Rentengarantie Von der Leyen stellt sich gegen Brüderle
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat gefordert, die Renten wieder an die Lohnentwicklung zu koppeln. Das stößt im Arbeitsministerium auf Widerstand.
© Sean Gallup/Getty Images

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich gegen die Rentenschutzklausel ausgesprochen
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat gefordert, die Rentengarantie wieder abzuschaffen. "Es wird nicht dauerhaft funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln, denn die Renten müssen zunächst erwirtschaftet werden", sagte Brüderle der Rheinischen Post . Deshalb sei er der Meinung, "dass wir von der Rentengarantie wieder abkommen und zu den normalen Mechanismen bei der Rentenanpassung zurückkehren sollten".
Eine Rentengarantie passe grundsätzlich nicht in ein ordnungspolitisches Konzept. Der Wirtschaftsminister fügte mit Blick auf die Einführung der Schutzklausel hinzu: "Die Politik schaut zu sehr auf Stimmungen statt auf Prinzipien. Sie braucht wieder ein bisschen mehr Ausdauer."
Das Bundesarbeitsministerium ist der Forderung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle allerdings entgegengetreten. "Die Bundesregierung plant nicht, die im Jahr 2009 eingeführte und in diesem Jahr zur Anwendung gekommene Rentengarantie wieder abzuschaffen", heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums. Die Regelung sei als Beitrag zur Generationengerechtigkeit zu verstehen.
Die von der Großen Koalition im vergangenen Jahr beschlossene Schutzklausel sorgt dafür, dass die Renten auch in Zeiten sinkender Löhne zumindest stabil bleiben. Sie greift in diesem Jahr zum ersten Mal und verhindert Rentenkürzungen. Im Gegenzug werden bei positiver Lohnentwicklung die entsprechenden Rentenanpassungen zukünftig so lange halbiert, bis die vermiedene Kürzung wieder ausgeglichen ist. Ohne diese Garantie hätten die Renten im Westen 2010 um knapp ein Prozent gesenkt werden müssen.
"Die Rentengarantie erhält und stärkt in schwierigen Zeiten das Vertrauen der Versicherten und Rentner in die gesetzliche Rentenversicherung", betonte das Bundesarbeitsministerium in seiner Replik auf Brüderles Vorstoß. Ruheständler könnten an ihrer finanziellen Situation meist nichts mehr ändern, hätten schon in den vergangenen Jahren eigene Beiträge zur Konsolidierung geleistet.
Die Garantie geht nach Darstellung des Arbeitsministeriums auch "nicht zu Lasten der jüngeren Generationen", da unterbliebene Rentenminderungen mit künftigen Rentenerhöhungen verrechnet werden sollen.
- Datum 26.07.2010 - 11:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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So langsam muss ich zugeben, macht der Mann einen richtig guten Job! Statt bloß auf Populismus zu setzten und damit unser aller Geld zu verschleudern (Opel, Rentengarantie) setzt er auf Maßnahmen, die sinnvoll sind. Zwar ist das natürlich für die Rentner kein Grund Luftsprünge zu machen, aber jeder der sich ein wenig mit der demografischen Entwicklung auseinander gesetzt hat, wird diesen Schritt nachvollziehen können.
Ich habe mich mit den Renten auseinandergesetzt.
Und ich kann diese Äußerung eines Ministers nur eine Zumutung nennen.
Vor einigen Tagen rief derselbe Minister zu Lohnzurückhaltung auf. Dementsprechend ist die Rentensenkung nur konsequent. In seiner sturen Ideologie.
Es bleibt mir aber doch schleierhaft, wie man so verbohrt sein kann, im Deutschland 2010 immernoch Lohnsenkung für mehr Exporte (die kreditgestützt sind und das Fundament der EU untergraben, und für einen weiteren Einbruch des Binnenmarktes, Zunahme der bedürftigen Arbeitnehmer in Deutschland... sorgen) zu sein.
Deutschland ist gemessen an seinen westlichen Nachbarn Niedriglohnland. Die Frage ist doch: wo wollen wir noch hin?
