Zukunftsstudie Bevölkerungsrückgang lässt Arbeitslosenheer schrumpfen

Der Bevölkerungsrückgang wird den Arbeitsmarkt massiv entlasten. Einer Studie zufolge könnte die Arbeitslosenzahl in den nächsten fünfzehn Jahren um Millionen sinken.

Der deutsche Arbeitsmarkt steuert nach Experteneinschätzung langfristig guten Zeiten entgegen. 2025 könnten in Deutschland nur noch knapp 1,5 Millionen Menschen ohne Arbeit sein, wie eine Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab.

Zusammen mit der sogenannten stillen Arbeitsmarktreserve – das sind zum Beispiel Studenten, die ihren Abschluss hinauszögern oder Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen – sind derzeit knapp fünf Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen ohne die stille Reserve lag zuletzt bei 3,242 Millionen.

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Der Grund für den erwarteten Rückgang ist der Studie zufolge die Überalterung der Bevölkerung . Bis 2020 werde die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter um 1,8 Millionen sinken; in den fünf Jahren danach werde die Zahl um weitere 1,8 Millionen zurückgehen. Im Gegenzug steige die Zahl der Erwerbstätigen bis 2020 um fast 400.000, um dann bis 2025 wieder um 500.000 zu sinken.

Zugleich wird sich nach der IAB-Prognose der Strukturwandel der Wirtschaft mit entsprechenden Folgen für die Arbeitsplätze fortsetzen. Betroffen sind demnach vor allem Industriearbeiter. Von den 18,3 Millionen Jobs im verarbeitenden Gewerbe werden bis 2025 rund 16 Millionen übrig bleiben. Nicht alle der wegfallenden Jobs seien aber verloren; ein Teil der Industrie-Arbeitsplätze werde in Zeitarbeitsunternehmen verlagert.

Das IAB erwartet, dass der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor bis 2025 auf knapp 77 Prozent steigen wird; derzeit liege der Anteil bei 73,2 Prozent, 1995 waren es noch 64,6 Prozent. Auch der Export werde ein wichtiger Konjunkturmotor bleiben.

Die Forscher sehen auch Risiken: So droht bald schon ein Fachkräftemangel. Dem müsse der Staat rechtzeitig mit einer verbesserten Schul- und Berufsaufbildung entgegensteuern.

Auch die Kluft zwischen den Arbeitsmärkten West und Ost dürfte sich in den kommenden 15 Jahren weiter vertiefen. In Ostdeutschland werde sich der Fachkräftemangel noch früher bemerkbar machen, hieß es. Diese könne für manche Regionen in einen Teufelskreis mit weiterer Abwanderung führen.

 
Leser-Kommentare
  1. Da weiß die Wirtschaft sicher einen Riegel vorzuschieben.

  2. Im Rahmen der nächsten Automatisierungswelle (wenn die Handwerksroboter kommen) wird die Arbeitslosigkeit Werte erreichen, die wir noch nie gesehen haben, gleichgültig wie die Bevölkerung schrumpft.

    Das Problem wird nur sein, dass deshalb die Sozialabgaben für die Leute die Arbeit haben, in bisher unbekannte Höhen steigen werden. Die die Geld haben, werden das Land verlassen.
    Zurück bleibt ein ausgeblutes Land.

    Heute bereits müsste über ein völlig neues Steuer und Abgabensystem nachgedacht werden. Die Experten... die sind nur am weiter so interessiert.

  3. ... sind nur ein weiterer Beweis, dass es notorische Schwarzseher in diesem Land gibt, die jede noch so positive Meldung sofort zerpflücken, weil Ihnen offensichtlich die Lebensfreude abhanden gekommen ist. Da erübrigt sich jeder Kommentar.

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    ...sind nur ein weiterer Beweis dafür, dass es noch Leute gibt die sich tatsächlich auf 15 Jahre vertrösten lassen. Die Frage ist nur wer möchte sie vertrösten? Wer möchte sich hinsichtlich unangenehmer Fragen auf eine derartige Studie berufen? Hellsehen kann von uns niemand, und deswegen sollte man solche Meldungen eher negativ als positiv sehen... da Zukunftspropheten ihnen zu hundert Prozent einen Bären aufbinden wollen.

    ...sind nur ein weiterer Beweis dafür, dass es noch Leute gibt die sich tatsächlich auf 15 Jahre vertrösten lassen. Die Frage ist nur wer möchte sie vertrösten? Wer möchte sich hinsichtlich unangenehmer Fragen auf eine derartige Studie berufen? Hellsehen kann von uns niemand, und deswegen sollte man solche Meldungen eher negativ als positiv sehen... da Zukunftspropheten ihnen zu hundert Prozent einen Bären aufbinden wollen.

