Gesundheitssystem Apotheker wehren sich gegen Röslers Pläne
Gesundheitsminister Rösler will den Apotheken den Handel mit Drogerieprodukten erschweren. Das geht den Verbänden eindeutig zu weit.
Mit heftiger Kritik haben Apotheker auf den Plan von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) reagiert, ihnen den Handel mit Drogerieartikeln zu erschweren. Das Geschäft mit Nebenprodukten wie Wärmflaschen, Zahnbürsten oder Kosmetika müsse "auf das notwendige Maß eingeschränkt" werden, heißt es nach Informationen des Tagesspiegels in einem Verordnungsentwurf des Ministeriums. Dafür machen die Beamten sogar räumliche Vorgaben. "Angemessen" für den Verkauf dieses Zusatzsortiments seien, so schreiben sie, "maximal 30 Prozent" der Apotheken-Gesamtfläche.
Die Betroffenen wollen sich das nicht bieten lassen. Solche Bestimmungen seien "Quatsch und reine Willkür", sagte der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Thomas Bellartz. Der Gesetzgeber schieße damit "weit übers Ziel hinaus". Schließlich habe es nichts mit der Qualität einer Apotheke zu tun, ob die Verkaufsfläche für Nebenprodukte 20, 30 oder 40 Prozent betrage. "Das wäre, als würde man den Ärzten vorschreiben, wie groß ihr Wartezimmer sein soll." Viele Gegebenheiten seien baulich bedingt. Und das Ergänzungssortiment sei für die 21 500 Apotheken in Deutschland ja kein Kerngeschäft, sie bestritten damit gerade einmal fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes.
Im Ministerium spielen sie das Papier herunter. Es handle sich nur um einen internen Arbeitsentwurf zur Anpassung der Apotheken-Betriebsordnung, der noch nicht einmal mit der Leitung des Hauses abgestimmt sei, sagte Sprecherin Dagmar Kaiser. Tatsächlich sind die Pläne bereits fortgeschritten. Am Donnerstag vergangener Woche gab es in der Bonner Ministeriumsfiliale ein mehr als vierstündiges Treffen zu dem Thema. Das Ministerium wartet nun auf schriftliche Stellungnahmen der Verbände. Und für den Herbst ist bereits ein Referentenentwurf geplant.
Dass die Betriebsordnung der Apotheken aktualisiert wird, ist nichts Ungewöhnliches. Sie stammt von 1987 und wurde zuletzt vor 15 Jahren angepasst. Es gehe um Qualitätsverbesserung und Modernisierung, sagt Bellartz. Da die Apotheken einem Versorgungsauftrag nachzukommen hätten, sei "ein gewisses Maß an Regeln" unverzichtbar. Das Bemühen um Mindeststandards dürfe allerdings nicht in Überregulierung münden.
In dem Entwurf sind auch Bauvorschriften enthalten, die manchem Kiez- oder Dorfapotheker Kopfschmerzen bereiten dürften – etwa für die Größe des Labors für Eigenrezepturen oder auch für den räumlichen Abstand der "Bedienplätze", der „durch bauliche Maßnahmen sichergestellt“ werden müsse. Diskretion sei natürlich wichtig, räumt Bellartz ein. Allerdings lasse die sich auch, wie vielfach bereits gehandhabt, mit einfachen Mitteln herstellen – etwa mit Markierungen auf dem Boden.
Auch gegen Röslers Plan, ungeöffnete Arznei wieder zurücknehmen und, mit entsprechendem Hinweis versehen, neu unters Volk bringen zu dürfen, wenden sich die Experten. In solchen Fällen müsse aus Sicherheitsgründen mindestens die Lagerung der Medikamente aufs Genaueste dokumentiert sein, sagt der Verbandssprecher. Da stelle sich dann schon die Frage, ob der Gewinn den Aufwand rechtfertige. Bei allem gehe es immer auch um Praktikabilität, betont Bellartz. Das möge der Gesetzgeber nicht vergessen.
- Datum 21.07.2010 - 13:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Klingt erstmal nach Überregulierung. Aber hier zeigt sich auch die Frage nach der Existenzberechtigung so vieler Apotheken in Deutschland. Allein zur Arzneimittelversorgung sind sie nicht nötig. Es handelt sich schlicht um Verkaufsstellen, deren Beratung manchmal nicht besser ist, als im Supermarkt.
für Dinge zu zahlen, die man im Drogeriemarkt nebenan deutlich preiswerter bekommt, muss man doch jedem Kunden selbst überlassen, oder?
Natürlich werden damit hauptsächlich die "notorischen" Apothekenkunden (oftmals älteren Jahrgangs) angesprochen, die mal nebenbei auch die neue Zahnbürste für 3,63 Euro kaufen, weil der Weg zum Drogeriemarkt eben zu mühsam ist. Aber auch die müssen doch wissen, ob sie es sich "leisten" können.
Und die persönliche Ansprache mag in der "Stammapotheke" allemal freundlicher sein als in der meist eher anonymen Ketten-Filiale...