Wäre es nicht im Interesse der Menschen (und der so sträflich vernachlässigten Binnenkonjunktur!!), wieder etwas ausgleichend die Arbeitgeber am sich sehr wohl vermehrenden Wohlstand teilhaben lassen.
Denn es ist schon seltsam, wie mantrahaft die Rentenkürzer die demographische Entwicklung herbeten, uns aber konsequent die über gleiche Zeiträume ausreichend steigende Produktivität (und somit Mehraufkommen an Abgaben) vorenthalten…
Aber es geht ja gar nicht um etwas mehr oder etwas weniger Rente, es geht darum, die Menschen zu verunsichern und in die private fondsgestützte Rentenvorsorge zu treiben.
Da hat niemand aus der Finanzkrise gelernt. Dabei hätte ein Blick nach Amerika gereicht
http://www.nytimes.com/20...
(„Faktisch haben alle fondsgestützten Rentenvorsorgepläne in den letzten zwei Jahren große Verluste eingefahren.“)
- oder nach Großbritannien, wo die Renten zu einem guten Teil mit BP-Aktien gestützt sind – und nun auch nicht mehr viel wert sein werden.
Fazit: Der Minister arbeitet wieder einmal für seine Klientel, große exportlastige Unternehmen und Rentenanlagefonds (Banken).
Leidtragender ist der deutsche Arbeiter. Er arbeitet produktiver – und länger – und behält trotzdem immer weniger Lohn – und Rente.
Also,Essenmarken ausgeben! Dann kann auch gleich ein Verpflegungsbeutel für das Abendbrot (2 Stullen ohne Kruste, 1 mal Leberwurst, 1 mal Streichkäse, 1 halbes Brötchen, etwas Marmelade) mitgegeben werden. Wer soll es machen? Die Tafeln!
....schreiben sie so was? Die Rentner haben mehr als 40 Jahre Gelder eingezahlt und sie haben dieses Land aufgebaut und da kommen sie und behaupten das eine Kürzung gerecht währe, wissen Sie überhaupt wie hoch die Renten von uns Alten sind nein, aber ich kann es Ihnen schreiben, sie liegen bei Frauen um die 500,00 Euro und Männer erhalten so um die 1.100 Euro.
Ich habe mich mit den Renten auseinandergesetzt.
Und ich kann diese Äußerung eines Ministers nur eine Zumutung nennen.
Vor einigen Tagen rief derselbe Minister zu Lohnzurückhaltung auf. Dementsprechend ist die Rentensenkung nur konsequent. In seiner sturen Ideologie.
Es bleibt mir aber doch schleierhaft, wie man so verbohrt sein kann, im Deutschland 2010 immernoch Lohnsenkung für mehr Exporte (die kreditgestützt sind und das Fundament der EU untergraben, und für einen weiteren Einbruch des Binnenmarktes, Zunahme der bedürftigen Arbeitnehmer in Deutschland... sorgen) zu sein.
Deutschland ist gemessen an seinen westlichen Nachbarn Niedriglohnland. Die Frage ist doch: wo wollen wir noch hin?
Wäre es nicht im Interesse der Menschen (und der so sträflich vernachlässigten Binnenkonjunktur!!), wieder etwas ausgleichend die Arbeitgeber am sich sehr wohl vermehrenden Wohlstand teilhaben lassen.
Denn es ist schon seltsam, wie mantrahaft die Rentenkürzer die demographische Entwicklung herbeten, uns aber konsequent die über gleiche Zeiträume ausreichend steigende Produktivität (und somit Mehraufkommen an Abgaben) vorenthalten…
Aber es geht ja gar nicht um etwas mehr oder etwas weniger Rente, es geht darum, die Menschen zu verunsichern und in die private fondsgestützte Rentenvorsorge zu treiben.
Da hat niemand aus der Finanzkrise gelernt. Dabei hätte ein Blick nach Amerika gereicht
http://www.nytimes.com/20...
(„Faktisch haben alle fondsgestützten Rentenvorsorgepläne in den letzten zwei Jahren große Verluste eingefahren.“)
- oder nach Großbritannien, wo die Renten zu einem guten Teil mit BP-Aktien gestützt sind – und nun auch nicht mehr viel wert sein werden.
