Arbeitsmarkt-Studie Deutschland steht vor Vollbeschäftigung

Die Arbeitslosenquote könnte bis 2014 auf den niedrigsten Stand seit dem Mauerfall sinken, schätzt ein Institut. Weniger als zwei Millionen Menschen wären arbeitslos.

Die deutsche Arbeitslosenquote könnte in den kommenden Jahren auf Werte fallen, wie sie früher in Westdeutschland üblich waren. Das geht aus Prognosen des Forschungsinstituts Kiel Economics hervor, die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegen.

Demnach werden bis 2014 nur noch 1,84 Millionen Menschen ohne Beschäftigung sein, die Arbeitslosenquote läge damit knapp unter 4,5 Prozent. Es wäre der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Einige Ökonomen sprechen bei Werten von unter fünf Prozent bereits von Vollbeschäftigung. Niedriger war die Arbeitslosenquote zuletzt 1991 in Westdeutschland.

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Aktuell liegt die Quote bei 7,5 Prozent und damit weit niedriger als von vielen Experten zu Beginn der Krise erwartet. Der deutsche Arbeitsmarkt hatte sich in den vergangenen Monaten als erstaunlich robust erwiesen – auch deshalb, weil die Regierung die Kurzarbeit zu Beginn der Krise ausgeweitet hatte. Im Juni waren den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge rund 3,15 Millionen Menschen arbeitslos.

Das Szenario der Kieler Forscher unterstellt für die kommenden Jahre, dass die Konjunktur nicht durch einen Schock wie eine Verschärfung der Finanzkrise erschüttert wird. Kiel Economics gehört zum Kreis der Forschungseinrichtungen, die für die Regierung die Gemeinschaftsdiagnose erstellen.

 
Leser-Kommentare
  1. wenn alle Arbeitnehmer bereit wären ihre Vollzeitstellen in Teilzeitstellen umwandeln zu lassen. An den Unternehmern liegt es nicht, die würden auch mehr 400 Euro-Jobs anbieten. Alles im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit!

    Eine Leser-Empfehlung
  2. und zu welchen Löhnen? Wieviele können von der "Vollbeschäftigung" leben ohne zusätzliche Unterstützung?

    Es wäre schön wenn Die Zeit dort endlich mal kritische Fragen stellen würde als solche Dinge vorbehaltslos zu übernehmen. Für wie dumm halten Sie Ihre Leser eigentlich???

    Eine Leser-Empfehlung
  3. "Demnach werden bis 2014 nur noch 1,84 Millionen Menschen ohne Beschäftigung sein"

    Die Glaskugel hat gesprochen !

    Wer soll sowas überhaupt noch glauben ? Das ist ne dreistigkeit gegenüber den Leute (warscheinlich an die 8 Millionen) ohne richtiges Einkommen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schade, dass der überwiegende Teil der Kommentatoren sich lieber in destruktiven Phrasen verliert, statt sich einer konstruktiven Diskussion zu stellen. Da werden dann einfach mal so Zahlen in den Raum geworfen, ohne Sinn und Verstand. Woher haben Sie die Zahl 8 Millionen? Warum nicht gleich zweistellig werden, das klingt dramatischer. Wenn schon denn schon.

    Konstruktiv wäre, dass sich der Arbeitsmarkt insgesamt gewandelt hat. Das muss nichts schlechtes sein. Ich sehe es als durchaus positiv, wenn lebenslange Arbeitsverhältnisse bei einem Arbeitgeber (finde ich pottenlangweilig) immer mehr zur Seltenheit werden, weil somit ja auch neue Impulse in verkrustete Unternehmen kommen. Natürlich gibt es Dinge am sich wandelnden Arbeitsmarkt, die negativ sind, aber es gibt eben auch positive Dinge. Ich sehe die Zukunft am Arbeitsmarkt eher rosig. Ich bin Mitte 40 und gehe davon aus, dass sich die Position älterer Mitarbeiter künftig verbessern wird. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Da zählte man in meinem Alter schon zum alten Eisen. Ich bin nicht hochqualifiziert (aber gut qualifiziert) und mit Mitte 40 unaufgefordert Angebote von Arbeitgebern zu bekommen, obwohl man im Job ist, sehe ich zumindest als Zeichen, dass sich der Arbeitsmarkt zum guten wendet.

    Wer gerne Frust schiebt, für den ist das Glaus auch in 100 Jahren halb leer. Ich sehe solche Meldungen als positiv.

    • Don_Q
    • 15.07.2010 um 9:52 Uhr

    http://www.elo-forum.org/...

    7.500.000 mio plus 600.000 kurzarbeiterInnen ...

    zahlen mal mit "sinn und verstand" in den raum geworfen ...

    lg

    Schade, dass der überwiegende Teil der Kommentatoren sich lieber in destruktiven Phrasen verliert, statt sich einer konstruktiven Diskussion zu stellen. Da werden dann einfach mal so Zahlen in den Raum geworfen, ohne Sinn und Verstand. Woher haben Sie die Zahl 8 Millionen? Warum nicht gleich zweistellig werden, das klingt dramatischer. Wenn schon denn schon.

