noch vorschreibt... Wie total eng gefasst diese Ideolgische Unterwandung am Ende ist, kann man u.a. auch daran erkennen wie alternativlos die aktuellen verantwortlichen Denken und Handeln.
Natürlich sollte man nicht weg sehen und alles "easy going" betrachten - aber die Fotostrecke ist zu stark von der Realität abgehoben!
Vor allem das Bild, welches eine Person zeigt, die in einer Mülltonne etwas sucht - dies gab es schon immer und wird es immer geben, egal ob zu Wirtschaftsaufschwung oder Wirtschaftskrise.
Ebenso, wo bleibt meine Garantie als Leser, dass diese Bilder nicht die fiktive Wahrheit ist? Es können einfach nur Baustellen sein, die für den Fotografen attraktiv genug waren!
Boulevard-Presse. Nichts anderes!
@reits : Sie handeln nicht zufällig mit spanischen Immobilien ? Die Fotos sind keineswegs stark von der Realität abgehoben.
Und die "Zeit" hatte ich bis jetzt auch noch nicht unter Verdacht ein Boulevard-Blatt zu sein.
In diesem Sinne.
Mir gefällt das einsteuern einer Sichtweise, die man sich für alle Leser wünscht.
Bauriunen gibt es hier schon immer. Ebenso Baustellen-Stops.
Das neue an der Immobilienkrise ist, das sie den Einzelmann betrifft. In Spanien hat die Schuldenfalle so richtig zugeschlagen. Zu leichtfertig wurden in der Vergangenheit Darlehen "verteilt", ohne dabei an eine mögliche Erwerbsunfähigkeit zu denken, die das abstottern unmöglich macht. Tausende von Menschen haben so in vorfinanzierten Neubauten viel Geld investiert. Geld das nun "brach" liegt. Weder die Wohnung ist fertiggestellt, noch der Kredit bezahlt.
Die Summe machts, die Kette ist lang. Wer zahlt die Bauunternehmen? Wer zahlt den Arbeiter der für das Bauunternehmen arbeitet. Wie zahlt der Arbeiter den für eine neue Wohnung aufgenommenen Kredit an die Bank, wenn nicht gezahlt wird.....................die Bank wohl nicht.
Sonne, Strand, Palmen und schöne Bauruinen.
Visto lo visto me preparo un pisto. Porque lo que no se nos han quitado son las ganas de vivir ! Óle!!!
Mir gefällt das einsteuern einer Sichtweise, die man sich für alle Leser wünscht.
Bauriunen gibt es hier schon immer. Ebenso Baustellen-Stops.
Das neue an der Immobilienkrise ist, das sie den Einzelmann betrifft. In Spanien hat die Schuldenfalle so richtig zugeschlagen. Zu leichtfertig wurden in der Vergangenheit Darlehen "verteilt", ohne dabei an eine mögliche Erwerbsunfähigkeit zu denken, die das abstottern unmöglich macht. Tausende von Menschen haben so in vorfinanzierten Neubauten viel Geld investiert. Geld das nun "brach" liegt. Weder die Wohnung ist fertiggestellt, noch der Kredit bezahlt.
Die Summe machts, die Kette ist lang. Wer zahlt die Bauunternehmen? Wer zahlt den Arbeiter der für das Bauunternehmen arbeitet. Wie zahlt der Arbeiter den für eine neue Wohnung aufgenommenen Kredit an die Bank, wenn nicht gezahlt wird.....................die Bank wohl nicht.
Sonne, Strand, Palmen und schöne Bauruinen.
Visto lo visto me preparo un pisto. Porque lo que no se nos han quitado son las ganas de vivir ! Óle!!!
Der in Bild 2 gezeigte Ort, ca. 28.oooT E Einwohner, hat derzeit offiziell 3100 gemeldete Arbeitslose, was ca 23% sind.
Zu diesen Zahlen sind eine Vielzahl von kleinen Geschäften hinzuzuzählen, oftmals Familienbetriebe, deren Mitglieder zwar nicht arbeitslos sind, de facto aber keine Aufträge oder Kundschaft haben.
Vor 4 Jahren mußte man 3-5 Wochen auf einen Bagger warten. Auf einen LKW 10 Tage. Heute stünden am nächsten Tag 3 Bagger und 10 LKW da.
Ich kenne 2 Baustoffhandel. Vor der Krise je ca. 10 LKW im Lieferbetrieb und 50 Beschäftigte.
Heute 1 LKW und 5-8 Beschäftigte.