Fazit: Der Minister arbeitet wieder einmal für seine Klientel, große exportlastige Unternehmen und Rentenanlagefonds (Banken).
Leidtragender ist der deutsche Arbeiter. Er arbeitet produktiver – und länger – und behält trotzdem immer weniger Lohn – und Rente.
Also,Essenmarken ausgeben! Dann kann auch gleich ein Verpflegungsbeutel für das Abendbrot (2 Stullen ohne Kruste, 1 mal Leberwurst, 1 mal Streichkäse, 1 halbes Brötchen, etwas Marmelade) mitgegeben werden. Wer soll es machen? Die Tafeln!
....schreiben sie so was? Die Rentner haben mehr als 40 Jahre Gelder eingezahlt und sie haben dieses Land aufgebaut und da kommen sie und behaupten das eine Kürzung gerecht währe, wissen Sie überhaupt wie hoch die Renten von uns Alten sind nein, aber ich kann es Ihnen schreiben, sie liegen bei Frauen um die 500,00 Euro und Männer erhalten so um die 1.100 Euro.
traut sich einer an den Generationenkonflikt und an das, was sich kein Politiker traut zu sagen. Respekt!!
Die 20 Mio Stimmen der Rentner gehen dann wohl nicht mehr an die FDP. Echt super.
Herr Brüderle verschafft der Politik wieder ein wenig Anerkennung.
Hoffentlich nicht nur dummes Gelaber.
Leider ist der Vorschlag, wie er da steht, wenig präzise und daher schwer zu beurteilen. Er scheint aber die alten Fehler der Rentensystematik weiterführen zu wollen und das wäre schade. Ebenfalls geht er nicht auf die ganz andere rechtlich Qualität ein, den es zu differenzieren gälte. Jemand, der 40 Jahre bereits einzahlen musste und auf die im Volk verstandene Absicherung im Alter vertraute, ist in einer ganz anderen Situation als jemand, der erst seit einem Jahr einzahlen muss. Die Zusagen müssen -obwohl sie über Jahre verschwurbelt von der Politik (bewusst) dargestellt wurden- eingehalten werden. Das erfordert nicht Fairness noch Menschlichkeit sondern die Rechtssicherheit.
Um Transparenz zur Planung zukünftiger Staatsausgaben zu schaffen muss die Größe der hierhin sichtlichen staatlichen Verschuldung auch den Wählern vermittelt werden. Erst wenn der Wähler genau hierüber in Kenntnis ist, kann er bestimmen, wie das Rentensystem weiter zu betreiben ist.
Auch muss dem Wähler klar gemacht werden, wieso das Umlageverfahren jetziger Konstruktion andere Risiken hat als eine Kapital gebundene Struktur und warum der Staat keine Rücklagen bildet, aber daran festhält, Abgaben und Auszahlungen in Abhängigkeit des Lohns zu gestalten, statt sie an dem sehr viel sinnvolleren Index der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu knüpfen.
Leider ist der Vorschlag, wie er da steht, wenig präzise und daher schwer zu beurteilen. Er scheint aber die alten Fehler der Rentensystematik weiterführen zu wollen und das wäre schade. Ebenfalls geht er nicht auf die ganz andere rechtlich Qualität ein, den es zu differenzieren gälte. Jemand, der 40 Jahre bereits einzahlen musste und auf die im Volk verstandene Absicherung im Alter vertraute, ist in einer ganz anderen Situation als jemand, der erst seit einem Jahr einzahlen muss. Die Zusagen müssen -obwohl sie über Jahre verschwurbelt von der Politik (bewusst) dargestellt wurden- eingehalten werden. Das erfordert nicht Fairness noch Menschlichkeit sondern die Rechtssicherheit.
Um Transparenz zur Planung zukünftiger Staatsausgaben zu schaffen muss die Größe der hierhin sichtlichen staatlichen Verschuldung auch den Wählern vermittelt werden. Erst wenn der Wähler genau hierüber in Kenntnis ist, kann er bestimmen, wie das Rentensystem weiter zu betreiben ist.