    Konstruktiv wäre, dass sich der Arbeitsmarkt insgesamt gewandelt hat. Das muss nichts schlechtes sein. Ich sehe es als durchaus positiv, wenn lebenslange Arbeitsverhältnisse bei einem Arbeitgeber (finde ich pottenlangweilig) immer mehr zur Seltenheit werden, weil somit ja auch neue Impulse in verkrustete Unternehmen kommen. Natürlich gibt es Dinge am sich wandelnden Arbeitsmarkt, die negativ sind, aber es gibt eben auch positive Dinge. Ich sehe die Zukunft am Arbeitsmarkt eher rosig. Ich bin Mitte 40 und gehe davon aus, dass sich die Position älterer Mitarbeiter künftig verbessern wird. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Da zählte man in meinem Alter schon zum alten Eisen. Ich bin nicht hochqualifiziert (aber gut qualifiziert) und mit Mitte 40 unaufgefordert Angebote von Arbeitgebern zu bekommen, obwohl man im Job ist, sehe ich zumindest als Zeichen, dass sich der Arbeitsmarkt zum guten wendet.

    Wer gerne Frust schiebt, für den ist das Glaus auch in 100 Jahren halb leer. Ich sehe solche Meldungen als positiv.

    • Don_Q
    • 15.07.2010 um 9:52 Uhr

    http://www.elo-forum.org/...

    7.500.000 mio plus 600.000 kurzarbeiterInnen ...

    zahlen mal mit "sinn und verstand" in den raum geworfen ...

    lg

  4. seit steht man vor Vollbeschäftigung, wenn man in 4 (!) Jahren 2 Millionen (!) Arbeitslose (=4,5% Quote) orakelt hat?

  5. Das Ganze dürfte wohl auch mit der Überalterung der Gesellschaft zusammenhängen. Es gehen mehr Personen in den Ruhestand, als junge Menschen in den Beruf. aber wir sollen ja wieder einmal angelogen werden und das Ganze soll als Erfolg der Plutokraten verkauft werden.

  6. der Gesellschaft/dem Staat aber schon. Und das ist doch das wichtige.
    Dem Arbeiter bringt es mindestens ein bessere Selbstvertgefühl. Und wer sagt denn das er ständig schlechtere Gehälter akzeptieren muß ? Genau das Gegenteil kann ebensogut der Fall sein.

    Antwort auf "Aha..."
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    Es ist ein Fehler, vom Menschen (hier: Arbeiter) her zu denken: Viel zu konkret! Was einzig zählt, sind die abstrakten Gebilde von Gesellschaft und Staat. Ihnen hat der Mensch zu dienen, und nicht umgekehrt. Wie ein weiser Mann einst schrieb: "Du bist nichts, dein Volk ist alles." Oder?

    • Manul
    • 15.07.2010 um 14:50 Uhr

    Arbeit ist wichtig, egal zu welchen Löhnen und zu welchen Bedingungen. Besonders selbstwertsteigernd ist es dann, wenn man sich in die Schlange bei der Behörde anstellt, damit man seine Wohnung noch behalten kann und am Monatsende regelmässig sich bei der Tafel anstellt, weil die Kohle fürs Essen nicht mehr reicht. Das nenne ich ein erbauendes und perspektivreiches Arbeiterleben im Wirtschaftswunderland und Exportweltmeister Deutschland - so kann man selbst dann nur hoffen, dass man früh genug sozialverträglich ableben wird, damit man dem Staat die Rente spart und sich selbst die Arztkosten.

    Es ist ein Fehler, vom Menschen (hier: Arbeiter) her zu denken: Viel zu konkret! Was einzig zählt, sind die abstrakten Gebilde von Gesellschaft und Staat. Ihnen hat der Mensch zu dienen, und nicht umgekehrt. Wie ein weiser Mann einst schrieb: "Du bist nichts, dein Volk ist alles." Oder?

    • Manul
    • 15.07.2010 um 14:50 Uhr

    Arbeit ist wichtig, egal zu welchen Löhnen und zu welchen Bedingungen. Besonders selbstwertsteigernd ist es dann, wenn man sich in die Schlange bei der Behörde anstellt, damit man seine Wohnung noch behalten kann und am Monatsende regelmässig sich bei der Tafel anstellt, weil die Kohle fürs Essen nicht mehr reicht. Das nenne ich ein erbauendes und perspektivreiches Arbeiterleben im Wirtschaftswunderland und Exportweltmeister Deutschland - so kann man selbst dann nur hoffen, dass man früh genug sozialverträglich ableben wird, damit man dem Staat die Rente spart und sich selbst die Arztkosten.

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