Euro-Krise "Wir können neue Exzesse vermeiden"

Der Stabilitätspakt ist nicht tot, sagt Frankreichs Notenbank-Präsident Noyer. Im Interview skizziert er, wie die Währungsunion reformiert werden muss.

Frage: Herr Noyer, der Wechselkurs des Euros ist binnen kurzer Zeit drastisch gefallen. Beunruhigt das Sie?

Christian Noyer: Der Euro ist und bleibt eine starke Währung. Seine Kaufkraft ist bestens geschützt, einfach weil die EZB verpflichtet ist, Preisstabilität zu gewährleisten und das auch weiterhin tun wird. Das ist entscheidend, und aus diesem Grund wird der Euro eine starke und stabile Währung bleiben.

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Frage: Aber der Euro hat an Wert verloren, und die Märkte sind volatil.

Noyer: Das wissen wir. Aber wir kommentieren kurzfristige Bewegungen des Wechselkurses nie. Lassen Sie mich nur so viel sagen: Der aktuelle Wechselkurs des Euros gegenüber dem Dollar entspricht in etwa dem Durchschnitt der letzen zehn Jahre. Das ist keineswegs ein außergewöhnlich niedriges Niveau.

Frage: Wer ist eigentlich verantwortlich für das, was an den Märkten passiert? Sind es die Spekulanten?

Noyer: Es gibt immer den Hang, für Marktturbulenzen die Spekulanten verantwortlich zu machen. Natürlich gibt es auch immer Marktteilnehmer, die Positionen aufbauen.

Frage: Aber Sie glauben nicht, dass Spekulanten die Marktturbulenzen verursachen?

Noyer: Ich glaube, der Hauptgrund ist, dass Investoren in die reale Wirtschaft – Manager von Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Geldmarktfonds – über die Entwicklung der öffentlichen Finanzen besorgt waren. Ehe sie keinen glaubhaften Plan gesehen hatten, um die öffentlichen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen, auch wenn das etwas länger dauert, haben sie vermutlich stärker gezögert, in die öffentlichen Schulden des Euro-Raums zu investieren.

Frage: Also haben die Regierungen mit ihren hohen Schulden die Unruhe verursacht?

Noyer: Im Grunde kam die Krise daher, dass die Staatsverschuldung zu hoch war und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder des Euro-Raums in Frage gestellt wurde. Es ist die Kombination dieser beiden Schwächen, die die Marktteilnehmer über die Möglichkeit zum künftigen Abbau der Defizite verunsichert hat. Denn wenn man kein Wachstum hat, ist es schwierig, die Defizite zurückzufahren.

Frage: Sie sagen, das betrifft nur einige Länder ...

Noyer: Für viele Euro-Länder gibt es einen solchen Mangel an Vertrauen nicht, nicht nur weil ihre öffentlichen Finanzen in einem besseren Zustand sind, sondern weil ihre Wettbewerbsfähigkeit besser ist. Sie hatten in der letzten Dekade die Entwicklung ihrer Kosten besser unter Kontrolle. Deshalb wird ihre Fähigkeit zu wachsen viel weniger in Frage gestellt. Darum glauben die Märkte von diesen Ländern – nicht nur von Frankreich und Deutschland – dass sie im Grunde beides bewältigen – zu wachsen und ihre Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. 

Leser-Kommentare
    • ADoria
    • 02.06.2010 um 15:23 Uhr

    An der entscheidenden Stelle im Text, bei der Frage nach den Anleihekäufen, endet der Text im nirgendwo.
    Vielleicht könnte die Redaktion bitte noch die Passage nachreichen - wobei, die Antwort kann ich mir selber geben. Den Müll kann man nur unter Hand weiterverschieben. Bear Stearns als Schablone für eine Bad-Bank. DIe EZB ist das Duplikat.

  1. Europa hat eine Verfassung der Kapitalisten
    Usurpation der Demokratie, sie fleißig nisten
    Sich ein in unsere Staaten, sie untergraben unsere Souveränität
    Auch wenn´s düster ausschaut, Genossen, es ist nicht zu spät, um
    Sich ihnen entgegenzustellen, sie in ihre Schranken zu verweisen
    Sie endlich aus Europa herauszuschmeißen.
    Genau darum geht es, um ein Ende der Geiselhaft,
    Darum versetzt euch in Gefechtsbereitschaft.

    Die nächste Schlacht, sie steht ins Haus
    Sie greifen an, wir müssen raus
    Ins Feld, ins Feld, der Freiheit Preis
    War immer schon viel Kampf und Schweiß
    Auf die Straße, hinein in die Betriebe
    Die Vorherrschaft in den Medien wollen wir übernehmen
    Unser Kampfmittel, es sei der Streik als internationale
    Aufgabenstellung, zum ersten Male
    Internationale Solidarität tatsächlich leben
    Sich gemeinsam gegen´s Joch erheben
    Dessen Ketten wir doch alle spüren
    Die täglich ans Schafott uns führen
    Wenn die Linke nicht steht, dann ist´s vorbei
    Dann gibts allenortens braunen Brei
    Dann kriechen die Rechten wieder aus ihren Löchern
    Das demokratische Leben wird auf ewig verknöchern.
    Überall, ob in Frankreich, Ungarn oder Italien
    Wo die Linke hat versagt, als Repressalien
    Der Anpassung und Spaltung linker Gruppen
    Die Rechten als greifbare Bedrohung sich entpuppen.
    Dazu, wo in Europa Olli Rehn und Kameraden
    Den Genralangriff auf uns sichtbar planen
    Da kann´s für uns doch nur bedeuten
    Den Gegenangriff einzuläuten!

    Voran, voran!

  2. Den Satz verstehe ich nicht - wie meinst du das, die Ueberschuldung der eurostaaten ist nur rein rechnerisch?
    Oder kann sonst hier jemand das erklaeren?

    Antwort auf

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