Auch muss dem Wähler klar gemacht werden, wieso das Umlageverfahren jetziger Konstruktion andere Risiken hat als eine Kapital gebundene Struktur und warum der Staat keine Rücklagen bildet, aber daran festhält, Abgaben und Auszahlungen in Abhängigkeit des Lohns zu gestalten, statt sie an dem sehr viel sinnvolleren Index der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu knüpfen.
Endlich einer, der sich was traut. So langsam entwickelt sich die FDP ja doch noch.
@Hannes1975
Momentan sind es vielleicht nur 20 Millionen Rentner, aber es werden ja künftig nicht weniger... Und dann gibt es zum Glück in der heutigen Rentnergeneration sicher mehr kluge und weitsichtige Rentner, als ausschließlich auf ihr persönliches Wohl fixierte Rentner. Ich kenne nicht wenige, die es denkbar ungerecht finden, dass die jetzt arbeitende Generation derart in die Zange genommen wird. Zum einen sollen sie die Renten der jetzigen Generation zahlen, was man noch als generationgengerecht bezeichnen darf, zum anderen müssen sie zusätzlich noch privat vorsorgen, da klar ist, dass ihnen mit der gesetzlichen Rente später nichts bleiben wird, außer vielleicht gerade mal das Existenzminimum. Auch wenn es von vielen heutigen Rentnern gerne geleugnet wird, der heutigen Rentnergeneration geht es so gut wie keiner vor ihr und auch wie keiner nach ihr. Das ist schön, denn sie haben ja viel zum heutigen Wohlstand beigetragen.
Aber das, was in der Vergangenheit galt, nämlich Kopplung an der Lohnentwicklung sollte auch weiterhin gelten. Alles andere ist ungerecht, denn mein Lohn hat sich die letzten Jahre kaum entwickelt und dann frage ich mich, wieso man eine Bevölkerungsschicht davon ausnimmt, wenn klar ist, dass ich im Alter weniger zur Verfügung haben werde.
genau, im Einzelnen ist es nicht ganz so, ich es überspitzt formuliert habe. Das doofe ist bei der genauen Differenzierung, dass man nix pauschal sagen kann. Sie haben völlig recht.
Durch solche mutigen Äußerungen von Politikern fühle ich mich ausnahmsweise mal gut "vertreten".
... eine Kopplung an die Löhne macht Sinn. Dann könnte man endlich auch wieder die Produktivität auf die Löhne umlegen und allen wäre geholfen.
Das wollen Markt[...] wie Brüderle aber natürlich genau nicht. Nach deren [...]ökonomie muss man nur solange die Löhne kürzen, bis Vollbeschäftigung herrscht. In der Praxis funktioniert das nur, wenn das Ausland sich dafür entsprechend verschuldet. Hat sich seit Kurt nicht viel verändert:
Wenn was nicht klappt,
dann wird vor allem mal nicht berappt.
Wir setzen frisch und munter
die Löhne, die Löhne herunter -
immer runter!
Wir haben bis über die Ohren
bei unsern Geschäften verloren…
Unser Geld ist in allen Welten:
Kapital und Zinsen und Zubehör.
So lassen wir denn unser großes Malheur
nur einen, nur einen entgelten:
Den, der sich nicht mehr wehren kann.
Den Angestellten, den Arbeitsmann;
...
Wir haben im Schädel nur ein Wort:
Export! Export!
Was braucht ihr eigenen Hausstand?
Unsre Kunden wohnen im Ausland!
Für euch gibts keine Waren.
Für euch heißts: sparen! sparen!
Nicht wahr, ein richtiger Kapitalist
hat verdient, als es gut gegangen ist.
Er hat einen guten Magen.
Wir mußten das Risiko tragen…
Wir geben das Risiko traurig und schlapp
inzwischen in der Garderobe ab.
Was macht man mit Arbeitermassen?
Entlassen! Entlassen! Entlassen!
Wir haben die Lösung gefunden:
Krieg den eigenen Kunden!
...
Theobald Tiger (Alias von Kurt Tucholsky)
Die Weltbühne, 25.08.1931, Nr. 34, S. 293.
[Gekürzt, bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Ausdrucksweise. Danke. /Die Redaktion pt.]
