Konjunktur Deutsche Wirtschaft profitiert von globalem Aufschwung

Die Konjunkturforscher des ifo Instituts haben ihre Prognose für die Wirtschaft nach oben korrigiert. Vor allem der Export ziehe dank des weltweiten Aufschwungs stark an.

Die deutsche Exportwirtschaft zieht an – dem weltweiten Aufschwung sei Dank

Die deutsche Exportwirtschaft zieht an – dem weltweiten Aufschwung sei Dank

Für die deutsche Wirtschaft geht es nach Ansicht des ifo Instituts deutlich bergauf . Dies liegt vor allem an ihrer Exportstärke. Deutschland habe zwar deshalb in der Rezession stärker als andere Staaten gelitten, profitiere nun aber besonders von der globalen Erholung, teilten die Münchner Wirtschaftsforscher mit. Vor allem der anziehende Welthandel und die lebhafte Nachfrage aus Schwellenländern wie China und Indien gebe der Wirtschaft Auftrieb.

Angesichts der Konjunkturerholung hob das Institut seine Wachstumsprognose deutlich an. Für dieses Jahr erwarten die Konjunkturforscher ein Wachstum um 2,1 Prozent und im kommenden Jahr dann von 1,5 Prozent. Im Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute waren auch die Münchner noch von 1,5 Prozent Wachstum 2010 und 1,4 Prozent 2011 ausgegangen.

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Allein das Milliarden-Sparpaket der Bundesregierung und das Auslaufen der Konjunkturprogramme dürften 2011 für einen Dämpfer sorgen. Als positives Signal bezeichnete das ifo Institut hingegen, dass der Staat mit seiner Haushaltskonsolidierung beginnt und die selbstauferlegte Schuldenbremse einhält. "In einer Zeit großen Misstrauens gegenüber öffentlichen Schuldnern dürfte dies einen expansiven Vertrauenseffekt auf die deutschen Konsumenten und Investoren haben", hieß es.

Deutschland dürfte mittelfristig einen investitionsgetriebenen Aufschwung durchleben. Die Immobilienbranche dürfte davon profitieren, dass "wieder mehr Sparkapital zu Hause investiert wird". Dies stärke das Wachstum, bilanzierte das ifo Institut und kommt zu dem Schluss: "Die Krise hat quasi einen Kippschalter der Kapitalmärkte umgelegt, der die Wachstumskräfte, die sich unter dem Euro in die Länder der südwestlichen Peripherie Europas verlagert hatten, wieder in Deutschland erstarken lässt."

Damit dürfte auch die Binnenkonjunktur wieder anziehen – allerdings erst im kommenden Jahr. Zwar dürften Verbraucher und Anleger auch weiter von extrem niedrigen Zinsen profitieren. Doch die Konsumenten werden nach Einschätzung der Konjunkturforscher ihre Ausgaben 2010 noch um ein Prozent senken und erst 2011 um 0,7 Prozent erhöhen.

Von der allgemeinen Erholung profitiere nicht zuletzt auch der deutsche Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem und im nächsten Jahr jeweils um 190.000 sinken und insgesamt auf 3,2 und dann auf 3,0 Millionen zurückgehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Verkünder der angeblich bürgerlichen Politik meldet sich mit seinem üblichen "Wachstum ist toll"-Report zu Wort. Auch das IFO hat noch nicht bemerkt, dass die Menschen mehrheitlich sich inzwischen fragen, was sie davon haben. Wahrscheinlich wieder nur mehr Kosten. Denn diese Seite wird nicht beachtet, so wie man bei den Arbeitslosen nicht nur die Regierungsstatistiken übernimmt, sondern Qualität und Entlohnung der Arbeit als Kriterium überhaupt nicht kennt.

    • Pyr
    • 23.06.2010 um 20:44 Uhr

    Ist doch klar, dass die Exporte anziehen, wenn der Euro geopfert wird. Die Griechenland-Rettung war genau deshalb auch richtig gut für unsere Wirtschaft, und Spanien wird demnächst nachfolgen. Wetten? Denn je schlechter es um den Euro steht, umso besser sind die Exporte. Und die Wirtschaft unseres Landes wie auch anderer Länder ist dank Globalisierungs-Fokus vollständig von Exporten abhängig. China hat ja auch deswegen riesige Erfolge.

    Wirtschaft ist wirklich nur noch ein reines Glückspiel mit nicht existenten Werten, basierend auf der idiotischen kapitalistischen Annahme, dass die Wirtschaft jedes Jahr konstant viel wachsen könnte. Wer einmal in der Schule Exponentialrechnung verstanden hat sollte eigentlich wissen, was für ein unglaublicher Schwachsinn das ist!

  2. Von einem globalem Wirtschaftsaufschwung ist bei den Frachtraten weit und breit nichts zu sehen. Die Weltwirtschaft erholt sich - doch der Frachtsektor spiegelt den Aufschwung nicht wider:
    Der Baltic Dry Index befindet sich im freien Fall. Das liegt vor allem an der vermeintlichen Wachstumslokomotive China. FTD am 23.06.2010, Weltkonjunktur).
    Im Kalenderjahr 2008 sind die Frachtraten um 95% zurückgegangen. Und dieser Zustand blieb seitdem unverändert.

    Der erträumte Aufschwung – Eine Fata Morgana.

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