Die Vergütungen der etwa 150.000 Fachärzte und Allgemeinmediziner in Deutschland stiegen zwischen 2007 und 2009 um durchschnittlich 11,3 Prozent. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Dienstag in Berlin mitteilte, lag das jährliche Durchschnittseinkommen je Arzt 2007 bei 142.000 Euro.

In diesem Jahr wird sich das Durchschnittseinkommen pro Mediziner nach Einschätzung des Verbandes auf 164.000 Euro erhöhen.

Vor allem im Norden und Osten Deutschlands stiegen die Vergütungen zuletzt aufgrund der Honorarreform , die die große Koalition 2008 auf den Weg gebracht hatte, deutlich. So erhielten in den ersten drei Quartalen 2009 Hamburger Mediziner gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 25,4 Prozent und Ärzte in Thüringen 24,6 Prozent mehr Honorar von den gesetzlichen Kassen, wie der Verband mitteilte. Bei Ärzten in Süddeutschland fielen die Zuwächse deutlich geringer aus. So verbuchten Mediziner in Bayern nur ein Plus von 3,5 Prozent.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will die Honorarzuwächse der Hausärzte im nächsten Jahr begrenzen. Er erhofft sich dadurch Einsparungen von rund 500 Millionen Euro. Die Maßnahme ist eine von vielen, mit denen das Kassendefizit von voraussichtlich elf Milliarden Euro im kommenden Jahr ausgeglichen werden soll.

Der Hausärzteverband protestiert gegen Röslers Pläne und droht mit vorübergehenden Praxisschließungen. Der Chef der AOK Rheinland-Hamburg, Wilfried Jacobs, warnte die Hausärzte nun vor geplanten Streiks. Wer Praxen schließe, trage den Konflikt auf dem Rücken der Patienten aus, sagte er. Die Hausärzte sollten "lieber am Verhandlungstisch über eine verantwortbare Honorarpolitik mit den Krankenkassen reden". Ähnlich hatte es Rösler gefordert.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) warnte angesichts der von der schwarz-gelben Koalition geplanten Einsparungen im Gesundheitsbereich vor weiteren Kürzungen bei den Krankenhäusern. Dies dürfe nicht zu einem Abbau von Pflegestellen führen. Rösler will wie bei den Hausärzten auch bei den Krankenhäusern im nächsten Jahr 500 Millionen Euro einsparen.