G-20-Gipfeltreffen Letzter Akt für eine internationale Finanzmarktreform
In Toronto beginnt der Wirtschaftsgipfel der G20. Der US-Präsident Obama wirbt für eine Bankensteuer und neue Regeln für die Finanzmärkte – ohne Aussicht auf Erfolg.
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

Der amerikanische Präsident Barack Obama (rechts) mit dem britischen Premierminister David Cameron kurz nach ihrer Landung in Toronto
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die zwanzig führenden Wirtschaftsnationen (G-20) aufgefordert, endlich eine weltweit wirksame Finanzmarktreform zu verabschieden. Dies sei notwendig, um eine Wirtschaftskrise wie im Jahr 2008 zu verhindern, sagte Obama in seiner wöchentlichen TV- und Radiobotschaft. Er hoffe, dass die in Kanada bei den G-8- und G-20-Gipfeln versammelten Staaten Fortschritte erzielen. Man müsse "sicherstellen, dass eine Krise, von der wir uns noch heute erholen, nicht wieder geschehen kann".
Ausdrücklich verwies Obama auf die umfassende US-Finanzreform, der das Parlament in Washington jetzt zustimmte. Es handele sich um die "härteste Finanzreform seit der Weltwirtschaftskrise" vor über 70 Jahren, sagte er. Zugleich machte Obama klar, dass US-Banken ihre Milliardenhilfen, die sie während der Krise bekommen hatten, zurückzahlen müssen. Er forderte den Kongress auf, seinen Gesetzentwurf über eine Bankensteuer zu verabschieden. In den nächsten zehn Jahren sollen so insgesamt 90 Milliarden Dollar eingenommen werden.
"Wir müssen eine Abgabe für die Banken einführen, die auf dem Zenit unserer Finanzkrise die größten Nutznießer von Hilfen durch den Steuerzahler waren", sagte Obama. Ziel sei es, "dass jeder Groschen aus Steuergeldern wieder eingesammelt wird."
Die Bankenabgabe ist freilich umstritten. Im Entwurf der G-20-Abschlusserklärung ist davon daher auch keine Rede. Schon beim Treffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen und Russlands (G-8) in Huntsville bestand wenig Einigkeit. "Wir verstehen sehr gut, dass die Länder, deren Banken mit Steuergeldern gerettet werden mussten, eine solche Steuer einführen wollen", sagte der Sprecher des kanadischen Premiers Steven Harper, Dimitri Soudas. Länder mit gesunden Banken wie Kanada lehnten dies jedoch ab. Die G20 könne mithin einen "Rahmen" bieten, das Vorgehen werde jedoch auf nationaler Ebene erfolgen.
Auch Bundeskanzlerin Merkel sieht mittlerweile wenig Chancen, dass die auch von ihr geforderte Bankenabgabe und eine Steuer auf Spekulationsgeschäfte international durchzusetzen sind. Die Ablehnung sei stark, sagte sie.
Im Gegensatz zur Wirtschafts- und Finanzpolitik, erreichte man in der Außenpolitik offenbar Konsens. So sind sich die G-8-Staate in ihrer Position gegenüber Nordkorea und Iran einig. Aus einem Entwurf des Abschluss-Kommuniques geht hervor, dass die G8 beide Länder auffordern, ihre umstrittenen Atomprogramme einzustellen. Zudem soll Nordkorea wegen des Beschusses eines südkoreanischen Kriegsschiffes verurteilt werden. Weiterhin apellieren die G-8 an Iran, die Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit zu respektieren. Zudem wird Afghanistan gebeten, auf einer Konferenz im Juli Fortschritte bei der Übernahme von Verantwortung für die Sicherheit im Land nachzuweisen.
- Datum 26.06.2010 - 20:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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für eine Milliarde Kanadische Dollar. Mann oh Mann, eine Videokonferenz hätte es auch getan.
Ich weiß, daß ich jetzt aüßerste gehässig bin, aber die Amis sollen bis zum Hals im Öl stehen. Ansonsten kapieren die nichts, leider.
Das ist ja gar nichts gegen die monströsen Gewinne der Banken, die gerade erst die Weltwirtschaft ruiniert haben. Das zeigt wieder, wie ernst es den Politikern ist...
Die nächste "Krise" (die seltsamerweise immer die Reichen reicher machen) wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Und danach dürfen wir uns um die letzten verbliebenen Jobs prügeln oder unsere Kinder verkaufen für ein paar Krümel. Das ist jetzt schon die Realität für die meisten Menschen...
Die Summe ist eine Beleidigung. Als würde ein Banker einem Obdachlosen 20 Cent mit dem Kommentar "Hier, ich will helfen" in den Becher schmeißt. Entweder bin ich aufmerksamer geworden oder die Dreistheit und egozentrische Perspektive der führenden Kaste schlägt einem jede Woche ungeblümter direkt ins Gesicht. Es geht wirklich bergab...
Natürlich. Die G8 Staaten fordern Rechtstaatlichkeit und freie Meinungsäußerung von Iran und statten gleichzeitig die Polizei mit Sonderrechten aus, die eben diese genannten Rechte mit Füßen treten.
Aber der sogenannte Rechtstaat hat sich schon durch mit Aufklärungsflügen über Demonstranten beim G8 Gipfel in Heiligendamm gehörig blamiert.
gez. Ricardo
Wozu eine internationale Übereinkunft? Ein Großteil der Zockerbanken kommt eh aus Amerika und Europa. Wenn die anderen Länder keine an krimenelle Vereinigungen erinnernde Finanzhäuser haben, Glück für sie. Warum das Rumgehampel?
Da hatten, während die Finanzkrise am größten war, die Politiker noch einmal das Vergnügen, dass sie von sich denken konnten, dass sie wichtig sind und was zu sagen haben. Aber das ist jetzt wieder vorbei, das Kapital und die Banken sind gerettet mit Steuergeld, und jetzt läuft's, beim Gewinne machen, auch wieder super gut ohne die Politwichtel.
Das ist so himmelschreiend, dass man Banker weltweit ächten sollte!
Obama ist nicht mehr Obama. Er hat sich entschärfen lassen von der Finanzlobby. Nun läßt Obama bomben platzen ohne Zünder und Sprengstoff.
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