Globalisierung Der globale Kampf um Rohstoffe

Der Bedarf an Rohstoffen ist hoch wie nie und überall werden neue Ressourcen entdeckt – zuletzt auch in Afghanistan. Wie wichtig sind sie für die Ökonomie?

Rohstoffe sind gefragt wie nie. Vor allem die High-Tech-Industrie hat einen enormen Bedarf. In der Rezession sind die Preise zwar wieder gefallen, doch dass es wieder häufiger zu Metalldiebstählen bei Bahn-Oberleitungen kommt, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Preise wieder steigen. In der kommenden Woche will Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zum zweiten Rohstoffdialog mit der Industrie und Gewerkschaften innerhalb von nur zwei Monaten zusammentreffen.

Debattiert werden soll die Schaffung einer Rohstoffagentur bei der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe (BGR), die für die Unternehmen die Rohstoffmärkte beobachten soll. Brüderle versprach zudem mit den wichtigsten Rohstoffnationen "bilaterale Handelsverträge" abzuschließen, damit die deutsche Wirtschaft ihren Rohstoffbedarf decken kann. Auch in der EU wird seit zwei Jahren an einer Rohstoffstrategie gezimmert.

Leser-Kommentare
  1. ich wundere mich immer wieder wie kritiklos mit dem Thema umgegangen wird. Die Ressourcen in Afghanistan gehören den Menschen dort. Es hätten erstmal überhaupt keine Untersuchungen in dieser Richtung von westlichen Seite unternommen werden dürfen. Das zeigt schon wieder welche Interessen ("Sicherheit"?? zum Lachen) dort verteidigt werden. Mir fällt der Film Independence Day ein und ich hoffe dass die Westler dort genauso auf die Nase fallen.

    • 42317
    • 21.06.2010 um 14:05 Uhr

    Ganz eindeutig gehören die die Rohstoffe eines Landes idealerweise dem Volkssouverän. Wenn dem betroffenen Volk die technischen Möglichkeiten fehlen, die Rohstoffe selbst abzubauen und zu verwerten, sollte es nicht als verwerflich gelten, dass ausländische Firmen dies tun. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass dem Volk, auf dessen Land die Rohstoffe lagern, auch ein gerechter Teil der Einnahmen aus dem Gesamtgeschäft zukommen - was leider selten gegeben ist. Das Geschäft machen die Zwischenhändler, und die verweisen gern darauf, dass niedrige Löhne auch niedrigere Endpreise bedeuten - und wer will schon für seinen tollen neuen Fernseher mehr bezahlen als unbedingt notwendig? Solidarität endet doch seit jeher in den meisten Fällen am eigenen Geldbeutel...

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    Ihre Relativierungen : "idealerweise" etc.
    Nix idealerweise! Alles andere ist schlicht und einfach Raub. Und wenn ich "gerechter Teil der Einnahmen" höre, kommt mir schon die Galle hoch.

    Ihre Relativierungen : "idealerweise" etc.
    Nix idealerweise! Alles andere ist schlicht und einfach Raub. Und wenn ich "gerechter Teil der Einnahmen" höre, kommt mir schon die Galle hoch.

  2. das darf natürlich nicht sein - selbst wenn es demnächst einen globalen System-Reset erfordert mit fatalen Auswirkungen und möglicherweise in einer neuen Weltordnung mit neuem Geld enden könnte, in der sich die bekannten "Verdächtigen" an der einträglichen Spitze wiederfinden wollen - auch weil die schon lange darauf hinarbeiten die Ressourcen dieser Welt für sich in den Griff zu bekommen, ohne ander Länder/Völker wirklich daran beteiligen zu wollen.

    Materialklau hat übrigens ebenso mit Armut durch Arbeitslosigkeit zu tun wie mit steigenden Materialpreisen.

    Hinzu kommt die stetig steigende Verknüpfung von Politik und organisierter Kriminalität bis hin zu den Spitzen der Wallstreet, die der Autor Jürgen Roth hier aus rechtlichen Gründen nur ziemlich vage ansprechen kann:

    "Dummheit schützt nicht vor Komplizenschaft"
    Interview mit Jürgen Roth über kriminelle Strukturen des Finanzkapitals

    Insofern spricht Frau Dehmers Artikel die falsche Problematik an - aber mehr kann man von den Medien wohl nicht erwarten heutzutage.

    Wer einmal begriffen hat, wie die US-"Strategie der Spannung" funktioniert und warum es diese gibt, wundert sich auch nicht mehr darüber, das möglicherweise die USA über den Umweg Pakistan die Taliban im Krieg gegen die NATO wohl selbst steuern und finanzieren.
    ISI - der mächtigste Drahtzieher in Afghanistan?

  3. Ihre Relativierungen : "idealerweise" etc.
    Nix idealerweise! Alles andere ist schlicht und einfach Raub. Und wenn ich "gerechter Teil der Einnahmen" höre, kommt mir schon die Galle hoch.

  4. und sichern unsere Jungs dort schon ein paar kleine Claims?

  5. Rohstoffe sollten primär Angelegenheit des Staates sein, indem sie liegen, d.h Besitz, Förderung und Vertrieb sollten nicht von ausländischen Unternehmen kontrolliert werden.

    Saudia Arabien ist mit SaudiAramco Vorreiter. Wie es gar nicht geht, sieht man in Nigeria, wo sich korrupte Eliten bereichern, wärhrend das Volk hungert und unter Religionskriegen leidet.

    Rohstoffe sind primär immer ein Segen, sie entwickeln sich oft zum Fluch, da bei Exploration, Vertrieb und Kalkulation sich eben Fehler einschleichen, sei es durch Korruption oder andere Dinge.

    Das Rohstoffe zunehmend auch noch ins Visier von Hedge Fonds geraten, macht alles nur noch schlimmer.

    Die Preistreiberei beim Weizen Spot ist unter anderem verantwortlich für Millionen von Toten in Afrika.

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