Ich fände so eine Regulierung überflüssig.
Statt den Apotheken reinzureden wieviel Drogerieprodukte sie verkaufen dürfen würde ich lieber in Drogerien Apothekenprodukte kaufen können, z.B. Kopfschmerztabletten.
... wie _können_ Sie nur so einen frivolen Wunsch äußern! Da können Sie ja gleich bei DocMorris bestellen, Sie! ;-)
Z. Bsp bei der DM-Drogeriemarkt-Kette können Sie sämtliche Medikamente ordern. Die sind dann innerhalb von 3 - 4 Tagen da (bei Ihnen oder im DM-Markt Ihres Vertrauens). Obendrein sind sie billiger, Sie werden informiert über eventuelle Wechselwirkungen von bereits dort bestellten und gelieferten Medikamente und die verdammte Zuzahlung wird oft deutlich vermindert!
Ok, Sie müssen ein paar Tage warten, doch wo ist das Problem bei Medikamenten für chronische Erkrankungen?
Und in den guten alten Apotheken vor Ort warten Sie auf viele Medikamente ebenfalls: Die sind oft gar nicht mehr vorrätig, weil der Platz dafür anderweitig gebraucht wird; Nämlich für apothekenfreie Drogerieartikel, die dort feil geboten werden!
... wie _können_ Sie nur so einen frivolen Wunsch äußern! Da können Sie ja gleich bei DocMorris bestellen, Sie! ;-)
Z. Bsp bei der DM-Drogeriemarkt-Kette können Sie sämtliche Medikamente ordern. Die sind dann innerhalb von 3 - 4 Tagen da (bei Ihnen oder im DM-Markt Ihres Vertrauens). Obendrein sind sie billiger, Sie werden informiert über eventuelle Wechselwirkungen von bereits dort bestellten und gelieferten Medikamente und die verdammte Zuzahlung wird oft deutlich vermindert!
Ok, Sie müssen ein paar Tage warten, doch wo ist das Problem bei Medikamenten für chronische Erkrankungen?
Und in den guten alten Apotheken vor Ort warten Sie auf viele Medikamente ebenfalls: Die sind oft gar nicht mehr vorrätig, weil der Platz dafür anderweitig gebraucht wird; Nämlich für apothekenfreie Drogerieartikel, die dort feil geboten werden!
... wie _können_ Sie nur so einen frivolen Wunsch äußern! Da können Sie ja gleich bei DocMorris bestellen, Sie! ;-)
Z. Bsp bei der DM-Drogeriemarkt-Kette können Sie sämtliche Medikamente ordern. Die sind dann innerhalb von 3 - 4 Tagen da (bei Ihnen oder im DM-Markt Ihres Vertrauens). Obendrein sind sie billiger, Sie werden informiert über eventuelle Wechselwirkungen von bereits dort bestellten und gelieferten Medikamente und die verdammte Zuzahlung wird oft deutlich vermindert!
Ok, Sie müssen ein paar Tage warten, doch wo ist das Problem bei Medikamenten für chronische Erkrankungen?
Und in den guten alten Apotheken vor Ort warten Sie auf viele Medikamente ebenfalls: Die sind oft gar nicht mehr vorrätig, weil der Platz dafür anderweitig gebraucht wird; Nämlich für apothekenfreie Drogerieartikel, die dort feil geboten werden!
na da haben sich die Verwaltungsheinis aber was nettes ausgedacht. Warum sollen denn Discount´-Produkte nicht mehr in der Apotheke verkauft werden. Wenn der Preis zu hoch ist, wird ja schon mit den Füssen abgestimmt. Aber einen Sinn kann ich in der Absicht nicht erkennen. Wenn Zusatzgeschäfte nicht mehr sein sollen, wie ist es dann mit den Zusatzeinkommen der Politiker in Aufsichtsräten etc.
Es gibt viele fue die Apotheken.
Beispiel 1.
Ich hatte einen Ausschlag im Gesicht und uebliche Medikamente hatte nicht geholfen.Darauf hat der Hautarzt eine Salbe beim Apotheker herstellen lassen und der Ausschlag war nach einigen Tagen verschwunden. Mal bei Doc Morrision versuchen.
Beispiel 2.Asthmaspray.
In meiner Apotheke bekomme ich es auch ohne Rezept im Notfall.Die Apotheke bestellt sich dann das Rezept bei meinem Hausarzt.Mal bei Doc Morrision versuchen.
So ist es richtig: wenn die Selbstverwaltung nicht greift, muss der Gesetzgeber "regulierend" eingreifen. Er hat ja sonst nichts zu tun...
Der nächste Schritt: Alles, was sonst in Supermarkt, in Imbiss oder in den Zeitungs-/Tabakladen gehört, wird aus der Tankstelle verbannt.
Achja: und Politiker machen demnächst nur noch Politik und räumen ihre Sitze in Aufsichtsräten, Vorständen und sonstigen lukrativen "Neben"-jobs.
Auf gehts, es gibt viel zu tun...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren