IWC-Konferenz Wird das blutige Walfang-Geschäft wieder legal?

Das Jagdverbot wackelt: Die Internationale Walfang-Kommission will Island, Norwegen und Japan eine legale Abschussquote einräumen, um die Säuger langfristig zu schützen.

Japanische Fischer schlachten einen nördlichen Schwarzwal im vergangenen Jahr in der Hafenstadt Minamiboso. Das Land unterläuft seit dem Walfangverbot von 1986 das Moratorium für die Jagd auf die Meeressäuger

Japanische Fischer schlachten einen nördlichen Schwarzwal im vergangenen Jahr in der Hafenstadt Minamiboso. Das Land unterläuft seit dem Walfangverbot von 1986 das Moratorium für die Jagd auf die Meeressäuger

Dass Japan, Island und Norwegen trotz internationaler Verbote Wale jagen, stößt weltweit auf Empörung. Das Töten der Meeressäuger könnte jedoch bald ganz legal sein. Auf der seit Montag laufenden Jahrestagung der Internationalen Walfangkomission (IWC) im marokkanischen Agadir wird ein Vorschlag diskutiert, der offizielle Walfangquoten für diese drei Länder einführen soll. Eine Woche lang verhandeln die 88 Mitgliedstaaten des IWC, darunter auch Deutschland, über einen neuen Kompromiss zum internationalen Walfang.

Eigentlich verbietet ein Internationales Moratorium seit 1986 kommerziellen Walfang. Einige Walarten wurden durch die massive Jagd fast ausgerottet. Doch Japan, Island und Norwegen jagen weiter. Während Island und Norwegen Widerspruch gegen das Verbot eingelegt haben und auf die Tradition des Walfangs in ihren Ländern pochen, gibt Japan vor, die Wale zu "wissenschaftlichen Zwecken" zu fangen.

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"Das sind Schlupflöcher in dem Moratorium, die schnellstens geschlossen werden müssen, insbesondere die Erlaubnis des Walfangs zu wissenschaftlichen Zwecken", sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. Derzeit werden jährlich bis zu 2000 Wale getötet, oft landet das Fleisch nicht bei Wissenschaftlern, sondern in Restaurants und Supermärkten

Der nun diskutierte Vorschlag soll das Walfangverbot für zehn Jahre aussetzen, aber nur Japan, Norwegen und Island Fangquoten zugestehen. Für Japan sollen sie bis 2020 schrittweise reduziert werden. Weiterhin dürfte das Fleisch nicht in andere Länder exportiert werden. Als Gegenzug müssten die drei Walfangnationen sich strengen Kontrollen seitens des IWC unterziehen, etwa durch Beobachter auf den Fangschiffen und DNA-Tests bei verkauftem Fleisch. Damit soll die Zahl der getöteten Wale vermindert und die drei Staaten wieder unter die Aufsicht des IWC gestellt werden.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und der WWF lehnen den umstrittenen Vorschlag ab. Da der Kompromiss die Jagd bedrohter Walarten und sogar die Jagd in Schutzgebieten zulasse, könne er auf keinen Fall angenommen werden, erklärte der WWF. Dabei geht es insbesondere um das Schutzgebiet im Südpolarmeer sowie um die Erlaubnis, bedrohte Finn- und Seiwale zu fangen. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN und haben sich noch immer nicht von der intensiven Bejagung vergangener Jahrzehnte erholt.

Leser-Kommentare
  1. wenn das Ölleck im Golf von Mexiko nicht baldigst gestopft wird.

    Dann können die Walfänger vorher ja schnell noch die Weltmeere leerfischen.

    Schade um die schöne Erde, die wir mal hatten.

    Aber - der Mensch schafft es schon, in großen Schritten, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören.

    Die Frage ist dann nur - wo gehen wir hin, wenn alles "im Eimer" ist?!

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    • 2eco
    • 22.06.2010 um 14:19 Uhr

    Ist doch halb so wild. Die Erde ist nur ein Nutzobjekt, welches möglichst effektiv abgewirtschaftet wird.

