Vetternwirtschaft am Kap
Großen Unmut lösen insbesondere die Geschäftspraktiken von Match Hospitality aus, eines Fifa-Partners, der die Unterbringung besserverdienender WM-Touristen und Unternehmen organisiert. Das Konsortium hatte rund ein Drittel der Übernachtungskapazitäten geblockt – und verscherbelte Hotelzimmer mit bis zu 1000 Prozent Aufschlag weiter. Während der Turniertage kostet zum Beispiel ein Safari-Zelt für vier Personen im Kruger Nationalpark umgerechnet rund 538 Euro; in normalen Zeiten ist es für 55 Euro zu haben.
Die Wucherei von Match löste im ganzen Land eine Preisexplosion aus, die weniger betuchte Fans aus aller Welt abschreckte. Als das Geschäft wider Erwarten schlecht lief, gab die Firma im März kurzerhand 441.695 Betten zurück. Den Kollateralschaden tragen die Hotels – sie klagen kurz vor dem Anpfiff über Buchungsraten von unter 40 Prozent.
Einer der vier Teilhaber von Match Hospitality ist übrigens die Infront Sports & Media AG aus Zug in der Schweiz. An deren Spitze steht Philippe Blatter – ein Neffe des Fifa-Chefs. Seit sich die Vetternwirtschaft am Kap herumgesprochen hat, reden alle von der WM-Mafia. Und ein Buch, in dem Andrew Jennings die dunklen Machenschaften der Fifa beschreibt, verkauft sich in diesen Tagen besonders gut. Sein Titel: Foul!
Wer gehofft hatte, die Fifa würde beim ersten Weltcup in Afrika einen Unterschied zwischen armen und reichen Gastländern machen, sieht sich bitter enttäuscht. Die Weltfußball-Herrscher präsentieren sich am Kap zwar gerne als öffentliche Wohltäter, in Wahrheit aber verfolgen sie nur ihre eigenen Macht- und Profitinteressen – und bürden dem Gastland sämtliche Risiken auf.
Es ist ein schwacher Trost für die Südafrikaner, dass die Fifa überall wie eine diktatorische Nebenregierung ihren Willen durchsetzt, das war auch in Deutschland 2006 so, wo sie mit einem Gewinn von 2.2 Milliarden Dollar wieder abzog. In Südafrika 2010 werden es voraussichtlich weit über drei Milliarden sein.
- Datum 09.06.2010 - 14:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Hoffentlich merken die Gastländer endlich mal was für eine Firma die FIFA ist und bieten sich nicht mehr als Gastgeberland an, dann bricht doch alles zusammen, doch solange einige wenige "Prominente" und Politiker der FIFA auf dem Leim gehen, wird das Spiel immer weiter gehen.
Mein Vorschlag an die Südafrikaner, gestreikt die Spiele, wenn das Stadion leer bleiben, merken Sie vielleicht was.
Was die Fifa seid langem veranstaltet, ist einfach unmöglich! Eine Weltmeisterschaft ist nicht mehr dass, was sie sein sollte - nämlich ein Event, dass Menschen aus aller Welt im Sport zusammenbringt - sondern eine Goldgrube für einige wenige Manager und Chefs mit Connections, die das jeweilige Land ausbeuten und mit dem Gewinn wieder abzocken, nur um es in ihre eigene Tasche zu stecken.
Es sollte sich ab sofort einfach kein Land mehr für die Austragung bewerben! Die Fifa kann wohl niemandem eine WM aufzwingen. Stattdessen sollte sich ein neuer Verband aus den nationalen Fußballverbänden bilden, die die 'neue' Fifa werden. Das Sponsoring kann ja weiterhin beibehalten werden, aber diese neue Organisation sollte eine non-profit Organisation werden. Alle Auftrage zur WM werden - soweit es möglich ist - im WM-Land vergeben (s. WM-Maskottchen und Fan-Artikel).
Die Fifa ist nur noch eine Ansammlung von gierigen Reichen, die der Sport und die WM an sich nicht mehr interessiert! Wenn sich das nicht ändert, und die Fifa sich nur noch auf administrative Aufgaben beschränkt, bin ich geneigt, die WM 2014 zu boykottieren!
"aber diese neue Organisation sollte eine non-profit Organisation werden."
Die FIFA gilt bereits als sogenannte "nicht gewinnorientierte Organisation" nach Schweizer Recht, wird wie ein Verein besteuert (2006: 306 Mio. CHF Gewinn, rd. 1 Mio. CHF Steuer entrichtet).
70% aller Einnahmen sollen angeblich in verschiedener Form an den Fußball zurückfließen.
Hauptproblem dieser "Organisation" sind offenbar deren Strukturen, die an alte Politbüros von Ostblockstaaten erinnern...
aber wie sagen erfolgreiche Betrüger mit ihren Maschen immer wieder gerne?