....die Rentenzahlungen vom Lohn abhängig zu machen, ist es nicht sinnvoll die Einzahlungen von ihm abzuziehen, zumal die Abgaben der Vergangenheit aus dem Lohn kamen und die Haushaltsführung für alle ähnliche Kosten erfordern. Das bedeutet nicht, dass diese Bestimmung wirtschaftlich sinnvoll ist. Es ist aber irgendwie begründbar und für das Volk einleuchtend.
Die Basis der Leistungskraft einer Gesellschaft sind aber nicht die Löhne sondern die Gesamtwirtschaftsleistung. Da dem so ist, lässt sich die Rente auch nicht vollständig von ihr abkoppeln bzw sie zu immunisieren. Auch muss man bedenken, dass der jetzige Bestand der Zusagen strikt zu trennen wäre von den zukünftigen Zusagen. Es ist eben ein Unterschied zwischen einem Vertrag den der Staat mit dem Bürger machte, der sich in die Zukunft erstreckt und einem Vertrag, den der Staat heute für die Zukunft neu eingeht. Der Staat kann rechtsstaatlich alte Verpflichtungen nicht einseitig streichen. Er kann aber seine Neuzusagen anders gestalten als die alten Zusagen.
genau, im Einzelnen ist es nicht ganz so, ich es überspitzt formuliert habe. Das doofe ist bei der genauen Differenzierung, dass man nix pauschal sagen kann. Sie haben völlig recht.
Durch solche mutigen Äußerungen von Politikern fühle ich mich ausnahmsweise mal gut "vertreten".
... eine Kopplung an die Löhne macht Sinn. Dann könnte man endlich auch wieder die Produktivität auf die Löhne umlegen und allen wäre geholfen.
Das wollen Markt[...] wie Brüderle aber natürlich genau nicht. Nach deren [...]ökonomie muss man nur solange die Löhne kürzen, bis Vollbeschäftigung herrscht. In der Praxis funktioniert das nur, wenn das Ausland sich dafür entsprechend verschuldet. Hat sich seit Kurt nicht viel verändert:
Wenn was nicht klappt,
dann wird vor allem mal nicht berappt.
Wir setzen frisch und munter
die Löhne, die Löhne herunter -
immer runter!
Wir haben bis über die Ohren
bei unsern Geschäften verloren…
Unser Geld ist in allen Welten:
Kapital und Zinsen und Zubehör.
So lassen wir denn unser großes Malheur
nur einen, nur einen entgelten:
Den, der sich nicht mehr wehren kann.
Den Angestellten, den Arbeitsmann;
...
Wir haben im Schädel nur ein Wort:
Export! Export!
Was braucht ihr eigenen Hausstand?
Unsre Kunden wohnen im Ausland!
Für euch gibts keine Waren.
Für euch heißts: sparen! sparen!
Nicht wahr, ein richtiger Kapitalist
hat verdient, als es gut gegangen ist.
Er hat einen guten Magen.
Wir mußten das Risiko tragen…
Wir geben das Risiko traurig und schlapp
inzwischen in der Garderobe ab.
Was macht man mit Arbeitermassen?
Entlassen! Entlassen! Entlassen!
Wir haben die Lösung gefunden:
Krieg den eigenen Kunden!
...
Theobald Tiger (Alias von Kurt Tucholsky)
Die Weltbühne, 25.08.1931, Nr. 34, S. 293.
[Gekürzt, bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Ausdrucksweise. Danke. /Die Redaktion pt.]
....die Rentenzahlungen vom Lohn abhängig zu machen, ist es nicht sinnvoll die Einzahlungen von ihm abzuziehen, zumal die Abgaben der Vergangenheit aus dem Lohn kamen und die Haushaltsführung für alle ähnliche Kosten erfordern. Das bedeutet nicht, dass diese Bestimmung wirtschaftlich sinnvoll ist. Es ist aber irgendwie begründbar und für das Volk einleuchtend.