    Und bis es soweit ist, können wir auf den Mars umsiedeln. Da ist es doch eh schöner. Oder es wird naiverweise gehofft, dass wir bis dahin mit Gentechnik und Technologie die ganze schöne alte Erde wieder herrichten können.

    • 2eco
    • 22.06.2010 um 14:19 Uhr

    Ist doch halb so wild. Die Erde ist nur ein Nutzobjekt, welches möglichst effektiv abgewirtschaftet wird.

    Und bis es soweit ist, können wir auf den Mars umsiedeln. Da ist es doch eh schöner. Oder es wird naiverweise gehofft, dass wir bis dahin mit Gentechnik und Technologie die ganze schöne alte Erde wieder herrichten können.

    • Buh
    • 22.06.2010 um 13:39 Uhr

    Es wird den Walen keins tück helfen wenn sie wieder gejagt werden dürfen. Wie will man die vielen illegalen walfänger konrollieren? Das wäre ein erheblicher kostenaufwand, und ich WEIß aus der biohaltung, dass Kontrollen wenig bringen und viel zu selten erfolgen. Und dann auch noch tierversuche mit Tierschutz zu rechtfertigen ist der absolute Hohn. Jeder Wal hat das individuelle Recht zu leben.
    Hier geht es einzig und allein um wirtschaftswachstum und Fortschritt in der Forschung. Das sieht ein blinder mit dem Krückstock. Und es ist unerträglich, zu einer Art zu gehören, die ihren Planeten und alle "schwächeren" individuen die auf ihm leben ausbeuten und abschlachten. Das grausamste Tier ist und bleibt der Mensch.

    • peto1
    • 22.06.2010 um 13:54 Uhr

    Sind sie sicher das die Bezeichnung nördlichen Schwarzwal ist?
    ich nichts darüber finden??

  2. 4. @peto1

    http://de.wikipedia.org/w...

    stimmt schon alles...

    • 2eco
    • 22.06.2010 um 14:19 Uhr

    Ist doch halb so wild. Die Erde ist nur ein Nutzobjekt, welches möglichst effektiv abgewirtschaftet wird.

    Und bis es soweit ist, können wir auf den Mars umsiedeln. Da ist es doch eh schöner. Oder es wird naiverweise gehofft, dass wir bis dahin mit Gentechnik und Technologie die ganze schöne alte Erde wieder herrichten können.

  3. wir müssen halt unsere Banken retten.

    Da ist kein Platz mehr für diese Tiere.

    Außerdem sind die doch schuld, dass jetzt das Öl Bohrloch gestopft werden muss. Die Tiere verursachen damit wieder mal Kosten in Milliardenhöhe.

    Eine Unverschämtheit ist das - am besten sollte der Stöpsel aus den Meeren gelassen werden - dann sollen die Tiere mal sehen!

    Spaß beiseite:

    hier sollte Deutschland mal zeigen, wie wichtig ihm seine Staatsziele (Umweltschutz) im GG sind.

    Wie wäre es mit Handlungsstop, für Länder, die die Umwelt nicht schonen?

    Ach ich vergaß - ist nicht zu finanzieren...

  4. Nach dem Motto "Ich kann es mir leisten" (ich habe was von 700€ für ein Kilo Walfleisch gelesen). Man möge mir verzeihen aber ich habe vor nun fast 30 Jahren in Norwegen auch mal Walfleisch gegessen und ich habe eine feste Erinnerung dass es wie sehr magereres Rindfleisch geschmeckt hat, aber eben wie Rindfleisch. Und ich habe keinerlei Verständniss dafür dass hier wieder- bzw. weitergeschlachtet werden soll. Und was heißt "Tradition"? Derer gab und gibt es viele und viele auch nicht mehr (teilweise auch leider) weil sie sich überlebt haben. Selbst dieses Schlachten sollten sofort verboten werden. Was forschen die Japaner da eigentlich?

  5. plagen uns schon lange. Die Großabnehmer müssten sich reduzieren und kleinere Fangmengen akzeptieren. Aber sind Staaten wie Japan dazu bereit? Man hört nichts.

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