Jeden Tag steht ein blöder (Staat in diesem Falle) auf.
Und erhofft sich dadurch nicht nur Prestige für das durchführen, sondern auch wirtschaftliche und fiskalische Vorteile.
Ob das nun jemals geklappt hat oder nicht...
(führt irgendwie wieder zu diesem Optimisten vs. Pessimisten Dilemma.)
aber wie sagen erfolgreiche Betrüger mit ihren Maschen immer wieder gerne?
Jeden Tag steht ein blöder (Staat in diesem Falle) auf.
Und erhofft sich dadurch nicht nur Prestige für das durchführen, sondern auch wirtschaftliche und fiskalische Vorteile.
Ob das nun jemals geklappt hat oder nicht...
(führt irgendwie wieder zu diesem Optimisten vs. Pessimisten Dilemma.)
...denn wirklich davon entziehen kann man sich nicht. Selbst unter der Annahme, man kann Fußball auf den Tot nicht ausstehen, gibt es trotzdem immer noch genug Leute, die einem ihre Euporie aufdrängen. Und wer will sich diesem Frohsinn denn schon entziehen? Wer steht allen Ernstes mit einem Protestplakat auf der Fanmeile während Beispielsweise Deutschland gerade ins Finale eingezogen ist.
Die Fußball-WM ist und bleibt ein Menschenmagnet, da könnte sich auch ein Herr Blatter auf den Kopf stellen, die Leute wollen nunmal diese Megaparty. Und das am Besten im eigenen Land.
Es ist wichtig, auf Missstände, wie sie die FIFA erzeugt, hinzuweisen, aber realistisch genug sollte man bleiben, von der FIFA nicht zu erwarten etwas zu ändern. Wer zu dem den Ländern rät, keine Bewerbungen um den Austragungsort zu stellen, der ist komplett realitätsfern.
Das Prestige überwiegt der Rentabilität und nur bei Ländern wie Südafrika macht sich das wirklich bemerkbar, weil sie so ein Verlustgeschäft nicht so gut kompensieren können.
Sie sollten positive Auswirkungen auf die Menschenrechte unter anderem der Tibeter wegen haben. Was ist tatsächlich passiert? Schlimmer wurde es.
Profisport ist Nonsens. Dabei gehts nicht mehr um den Spaß an der Sache sondern nur mehr um Gewinne, Werbeverträge und Korruption. Richtiger Sport der auch beim Zusehen Spaß macht ist Amateursport. Der wird noch nicht so zum wirtschaftlichen Ausbeuten missbraucht.
ist bekannt für Korruption und Lizenz-BigBusiness.
Keiner zwang Südafrika sich permanent für das Turnier zu bewerben.
-Selbst Griechenland leidet bis heute unter der Olympiade 2004 und hat mit zum Bankrott beigetragen.-
Also die FIFA wird vertraglich 3,5 Milliarden US-Dollar in die Schweiz in Blatters Imperium tragen.
Die SA hat 3,3 Mrd. US$ investiert und wird bis ein wenig mehr an Tourismus, wenig in barer Münze haben.
Aber das Image kann sich von SA verbessern und über Jahrzehnte die Tourimusindustrie ergänzen.
Ob es zurückkommt ist aber zweitrangig.
Brasilien wird es auch nicht besser machen, hat aber die 5-fache Bevölkerung und war nie ein Apartheitstaat gewesen.
Die FIFA freut sich auf Brasilien 2014!
Die Fifa entwickelt sich immer mehr zum Sündenbock. Wobei die Einnahmen nicht mit denen von Siemens,E.ON, BP, oder BASF zu vergleichen sind.
Afrika versinkt im Chaos und geht an Bürgerkriegen zugrunde, ohne dass dies die Politik der Industrieländer sonderlich bewegt. Dabei sind es gerade westliche Industriekonzerne und Geheimdienste, die zahlreiche dieser Konflikte schüren, um so noch besser an die afrikanischen Bodenschätze heranzukommen.
Die Sklaverei, die Unterstützungen der Diktatoren oder die Ausbeutung sind die Hauptprobleme Afrikas - und nicht nur da.
Aber man kritiesiert lieber den neuen Mitspieler "China" für seine mangelhaften Arbeitsbedingungen und redet stänidg von Menschenrechten, Freiheit und Demokratie.
Das Ganze verhält sich doch wie beim Ablasshandel: Wo ein unverrückbarer Glaube die Menschheit beglückt - nachdem Gott nun schon eine Weile tot ist -, da kann der Profiteur auch dreiste reinhauen und sich den Kuchen schmecken lassen. Fussball ist Ersatzreligion, gerade in armen Ländern, und das nutzt er bedinungslos aus, der böse Schweizer = "Gut-Mensch"-Hai.
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