Ansonsten ist die Krise in Spanie zumindest zur Hälfte hausgemacht. Einerseits hat Spanien über Jahre große Teile der EU-Gelder nicht in einen Strukturwandel investiert, andererseits schon ab 2000 nicht auf die Warnungen aus brüssel gehört, nicht einseitig auf Tourismus und Bauindustrie zu setzen. Im Vergleich zu Deutschland lag der in Spanien der durch den Bau erwirtschaftete Anteil am Bruttoinlandsprodukt mehr als doppelt so hoch.
Dieser Boom wurde maßgeblich durch eine falsche Steuergesetzgebung angeheizt.
Dazu gäb's sehr viel zu sagen. Der Kommentar "Übertrieben" stammt wohl von jemandem, der die Situation nicht mit eigenen Augen kennt und daher zu solchen Mutmaßungen kommt.
Ich kann nur die Situation in Portugal beschreiben, aber da dürfte einiges ähnlich sein wie in Spanien. Man muss aber mal sehen, wie wichtig, ja zwingend die Krise in dieser Hinsicht ist. Man muss sich vor Augen halten: da gibt es in beiden Ländern eine mächtige, gefräßige Baubranche (in der, zumindest in Portugal, teilweise die Bauarbeiter nicht mal sozialversichert waren bzw. sind) und die braucht natürlich Flächen, die sie so bebauen kann, dass maximaler Gewinnn möglich ist, dh. möglichst hoch, möglichst eng, möglichst dicht gedrängt. Von Rücksicht auf die Natur oder die traditionelle Architektur keine Spur.
Oder eben, Beispiel Lissabon, Luxussanierung, schick, aber nur für eine verschwindende Minderheit erschwinglich. So viele Wohnungen und Häuser stehen leer und verfallen, aber die Mieten und Immobilienpreise bleiben hoch!
Und hier ein Beispiel für die Bebauungsprojekte der vergangenen Jahre: Für die noch wenig "erschlossenen" Gegend im Küstenstreifen von Troía bis Odeceixe waren bereits 2005 zwanzig neue Urbanisationen mit 70.000 Betten geplant, darunter mehrere im Naturpark "Südöstlicher Alentejo". Drei dieser Projekte wurden 2006/07 genehmigt. Zwei davon liegen in einem Gebiet, das zum "Natura 2000"-Netz der EU gehört. Dort sollten - so ist es genehmigt worden - zwei Anlagen mit fünf Hotels, neun Aparthotels, sieben weiteren Wohngebieten, zwei Golfplätzen, zwei Tennisplätzen, Fitnessbereich und eine Klinik für Sportmedizin (für die Privatversicherten Portugals und von anderswo ...) gebaut werden. Inwieweit dieses Bauvorhaben durch die Krise ausgebremst wurde, kann ich nicht sagen. Ich könnte mit noch weit mehr Zahlen zur Bebauung des Großraum Lissabons und der Algarve aufwarten, die dies belegen: die ganze Landschaft ist hemmungslos und auf abschreckende Weise zugebaut und entstellt worden. Schon in den späten 90er Jahren hat der damalige Staatspräsident Jorge Sampaio die maßlose und nicht nachhaltige Bebauung der Algarve kritisiert. Geholfen hat es nichts. Zu eng ist die Verflechtung von Baubranche und Politik. Allein an der Algarve gibt es Tausende von Neubauten (meist Ferienwohnungen für Portugiesen und Ausländer), die leer stehen und keine Käufer finden.
Den Bauwahn seit den 90er Jahren hat die portugiesische Journalistin Luísa Schmidt als "Bulimie" der Immobilienbranche bezeichnet.
In Lissabon sieht es aktuell so aus: Altbausanierungen sind zum Stillstand gekommen, die entkernten alten Häuser stehen wie Skelette in den Straßen, Neubauten verharren in ihrem Rohbauzustand ... vielerorts tut sich auf den Baustellen nichts mehr, wo vor ein paar Monaten noch Arbeiter zu sehen waren. Die Banken, die Baufirmen, die Bauherren - sie alle sind nicht mehr liquide! Aber das hat auch ein Gutes, denn dieser von Geld und Gier angeheizte Wahn konnte so nicht weitergehen. Aber es ist zu fürchten, dass der Stillstand nur vorübergehender Natur sein wird. Sobald sich das Land finanziell erholt, wird auch der Bausektor wieder Morgenwind wittern. Man wird erst aufwachen, wenn die ganze Küste zubetoniert sein wird.
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