Die Basis der Leistungskraft einer Gesellschaft sind aber nicht die Löhne sondern die Gesamtwirtschaftsleistung. Da dem so ist, lässt sich die Rente auch nicht vollständig von ihr abkoppeln bzw sie zu immunisieren. Auch muss man bedenken, dass der jetzige Bestand der Zusagen strikt zu trennen wäre von den zukünftigen Zusagen. Es ist eben ein Unterschied zwischen einem Vertrag den der Staat mit dem Bürger machte, der sich in die Zukunft erstreckt und einem Vertrag, den der Staat heute für die Zukunft neu eingeht. Der Staat kann rechtsstaatlich alte Verpflichtungen nicht einseitig streichen. Er kann aber seine Neuzusagen anders gestalten als die alten Zusagen.
Naja, es geht ja nicht nur ums Renten kürzen können - sondern auch die Erhöhungen hatte dieser Kürzungsschutz ja weggefressen, das wurde damals gerne unterschlagen.
sondern die Pensionen sind das Problem.
nur Recht geben. Das was D-land das Genick brechen wird sind die Pensionen.
Warte auch auf den nächsten Vorstoß der Parteien, die Bezüge und das Ruhestandsgeld der Abgeordneten zu erhöhen. Und die meisten hier scheinen ja auf die Rattenfänger der FDP wieder reinzufallen, naja das Kurzzeitgedächtnis siehe "Mehr Netto vom Brutto", und wieviel davon übriggeblieben ist, ist halt nicht mehr gut ausgeprägt in D-land.
wenn er die gleichen Einschnitte auch für Pensionäre (d. h. letzlich für sich selbst und seinesgleichen) gefordert hätte, aber so erweist er sich lediglich als egoistischer Populist. Und auf innovative Ideen braucht man bei ihm ohnehin nicht zu hoffen. Wie wäre es z. B. mit einer sozialen Staffelung, nach der die Rentengarantie für Renten/Pensionen von max. 500 EUR/Monat bestehen bleibt, während Altersbezüge von 10.000 EUR/Monat sogar gezielt um 10% abgeschmolzen werden könnten.
nur Recht geben. Das was D-land das Genick brechen wird sind die Pensionen.
Warte auch auf den nächsten Vorstoß der Parteien, die Bezüge und das Ruhestandsgeld der Abgeordneten zu erhöhen. Und die meisten hier scheinen ja auf die Rattenfänger der FDP wieder reinzufallen, naja das Kurzzeitgedächtnis siehe "Mehr Netto vom Brutto", und wieviel davon übriggeblieben ist, ist halt nicht mehr gut ausgeprägt in D-land.
wenn er die gleichen Einschnitte auch für Pensionäre (d. h. letzlich für sich selbst und seinesgleichen) gefordert hätte, aber so erweist er sich lediglich als egoistischer Populist. Und auf innovative Ideen braucht man bei ihm ohnehin nicht zu hoffen. Wie wäre es z. B. mit einer sozialen Staffelung, nach der die Rentengarantie für Renten/Pensionen von max. 500 EUR/Monat bestehen bleibt, während Altersbezüge von 10.000 EUR/Monat sogar gezielt um 10% abgeschmolzen werden könnten.
Ich habe mich mit den Renten auseinandergesetzt.
Und ich kann diese Äußerung eines Ministers nur eine Zumutung nennen.
Vor einigen Tagen rief derselbe Minister zu Lohnzurückhaltung auf. Dementsprechend ist die Rentensenkung nur konsequent. In seiner sturen Ideologie.
Es bleibt mir aber doch schleierhaft, wie man so verbohrt sein kann, im Deutschland 2010 immernoch Lohnsenkung für mehr Exporte (die kreditgestützt sind und das Fundament der EU untergraben, und für einen weiteren Einbruch des Binnenmarktes, Zunahme der bedürftigen Arbeitnehmer in Deutschland... sorgen) zu sein.
Deutschland ist gemessen an seinen westlichen Nachbarn Niedriglohnland. Die Frage ist doch: wo wollen wir noch hin?
Wäre es nicht im Interesse der Menschen (und der so sträflich vernachlässigten Binnenkonjunktur!!), wieder etwas ausgleichend die Arbeitgeber am sich sehr wohl vermehrenden Wohlstand teilhaben lassen.