  4. genau dieses Szenario lässt so manchem Unternehmesführer die Nackenhaare hochstehen. Die ehemals Geburtenstarken Jahrgänge werden in Massen pensioniert. In Massen verlässt aber auch das kummulierte Wissen und die Erfahrung die Unternehmen und dagegen gilt es, wegen der Profite und Renditen, was zu unternehmen. Vieles wird da schon getan u.a. werden die Renteneintrittsalter erhöht, allerdings mit fadenscheinigen Demographischen Begründungen zur Finanzlage der Rentenkassen. Die Ueberführung der staatlich/sozialen Rentenkapitals in private Systeme ist da nur ein Netter Nebeneffekt. Es werden auch bald flexible Renteneintritte kommen, allerdings nur weiter nach oben, so das die Arbeitnehmer dann halt doch länger in den Unternehmen bleiben müssen. Weitere Massnahmen sind ja auch schon in der EU verfassung festgelegt... Wettbewerb innerhalb der abhängig Beschäftigten gegen Niedrigstlohn-Konkurrenz so das man bald mal mit 3te Welt Salärstrukturen vorliebnehmen muss...
    Der Fantasie sind da keinerlei Grenzen gesetzt und ist das politische Klima nicht reif dafür so schafft man entsprechendes in dem mal wieder eine Gruppe von Menschen gegen die anderen ausgespielt wird. So lässt es sich einfach von den wahren Verursachern bzw. Schuldigen ablenken. Die Arbeitslosen und SOzialhilfeempfänger sind heute schon Pflegeleichte Manöveriermasse für politische Machtspielchen ... und zu Guter letzt, dem Kapital bzw. Investor sind hohe Arbeitslosenraten egal.

  5. Wir haben in manchen Segmenten (IT, Ingenieure, erfahrene Facharbeiter, qualifizierte Pflegekräfte, Ärzte) bereits Arbeitskräftemangel, in anderen Bereichen eine stabile Sockelarbeitslosigkeit.

    Daran wird sich nichts ändern. In den letzten Jahren hat
    man gesehen, dass vor allem die ALG-I-Zahlen gesunken
    sind, nicht aber die ALG-2-Zahlen.

    Das Grundproblem ist, dass die gering qualifizierten
    Arbeitslosen nur durch boomende Binnenkonjunktur in
    Arbeit gebracht werden können (Gastronomie, Handwerk,
    Handel, Service).

    Die Binnenkonjunktur ist aber seit 15 Jahren kaputt,
    das Land lebt nur vom Export, der mit chinesischen
    Raten wächst. Der aber braucht nur Fachkräfte.

    Die Politik weiß das seit Jahren, zerstört aber gezielt
    den privaten Binnenkonsum weiter durch sinkende Lohn-
    quote, Leiharbeit etc.

  6. wirklich in Zukunft Mauerer, Zimmerleute etc ersetzen werden sie sicher auch Sozialabgaben zahlen müssen.

  7. ...10 Millionen Arbeitslose bedeutet nicht gleich 10 Millionen ausgebildete Fachkräfte.
    Um die die was gelernt haben wird man sich händeringed bemühen, die die Dank des Schulsystems oder aus Faulheit nichts gelernt haben wird das nicht helfen.
    Menschen die heute um die 40 sind und was gelernt haben werden bis zum umfallen arbeiten müssen weil die Wirtschaft sonst zusammenbricht. Sicher, sie werden sehr gut verdienen, aber Pension gibts nicht, weil man sie sich nicht leisten kann und weil man die Expertise braucht.

    • Daaje
    • 24.06.2010 um 17:57 Uhr

    Ich frage mich, wie viel man auf diese Prognose geben darf. Damit sie der zutreffen kann, müssen alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wirkungslos sein. Oder man stelle sich vor, eine Partei stärkt in den folgenden 15 Jahren massiv die Umweltschutzrichtlinien und die Industrie wandert in andere Länder ab. Oder es werden voll-automatische Traktoren entwickelt, die per GPS über das Feld fahren. Schon sitzen viele Bauern auf der Straße. Oder in der Nord-/Ost-See kommt es zu einer Ölkatastrophe und Fischfang und Tourismus brechen weg. Das sind doch keine absurden Szenarien! Es gibt doch mehr Faktoren, die auf den Arbeitsmarkt wirken, als die Demographie!

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