Brennelementesteuer Schwarz-Gelb geht auf Atomkonzerne zu
In der Frage der Brennelementesteuer zeigt sich die Bundesregierung flexibel. Laut einem Bericht ist es zweitrangig, wie das im Haushalt eingeplante Geld letztlich fließt.
Zur Haushaltssanierung will die Bundesregierung auch die Betreiber von Atomkraftwerken heranziehen. 9,2 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren hat sie eingeplant, eine Brennelementesteuer sollte bislang als Instrument dienen. Nach heftigen Reaktionen aus der Energiebranche zeigt man sich in Berlin nun kompromissbereit: Das Bundesfinanzministerium habe den Vorständen der vier Energiekonzerne während eines Treffens am vergangenen Freitag signalisiert, dass auch ein anderes Erlösmodell vorstellbar sei, berichtete die Rheinische Post unter Berufung auf Teilnehmer.
Minister Wolfgang Schäuble (CDU) will demzufolge nach wie vor die bisher genannte Summe einnehmen, zeigt sich aber bei der Wahl der Instrumente "flexibel". Im Gespräch sei, dass die Energiekonzerne nach einer vom Bund verbindlich verabredeten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke Unternehmensanleihen ausgeben, deren Erlöse in die Staatskasse fließen. Dafür solle ein gemeinsamer Energiefonds eingerichtet werden, schreibt die Zeitung.
Am Montag dementierte das Bundesfinanzministerium allerdings den Artikel der Rheinischen Post . Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) halte an der geplanten Brennelementesteuer fest. Ein Ministeriumssprecher sagte, dass an der Berichterstattung "nichts dran ist, sondern dass für uns nach wie vor das Ergebnis der Klausurtagung von Anfang Juni zählt".
Im Gegenzug für eine Brennelementesteuer beziehungsweise andere Erlösquellen will Schwarz-Gelb den Energiekonzernen eine längere Laufzeit für deren Atomkraftwerke einräumen. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, hatte am Dienstag nach dem einem Treffen der Koalitionsspitze berichtet: "Wir haben heute gesagt, dass wir da einen Zusammenhang sehen, politisch gesehen."
Welchen Umfang die Laufzeitverlängerung haben soll, darüber gibt es in der Koalition freilich noch Differenzen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat sich für höchstens zehn Jahre ausgesprochen. Die Fraktionsspitzen von Union und FDP wollen dagegen mehr . Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und seine FDP-Kollegin Birgit Homburger vereinbarten, Röttgens Gesetzentwurf nach dem Kabinettsbeschluss Ende September gegebenenfalls umgehend zu ändern.
"Ich will deutlich längere Laufzeiten", sagte Kauder der Bild -Zeitung. "Der Bundestag kontrolliert die Regierung, nicht umgekehrt." Röttgen hatte dagegen am Samstag noch einmal seine Position klar gemacht: "Die Devise muss heißen: So lange wie nötig und nicht so lange wie möglich."
Der Vorstoß von Kauder und Homburger erregte bei etlichen Abgeordneten von Union und FDP Unmut. Sie wollen frei über das Thema entscheiden. "Ich halte es nicht für den richtigen Weg, der Fraktion eine Linie vorzugeben, ohne sie vorher zu fragen", sagte der CDU-Abgeordnete Rüdiger Kruse Spiegel Online . Bisher sei das Thema Laufzeitenverlängerung in der Fraktion nicht diskutiert worden. Das müsse jetzt erst einmal passieren. "Und ich glaube nicht, dass eine Verlängerung um 15 Jahre mehrheitsfähig ist", sagte Kruse. Der FDP-Umweltexperte Michael Kauch gab zu bedenken, dass eine Korrektur der Laufzeitverlängerung "auch nach unten erfolgen kann, nicht nur nach oben".
- Datum 05.07.2010 - 15:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Eine kleine Hoffnung besteht darin, daß die derzeitige Regierung ihr immer chaotischeres Leben noch vor einer Entscheidung aushaucht.
Da nützen dann auch Lobbyarbeit, Parteispenden, Versprechen auf nette Nebenverdienste und andere Landschaftspflegemaßnahmen nichts, wenn die schwarz-gelbe Koalition keine Zeit mehr hat und der Umweltminister eh dagegen ist.
Aber es kann nicht schaden, ab und zu mal hier nachzusehen:
http://www.bundestag.de/b...
Wer weiß, vielleicht wird's doch noch was...
Die "bürgerliche" Regierung wird doch hoffentlich nicht vorsätzlich einen Rechtsbruch begehen, damit sich die Kernkraftwerkbetreiber längere Laufzeiten vor Gericht erstreiten können.
[...]
Und wie zur Verhöhnung unseres Volkeswillens verkoppeln dann noch diese Industrie-Marionetten in der Politik die Schulden, die der Staat von den Terroristen aufgezwungen bekam, damit, dass wir das Risiko für abgeschriebene Schrott-Reaktoren länger tragen sollen und damit unseren globalen Technologie- und Vermarktungsvorsprung bei erneuerbaren Energien torpedieren.
Mit der Verlängerung der AKW-Laufzeiten schaden wir uns also massiv selber, aber jeder, der die AKWs nun vertragsgemäß und planmäßig abschaltet, wird mit den dann fehlenden Milliarden konfrontiert. Bei einem Zusammenbruch der Regierung und Neuwahlen müssten SPD und Grüne die kriminell von den Bankern erpressten Gelder statt von den AKW-Betreibern anders darstellen - und müssten die Haushalte nochmals kürzen.
Wir werden von feudalen Terroristen regiert und die "bürgerlichen" Politiker sind nur die Sockenpuppen, die im Auftrag dieser Terroristen Gesetze schreiben und sie durch den nur noch scheindemokratischen Gesetzgebungs-Prozess prügeln. Wir werden nicht regiert, sondern von mafiösen Strukturen unter Vorspiegelung einer Demokratie terrorisiert, ausgesaugt und letztlich um unser Leben betrogen.
Y.S.
Anmerkung: Bitte verzichten Sie trotz Ihrer Empörung auf eine stark polemisierende Wortwahl, die unter Umständen als beleidgend empfunden werden könnte. Danke. Die Redaktion/km
fat der schwarz-glbe Volksbetrügerspuk bald ein Ende.
Irgendwann kracht's gewaltig!
erbringen keine Verbesserung des Staatshaushalts denn sie werden für die Sanierung von AsseII und Morsleben benötigt.
Endgelagert ist dann immer noch nichts. Die Gewinne und Subventionen greifen die Konzerne gerne ab, die Kosten werden immer sozialisiert.
Nun hat das Gespräch der Atomkonzerne mit der Kanzlerin also doch etwas gebracht unserer Atommafia doch etwas gebracht...
"Ich halte es nicht für den richtigen Weg, der Fraktion eine Linie vorzugeben, ohne sie vorher zu fragen", sagte der CDU-Abgeordnete Rüdiger Kruse
Soll wohl heißen: Man fragt zwar, gibt dann aber eine Linie vor - die dann sicher dieselbe ist, die man vor der Frage festgelegt hat. Ja merken die denn noch was?
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