NIEMAND wird gezwungen, sich unser Zeugs auf Pump zu kaufen und dann Pleite zu gehen. Das ist wie dem MediaBlöd schuld geben, dass ich die Raten für meinen Breitbildfernseher nicht bezahlen kann. Und so ein Dummfug wird permanent nachgebetet.
NIEMAND wird gezwungen, sich unser Zeugs auf Pump zu kaufen und dann Pleite zu gehen. Das ist wie dem MediaBlöd schuld geben, dass ich die Raten für meinen Breitbildfernseher nicht bezahlen kann. Und so ein Dummfug wird permanent nachgebetet.
Denn es ist schon seltsam, wie mantrahaft die Rentenkürzer die demographische Entwicklung herbeten, uns aber konsequent die über gleiche Zeiträume ausreichend steigende Produktivität (und somit Mehraufkommen an Abgaben) vorenthalten…
Aber es geht ja gar nicht um etwas mehr oder etwas weniger Rente, es geht darum, die Menschen zu verunsichern und in die private fondsgestützte Rentenvorsorge zu treiben.
Da hat niemand aus der Finanzkrise gelernt. Dabei hätte ein Blick nach Amerika gereicht
http://www.nytimes.com/20...
(„Faktisch haben alle fondsgestützten Rentenvorsorgepläne in den letzten zwei Jahren große Verluste eingefahren.“)
- oder nach Großbritannien, wo die Renten zu einem guten Teil mit BP-Aktien gestützt sind – und nun auch nicht mehr viel wert sein werden.
Fazit: Der Minister arbeitet wieder einmal für seine Klientel, große exportlastige Unternehmen und Rentenanlagefonds (Banken).
Leidtragender ist der deutsche Arbeiter. Er arbeitet produktiver – und länger – und behält trotzdem immer weniger Lohn – und Rente.
Selbst ein Herr Brüderle würde wahrscheinlich Ihnen lieber 200 Euro Rente mehr zahlen, wenn er könnte. Das schlichte Problem ist: Irgendwer muss dafür aufkommen. Und da nützt es nicht hier irgendwelche linke Parolen von Verteilungsungerechtigkeit heraus zu posaunen. Weil gerecht ist es nicht, wenn immer weniger Junge für immer mehr und zudem älter werdende Ältere aufkommen müssen!
Zudem, um auf Ihren anderen Punkt zu kommen, würden grenzenlose Lohnsteigerungen dazu führen, dass wir demnächst in Deutschland noch mehr Arbeitslose haben würden (die ja dann auch von irgendwem versorgt werden möchten). Auch wenn viele das nicht wahr haben möchten: Wir leben in einer globalisierten Welt und die anderen Länder sind immer mehr in der Lage ausgezeichnete Produkte herzustellen. Unterschätzen sie dies nicht. Mit linker Politik haben wir schon mal einen deutschen Staat gegen die Wand gefahren!
der Sache, irgenwo müssen die Profite ja herkommen.
Wir wollen die HerrenDamen doch nicht mit Klimpergeld in´s Casino schicken. oder?
Es ist nicht so, dass sog. Rentenkürzer konsequent die angeblich ausreichend steigende Produktivität vorenthalten. Denn die Produktivität wird nicht nur in Deutschland steigen, sondern auch in den USA, Frankreich, Großbritannien oder Skandinavien. Diese Länder haben Geburtenraten zwischen 1,9 und 2,1, wir haben 1,3. Das heißt nichts anderes, dass das Verhältnis zwischen arbeitender Bevölkerung und Rentnern (bei gleicher Lebenserwartung, gleichem Renteneintritt, gleicher Einwanderung) in Deutschland ab 2030 etwa 35% (!!) ungünstiger ist und bis mindestens 2050 auch bleiben wird. Anders gesagt: Einem Arbeitnehmer erwirbt in Deutschland mindestens bei gleicher Aufwendung in einem Umlageverfahren mindestens 20% weniger Rentenansprüche als in den genannten Ländern.
Wie ich es drehe und wende - man wird als deutscher Arbeitnehmer von Produktivitätsfortschritten weniger haben als in anderen Ländern (also ein Anreiz, auszuwandern), oder als Rentner kriegt weniger vom Produktivitätsfortschritt ab als anderswo (man sollte die Ansprüche daher woanders erwerben, also ebenfalls auswandern, solange man jung ist). Das könnte also dazu führen, dass die Einwanderung das Verhältnis für Deutschland noch mal ungünstiger macht, insbesondere bei den Hochqualifizierten, die die Produktivität treiben.
Glauben Sie mir, ich hoffe sehr, dass ich mich irre, und vielleicht niedrigere Arbeitslosenzahlen oder geringere Ausgaben für Bildung Gelder frei machen. Nur sollte man sich nicht darauf verlassen.
Selbst ein Herr Brüderle würde wahrscheinlich Ihnen lieber 200 Euro Rente mehr zahlen, wenn er könnte. Das schlichte Problem ist: Irgendwer muss dafür aufkommen. Und da nützt es nicht hier irgendwelche linke Parolen von Verteilungsungerechtigkeit heraus zu posaunen. Weil gerecht ist es nicht, wenn immer weniger Junge für immer mehr und zudem älter werdende Ältere aufkommen müssen!
Zudem, um auf Ihren anderen Punkt zu kommen, würden grenzenlose Lohnsteigerungen dazu führen, dass wir demnächst in Deutschland noch mehr Arbeitslose haben würden (die ja dann auch von irgendwem versorgt werden möchten). Auch wenn viele das nicht wahr haben möchten: Wir leben in einer globalisierten Welt und die anderen Länder sind immer mehr in der Lage ausgezeichnete Produkte herzustellen. Unterschätzen sie dies nicht. Mit linker Politik haben wir schon mal einen deutschen Staat gegen die Wand gefahren!
der Sache, irgenwo müssen die Profite ja herkommen.
Wir wollen die HerrenDamen doch nicht mit Klimpergeld in´s Casino schicken. oder?
Es ist nicht so, dass sog. Rentenkürzer konsequent die angeblich ausreichend steigende Produktivität vorenthalten. Denn die Produktivität wird nicht nur in Deutschland steigen, sondern auch in den USA, Frankreich, Großbritannien oder Skandinavien. Diese Länder haben Geburtenraten zwischen 1,9 und 2,1, wir haben 1,3. Das heißt nichts anderes, dass das Verhältnis zwischen arbeitender Bevölkerung und Rentnern (bei gleicher Lebenserwartung, gleichem Renteneintritt, gleicher Einwanderung) in Deutschland ab 2030 etwa 35% (!!) ungünstiger ist und bis mindestens 2050 auch bleiben wird. Anders gesagt: Einem Arbeitnehmer erwirbt in Deutschland mindestens bei gleicher Aufwendung in einem Umlageverfahren mindestens 20% weniger Rentenansprüche als in den genannten Ländern.
Wie ich es drehe und wende - man wird als deutscher Arbeitnehmer von Produktivitätsfortschritten weniger haben als in anderen Ländern (also ein Anreiz, auszuwandern), oder als Rentner kriegt weniger vom Produktivitätsfortschritt ab als anderswo (man sollte die Ansprüche daher woanders erwerben, also ebenfalls auswandern, solange man jung ist). Das könnte also dazu führen, dass die Einwanderung das Verhältnis für Deutschland noch mal ungünstiger macht, insbesondere bei den Hochqualifizierten, die die Produktivität treiben.
Glauben Sie mir, ich hoffe sehr, dass ich mich irre, und vielleicht niedrigere Arbeitslosenzahlen oder geringere Ausgaben für Bildung Gelder frei machen. Nur sollte man sich nicht darauf verlassen.
Warum schlägt Herr Brüderle denn keine Erbschaftssteuer vor? Oder eine Vermögenssteuer? Warum schafft man nicht sämtliche Mehrwertsteuervergünstigungen ab und senkt die Mehrwertsteuer insgesamt auf 17 %? Solche Vorschläge fände ich spannend, aber das scheint nicht Thema der FDP zu sein. Vielleicht dann doch wieder bei den Rentnern kürzen. Oder kann man bei der Bildung oder den kleinen Einkommen nicht noch etwas drehen?
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